Daran, dass bereits die Absenderzeile eine Lüge enthält.
Die Betreffzeile wiederum war leer. Das üben wir noch, gell, "Edwin"?
Daran, dass bereits die Absenderzeile eine Lüge enthält.
Gestern fischte ich aus meinem Spam-Eingang eine Mail, die mir kein Geringerer als der aktuelle FBI-Direktor (!) geschrieben hat:
Mein Name ist Kash Patel, Direktor des Internet Crime Complaint Center (IC3)/FBI. In Zusammenarbeit mit der Weltbank wurde eine Entschädigungszahlung in Höhe von 50.000,00 Euro bewilligt. Diese Zahlung soll Opfern von Betrug in verschiedenen Bereichen helfen, darunter Erbschaften, Verträge, Lotterien, Liebesbetrug, diplomatische Zahlungen, betrügerische Kreditgeschäfte, erfolglose Investitionen und Bitcoin-Betrug. Auch Opfer von BEC-Betrug (auch bekannt als Überweisungsbetrug) können unterstützt werden. Der Fonds wurde zur Begleichung der entstandenen Schäden bewilligt. Sie sind berechtigt, diese Gelder zu erhalten, sofern Sie zuvor ein betrügerisches Angebot erhalten haben. Viele Menschen haben durch skrupellose und bösartige Betrüger, die sich bereichern und unschuldige Menschen ins Elend stürzen wollen, unermessliches Leid erfahren.
Sie haben Anspruch auf diese Entschädigungszahlung, sofern Sie eine betrügerische Nachricht erhalten haben, egal auf welchem Wege.
Stark! Da wäre ich ja schon blöd, wenn ich darauf nicht eingehen würde. Denn berechtigt bin ich allemal: Anspruch auf die 50K hat schließlich, wer eine betrügerische Nachricht auch nur erhalten hat; man braucht nicht mal tatsächlich betrogen worden zu sein. Die Mail endet übrigens mit dem Satz "Bitte antworten Sie, falls Sie diese Nachricht erhalten haben", welcher mich direkt zu einem modernen Kōan inspiriert hat: Kann ich auf eine Mail antworten, die ich nie bekommen habe?
In der "Jeopardy!"-Sendung vom 25. Juni 2004 wurde folgende Frage in der Kategorie "Coined Words & Phrases" gestellt (von mir ins Deutsche übersetzt):
Spam ist unerwünschte Werbung per E-Mail; das ist unerwünschte Werbung, die über einen Instant-Messaging-Dienst versandt wird
Wer mit "Was ist Spim?" geantwortet hat, darf sich 800 $ einstreichen. Von den drei Kandidaten damals, darunter Rekordsieger Ken Jennings, ist keiner drauf gekommen. Hat irgendwer, der hier mitliest, jemals von Spim gehört? Mir jedenfalls ist dieser Neologismus im "Jeopardy!"-Archiv zum ersten Mal begegnet. Der einzige Eintrag, den die Google-News-Suche nach "Spim" ausspuckt, stammt – ebenfalls – aus dem Jahr 2004. In einem Spiegel-Artikel heißt es, ungewollte Werbeanrufe über Voice-over-IP, "VoIP Spam" oder "Spit" genannt, könnten sich einer Softwarefirma zufolge bald zu einer Plage auswachsen. "Spit, so die These, könnte der Nachfolger von unerwünschter Werbung per E-Mail (Spam) und Instant Messenger (Spim) werden."
Es spricht nichts dagegen, einen neuen Ausdruck mit "ein wenig" Verspätung zu etablieren. Von jetzt an werde ich an der Verbreitung von "Spim" aktiv mitwirken. (Ich bin ja auch einer der wenigen Menschen, die das Adjektiv sitt für den Zustand des Nicht-mehr-durstig-Seins verwenden. Kurios: Ein kurzer GSV-Strang zu diesem Komplex ist auch 2004 erstellt worden.) Belästigung per Messenger ist virulent wie nie zuvor. Allein in den letzten drei Monaten erhielt ich dreimal via Telegram und zweimal über Whatsapp Spim, von "Absenderinnen" wie "Karlotta Meier" ("Hallo! Wir_haben_Angebot_Remote-Arbeit. Teilzeit/Vollzeit. Entschuldigen Sie, kann ich Ihnen die_Details? Ja/ok?"). Sollte ich das nächste Mal unter Leuten sein, wenn ich derlei empfange, werde ich laut ausrufen: "Boah, schon wieder Spim!"
Dass das deutsche Buchstabieralphabet ab 2019 grundlegend überarbeitet worden ist und damit Ansagewörter wie "Siegfried" und "Wilhelm" in den Ruhestand geschickt wurden, dürfte bekannt sein. Einer alternativen, avantgardistisch-variablen Buchstabiertafel bediente sich aber schon viel früher ein gewisser Personenkreis im Fernsehen. Am 7. August 2002 schrieb ich in mein Notizbuch: "Hab' heute 'Glücksrad' gekuckt. Hilfe! Die Kandidaten drehen durch: 'S wie Sonnenschein, N wie Nixe, T wie Taufe, D wie Dussel!'"
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Kennt ihr den Kinderreim "Ei ei ei, was seh' ich da? Ein verliebtes Ehepaar"? Wenn ja, dann kennt ihr auch die primitive Melodie, zu der dieser Vers intoniert wird. (Der Spruch geht noch weiter, was aber für das Folgende unerheblich ist.) Diese Melodie, das fiel mir kürzlich wie aus heiterem Himmel ein, gibt es auch als Handy-Klingelton. Mindestens zweimal habe ich ihn schon im öffentlichen Raum gehört. Was stimmt nicht mit manchen Menschen?
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Erstaunlich, dass Laotse das modern klingende Wort Job verwendet hat!
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Endlich mal wieder was Aufregendes im Spam-Ordner:
Grüße vom Weltelite-Imperium der Illuminaten. Sind Sie Geschäftsmann/-frau, Politiker, Musiker, Student oder Angestellter? Streben Sie danach, Ihr Wissen zu erweitern, um sich persönlich weiterzuentwickeln? Wollen Sie reich werden? Brauchen Sie Schutz, sind Sie mächtig und berühmt? Wenn JA, dann können Sie Ihre Träume verwirklichen, indem Sie Mitglied des großen Imperiums der Illuminaten werden. Sobald Sie Mitglied sind, können all Ihre Träume und Herzenswünsche in Erfüllung gehen. Mit dieser kurzen Zusammenfassung: Wenn Sie daran interessiert sind, Mitglied der großen Illuminaten zu werden, dann melden Sie sich bei uns, um weitere Informationen zum Beitritt zu den Illuminaten zu erhalten. [...] Wir unterstützen kein schmutziges Spiel, es ist eine Bruderschaft des Friedens, eine großartige Gruppe der Erleuchtung.
Die Illuminaten.
Leider scheine ich nicht die Bedingungen zu erfüllen, um Mitglied zu werden.
Schau mal, wie ich 1200$ beim Roulette verloren habe…