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Montag, 16. Dezember 2024

Schlechter Name, gute Frucht

Gestern zum ersten Mal das hier gefuttert:


Die Schoko-Orange, die derzeit an ausgewählten Obstständen und vereinzelt in Supermärkten angeboten wird, hat mit Schokolade in etwa so viel gemein wie die Honigmelone mit Honig, überzeugt aber durch Kernlosigkeit und einen Geschmack, der einer reifen Navel-Orange in nichts nachsteht.

Hintergrund-Info von der Llombart GmbH ("Lieferant -Produzent – Entdecker"; Gedankenstrichsetzung unverändert): "Die Schoko-Orange entstand zufällig. Sie wurde in den 80er Jahren in Spanien entdeckt. Ihre besondere Farbe reicht von dunkelgrün über braungrün bis braun [und] entsteht, weil diese Orange den grünen Farbstoff nicht abbauen kann. Denn eigentlich färben sich Orangen von grün nach orange. Im Falle der Schoko-Orange bleibt das Grün und mischt sich mit dem Orange und wird so zu einem Braun." Das von mir fotografierte und verzehrte Exemplar hatte sein kräftiges Grün behalten.

Sonntag, 4. August 2024

Zum Sonntag: Neue Pflanzen, die ich sah

Meine wunderbare Pflanzenbestimmungs-App hat wieder das ein oder andere Exemplar identifiziert. Das alles wächst mitten in Deutschland:









Habt ihr auch den Drang, das Wort Taglilie italienisch auszusprechen?

Mittwoch, 10. Juli 2024

Was birst denn da?

Zu meinem Wohnhaus führt ein kurzes Stück Fußweg, das von großen Kastanienbäumen bestanden ist. Als ich diesen Weg gestern entlangging, wurde ich Zeuge (und beinahe Opfer) eines unheilvollen Naturschauspiels. Offenbar als Reaktion auf die brütende Hitze – es hatte um 18 Uhr noch weit über 30 Grad – warfen die Bäume unter lautem Ächzen ihre Rinde ab! Schnalzend, knackend, splatternd explodierten die Stämme regelrecht, mehr als einmal ging nur wenige Meter vor mir eines dieser knochentrockenen Rindenstücke nieder. Heute Morgen sah es dann so aus:


Als würde es nicht reichen, dass man herbstens Angst haben muss, von herabfallenden Kastanien in stacheligen Hüllen getroffen zu werden! Mir kann doch niemand sagen, dass früher so was gang und gäbe war.

Montag, 10. Juni 2024

Was blüht denn da?

Lange war ich erfolglos auf der Suche nach der perfekten Pflanzenbestimmungs-App gewesen. Dann wurde mir "PlantNet" empfohlen, und diese Empfehlung möchte ich weitergeben. PlantNet ist auch in der Gratis-Version mit allem ausgestattet, was man braucht. Bevor man eine Pflanze identifizieren möchte, muss man die Region auswählen, in der man sich befindet, wobei man dem Programm auch erlauben kann, je nach durch GPS ermitteltem Standpunkt automatisch in die entsprechende Flora zu wechseln. Die Datenbank für Mitteleuropa umfasst derzeit 4791 Arten, die weltweite gut das Zehnfache. Erst einmal ist es mir passiert, dass eine Pflanze nicht bestimmt werden konnte, weil sie in Mitteleuropa nicht vorkommt; da bin ich einfach – das hat die App von sich aus vorgeschlagen – auf "Weltweit" gewechselt, und schon wusste ich, worum es sich bei dem (in einem Stadtpark zur Zier gepflanzten) Gewächs handelte. Es macht Spaß, neue Arten kennenzulernen und sich mit der Zeit ein digitales Herbarium aufzubauen. Die Fotos, die man von den Pflanzen(teilen) macht, werden nämlich samt Identifikations-Ergebnis und Aufnahmezeitpunkt gespeichert.




Freitag, 5. April 2024

The Anarchist Plant Book

Hier kommt ein Tipp für eine Lektüre, die mir als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde.

Der 1939 in Graz geborene Biologe, Psychologe und Philosoph (diese Kombination spielt eine Rolle, zu der ich gleich komme) Helmut Eisendle hat in den Siebzigerjahren im Eigenverlag das Unikatbuch "Tod und Flora" veröffentlicht, das schließlich 2009, sechs Jahre nach dem Tod des Autors, erstmals von Jung und Jung "richtig" aufbereitet und aufgelegt wurde. Nun erschien in dem Salzburger Verlag eine Neuedition von "Tod & Flora".


Wer sich prima facie ein gewöhnliches Pflanzenbestimmungsbuch vorstellt, sei eines Besseren belehrt. Das Besondere an Eisendles kompaktem Werk ist nicht nur, dass es sich, wie der Titel erahnen lässt, auf tödliche Pflanzen konzentriert: Neben den Angaben zu Aussehen, Blütezeit und Fundort wird zu jeder der 33 heimischen Giftgewächse vermerkt, wie sie wirkt und vor allem welche Menge nötig ist, um die beschriebenen Effekte hervorzurufen.

