Neulich ist es endlich passiert: Jemand hat die Geduld mit mir verloren.
Ich telefonierte mit einer Mitarbeiterin der zurzeit in aller Munde seienden Künstlersozialkasse, weil mich das Schreiben, welches mich über die Rahmenbedingungen meiner Aufnahme aufklärte, mehr irritiert als erleuchtet hatte. Ich kann Informationen, die das Steuer-, Versicherungs- und Behördenwesen betreffen, prinzipiell sehr schwer verarbeiten -- ach, lasst mich Klartext schreiben: Ich bin schlicht und ergreifend ZU DOOF für so was. Die Dame, mit der ich deswegen sprach, stieß mit ihren mündlichen Ausführungen bei mir ebenfalls auf Unverständnis. Schließlich verband sie mich mit hörbarem Augenrollen an einen Kollegen, der mir kindgerecht darlegte, was ich als nächstes zu tun hätte.
Was ich konkret im Falle eines Arztbesuchs an der Sprechstundenhilfentheke zu tun habe, weiß ich immer noch nicht zu 100%. Eine Gesundheitskarte besitze ich nämlich nicht. ABER HALT! Ich könnte einfach die Karte meiner alten Versicherung vorzeigen. ABER HALT! Warum besitze ich die immer noch? Weil ich schon seit zwei Monaten doppelte Beiträge zahle. Die alte Kasse ist zwar über meinen Wechsel informiert und veranlasst worden, die zu unrecht erhaltenen Gebühren zurückzuüberweisen, aber "das", so der geduldige KSK-Mann zuvor, "kann dauern". Das Geld, das ich diesen Geiern in den Gierschnabel geschmissen habe, wurde wahrscheinlich bereits für die Vergoldung des Drittporsches meiner ehemaligen Sachbearbeiterin eingeplant oder vom Vorstand EINFACH SO, WEIL ER ES KANN, verbrannt oder auf das allgemeine Spesenkonto gewuchtet, damit die Belegschaft der Niederlassung Hintertupfingen zur dreitägigen Koksorgie ins geilste Flatratebordell von Ljubljana reisen kann.
Mittwoch, 31. August 2016
Montag, 29. August 2016
Samstag, 27. August 2016
Ostrale'O16
Verlauf
Scheibchenweise 1
Herdplatten mit korallenartigem Bewuchs
Sehr gestelzt
Mit Speck gefangen
Same here
Scheibchenweise 2
Platinenmann
Platinenmann (Detail)
Voll relevant!
Donnerstag, 25. August 2016
Die besten Weblogs
Weil der Kiezneurotiker in der Vergangenheit bereits dreimal mein Blog verlinkt hat, was jedes Mal Hunderte Lesefröschchen herüber geschwemmt hat, möchte ich mich beim Kiezneurotiker bedanken, indem ich auf das Blog Kiezneurotiker zurückverlinke. Es ist ein handgemachtes, Berlin-based Tagebuch aus altem Schrot und Korn, wie es heutzutage kaum noch hergestellt wird. Bookmarken (Kiezneurotiker)!
Dienstag, 23. August 2016
Die rätselhaften Stäbchen
Gestern ging ich zu meinem von deutsch-türkischen Männern betriebenen Stammfriseur und sah etwas Absonderliches: Ein Mann, der gerade frisiert wurde, hatte zwei Stäbchen in der Nase, die aussahen wie metallische Q-Tips. In jedem Nasenloch eins. Dass es sich nicht um eine neue Art von Gesichtsschmuck oder Body-modification handelte, wusste ich, als der Friseur die Stäbe schließlich aus dem Riechorgan des Kunden zog. Ich traute mich nicht danach zu fragen, also konsultierte ich das Internet. Des Rätsels befremdliche Lösung: An den Enden solcher Stäbchen befindet sich Wachs, mithilfe dessen Nasenhärchen entfernt werden. Ob und wenn ja, inwiefern diese Technik einem handelsüblichen elektrischen Nasenhaartrimmer überlegen ist, möchte ich nicht wissen. Oder doch?
