Donnerstag, 19. Februar 2009

96 Stunden

Heute hatte der Action-Thriller Taken mit Liam Neeson seinen deutschen Kinostart. Seltsam dabei ist, dass der Film hierzulande unter dem Titel 96 Hours läuft. 

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Film mit einem englischen Originaltitel vom deutschen Verleih einen völlig anderen, aber ebenfalls englischen Titel erhält (bei Gelegenheit werde ich mal eine Liste mit besonders kreativen Adaptionen erstellen). Die Beweggründe liegen dabei stets im Dunkeln. Hat man etwa gedacht, die Leute werden bei dem Namen Taken an die gleichnamige Mini-TV-Serie erinnert? Abwegig. Eher denken sie an die Action-Komödie Nur 48 Stunden (OT: 48 Hrs.) aus dem Jahre 1982 und sagen sich: "Mhh, 96 Stunden sind ja doppelt so viel wie 48, dann ist das bestimmt nur halb so spannend."

Mittwoch, 18. Februar 2009

Die Ära des Tentakels (2)

Und es geht weiter ...

00:26:29
Wernstrom & Farnsworth im Oval Office

Wernstrom: "It's the greatest scientific opportunity since you sent men to the moon in 1969."
Nixon: "I always regretted that. Nothing up there but dry rocks and those revolting onion men."


Wernstrom: "Es ist die größte wissenschaftliche Herausforderung seit Sie 1969 Männer zum Mond geschickt haben."
Nixon: "Das hab ich immer bedauert. Dort oben gibt es nur Trockeneis und erst recht nichts zu trinken."

Ich sehe beim besten Willen keinen Grund, diesen grotesken Witz wegzulassen. "Dort oben gibt es nichts als Geröll und diese scheußlichen Zwiebelmenschen."

00:29:48
Bender in der Selbstmordzelle

Computerstimme: "Please select mode of death."
Bender: "Clumsy bludgeoning, please."
Computer: "You have selected clumsy bludgeoning. For an additional $10, would you like your eyes scooped out with a melon-baller?"
Bender: "What the heck, I'll treat myself."


Computerstimme: "Bitte wählen Sie die Art Ihres Todes."
Bender: "Einfaches Niederknüppeln, bitte."
Computer: "Sie haben einfaches Niederknüppeln gewählt. Für weitere 10 $ können Sie Ihre Augen mit einem Melonenkugelschneider entfernen lassen."
Bender: "Ach, zum Teufel, ich mach es selbst!"

Ein weiterer vergeigter Gag. Richtig wäre natürlich: "Ach, zum Teufel, ich gönn' mir mal was!"

00:41:06
Die Wissenschaftler kommen erneut ins Oval Office

Nixon: "You again? This better be damned important; I'm right in the middle of a Cosmo survey."

Nixon: "Sie schon wieder! Hoffentlich ist es sehr wichtig, ich bin gerade mitten in einer Kosmos-Überwachung."

Wow, das ist ja schon vom selben Schlag wie die Übersetzung von "Deep Blue" (der Schachcomputer) zu "Tiefblau". Cosmo ist natürlich die Kurzform von Cosmopolitan. Wenn man den Zuschauern nicht zutraut, diese Zeitschrift zu kennen (obwohl es die auch in Deutschland gibt), kann man durchaus eine Analogie nehmen: "Hoffentlich ist es wichtig, ich mach gerade 'nen Brigitte-Test!" Oder so.

00:44:25
Die Liga der Roboter

Calculon: "The League of Robots hasn't killed a human in over 800 years. And that was a very sick Girl Scout."

Calculon: "[...] die Liga der Roboter hat den letzten Menschen vor 800 Jahren getötet. Und das war 'ne ziemlich irre Pfadfinderin."

Vielleicht verstehe ich irgendetwas falsch, aber ich dachte, es soll betont werden, dass das letzte Opfer der Roboterliga besonders wehrlos war. Wieso also nicht "sick" einfach mit dem nahe liegenden "krank" übersetzen? Oder war hier Zensur am Werk?

