Tag 9 || Mandelsloh (Neustadt am Rübenberge) – Stöckendrebber (Neustadt am Rübenberge) – Rethem (Aller) – Walsrode – Benefeld (Walsrode) – Rotenburg (Wümme)
Manchmal spaziere ich durch eines der vielen Villenviertel in diesem Land und denke mir: 'Wo im Leben bin ich eigentlich falsch abgebogen, dass ICH nicht in so einer Hütte wohne? Grrrr, ich könnt alles kurz und klein schlagen!!!' Aber dann meldet sich eine innere Stimme: 'Na na na, die Menschen, die hier wohnen, können bestimmt nicht einfach so unter der Woche sinnlos durch die Gegend scharwenzeln. Check dein Privileg, Bengel!'
Was ich damit sagen will: Ich schätze nett aussehende Häuser. Sogar die oft als spießig verschrienen Klinkerbauten hier im niedersächsischen Flachland taugen mir. Ich schreibe diese Zeilen in Mandelsloh (gehört zu Neustadt am Rübenberge – bekannt durch Max Goldt!) und bin erleichtert, Hannover verlassen zu haben. Nix gegen Hannover, aber ich verlerne allmählich, mit Großstädten klarzukommen. Zumal mein zugegeben günstiges Hotel nicht sehr einladend war: Lärm von draußen, Gestank im Bad, fehlender Rauchmelder, trauriger Blick auf die ehemalige Galeria Kaufhof. Dafür war es nahe der Marktkirche gelegen, auf welcher ein gigantisches Pentagramm prangt und vor der ein Offener Bücherschrank steht. Auch die Markthalle war nicht weit. Sie ist donnerstags bis 22 Uhr geöffnet; in einem koreanischen Bistro bestellte ich etwas, das ich seit über fünf Jahren nicht gegessen hatte: Bibimbap. Dazu Litschisaft, gut.
Frühstück heute wieder leicht würdelos, im Park Schokostreuselplunder von Edeka, kein Kaffee. Von Hannover nach Hamburg zu kommen, ist nicht ohne. Hannover als Knotenpunkt schien mir ein no-brainer zu sein, doch ich hätte mich besser weiter von Osten her vorarbeiten sollen. Der DB Navigator ist mittlerweile gar keine Hilfe mehr, denn die norddeutschen Netzpläne sind, wie's aussieht, nicht darin integriert. Wenigstens auf die Öffi-App ist Verlass. Nun also nach Stöckendrebber (mit süßem Bücherschrank im Wartehäusel). Rethem, Walsrode (bekannt durch den Vogelpark!), Benefeld und schließlich Rotenburg an der Wümme. Ich denke mir das nicht aus!
In Rotenburg (bekannt durch diese eine "SpOn"-Kolumne!) erwartet mich eine hoffentlich charmante Ferienwohnung. Vielleicht koche ich heute Abend.





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