Beispielsweise lesen wir im Eintrag über die Meerzwiebel (Scilla maritima) unter "Eigenschaften und Wirkungen": "Der Geschmack der Zwiebel ist stechend, treibt die Tränen in die Augen, erregt Niesen und Husten. Ihr Saft bringt auf der Haut kleine Blasen, Rötungen verbunden mit Brennen hervor. Eingenommen, wirkt er auf den Harndrang, die Schleimhäute der Atmungsorgane, erzeugt heftige Schmerzen im Unterleib, Durchfall, Gedärmentzündungen und in seltenen Fällen den Tod." Und unter "Dosis minimalis/letalis": "Drei Scheiben des Zwiebels [sic] bewirken einen Tränenausbruch, Brennen im Hals, Niesen und andere Beschwerden. Der Saft der Pflanze kann, in Speisen gemischt, über Darmentzündungen den Tod verursachen."

So kann das Glossar nicht nur als Anleitung zum Morden und Verletzen dienen, das soll es sogar. In einem kurzen Vorwort leitet der Autor philosophisch fundiert her, warum das Auslöschen gewisser Personen mit Giftgabe ethisch nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar notwendig sei. Im Wesentlichen geht es um das Korrigieren von Machtverhältnissen, um sthenische vs. asthenische Gruppen, um das Erreichen der "Überwindung [der] Glücklosigkeit und Armut" einer unterdrückten Mehrheit in der "gegebenen Situation des Lebens", i.e. der auf Gewalt und Ungerechtigkeit basierenden Gesellschaft. "In unserem komplexen Leben gibt es eine Vielzahl personeller und sozialpsychologischer Probleme, die radikale Lösungen fordern, da sonst sowohl der persönliche Friede als auch ein vertretbares Zusammenleben ganzer Bevölkerungssysteme nicht mehr gewährleistet ist." Der Aspekt des puren Lustgewinns wird darüber hinaus nicht verschwiegen. Als Eckpfeiler seiner Handreichung stellt Eisendle vier "strategische Grundsätze" auf, nämlich "Wissen ist Macht", "Hass bedingt Motivation", "Motivation bedingt Destruktion" und "Sicherheit bedingt Heimtücke".


Das Ganze ist sehr, sehr österreichisch, entbehrt in seiner lakonischen Sachlichkeit nicht eines gewissen schwarzen Humors. Hätte so ein Kompendium auch in Deutschland – etwa in der "Naturkunden"-Reihe von Matthes & Seitz – erscheinen können? Oder würde sich die Staatsanwaltschaft einschalten? Ich denke da direkt an die Tatbestände "Anleitung zu Straftaten" (§ 130a StGB) und "Belohnung und Billigung von Straftaten" (§ 140 StGB), aber ich bin ja kein Jurist. Es muss zudem betont werden, dass sich nirgends konkrete Schritt-für-Schritt-Instruktionen für Giftanschläge finden. Stattdessen gibt es Kasus, "Fallbeispiele dazu, wie die Pflanzen zum Einsatz gekommen sein könnten" (Astrid Wintersberger im Nachwort).


Ein makabres und erst recht lehrreiches Vergnügen; ich wusste beispielsweise nicht, dass es bereits schädlich sein kann, sich unter einer Eibe längere Zeit nur aufzuhalten! "Tod & Flora" umfasst 174 Seiten und kostet 25 Euro.

Montag, 26. September 2022

Jackfruit revisited

Die Fleisch-Ersatzgerichte auf Jackfruit-Basis, die ich 2018 bei Rewe erspähte, sind zwischenzeitlich aus den Regalen verschwunden. Bei dm gibt es zwar Jackfruit-Stückchen von der Eigenmarke, leider aber nur "natur". Bei meinem letzten Penny-Besuch stellte ich erfreut fest, dass dort Jackfruit-Gulasch geführt wird. Mit Geschmack! Curry gab es auch.


Ein YouTuber, der mehrere Penny-Produkte des Food for Future-Labels probiert hat, konnte sich nicht so sehr für den veganen Gulasch erwärmen, your mileage may also vary. Ich glaube, "überwürzt" war eine der Eigenschaften, die er monierte. Ich fand die Würzung aber sehr gelungen und mochte vor allem die leichte Rauchnote. Und einmal mehr ist die beinahe perfekte Nachahmung der Textur und Bissfestigkeit von tierischem Gulasch zu würdigen.



