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Mittwoch, 22. April 2026

Der doppelte Klein

Letzten Freitag hatte ich, was selten genug vorkommt, einen freien Tag. Den nutzte ich, um eine Wanderung auf Grundlage einer Ausgabe aus meinem FAZ-"Wandertipp"-Archiv zu machen: endlich mal wieder eine original Thomas-(F.-)Klein-Tour!

Ich fuhr bis Bensheim an der Bergstraße und von dort mit dem Bus nach Lautertal. Als ich an der Haltestelle Markt im Stadtteil Reichenbach ausstieg, war mein erster Gedanke: Huch, das kenne ich doch! Der Eindruck verfestigte sich, nachdem ich die ersten paar hundert Meter gegangen war, und erst recht, als ich auf Google Maps mehrere Ortsmarken entdeckte, die ich einst in der Umgebung angelegt hatte. Tatsache, ich musste diese Strecke schon einmal gewandert sein. Dabei war ich mir zu 100 Prozent sicher, dass ich die nämliche "Wandertipp"-Folge noch nie umgesetzt hatte. Seltsamerweise verflogen die Déjà-vu-Momente nach etwa der Hälfte der Strecke ('Okay, das ist neu', dachte ich), nur um irgendwann wieder einzusetzen.

Zurück daheim blätterte ich durch den Wanderordner und stieß alsbald auf des Rätsels Lösung, i.e. das Routenduplikat, den Wandertipp "Im Land der steinernen Meere", erschienen am 7. Februar 2025:


Und hier zu sehen ist die von mir am Freitag gewanderte Tour "Zwischen Felsen und Moor" aus der FAZ vom 12. März 2021:


Die "neuere" Route bin ich also zuerst gewandert, die "ältere" später, was aber hinsichtlich meiner Erfahrung keine Rolle spielte, da ich beide innerhalb eines Jahres (plus-minus ein paar Monate) abgelaufen bin. Wie unschwer zu erkennen ist, sind die Touren nahezu identisch, lediglich der südliche Bogen verläuft bei "Zwischen Felsen und Moor" anders, wodurch man hier 17 statt 13 Kilometer gehen muss, sofern man nicht die (hier mit einer gestrichelten Linie dargestellte) Abkürzung nimmt.

Ich muss zugeben, dass ich zwischenzeitlich etwas angefressen war, doch die zahlreichen Glanzpunkte am Wegesrand (wieder) zu sehen, stimmte mich milde:






Außerdem wären mir, hätte ich den nachmalig "recycelten" Ausflug nicht gewählt, Kleiniania ersten Ranges entgangen:
Etwas nach links abweichend, erwartet den Wanderer mit dem Gasthaus "Zum Odenwald" eine zünftige Einkehr [...]
Das Gasthaus weicht nach links ab?
Etwas ansteigend, vorbei an einem Bauernhof, bleibt die Bebauung halb rechts in Richtung "Pension Sonnentau" am Zugang des Schannenbacher Moores zurück.
Die Bebauung steigt, vorbei an einem Bauernhof, an?
Rechts davon wird die offene Talung gequert und, vereint mit den Abkürzenden, rechts vor dem Wald abgebogen [...]
Die Talung wird mit den Abkürzenden vereint und rechts abgebogen? Solche Subjektsbezugsunfälle konnte "Im Land der steinernen Meere" nicht bieten, dafür aber grammatikalisch kaum zu beanstandende Sätze von betörender Schönheit:
Nach dem Queren einer Kreuzung setzt Gefälle ein, was allerdings das Schritttempo nicht beschleunigen wird. Schmelzwasser und Niederschläge hinterließen rutschige Verhältnisse. Mit Blick auf die ausnehmend hohen Buchen ringsum wird man ohnedies die Schritte verlangsamen.

Der Preis dieses Naturschauspiels ist allerdings auch hier erhöhte Rutschgefahr. Weiter oben übergibt das V nahtlos an das Zeichen weißes S1 mit der Maßgabe, dem 500 Meter hoch liegenden Weiler Schannenbach zuzuführen.

Schräg aus dem Boden ragend, von Klüften, Überhängen und Löchern so stark durchzogen, dass man um seine Standfestigkeit fürchtet, wird das Trumm dennoch die nächsten Eiszeiten überdauern.
Die nächsten Lenze überdauern werden die beiden Tourenbeschreibungen nicht: Ich werde sie wegwerfen, auf dass es mich nicht noch ein drittes Mal ins Kleine Felsenmeer verschlägt.

Freitag, 21. November 2025

Es weihnachtet sehr (im November!)

Es tut mir leid, falls ich mit diesem Post Langeweile erzeugen sollte, doch getreu dem Motto des Techniktagebuchs, "Ja, jetzt ist das langweilig. Aber in 20 Jahren!", ist es mir eine Herzensangelegenheit, für die Nachwelt festzuhalten, wann das hierzulande so richtig außer Rand und Band geriet mit dem vorzeitigen Feiertagsjubel (iubilatio praecox).

