Freitag, 2. Januar 2015

Mit den Pilzen durchs Jahr (Neues vom "Tintling")

Schon im August 2014 schickte Chefredakteurin Karin Montag persönlich und freundlicherweise Ausgabe 89 ihres Magazins Der Tintling in das Büro, in dem ich arbeite. Zwischenzeitlich sind zwei weitere Nummern erschienen, doch ich möchte es nachholen, das nämliche Heft 4/2014 kurz vorzustellen.


Das Heft steht zwar nicht, wie das Cover vermuten lässt, im Zeichen des Fliegenpilzes, aber immerhin befindet sich im Heftinnern eine aktuelle Auflistung aller Schweizer und deutschen Laboratorien, die Amanitin bestimmen können; außerdem gibt es ein Pilzpostkarten-Special zum Thema Romantik, in welchem auch Fliegenpilze abgebildet sind. Weitere Highlights:

- Teil VIII von "Pilze und Gallen" – Urpilze (darin geht's u.a. um Protomyces-Befall am Giersch)
- die neue, sehr gute Serie "Debütantenstadl". Teil 1: Die Form des Hutes. Man findet eine Übersicht aller geläufigen Formen von Hüten (fälschlicherweise oft "Kappen" genannt), von "zipfelmützenförmig" über "gefaltet-verbogen" bis "kegelig-geschweift"
- ein Artikel über den Gallenpilz Tremella fuciformis ("Weißes Wolkenohr", "Silberohr" etc.) mit besonderer Berücksichtigung seiner kulinarischen Verwertbarkeit (z.B. Paprika, gefüllt mit Wolkenohren und dickflüssigem Teig aus Mehl von Kichererbsen, Hallimaschpulver, Speck und Zwiebeln, Kreuzkümmel und Koriander)
- ein "pilzliches Kreuzworträtsel"
- ein Bericht von Dr. Volkbert Kell (†) darüber, wie dieser in den 1980er Jahren "dank" Pilzbefall seine DDR-Wohnung verlassen musste und durch "Beziehungen" eine neue, bessere fand
- das Editorial, in dem die neue japanische Offset-Druckmaschine für den Tintling vorgestellt wird

Das Beste an dieser Ausgabe war jedoch das beigelegte Gimmick "Der kleine PuKK" (Pilz- und Kräuter-Kalender), ein Zweiwochen-Wandkalender, der mit saisonaler Relevanz über Wald- und Wiesenfundstücke informiert. Er ist hübsch bebildert und enthält neben gelegentlichen Rezeptanregungen QR-Codes mit Hintergrundinfos zu sämtlichen behandelten Pflanzen und Pilzen ("direkte Verbindung zur Onleine"). Fazit: wieder ein sehr gelungenes Heftchen!


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