So sieht der Jackfruchtbaum übrigens in freier Wildbahn (Brasilien) aus:

Foto: Scott Hühnercrisp (mit freundlicher Genehmigung)

Dienstag, 7. Juni 2022

Rhabarberrhabarber

Nachdem es hier kürzlich schon um Erdbeeren ging, möchte ich heute ein paar Worte zum Rhabarber verlieren. Schließlich bildet er zusammen mit dem Spargel die teutonische Trias der Frühlingskulinarik. Die Überschneidung zwischen Erdbeer- und Rhabarberzeit beträgt heuer ungefähr einen Monat. Die Erdbeersaison begann irgendwann zwischen 20. Mai und 1. Juni. (Da gibt es tatsächlich regionale Schwankungen: Schon Ende Mai habe ich in Mecklenburg-Vorpommern die berühmten Früchte von Karls Erdbeerhof gegessen; in einer Meldung aus Sachsen las ich später, dass der Saisonstart ebendort erst am 1. Juni war.) Rhabarber dagegen soll stets letztmalig am 24. Juni, dem Johannistag, geerntet werden. "Soll" deswegen, weil er danach als kaum genießbar, ja sogar als "giftig" gilt, wie der Volksmund nicht müde wird zu warnen. 

Es wurden bereits genügend Witze darüber gemacht, wie die Menschheit herausgefunden hat, ob bzw. dass irgendein Naturprodukt konsumierbar ist (z.B. über die erste Person, die dabei erwischt wurde, wie sie eine Kuh melkte). Man könnte sich nun in einem Sketch ausmalen, wie frühe Menschen in Ostasien (da stammt der Rhabarber her) durch beherzten "Probeverzehr" den optimalen Genusszeitraum austarierten: Gestern hatte der Testesser noch Durchfall, heute hat er nur noch Bauchschmerzen, und so tastet man sich unter hohem Verschleiß von Humankapital an den "Kipppunkt" heran. Nun, so funktioniert das freilich nicht. Es ist auch ein bisschen Willkür im Spiel. Fragen wir uns also: Wieso der Johannistag, der übrigens auch für die Spargelernte den Stichtag (Wortspiel beabsichtigt) markiert? "Die Festlegung dieses Stichtags hat mehrere Gründe", weiß Brigitte. "Zum einen benötigt die Pflanze eine Ruhepause, um sich regenerieren und auf das Folgejahr vorbereiten zu können. Zum anderen wächst das Gemüse bei wärmerem Wetter verstärkt und produziert dadurch mehr Oxalsäure, die in zu hoher Konzentration gesundheitsschädlich sein kann."

Die Betonung liegt hier zum einen auf "gesundheitsschädlich" (statt "letal"; gestorben dürfte nach einer Rhabarber-Fressorgie noch niemand sein), zum anderen auf "in zu hoher Dosis", wir reden hier von mehreren Kilogramm des Obstes. Trotzdem sollte man aufpassen: Oxalsäure kann die Niere schädigen, "und Menschen, die an Nierenproblemen oder Gicht leiden, sollten gänzlich auf den Verzehr von Rhabarber verzichten" (Brigitte). Mit welchen Auswirkungen genau zu rechnen ist und was das alles mit der Bindung von Kalzium zu tun hat, kann man im Netz nachlesen.

Im Netz findet man garantiert auch etliche Rezepte für Rhabarber-Crumble. Ich hatte allerdings noch eins aus dem Abreißkalender von 2013 (!) rumliegen. Das Ergebnis konnte sich schmecken, wenn auch nicht unbedingt sehen lassen:


Ich fügte lediglich noch etwas braunen Zucker hinzu, direkt über die Früchte, da ich befürchtete, diese könnten zu sauer sein und so den ganzen Crumble versaue(r)n. Die Stangen zu schälen ist eine mühsame Arbeit, die ich nicht zu wiederholen plane, und obendrein eine gehörige Schweinerei. Roter Fruchtsaft spritzt dabei in alle erdenklichen Richtungen. Da ich dies, u.a. durch Textilunfälle mit Granatäpfeln, im Vorfeld erwartet hatte, führte ich die (zudem zeitintensive) Betätigung lediglich in Unterhose bekleidet durch.

Freitag, 3. Juni 2022

Wer hat die Ananas geklont?

Bei Rewe entdeckte ich ein Obst, das als "Ananas-Erdbeeren" für saftige 4,99 € pro 100 Gramm verkauft wurde und so aussieht:


Mir war bekannt, dass man in Österreich zu Erdbeeren mitunter "Ananas" sagt. Warum, habe ich eben in einer Falter-Kolumne nachgelesen: "In Amsterdam tauchte um 1750 eine neue Art von Erdbeeren auf, die zufällig in Frankreich aus zwei amerikanischen Erdbeerarten entstanden war, die in ihrer Heimat nicht gemeinsam vorkommen: die kleine kanadische Scharlach-Erdbeere und die hühnereigroße Chile-Erdbeere. Die Holländer nannten die neue, selbstentstandene Sorte des Geschmackes und der Form wegen Ananas-Erdbeere. Sie ist die Urstrumpftante unserer Gartenerdbeere (fragaria ananassa) und heißt im pitzlerischen Wien seit dieser Zeit botanisch hochkorrekt Ananas." (Um das Wort "Urstrumpftante" wollen wir uns jetzt nicht auch noch kümmern.)