Die übrigen Stellen folgen im dritten und letzten Teil der Analyse!

Dienstag, 17. Februar 2009

Die Ära des Tentakels (1)

Nachdem Futurama im Jahr 2002 abgesetzt worden war, gelang es dem Sender Comedy Central drei Jahre später, die Rechte für die bisherigen Staffeln zu erhalten - mit der Option, neue Folgen zu produzieren. 2008 begann schließlich die Ausstrahlung von insgesamt 13 neuen Episoden. Es handelt sich dabei um vier zusammenhängende Spielfilme, die hierzulande als DVDs erscheinen. Die Ära des Tentakels (OT: The Beast with a Billion Backs) ist der zweite Film. 

Vorbemerkung: Die Synchronisation von Futurama oblag bis zu dessen Tod im Jahre 2006 Ivar Combrinck, der auch für Die Simpsons und Family Guy verantwortlich war. Dass Combrinck verstarb, war zwar bedauerlich, denn er war ein hervorragender Sprecher (Duffman, Zapp Brannigan u.v.m.), doch die Kritik, die er für seine Drehbücher geerntet hatte, war größtenteils berechtigt. Legendär sind zB seine Übersetzung des Rollenspiels Dungeons & Dragons als "Verliese und Drachen" (Futurama) oder "eine Träne im Raum-Zeit-Gefüge" ("a tear in the space-time-continuum", Die Simpsons). Eine Liste sämtlicher Übersetzungsfehler der ersten vier Futurama-Staffeln gibt es hier. 

Für die neuen Folgen / Filme ist nun das Studio Dubbing Brothers Germany Gmbh zuständig, und gebessert hat sich nicht allzu viel. So wurde etwa bei der ersten DVD (Bender's Big Score) ein unangemessener Gossenslang verwendet. Darauf hat man bei der Snychronisation von Die Ära des Tentakels nun zwar verzichtet, aber einige grobe Patzer findet man wieder. Und zwar die hier:

(Info: Ich werde die Originalstellen immer rot färben und die deutschen grün.)

00:04:52
Amy erzählt, dass sie in die Familie ihres Lebensgefährten Kif aufgenommen werden soll

Kif: "Oh, and our parents will be meeting for the first time ever."
Bender: "Oh, that's even more awkward than Fry's two bimbos meeting each other."


Kif: "Oh! Oh! Und unsere Eltern werden sich zum ersten Mal gegenüber treten!"
Bender: "Och, das ist ja noch ätzender als das Treffen der beiden Tussies von Fry."

"awkward" sollte hier mit "peinlich" übersetzt werden, wie es bereits kurz zuvor in derselben Szene korrekt getan wurde. Bender freut sich ja regelrecht auf die peinliche Begegnung! (Wenigstens wurde "bimbos" nicht mit "Bimbos" wiedergegeben; das hab ich auch schon erlebt.)

00:05:48
Kif trifft Amys Eltern

Mrs. Wong: "Oh, Kif's parents come late and we have to stand around in swamp getting eaten alive by damn bugs?" (erschlägt einen der Käfer)
Kif: "Mrs. Wong, no. The final stage of my species' life cycle is a colony of flying hookworms. You just squashed part of my father."
Kifs Vater (formiert sich und grüßt die Eltern): "Welcome."
Mrs. Wong: "Sorry. I guess you get plenty of bugs to spare, though."
Kifs Vater: "That was my left testicle."


Mrs. Wong: "Kifs Eltern kommen zu spät und wir stehen im Sumpf herum und werden von diesen blöden Käfern aufgefressen!" (erschlägt einen der Käfer)
Kif: "Mrs. Wong, nicht! Das letzte Stadium des Lebenszyklus' meiner Art ist eine Kolonie von fliegenden Hakenwürmern. Sie haben gerade einen Teil meines Vaters zerquetscht."
Kifs Vater (formiert sich und grüßt die Eltern): "Willkommen. "
Mrs. Wong: "Entschuldigung. Sie werden doch noch einige Käfer übrig haben ..."
Kifs Vater: "Das war mein linker Hodensack."

Vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber wieso "Hodensack"? Es ist viel witziger, wenn man annimmt, dass die Anatomie von Kifs Art relativ normal ist, auch wenn sie die Form eines Käferschwarms hat. Man beachte außerdem, dass Amys Eltern in der deutschen Fassung völlig akzentfrei sprechen. Aber das ist vielleicht besser so. Man versucht ja auch neuerdings, Hermes' jamaikanisches Englisch irgendwie wiederzugeben, doch das hört sich für mich wie ein generischer "Ausländer mit rollendem R" an.

00:16:20
Fry zweifelt, ob er bei seiner polygam lebenden Freundin einziehen soll

Zoidberg: "Take the deal, Fry. If there's a delicious cake, isn't it better to have one slice than none at all?"

Zoidberg: "Probier's einfach, Fry. Wenn es dort einen köstlichen Kuchen gibt, ist es dann nicht besser, ein Stück zu bekommen als gar nichts?"

Das "dort" ist überflüssig.

00:20:58
Bender im Krankenhaus

Bender: "I can't remember anything except a blinding light and a searing ass-pain. I better check my black box."
Bender (Mitschnitt der Blackbox): "The light, it's blinding! And the ass-pain, it's searing!"


Bender: "Ich erinnere mich an überhaupt nichts außer an ein gleißendes Licht und ein Brennen im Arsch. Ich muss mal meine Blackbox checken."
Bender (Mitschnitt der Blackbox): "Das Licht, es blendet! Und die Schmerzen im Arsch, es brennt so!"

Benders Erinnerungen entsprechen - wortwörtlich - dem Mitschnitt der Blackbox (und nachdem er sich selbst gehört hat, sagt er: "Aha, so war das also."), und das sollte man auch so rüberbringen, um den Witz zu wahren. Faustregel: Wortwiederholungen immer beibehalten! 

So, das war's erstmal. Teil 2 meiner Analyse folgt morgen.

Montag, 19. Januar 2009

Live aus meinem Zimmer!

Hallo Leute, ich räume gerade gründlichst mein Zimmer auf, eine Tätigkeit, der ich einmal im Jahr nachgehe. Jetzt liegen auf dem Boden mehrere Stapel mit Dingen, die ich a) aufheben oder b) entsorgen werde. Es sind leichte Ansätze von Messietum erkennbar. Es fällt mir sehr schwer, mich von einigen Sachen zu trennen, vor allem Nostalgie erweckende Zeitschriften (komplette Jahrgänge des legendären Club Nintendo-Magazins, aber auch von TIME und Mosaik, sowie Einzelausgaben von Amiga Games, GameStar, PowerPlay (inkl. der grünen Lösungshefte zum Rausnehmen (die habe ich immer aus der Bibliothek geklaut)), PC Player (daraus ging später die PC Action hervor, wenn ich mich recht erinnere), Cinema und CHIP). Hinzu kommt Nerdkram wie Comics, Gamepads, Mäuse (mit Ball!), ferner: gebrannte CDs, die ich nie wieder hören werde, ein Stapel Pressehefte zu Kinofilmen, Vorlesungsmitschriften sowie technisches Zubehör / Hardware (ein internes Analogmodem, 4 MB EDO-RAM (!), eine Grafikkarte) und natürlich Kabel und Adapter en masse. Vieles fliegt instantly achtkantig auf den Müll! Zum Beispiel alte Überraschungseifiguren, Kindersonnenbrillen, ein hölzernes Kreuz (wtf?), ein kaputtes Diktiergerät ... aber ich fange an, Sie zu langweilen ...

Fazit: Nachlassverwalter ist bestimmt ein interessanter Beruf.