Montag, 22. August 2016
Lucky Number Seven?
Zum siebten Mal in Folge habe ich mich heute um ein Ticket für eine Aufzeichnung von "Saturday Night Live" beworben. Sowohl meine Hoffnung als auch mein Enthusiasmus sind inzwischen nicht mehr ganz so hoch wie noch 2010. Damals waren noch Kristen Wiig und Bill Hader und Fred Armisen dabei, das hätte sich richtig gelohnt! Die letzten zwei bis drei Staffeln von SNL haben mich indes meist ermüdet, und auch an Season 42 (!) stelle ich keine riesigen Erwartungen. Freuen würde ich mich natürlich trotzdem wie Bolle, wenn ich irgendwann mal in das ehrwürdige Studio 8H des Rockefeller Centers einrücken dürfte. Man wird ja wohl noch träumen dürfen!
Sonntag, 21. August 2016
Kleines Fotorätsel mit Dino
Hat dieser Dinosaurier ...
- gestern Abend allzu maßlos beim mexikanischen Buffet zugeschlagen?
- gerade erfahren, dass Jessica mit diesem Wichser Dylan zum Abschlussball gehen wird?
- einen sehr guten Insiderwitz über Asteroiden gehört?
Freitag, 19. August 2016
Ach Frankfurt ...
1.) Ein Oberklasse-Audi, an dessen Steuer eine Person sitzt, die Ähnlichkeit (!) mit Jutta Ditfurth hat, kommt aus einer Ausfahrt geschossen und lädt sich einen auf dem Gehweg fahrenden Fahrradfahrer auf die Motorhaube. Von einer Bushaltestelle in der Nähe ertönt daraufhin frenetisches Lachen und Beifallklatschen. Der – unverletzt gebliebene – Radfahrer setzt seinen Weg fort, die Audi-Lenkerin ebenso, und der schadenfrohe Buswartende wartet weiter auf den Bus.
2.) Ein lokal bekannter spastisch Gelähmter, der sich und seinen Rollstuhl stets mit den Füßen voranzieht, rollt über einen Zebrastreifen, was naturgemäß ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Einem wartenden Autofahrer (abermals Oberklasse-Audi, Kfz-Kennzeichen "HG") dauert dies offenbar zu lange; aggressiv fängt er an zu hupen. Der Behinderte ruft etwas zu seiner Verteidigung. Der Autofahrer äfft ihn mit Donald-Trump'schem Feingefühl nach und brüllt genervt "Ja, ja, ja, mach hin!" Der Rollstuhlfahrer schaltet nun erst recht auf stur, streckt dem Audi-Proll die Zunge raus und bleibt mitten auf dem Fußgängerüberweg stehen. Der Pkw setzt an, links an dem Rollstuhl vorbeizufahren, worauf dieser verblüffend schnell zurücksetzt; dieses Spiel wiederholt sich ein paar Mal: Immer wieder blockiert der Rolli den Weg des Automobils. Ich schaue mir das eine Minute lang an, bevor ich in den Getränkemarkt gehe. Als ich diesen später verlasse, kommt mir ein grimmiger Zausel entgegen, der einen lauten Wortschwall in einer Sprache, die ich nicht verstehe, in seine Umgebung ablässt. 'Ah, endlich wieder normale Leute', denke ich.
2.) Ein lokal bekannter spastisch Gelähmter, der sich und seinen Rollstuhl stets mit den Füßen voranzieht, rollt über einen Zebrastreifen, was naturgemäß ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Einem wartenden Autofahrer (abermals Oberklasse-Audi, Kfz-Kennzeichen "HG") dauert dies offenbar zu lange; aggressiv fängt er an zu hupen. Der Behinderte ruft etwas zu seiner Verteidigung. Der Autofahrer äfft ihn mit Donald-Trump'schem Feingefühl nach und brüllt genervt "Ja, ja, ja, mach hin!" Der Rollstuhlfahrer schaltet nun erst recht auf stur, streckt dem Audi-Proll die Zunge raus und bleibt mitten auf dem Fußgängerüberweg stehen. Der Pkw setzt an, links an dem Rollstuhl vorbeizufahren, worauf dieser verblüffend schnell zurücksetzt; dieses Spiel wiederholt sich ein paar Mal: Immer wieder blockiert der Rolli den Weg des Automobils. Ich schaue mir das eine Minute lang an, bevor ich in den Getränkemarkt gehe. Als ich diesen später verlasse, kommt mir ein grimmiger Zausel entgegen, der einen lauten Wortschwall in einer Sprache, die ich nicht verstehe, in seine Umgebung ablässt. 'Ah, endlich wieder normale Leute', denke ich.