Die im Supermarkt angebotenen Früchte sind nun wiederum etwas ganz anderes, nämlich ein recht junger Klon der Gartenerdbeer-Sorte "Weiße Ananas", wie uns Wikipedia lehrt. Unter anderem in England wird sie als Pineberry vermarktet, ihr Geschmack soll an Ananas erinnern.

Freitag, 29. Januar 2021

Betr.: Doppelrahm, Gift, Heftchen, Begriff!

Schon zweimal hätte ich für ein Rezept sogenannte Crème double gebraucht, darunter einmal für ein indisches Curry. Davon hatte ich zuvor noch nie gehört! Ein Blick auf die schöne Wikipedia-Übersichtsgraphik der Milchprodukte, welche jahrelang neben meinem Büroschreibtisch hing, klärte mich auf, dass Crème double unter den Rahmprodukten das mit dem höchsten Fettgehalt ist (Mascarpone ist zwar fettiger, zählt aber zu den Käsen). Da ich diese der englischen Clotted Cream ähnliche Zutat in keinem Lebensmittelladen finden konnte, benutzte ich ersatzweise Crème fraîche. Das funktionierte beide Male recht gut, aber ich konnte beim Essen nicht ausblenden, dass das jeweilige Gericht noch cremiger hätte sein können.
Daher: Wer mir, for future reference, verraten kann, wo es Crème double ohne größeren Aufwand zu kaufen gibt, darf sich meines ewigen Dankes sicher sein. Angeblich hat sogar Dr. Oetker welche im Sortiment.

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Neulich hatte ich hier die Wunderwurzel der Zichorie und ihre Jahrhunderte alte Verwendung als Ersatzkaffee-Grundlage vorgestellt. Aus Leonhard Horowskis Historienwälzer Das Europa der Könige erfuhr ich nun, dass die frühesten Zichorienaufgüsse 1.) nicht ausschließlich heiß genossen wurden und 2.) als nicht gänzlich harmlos galten: "1670 starb die erst sechsundzwanzigjährige 'erste' Madame, Henrietta von England; zwei Günstlinge ihres Mannes wurden so stark verdächtigt, sie mit Zichorie-Limonade vergiftet zu haben, dass der König beide für mehrere Jahre ins Exil schickte."

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Nie hatte ich mir größere Gedanken darüber gemacht, was es mit dem Titel der von mir nicht beachteten Fernsehserie "Penny Dreadful" auf sich habe. Der Spitzname einer weiblichen Person wird das sein, dachte ich mir, so was wie "Calamity Jane". Aber nein! Penny Dreadfuls waren im England des 19. Jahrhunderts das, was im deutschen Sprachraum "Groschenromane" sind. Auch sie waren ausgesprochen billig (1 Penny halt) und galten wegen ihrer reißerischen Inhalte als "furchtbar" (dreadful), wurden synonym auch penny awfuls oder penny horribles genannt. Sie haben als erstes Medium das klischeebeladene, historisch kaum haltbare Bild des Piraten geprägt, das später durch Filme, Computerspiele und Vergnügungsparks perpetuiert wurde, so dass wir, wenn wir heute "Seeräuber" oder "Freibeuter" hören, uns jemanden wie Jack Sparrow oder Guybrush Threepwood vorstellen. Tatsächlich verdanke ich dieses Wissen dem 30. Geburtstag von "Monkey Island", dem die Zeitschrift GameStar vor einer Weile einen Hintergrundbeitrag widmete.

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Ebenfalls der GameStar ist zu verdanken, dass ich jetzt endlich wieder weiß, welches Spiel eine der missglücktesten Übersetzungen aller Zeiten beinhaltete. In der deutschen Version von "No One Lives Forever", welches kürzlich 20 Jahre alt wurde, prangt auf einem Warnschild die Botschaft: "Begriff – kein Trespassing". Diese Zeile hatte ich mir gemerkt, konnte sie aber irgendwann nicht mehr der Quelle mehr zuordnen. Ich weiß jedenfalls noch, dass dieser Patzer nichts daran änderte, dass ich "NOLF" äußerst kurzweilig und stylish fand.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Alles Tolle aus der Knolle

Der menschliche Einfallsreichtum und Erfindergeist in Sachen Lebensmittelgewinnung erstaunt immer wieder. Wie genial ist es beispielsweise, einen gewöhnlichen Korbblütler aus dem Erdreich zu heben, damit man am Ende ein aromatisches Heißgetränk erhält? Die Rede ist von Zichorienkaffee. Ich selbst trinke gerne mal zum Nachmittag eine Tasse Caro-Kaffee, wenn ich bereits genug Filterkaffee intus habe. Das Wort Zichorien war mir jedoch bis vor wenigen Jahren nicht geläufig.