PS: Von der Fernsehsendung Ich bin ein Star, holt mich hier raus liest oder hört man nie den richtigen Namen, alle schreiben oder reden nur vom inoffiziellen Titel "Dschungelcamp". Genau wie kein Mensch "Kinder-Überraschung" sagt; jeder sagt "Überraschungs-Ei".


Dienstag, 25. November 2008

buchtipp

ich lese zur zeit den roman waffenwetter von dietmar dath. die ich-erzählerin ist eine abiturientin namens claudia. sie ist ihren mitschülern in gewisser weise geistig überlegen, auch mit ihren eltern kommt sie nicht wirklich gut klar. ihr bester freund ist ihr opa konstantin, der sie in die welt des intellektuellen kommunismus einführt. gemeinsam mit ihm beschließt sie, nach alaska zu den haarp-anlagen zu reisen. das buch ist insoweit ungewöhnlich, als es durchgängig in kleinschreibung verfasst ist (eine anleihe an die raf?). auch lässt claudia meistens das endungs-e der ersten person singular präsens weg, auch wenn das manchmal total falsch klingt ("ich entschuldig mich"). was viele am meisten stören dürfte, ist, dass viele absätze mitten im satz enden, also abrupt abbrechen. davon abgesehen ist waffenwetter aber ein sehr lesenswertes buch.

Donnerstag, 24. Juli 2008

Der Fremdwortcoup, der keiner war

"Spiegel online" staunt in einem Panorama-Artikel darüber, dass Pamela Anderson einen "Fremdwortcoup" hingelegt hat, indem sie den Ausdruck "dysfunktionale Familie" gebraucht hat. Im Deutschen wird das Wort dysfunktional in der Tat eher selten verwendet, nur ist es so, dass Frau Anderson amerikanisches Englisch spricht, und in den USA (und der restlichen englischsprachigen Welt) ist der Begriff dysfunctional family sogar eines Wikipedia-Artikels würdig.
Eine Analogie zu dem schreienden Spon-Nonsens ("Sponsens") wäre etwa: Paris Hilton benutzt den geläufigen englischen Ausdruck für "Geschlechtskrankheit", venereal disease, worauf sich ein deutschsprachiger Journalist wundert, woher die Trulla das komplizierte Wort "Venerealkrankheit" kennt.

Freitag, 29. Februar 2008

Schaltjahr-Fortsetzungsgeschichte (I)

Heuer ist ein sog. Schaltjahr und heute ein sog. Schalttag. (Dummerweise wird der Schalttag immer an den Februar drangehängt, obwohl es viel abwechslungsreicher wäre, verlegte man ihn einmal auf den sagenwirmal 32. Dezember oder den 13,5. Mai.) Deshalb gibt es heute etwas ganz Dolles: eine Fortsetzungsgeschichte, deren zweiten Teil Sie in vier Jahren hier lesen. Und den ersten Teil jetzt. Auch hier: 

Es war einmal eine ganz gewöhnliche Kleinstadt in einem sehr bekannten Land (Polen). Diese Stadt war aber ganz und gar nicht gewöhnlich, sondern im Gegenteil: ungewöhnlich! Als die Einwohner des Ortes an einem kalten, nebelverhangenen Herbstmorgen im Jahre 2006 aus ihren Fenstern sahen, trauten sie ihren Augen kaum ...

Sonntag, 13. Januar 2008

Misanthropen aufgepasst!