Am selben Tag, als ich an dieser Stelle erstmals über verfrühte Weihnachtsbeschmückung im öffentlichen Raum lamett-, äh: lamentierte, musste ich beim Gang auf die Einkaufszeile feststellen, dass auch in unserem Örtchen schon die Lichterketten funkeln. Zugegeben, hier oben im Taunus ist das nicht unpassend, fiel doch schließlich wenige Tage später ordentlich Schnee; der Große Feldberg ist bereits vollständig berodelbar. Aber auch in Frankfurt: Lichterglanz, Adventskränze und rot-grüne Ornamente, wohin man schaut. Besonders Apothekenschaufenster tun sich diesbezüglich hervor. Und vor einem persischen Restaurant stehen drei mannshohe Aufblasfiguren aus dem Dunstkreis Santa Klausens. Anfang der Woche schaltete ich den Fernseher ein: Werbespots, als wär's schon Mitte Dezember! Ist der Coca-Cola-Christmas-Truck in der Vergangenheit auch schon um diese Jahreszeit über die Mattscheibe gerauscht?

Unerhörtes dringt vom Tegernsee zu uns: Uli Hoeneß hat seine "berühmte Fichte im Garten bereits zum Christbaum umfunktioniert und illuminiert", was der FAZ heute den Großteil ihrer "Deutschland und die Welt"-Seite wert war. "Ist das nicht ein bisschen früh?", frug sie den FC-Bayern-Ehrenpräsidenten, der sich wie folgt rechtfertigte: "Normalerweise beleuchten wir erst um den ersten Advent. Aber jetzt hat es geschneit, fast zehn Zentimeter. In so einer schönen Winterlandschaft sieht der Baum besonders schön aus." Dass die knapp 1000 Lämpchen mit Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet werden und sich sieben Uhr morgens ausschalten, dass die Fichte mittlerweile den Status einer örtlichen Attraktion eingenommen hat und dass "zwei Fachleute zwei Tage lang" unter Zuhilfenahme eines Kranwagens mit dem Herrichten des Baumes beschäftigt waren, ließ uns Hoeneß im Interview wissen.

Offenlegung: Ich persönlich bin diese Woche kulinarisch schwach geworden und habe mir eine Packung Stollenkonfekt (Mohn-Marzipan) als Snack zum Nachmittagskaffee geholt. Die Dinger sind mega.

Donnerstag, 9. Oktober 2025

Meine konservativste Meinung

Diesen Beitrag habe ich bereits am 10.3.2021 angelegt, dann jedoch nie ausgebaut, weil mir seine Veröffentlichung jedes Mal, wenn ich an ihn dachte, unpassend erschien. Sein Thema ist seit Jahren fortwährend und unabhängig vom aktuellen politischen Wind Gegenstand hitzig geführter Diskussionen. Es geht um die Erbschaftssteuer, und meine Meinung dazu mag manche überraschen, sie ist nämlich, wie man der Überschrift entnehmen kann, eher dem konservativen Lager zuzurechnen. Ich finde – ohne den abgeschmackten Spruch mit dem Herz und dem Verstand zu bemühen –, ab 40 darf man sich selbst als dem Selbstverständnis nach links der Mitte Stehender eine konservative Meinung leisten (ab 50 eine zweite und pro folgendem Lebensjahrzehnt eine weitere). Und meine ist: Die Erbschaftssteuer sollte abgeschafft werden.

Dass ich schließlich jetzt damit um die Ecke komme, hat den Grund, dass ich auf gutes argumentatives Rüstzeug gestoßen bin, zugegebenermaßen an diesbezüglich wenig überraschender Stelle. Rainer Hank hat in der letzten FAS seine Kolumne "Hanks Welt" der Erbschaftssteuer gewidmet, und auch wenn ich nicht allen Punkten darin zustimme, seien die einleuchtendsten Passagen, in denen er seine Forderung "Schafft die Erbschaftssteuer ab!" begründet, wiedergegeben. Die Erbschaftssteuer sei eine "Strafsteuer", schreibt Hank und lädt zu einem Gedankenexperiment ein:

Menschen, die ihr ganzes Vermögen noch rechtzeitig vor ihrem Tod verjuxen [... ,] können dieses Geld nach Gutdünken abschlagsfrei verteilen: Kreuzfahrten buchen, Ferienhäuser kaufen, Dreisterne-Restaurants testen, teure Partnerinnen und Partner aushalten. Sie haben das Geld bereits versteuert und Einkommen-, Körperschafts- oder Kapitalertragsteuer drauf bezahlt. Sobald sie aber ihren wirtschaftlichen Erfolg an die Nachkommen weitergeben, müssen diese abermals Steuern bezahlen. Sollten sie Menschen beschenken, mit denen sie nicht verwandt sind, die sie aber für bedürftig halten, langt der Fiskus umso unverschämter zu.