Je nach Quelle seit dem Mittelalter, spätestens aber seit dem 17. Jahrhundert röstet und mahlt man in Europa die Wurzeln der Wegwarte, einer uralten Kulturpflanze (altgriechisch zichṓrion), um das Pulver mit kochendem Wasser aufzugießen oder echtem Kaffeepulver zuzusetzen. In Zeiten der Knappheit hat sich Zichorienkaffee, neben Getreide-, Malz- und Eichelkaffee, als Alternative zu dem koffeinhaltigen Bohnentrunk etabliert, ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte sich die kommerzielle Großproduktion durch. Kurios ist, dass die Blattrosette, also das, was der Zichorienwurzel oben raus wächst, erst viel später als genießbar erkannt wurde bzw. überhaupt erst entdeckt wurde: Die Triebe sind möglicherweise nur ein "Abfallprodukt" des Wurzelanbaus.

Als Kind hat es mich immer gegraust, wenn der gallebittere Chicorée auf den Tisch kam. Ganz recht: Diesen meinte ich soeben mit jener Blattrosette, und wer einen nicht nur etymologischen Zusammenhang zwischen Chicorée und Zichorien vermutet hat, lag richtig. Aber so einfach ist es nicht! Während der lesenswerte Beitrag des "Kaffi-Schopp"-Blogs insinuiert, es handele sich um zwei verschiedene Arten, nämlich Cichorium intybus (Zichorie) und Cichorium endivia (Chicorée), klärt uns Wikipedia auf, dass die Salatblätter und die getränkebasis-taugliche Wurzel aus ein und demselben Körper wachsen. Widersprüchlich dazu (?) stellt der Artikel zur Gemeinen Wegwarte klar, dass diese Cichorium intybus heißt und ihrerseits mehrere Unterarten hat. Von der Subspezies Cichorium intybus subsp. intybus gibt es nun wiederum fünf kultivierte Formen. Der sog. Sativum-Gruppe gehört die "Kaffeepflanze" an, weswegen deren wissenschaftlicher Name Cichorium intybus var. sativum DC. lautet. Der Chicorée dagegen reiht sich in die Foliosum-Gruppe ein und heißt demzufolge Cichorium intybus var. foliosum. Das ist verwirrenderweise auch die Bezeichnung für den Radicchio (der von handelsüblichem Chicorée durchaus mit einem Blick zu unterscheiden ist!), obwohl der Wegwarten-Artikel eine eigene "Radicchio-Gruppe" anführt und zudem behauptet, die "Salat-Gruppe [...] enthält ebenfalls Radicchio-Sorten". Das o.g. Blog wirft indes die Varietät Radicchio munter mit der Wegwarten-Art Endivie (Chicorium endivia) in eine Schüssel, wobei man fairerweise auf die französische Sprache hinweisen muss, welche zum Chaos beiträgt, indem sie die Endivie chicorée und den Chicorée endive nennt.

Bevor ich mich jetzt auch noch in der Liste der Endivien-Sorten verliere (Frisée und Eskariol sind zwei von ihnen), zähle ich lieber wahllos ein paar schöne Trivialnamen der Wegwarte auf: Cikary (Eifel), Hindleufte/Hundsläufte (Schlesien), Verfluchte Jungfer (Ostpreußen), Krebskraut, Mode (Schwaben), Schweinbrust, Sonnendrath/Sonnenwedel (Thüringen), Tarantschwanz, Vogelleuchte, Warzkraut, Weglug (Braunschweig, Schweiz), Würza (St. Gallen), Zuckerei (Westfalen). Wie heißt sie bei euch?

PS: Ich bitte um Entschuldigung wegen der irreführenden Überschrift; es ging ja nicht um Knollen, sondern um Wurzeln. Ich hätte freilich "Tolle Plörre aus der Möhre" schreiben können, denn tatsächlich wurden auch schon Mohrrüben als Kaffee-Ersatz-Grundlage heran- oder besser: herausgezogen.

Samstag, 26. September 2020

Kurz notiert: Noch eine Doppelbegegnung

Kurz nach dem mysteriösen zweifachen Antreffen des arabischen Wortes für "stopp" begegnete mir etwas anderes, das ich bis dahin nicht kannte, an zwei Tagen hintereinander. In Episode 11 der 2. Staffel von "The Expanse" wird der Alternativname für die Kornblume, Zyane, abgefragt. Diese Episode sah ich am Donnerstag, und am Freitag las ich in der aktuellen Ausgabe des Sprachreports einen Artikel über den Scrabble-Duden, in dem es ebenfalls kurz um Zyanen (also das Wort) ging!

Auch das kann man gewiss wieder mit "perceptual priming" wegerklären, nur: Bis zum Donnerstag kannte ich das fragliche Wort überhaupt nicht. Oder lag es bereits irgendwo in meinem passiven Wortschatz vergraben? Dann stellt sich trotzdem abermals die Frage nach der Wahrscheinlichkeit für das Doppelauftreten dieses nicht eben häufigen Lexems. Nun gut, ich lese, schaue, höre sehr viel, da bleiben diese unheimlich scheinenden Phänomene nicht aus und werden sich bestimmt in Zukunft noch mehr als einmal zeigen. Grund, ein entsprechendes Tagebuch anzulegen oder eine feste Blog-Kategorie daraus zu machen, sollte das nicht sein. Also Schluss jetzt damit!