Dienstag, 16. August 2016
Die besten Weblogs
Supper Mario Broth (Tumblr): eine Sammlung von Details, Fundstücken, Produkten und Kuriosa aus dem Mario-Universum, die selbst mir noch nicht bekannt waren. Wie konnte mir diese Seite so lange verborgen bleiben?!?!?! Let's-a archive-binge-a!
Montag, 15. August 2016
Neulich in der "Welt online"-Redaktion
welt.de, 14.8.2016
- "Uff, dann lass sie halt weg, fällt doch eh niemandem auf ..."
welt.de, 15.8.2016
Samstag, 13. August 2016
Donnerstag, 11. August 2016
Kurzes Erlebnis mit Gummi
Ich wollte eine aufgerissene Müslitüte wiederverschließen, um die Frische zu wahren, und griff zu diesem Behufe in den Kühlschrank. Im Kühlschrank bewahre ich nämlich meine Gummibänder auf; so halten sie länger (Haushaltstipp!). Als ich einen handelsüblichen Gummi herausgeholt hatte und ihn um das Müslisackerl zurren wollte, schnipste mir der Gummi aus der Hand und verschwand im Nirgendwo. Mein erster Gedanke war: 'Ich weiß jetzt schon, dass ich lachen werde, wenn ich das Teil irgendwann wiederfinde!' Bereits heute morgen entdeckte ich den Haushaltsgummi dann und musste tatsächlich lachen. Er lag zerrissen, aber seelenruhig: neben dem Toilettenfuß. Wie er von der Küche bis ins WC fliegen konnte, fragt ihr euch? Nun, mein "bohèmer Verschlag" (O. Schubert) ist so geschnitten, dass die (minimalistische) Küche direkt neben dem Badezimmer liegt, die Tür zu welchem im Moment des Geschehens offen gestanden hatte. Tjoah, da kann man schon mal 'n büschen schmunzeln ...
Dienstag, 9. August 2016
Da mal nachhaken (aber bitte mit Würde)
Auch so eine Unsitte: in Interviews immer auf die dümmstmögliche Art nachfragen, wenn man etwas nicht kennt / etwas nicht kapiert hat / mit etwas nicht einverstanden ist. Hier ein rezentes Beispiel aus dem Spiegel:
Ähnliche Zeilen ließen sich mühelos aus anderen Wochenzeitungen zusammentragen. "Das ist nicht Ihr Ernst!" / "Eine waaaaas?" / [spuckt seinen Kaffee quer über den Tisch] "Das müssen Sie jetzt aber erklären!!!"
Ich verstehe ja, dass man als Fragesteller auch ein bisschen menschlich rüberkommen möchte und dass man sich um Variation bemüht, aber muss man das derart peinlich und ranschmeißerisch tun? In ein paar Jahren werden Interviews vermutlich so anfangen: "Boah, haben Sie viele Bücher! Haben Sie die alle gelesen?" / "Das ist also ein DNA-Sequenzierungsgerät. Huiiii! Darf ich das mal anfassen?" / "Herr Professor, vor zwei Wochen war die Welt noch in Ordnung ..."
Ähnliche Zeilen ließen sich mühelos aus anderen Wochenzeitungen zusammentragen. "Das ist nicht Ihr Ernst!" / "Eine waaaaas?" / [spuckt seinen Kaffee quer über den Tisch] "Das müssen Sie jetzt aber erklären!!!"
