Freitag, 22. Januar 2016

Albernes zum Wochenschluss

Die Geschichte der Seife und ihre Geschichte

Wer heutzutage ein öffentliches WC in einem familiengeführten Landgasthof im Odenwald oder auf der Insel Föhr benutzt, hat selbst dort das Bedürfnis, sich hernach die Hände zu reinigen. Doch will man die grindige, oft schimmelige Seifenparodie benützen, die in solchen "Speiserestaurants" immer am Waschbeckenrand klebt, dieses synthetische Relikt aus dem letzten Jahrhundert, das auf unserer sensibilisierten Haut sofort schwielige, nässende Quaddeln hervorruft, insbesondere im Genitalbereich und an Amputationsstümpfen? Bah! Bzw. nein! Gelobt seien daher: Gallseife, Flüssigseife, Naturseife (z.B. aus Lorbeeröl, Bienenwachs und Zwergschnäpperspeichel).

Nun aber ist es Zeit zu fragen, woher unsere duftenden Begleiter eigentlich kommen: "Woher kommen unsere duftenden Begleiter eigentlich?" Die Wissenschaftler streiten sich, leider über andere Dinge. Auch in der Kultur blieb die Seife bisher unbeachtet, abgesehen von diversen Seifenopern. "All the world’s a soap", sagte schon Shakespeare. In der Historie erinnert man sich der großen Seifeninflation von 1897; ganz Mitteleuropa roch frisch wie taubenetzte Rosenblätter. Stammen tun die bunten Waschklötze übrigens aus dem sächsischen Seifhennersdorf, dessen Stadtmauer brodelnde Lauge umgibt (Ehrenbürger: Marcel Seif und Seif Eriksson). Die ersten Seifen waren noch aus Holz. Viele Feinde hat die Seife, allen voran die rebellische Gegenbewegung "Anti-Fa". Jüngste Forschungen ergaben die Existenz eines indigenen Stammes in Uruguay, welcher Seife anbetet. Wahrscheinlich handelt es sich aber nicht um Seife, sondern eine Gottheit, die wie Seife aussieht.

Seife als Modegag? Sowieso. 95% der Spanier mögen ihre Seife gelb. In Frankreich frisst man sie traditionell zu "Quiches" oder raspelt sie übers Gratin. Kaiser Wilhelm II. ("Eine Hand an der Seife") brachte die Hygienebatzen 1871 nach Deutschland. Er hatte ein Stück aus einem New Yorker Hotel geklaut. Im Anarchist's Cookbook wird behauptet, man könne aus Seife Sprengstoff herstellen. Das ist unwahr. Wahr ist: Man kann aus Sprengstoff Seife herstellen. Aber eine harte Seife kann man gern als Wurfgeschoss verwenden (Anstiftung zum Vandalismus; strafbar gem. §111 SeifGB). Rein biologisch sind Seifen keine Tiere. Zum Schluss noch was Trauriges: Es gibt (zum Glück selten) seifige Missbildungen; diese werden dann als Ball-Alternative ("Ballternative") in Hockeyspielen zweckentfremdet. Mit denen kann man’s ja machen. Voll drauf mit den Schlägern! Pfui!

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