Dienstag, 28. April 2020

Eine Schale Obst (ohne Schale)

Nach sehr langer Zeit war ich heute mal wieder bei Lidl. Dort entdeckte ich dies:


Kolumbianische Kapstachelbeeren ohne ihre charakteristischen papierartigen Kelche! "Physalisbeeren" steht denn auch auf dem Etikett. Ich nahm das Schälchen mit, um es zu Hause fotografieren zu können (und natürlich, um die Früchte zu snacken), ohne mich über diese neuartige (?) Auslieferungsform aufzuregen. Dass nach dem Verzehr keine Berge von Blätterhüllen zu entsorgen sind, heiße ich gut.

Sonntag, 19. April 2020

Keinen Zacken aus der Krone gebrochen

Neulich las ich einen Artikel über Crown Shyness. Dabei handelt es sich um das Phänomen, dass das Kronengeäst benachbarter Bäume nicht ineinander wuchert, sondern respektvoll, aber relativ knapp Abstand hält. So ergeben sich einzigartige Muster, durch die man von unten in den Himmel schauen kann (zum Beispiel mit Hilfe der Google-Bildersuche).
Was aber steckt hinter der "Kronen-Schüchternheit"? "Manche Forscher vermuten, dass der Baum an den Enden der äußeren Zweige sein Wachstum einstellt, sobald er sich zu weit den äußeren Blättern seiner Nachbarn nähert – um eine Verschattung zu verhindern. Andere glauben, bei dem luftigen Grenzstreifen könne es sich um eine Abwehrmaßnahme gegen fressende Insektenlarven handeln." (geo.de) So oder so muss man den Bäumen, ohne gleich Peter-Wohlleben-Romantik zu beschwören, eine besondere Art, ja: intelligenten Verhaltens zuschreiben. Kommunikation zwischen Pflanzen bzw. von Pflanzen mit Tieren, das scheint mir ein unbedingt weiter zu erforschendes Gebiet zu sein. Man denke an Gewächse, die in der Lage sind, die Farbe oder gar die Geschmacksintensität ihrer Früchte zu regulieren, um sie für samenvertilgende und -verbreitende Waldbewohner mehr oder weniger attraktiv zu machen.
In diesem Zusammenhang muss noch einmal das dem ersten Teil von Clemens J. Setz' Roman "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre" vorangestellte Zitat wiedergegeben werden, welches leider ebenso fiktiv ist wie der Mann, dem es zugeschrieben wird:

Ich hab's für bare Münze genommen.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Wo Vanille ist, ist auch ein Weg

Ich blätterte durch die aktuelle Zeit und las, mehr oder weniger aus dem Augenwinkel heraus, diese Überschrift:


"Die Königin der Gewürze". Noch bevor ich erfasst hatte, worum es ging, dachte mein Gehirn: 'Ah, Vanille!' Dabei war mir weder klar, dass Vanille diesen Ehrentitel trägt, noch war ich jemals einer leibhaftigen Vanillepflanze begegnet. Trotzdem kann man Vanille mühelos und blitzartig identifizieren, gerade als moderner Konsument hat man die charakteristischen gelben Blüten schon auf unzähligen Lebensmittelverpackungen gesehen. Hat man eine Packung Speiseeis vor sich und auf dem Deckel überwiegen Weiß- und Gelbtöne, steht fest: Das ist Vanilleeis.
In den letzten Jahren hat Vanille, zumindest meinem Gefühl nach, eine Aufwertung erfahren. Besonders das Label "echte Bourbon-Vanille" verheißt etwas Edles, Exquisites und rechtfertigt mutige Bepreisungen. Dabei fand ich schon immer, dass Vanille die langweiligste Eissorte ist. Niemals würde ich mir am Eisstand eine Kugel Vanille geben lassen. Nicht umsonst ist vanilla in Bezug auf Computer-/Videospiele und sonstige Software ein Synonym für "Standard", "unmodifiziert" oder "default". (Dieses Jahr fand bereits der 11. "Vanilla Level Design Contest" statt, bei dem "Super Mario World"-Hacks mit der Vorgabe erstellt werden, ausschließlich das unveränderte Quellmaterial des Originalspiels zu verwenden und auf custom sprites etc. zu verzichten.)
Nichtsdestotrotz bin ich grundsätzlich kein Verächter des aromatischen Orchideengewächses. Stets habe ich daheim eine Schote Vanille in einem verpfropften Reagenzglas vorrätig. Dennoch ist und bleibt für mich Kreuzkümmel der König der Gewürze.

PS: Menschen, die "Wanillje" sagen – was stimmt nicht mit ihnen?

Montag, 27. Mai 2019

Kennen Sie Mangosteen?

In der Feinkostabteilung von Galeria Kaufhof (die bei uns immer noch so heißt, obwohl es ja offiziell nur noch die "Galeria Karstadt Kaufhof" gibt) entdeckte ich eine mir bis dahin unbekannte Obstsorte mit dem Namen Mangosteen. Als "Königin der Früchte" wurde sie angepriesen. Ich wollte wissen, ob diese hochmütige Betitelung einer Geschmacksprobe standhalten würde, und kaufte zwei Früchte zum wahrlich royalen Preis von 3 Euro.