Es gibt eine putzige, ach was: skurrile, nein: verstörende religionsähnliche Gruppierung, die in den USA gegründet wurde und auch in Deutschland einige Mitglieder hat: die Church of Euthanasia. Angesichts der mehr als 6,6 Milliarden Exemplare, die mittlerweile die Erde bewohnen, solle der Mensch endlich Platz machen für andere Arten, so die Leitdoktrine. Wer Mitglied in der - auch online präsenten - Sekte werden will, verpflichtet sich daher zu bedingungslosem Verzicht auf Fortpflanzung. Die Beitrittsgebühr beträgt nur 10 US-$ (die Church of Satan verlangt 200!), dafür erhält man sogar "a lovely embossed certificate suitable for framing". Die vier Säulen des irren Vereins sind: Selbstmord, Abtreibung, Kannibalismus und An*lverk*hr [nachträglich zensiert, um zu verhindern, dass mein Blog bei unangenehmen Suchanfragen auftaucht]. Zum dritten Punkt werden sogar hilfreiche Anleitungen zum Zerlegen und Zubereiten menschlicher Körper angeboten ("Some like to saw straight through the spine from buttocks to neck. [...] our preferred method is to completely remove the entire backbone by cutting and then sawing down either side from the tailbone on through"). Spätestens hier - oder bei Pamphleten zur Eigenurintherapie - wird fraglich, ob sich der von Reverend Chris Korda geführte Haufen selber ernst genug nimmt. Tja, die Welt ist nicht schön. Aber ob sich das Motto "Save the planet, kill yourself" verbreiten wird, wage ich zu bezweifeln.

Donnerstag, 29. November 2007

Sick sh*t

Es gibt eine Zahnarztpatientensimulationspuppe, an der sich angehende Dentisten austoben können. Der Dummy hat sogar einen Würgereflex und sagt gelegentlich "That hurts"! Ich sah übrigens bei meinem letzten Friseurbesuch, dass Auszubildende an speziellen Styroporköpfen üben. Naja, besser als an Leichen.

Dienstag, 3. Juli 2007

Grausige Dokumente

Anstatt auf Festivals zu rocken, habe ich wieder das halbe Wochenende in der Uni-Bibo verbracht. Traurig, traurig. Ich werde alt, und Verelendung wird mein Los sein. *ritz*
Neben meinem Schreibplatz standen mehrere Jahrgangsbände der Zeitschrift Anthropos. Ich durchsuchte alle Ausgaben nach für mich Interessantem und fand dabei ein paar lustige Artikel wie "Gartenbau auf gemulchten Hügelbeeten im zentralen Hochland von Papua-Neuguinea" oder "Zur Bedeutung Drogen-induzierter Wahrnehmungsveränderungen bei den Kashinawa-Indianern Ost-Perus".

Aus dem Magazin der Bibliothek förderte ich ein Werk aus dem Jahre 1939 zu Tage. Es heißt "Kultur und Rasse" und ist ein Sammelband unschöner Gedanken, herausgegeben anlässlich des 60. Geburtstages des Rassenforschers Otto Reche. Neben ekelhafter Arier-Verherrlichung findet sich auch unfreiwillig Komisches, u.a. ein Aufsatz "Zur Verbreitung des Klystiers in Negerafrika" (es gibt vier Haupttypen, nämlich Röhren-, Trichter-, Kalebass- und Sackklystiere) und ein Traktat "Grundsätzliche Bemerkungen zum Asozialen-Problem". Lustig ist das eigentlich gar nicht, zumal es sich um ein Reprint von 1999 handelt, d.h. die Seiten sehen aus, als wäre das Buch ganz aktuell.

Jedenfalls muss noch erwähnt werden, dass die Chinesin, die mir gegenübersaß, eine Rolle Klopapier auf ihrem Arbeitsplatz stehen hatte.

Freitag, 15. Juni 2007

Was so alles in deutschen Zeitungen steht (2)

"Passau. Ein wild gewordenes Eichhörnchen hat in Niederbayern drei Menschen angegriffen und verletzt. Das Tier sprang in Passau durch eine offene Terrassentür und biss eine Frau in die Hand. Dabei schnappte es nach Polizeiangaben so fest zu, dass die 70-Jährige in Panik auf die Straße rannte, wo sie das Eichhörnchen abschütteln konnte. Ein 33 Jahre alter Bauarbeiter wurde das nächste Opfer. Er bekam Kratzer an Hand und Unterarm, konnte sich aber dann wehren. Das nicht tollwutkranke Eichhörnchen flüchtete anschließend in einen angrenzenden Garten und attackierte dort einen 72 Jahre alten Mann, der das Tier schließlich mit einer Krücke erschlug."