Ich verstehe ja, dass man als Fragesteller auch ein bisschen menschlich rüberkommen möchte und dass man sich um Variation bemüht, aber muss man das derart peinlich und ranschmeißerisch tun? In ein paar Jahren werden Interviews vermutlich so anfangen: "Boah, haben Sie viele Bücher! Haben Sie die alle gelesen?" / "Das ist also ein DNA-Sequenzierungsgerät. Huiiii! Darf ich das mal anfassen?" / "Herr Professor, vor zwei Wochen war die Welt noch in Ordnung ..."
Sonntag, 7. August 2016
Als die Postings laufen lernten
Beim Durchscrollen meiner Facebook-Timeline bis ganz zurück an den Anfang fällt mir auf, dass sich das Trope der Early Installment Weirdness auch auf mein eigenes Schaffen in jenem sozialen Netzwerk anwenden lässt. Ist "Schaffen" ein zu prätentiöses Label für das Heruntertippen alberner Internet-Postings? Mitnichten! Ich gebe mir beim Schreiben meiner Facebook-Status genau so viel Mühe wie beim Schreiben meiner Blogartikel und versuche durchaus, etwas im (Kurzzeit-)Gedächtnis des Netzes Bleibendes zu schaffen. Früher jedoch ging es wild durcheinander, ohne Aussage, ohne Pointe, ohne Tiefsinn. Ein paar beispielhafte Screenshots aus dem Jahr des Herrn 2010:
Reden wir übers Wetter.
OKAY!
Was ist damit?
Wie interessant, erzähl uns mehr!
Wahrheitsgemäße Aussage.
Immerhin eine Art Witz. Darunter: Freizeitverabredungsversuche.
Notizen aus meinem packenden Alltag (damals noch in Dresden).
Irgendwie traurig, aber auch kaum sympathisch.
Irgendwie traurig, aber auch kaum sympathisch.
Noch eine "herrlich skurrile 'Beobachtung'", und darüber Tocotronic, warum auch immer.
Meinung – wer eine hat, hat's gut.
An die Ginseng-Story erinnere ich mich immer noch mit Vergnügen.
Die restlichen Einträge aus dieser Ära sind (tote) Links und Memebildchen.
Ich würde im Übrigen nur Hardcore-Fans anraten, die Beiträge aus den ersten Jahren dieses Blogs nachzulesen; da ging es fast ausschließlich um (Film- und Fernseh-)Übersetzungen (hence the name). Seinen "Ton", der natürlich gar kein expliziter "Ton" sein will, hat Kybersetzung erst gegen 2013 gefunden.
Samstag, 6. August 2016
Traumprotokoll: Privatfernsehen
In der Traumwelt gibt es eine sonntägliche RTL-Vorabendsendung mit dem Titel "Hakenkreuz". Darin werden auf reißerische Weise krasse Verbrechen und Schicksale nacherzählt. Heute geht es um eine dreiköpfige männliche Schulband, die bei einem ihrer Metalkonzerte kollektiven Suizid verübt, nur um eine Mitschülerin zu traumatisieren. Der brutale Vorfall wird lebensecht und detailreich dargestellt. Im Anschluss wird in den RTL-Nachrichten berichtet, dass der türkische Präsident Erdoğan Hunderten vorübergehend inhaftierten Systemkritikern Amnestie gewährt hat. Sie und ihre Familien dürfen in einer mittelhessischen Stadt, ich glaube Marburg, ein neues Leben beginnen. In einem Anfall von Größenwahn fahre ich dorthin, um die Ankömmlinge mit Umarmungen zu begrüßen und ihnen dazu zu gratulieren, dass sie jetzt im selben Bundesland wie ich leben.
Als ich aufwache, überlege ich noch ein Weilchen, warum RTL eine Show mit einem so markenstarken Namen wie "Hakenkreuz" abgesetzt hat.
Als ich aufwache, überlege ich noch ein Weilchen, warum RTL eine Show mit einem so markenstarken Namen wie "Hakenkreuz" abgesetzt hat.
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