Die Mangosteen, die man auch Mangostane schreiben kann, lässt sich nur unter Zuhilfenahme kräftigen Werkzeugs öffnen. Ratsam ist, sie wie ein Frühstücksei zu "köpfen". Sodann kann man das an Lychees erinnernde Fruchtfleisch operativ entfernen. Das macht Spaß. Mehr als zwei Teelöffel voll kommt dabei nicht ans Tageslicht. Köstlich ist es allerdings, nicht zu süß, nicht zu sauer, am ehesten mit der schon genannten Lychee vergleichbar. Die auf der Malaiischen Halbinsel heimische Frucht ist reich an Antioxidantien und spielt in der traditionellen südostasiatischen Medizin eine wichtige Rolle.


Sonntag, 1. Juli 2018

Kleines TMNT-Update

Erinnert ihr euch noch an das von xkcd erfundene Spiel "Wikipedia-Artikelnamen mit zur Teenage-Mutant-Ninja-Turtles-Titelmelodie singbarem Betonungsschema finden"? Nein? Macht nichts. Auch ich hatte ewig nicht daran gedacht, bis ich vergangene Woche dieses Blatt aus dem guten Manufactum-Apfelkalender in der Hand hielt:


"Weißer Sommer Taubenapfel / Weißer Sommer Taubenapfel" ertönte noch stundenlang als Variation des TMNT-Themes in meinem Hirnkastl. Einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat diese Apfelsorte leider nicht. Wohl aber das ebenfalls ins Muster passende Lied "Kleine weiße Friedenstaube" – für mich übrigens die heimliche Nationalhymne der DDR.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Jack in the box

Preisfrage: Was esse ich hier?


Gulasch, oder? Das kann nur Gulasch sein! Hier ein Detailausschnitt:


Ich zumindest wäre mir, hätte man mir das Gericht ohne weitere Angaben vorgesetzt, sehr sicher gewesen, es mit einem ganz normalen – wenn auch extrazarten – Rindsgulasch zu tun zu haben. Doch nein! Es handelt sich um den neuesten Trend in der Veggieküche: 


Die Frucht des in Südwestindien heimischen Jackfruchtbaums (Artocarpus heterophyllus) "hat das Aussehen und die Textur von Fleisch" (Zitat Verpackungsrückseite) und eignet sich daher hervorragend als Basis für Fertigmahlzeiten wie das hier abgebildete, welches ich letzte Woche bei Rewe entdeckte. Es gab die Geschmacksrichtungen Curry, Teriyaki und natur, und ich entschied mich für Teriyaki, denn wann kommt einem schon mal ein fleischloses Teriyaki-Gericht unter? Die Sorte "natur" empfiehlt sich als gute Grundlage für individuelle Verfeinerungen, denn der Eigengeschmack der Jackfrucht wird mit "neutral" beschrieben. Die Konsistenz und die Faserigkeit haben mich wie gesagt ehrlich verblüfft und mir das Mundgefühl von echtem verarbeiteten Tier beschert (nicht dass ich darauf stehen würde), einzig das Fehlen von Knorpeln und Fetteinlagerungen (Dinge, auf die ich gerne verzichten kann) machte mir klar, dass ich eine vegane Alternative verspeiste. Irre!

Der 200-Gramm-Beutel wird im Wasserbad erhitzt, man kann den Inhalt aber auch in der Pfanne anbraten. Eine Portion kostet 3,99 €. Hersteller ist das auf Reis spezialisierte Berliner Lebensmittelunternehmen Lotao.


Donnerstag, 10. Mai 2018

Words of the week

Zwei englische Wörter, die ich in den vergangenen Tagen gelernt habe, möchte ich heute unter die Lupe nehmen: fenugreek und hellebore. Man könnte sich "Fenugreek & Hellebore" gut als Nebenfiguren in einem Shakespeare-Drama vorstellen, doch handelt es sich um zwei Nutzpflanzen.

Fenugreek (Bockshornklee) ist unter anderem aus der indischen Küche bekannt, wo es methi heißt, und verweist, wie man anzunehmen geneigt ist, tatsächlich auf Griechenland. Der lateinische Name lautet Trigonella foenum-graecum; Ersteres bedeutet "kleines Dreieck", Letzteres "griechisches Heu". Fenugreek ist, wie französisch fenugrec und niederländisch fenegriek, eine Verbockshornung, Quatsch: Verballhornung des Epithetons. Im deutschen Sprachraum soll es auch die Volksetymologie Fein Gretchen geben (plattdeutsch Fine Grêt). Der Name Bockshornklee wiederum nimmt Bezug auf die Form der Samenhülsen des Gewürzes.