[Quelle: Sächsische Zeitung, 14.06.07]

Samstag, 12. Mai 2007

Was so alles in deutschen Zeitungen steht (1)

"Er läuft gern barfuß und trägt am liebsten einen selbst gestrickten Pullover. Seit 1991 zieht Jürgen Wagner, der sich Öff!Öff! nennt, auch mal Öffi rufen lässt, so durchs Land und wirbt für Liebe, Vernunft und globale Verantwortung. Für die Mitmenschen ist er 'der Waldmensch' – seit fast zehn Jahren lebt er unter einfachsten Bedingungen in einem Wald bei Löbau, haust in einer Jurte und ernährt sich von Insekten, Kräutern und Pilzen. Barfuß und im Strickpullover kam Öff!Öff! am Mittwoch auch in die Ernst-Rietschel-Mittelschule in Pulsnitz.
[...] ist der Mann, der heute 43 Jahre alt wird und das Abitur nach eigener Aussage mit 1,0 abgeschlossen hat, unzufrieden damit, wie ihn die Öffentlichkeit sieht: 'Ich finde es schade, dass man mich oft nach meinem Äußeren einschätzt.' Aber ändern würde er sich deshalb nie – selbst wenn er nach der Trennung von Freundin TüTü sein Heim vorerst weiter mit einem Mann teilen muss."

[Quelle: Sächsische Zeitung, 12.05.07.]

Freitag, 11. Mai 2007

Der Indikativ des Monats

Die Mai-Ausgabe des Populärwissenschaftsheftes P.M.* stellt folgende berechtigte Frage: "Was wäre, wenn Aliens in Deutschland landen?" Habe ich ein hypersensibles Sprachempfinden, oder liegt hier nur ein weiteres Symptom grammatischer Verwahrlosung vor? 

* Bis ca. 2003 hieß die Zeitschrift "Peter Moosleitners interessantes Magazin", danach nur noch "Peter Moosleitners Magazin". Es existieren z.Zt. folgende Ableger: P.M. Magazin, P.M. HISTORY, P.M. Fragen & Antworten, P.M. Perspektive, P.M. Biografie, P.M. Willi wills wissen, P.M. Logik-Trainer, P.M. Logicals, P.M. Intelligenz-Trainer, P.M. Kreativ-Trainer und P.M. Clever. Fehlt eigentlich nur noch P.M. Sudoku ... ach nein, das gibt es ja auch schon! 

Nachtrag Juli 2012: Außerdem gibt es im Moment P.M. Fragen & Antworten Spezial, P.M. History Special und P.M. Snords; P.M. Willi wills wissen und P.M. Clever gibt es nicht mehr. Der Name Peter Moosleitner ist inzwischen vollständig aus dem Titelblatt des P.M. Magazins verschwunden. Die Unterzeile lautet nun "Welt des Wissens".

Mittwoch, 28. März 2007

Der Konjunktiv der Woche

Im Wochenmagazin Focus ist auf S. 96 tatsächlich zu lesen: "Schmölzen die etwa 1,6 Millionen Kubikkilometer Eis [...]" 
Geil, wa?

Freitag, 17. November 2006

Historischer Tag für Fans von den Elementen

Heute ist ein bedeutsamer Tag: Das 111. Element des PSE, das in meinem alten Tafelwerk nur als graue Fläche erscheint, hat nun offiziell einen Namen: Roentgenium, benannt nach Wilhelm Conrad Röntgen. Es ist ein goldähnliches Übergangsmetall, wenn ich das richtig verstanden habe.
Ach ja, wenn Mendeleev das noch erleben könnte ... er würde platzen vor Wut!

PS: Ich versuche nach wie vor vergeblich, die Aufnahme des Elementes Ho (= Honig) in das Periodensystem zu erzwingen. Die Argumente, mit denen die Anträge abgeschmettert werden, lauten aber immer gleich ("Haben Sie auch nur die leiseste Ahnung von Chemie?!").