Ein drolliger Zufall wäre es, wenn hellebore ebenfalls irgendwas mit Griechenland zu tun hätte (Hellas?). Hat es aber nicht. Immerhin die Wortbestandteile sind altgriechisch, wobei nur das Hinterglied klar zu sein scheint: bora "Fraß". Das Erstglied wird an vielen Stellen, z.B. in der englischsprachigen Wikipedia, auf das Verb helein, "töten; verletzen" (auch "nehmen; machen") zurückgeführt, während eines der wichtigsten griechischen etymologischen Wörterbücher (Frisk) die Übersetzung "von Hirschkälbern gefressen" als "wahrscheinlich" ansetzt. In dem Fall wäre das Vorderglied ellós "Hirschkalb". Der deutsche Name des Helleborus, Nieswurz, ist leicht zu durchschauen: "Der Geruch der Inhaltsstoffe führt zu einem starken Niesreiz." (Wikipedia) Ergänzend sei das Grimmsche Wörterbuch zitiert: "deren gepulverte wurzel seit alter zeit als ein starkes niesmittel (gegen wahnsinn) gebraucht wurde und jetzt noch (wie auch in alter zeit) als heftiges brech- und purgiermittel in anwendung kommt, s. [...] Luther 1, 52a (ich darff keine niessenwurtz, hab auch nicht so grosze schnuppen, das ich das nicht rieche)".

Samstag, 10. Dezember 2016

Howdy, Mandel!

(Dieser Beitrag kann Spuren von Brotaufstrichen enthalten.)

In einem aufwendigen Testverfahren habe ich herausgefunden, dass Mandelcreme deutlich leckerer ist als Erdmandelcreme. Der Unterschied zwischen Mandeln und Erdmandeln ist so gewaltig wie der zwischen Kümmel und Kreuzkümmel. Ich musste mich dahingehend auch erst mal informieren, aber es fängt schon bei der Taxonomie an: Der Mandelbaum der Gattung Prunus (an welchem die Mandel wächst) gehört zur Familie der Rosengewächse, während die Erdmandel (auch: Tigernuss) ein Kraut aus der Familie der Sauergrasgewächse ist; bei den essbaren Teilen der Pflanze handelt es sich um die Knollen ihrer unterirdischen Ausläufer. Ein Grund dafür, warum mir Erdmandelcreme/-mus weniger zusagt, mag sein, dass die geläufigen Sorten natursüß daherkommen, während Mandelcreme in nicht geringen Mengen ((Voll-)Rohr-)Zucker enthält − zumindest die mir vorliegende; es gibt auch Varianten mit 100% Mandelanteil, wobei dann ausgesucht süße Mandeln verwendet werden. Letzterer wie auch der Erdmandelcreme eignet an, dass sich nach einer Weile eine Ölschicht an der Oberfläche absetzt, was man aber durch kurzes Umrühren beheben kann. Mandelcreme ist circa doppelt so teuer wie Erdmandelcreme.


Mir persönlich schmeckt Mandelcreme auch besser als Erdnussbutter. Sie ist nicht so aufgeblasen nussig, hat aber immer noch eine perfekte Kontrastwürze, um unter eine schöne Schicht Erdbeerkonfitüre oder einen anderen süßen Aufstrich geschmiert zu werden.

Samstag, 21. Februar 2015

Torsten testet (neues!) Superfood

Der aus Nordwestindien stammende, mittlerweile aber in vielen (sub)tropischen Regionen der Welt kultivierte Meerrettichbaum wird anscheinend nicht umsonst "Wunderbaum" genannt. Wurzeln, Samen und Blätter der zur Familie der Bennussgewächse gehörenden Pflanze (Moringa oleifera) können vielfältig verwendet werden (was u.a. Fidel Castro erkannt hat). Mich interessierte vor allem der Superfood-Aspekt: Hohe Mengen von Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen sollen sich im Blattwerk des Baumes befinden, weshalb Moringa-Produkte, etwa als Kapseln, seit einiger Zeit in entsprechenden Shops vertrieben werden. Gleich nachdem ich erstmals davon gelesen hatte, bestellte ich mir ein Säckchen mit 200 g Pulver, denn das lässt sich 1. gut dosieren und mutet 2. noch eher als Lebensmittel an denn in nahrungsergänzungsmittelartiger Pillenform.


Weitere Hintergründe liefert z.B. dieser Onlineartikel; ich möchte hier nur ganz kurz meinen persönlichen Eindruck schildern. Das Aroma ist genau so, wie es die giftgrüne Farbe vermuten lässt, sprich: es riecht extrem spinatös. Laut Packungsangabe stammt das Pulver aus Sri Lanka, und es wird empfohlen, täglich zwei Teelöffel davon in Wasser aufzulösen und zu trinken. Da mir das zu eklig ist, mische ich es lieber unter Smoothies oder Shakes, wobei ich mich mit einem Teelöffel begnüge – der Geschmack ist dann immer noch intensiv genug.


Fazit: Wer bei seinen Poweringredienzen Wert auf Leckerness legt, investiere sein Geld lieber in Chiasamen. Übrigens gibt es seit einigen Tagen auch in der deutschsprachigen Wikipedia einen Artikel über Superfood.