Der zugrunde liegende Denkfehler oder vielmehr "Taschenspielertrick" des Staates, so Hank weiter, bestehe darin, dass er "die Perspektive vom Erblasser auf die Erben wechselt und denen vorwirft, ihre Erbschaft sei leistungsloses Vermögen". Was es, und hier streben unsere Sichtweisen dann doch auseinander, freilich ist! Rechtfertigt das jedoch, den Vermögensfluss innerhalb einer Familie, deren Stellenwert die Regierung doch seit je und Schwarz-Rot wieder verstärkt betont, radikal zu verengen? Dem Staat sollte daran gelegen sein, dass junge Leute sorgen- und schuldenfrei in die Zukunft starten. Das wäre eine Perspektive, welche in der Tat auf die Erbenden zielt, aber fair ist.

In Hinblick auf die Erblasser könnte man nun wohlwollend annehmen, dass deren Vermögen das Resultat lebenslanger harter Arbeit, klugen Investierens, vielleicht auch eisernen Sparens ist, und ganz gewiss wird es das in vielen Fällen auch sein, gerade in den sog. alten Bundesländern, wo Kapitalanhäufung in den circa vier goldenen Nachkriegsjahrzehnten auch für Schichten unterhalb der Oberschicht kein Hexenwerk war. Die Befürworter einer strengen Erhöhung der Erbschaftssteuer gehen indes davon aus, dass volle Geldspeicher gar nicht anders als durch Gaunerei und Ausbeutung entstanden sein können. Seien wir ehrlich: Viel zu viele Millionäre und Milliardäre hierzulande sind garantiert nicht durch Ehrlichkeit zu dem geworden, was sie sind. Aber eben hier muss der Gesetzgeber Schranken installieren. Ebenso auf der Hand liegt es, dass Superreiche über dubiose Kanäle und sonstige Mittel verfügen, mit denen sie schmerzhafter Besteuerung und etwaiger Bestrafung zu entgehen wissen. Auch hier ist es an den Herrschenden, entsprechende Rechtsgrundlagen zu schaffen, Grauzonen auszulöschen, hemmungsloses Scheffeln zu verunmöglichen.

Im letzten Abschnitt seines Beitrags liefert Rainer Hank einen meist übersehenen Beweis dafür,

dass die geltende Erbschaftssteuer nicht nur generell, sondern auch immanent ungerecht ist. Denn sie verschont die Fabrikanten. Es ist nicht in Ordnung, dass Unternehmenserben von der Steuer befreit werden, wenn sie die Belegschaft und Firma eine bestimmte Zeit erhalten. [...] Es gibt genügend gute Vorschläge, das bestehende Steuerrecht gerechter zu machen, indem man die Sätze für alle deutlich senkt, dann aber auch die Fabrikbesitzer verpflichtet, Steuern zu zahlen.

Eine Extrawurst für Fabrikanten sollte einen besonders fuchsig machen, bedenkt man, wie viele deutsche Dynastien vor allem dank Zwangsarbeitern, Enteignungen und Unterstützung des NS-Regimes groß geworden sind. Wie gesagt: "Die da oben" müssten an den wirklich ungerecht gestellten Schrauben drehen. Stattdessen gehen sie den einfachsten Weg und fühlen sich dabei wie Robin Hood. "Das Label 'soziale Gerechtigkeit' camoufliert die fiskalische Gier, die sich das Geld dort holt, wo etwas zu holen ist."

Was aber wäre nun wie zu ändern? Ich glaube, dass die Uneinigkeit darüber gar keine Frage von links vs. rechts ist. Hinderlich und schädlich ist eine menschlich-gesellschaftliche Eigenschaft, die ich als typisch deutsch diagnostiziere: Missgunst. Missgunst darf nicht mit Neid gleichgesetzt werden, denn Neid vermag auszulösen, dass man nach Höherem strebt und aus diesem Antrieb heraus irgendwann tatsächlich aufsteigt, er kann somit etwas Positives sein; sorry, wenn das arg neoliberal klingt. Missgunst hingegen heißt: Ich kann es nicht haben, also soll mein Nachbar es auch nicht haben! Ein letztes Mal R. Hank: "Mehr Gleichheit stellt man am besten nicht durch Umverteilung her, indem man den Menschen etwas wegnimmt (Erbschaftssteuer). Langfristig effektiver und moralisch überzeugender ist es, möglichst viele Menschen zu befähigen, reich zu werden." Sollen doch die Reichen immer reicher werden – wenn gleichzeitig die Armen weniger arm und schließlich selber reich werden! Wohlstand für alle: So konservativ ist diese Forderung doch gar nicht, oder?

Offenlegung: Ich selbst habe noch nie etwas geerbt und bin von dem ganzen Komplex persönlich nicht betroffen.

Mittwoch, 6. August 2025

Kurz notiert: Verräterische Titel

Aus dem letzten "Streifschuss", der Krimispalte im FAZ-Feuilleton:

Auch ein gedankenloses Adjektiv kann weitreichende Folgen haben und einen Titel zum virtuellen Spoiler verkommen lassen. Das literarische Debüt der britischen Anwältin Alexandra Wilson heißt im Original "The Witness". Was völlig reicht. Warum im Deutschen daraus "Die feindliche Zeugin" (Suhrkamp, 367 S., br., 18,- €) werden musste, ist nicht nachzuvollziehen. Und es ist umso ärgerlicher, als dieser Roman ein versiert konstruierter Justizthriller ist.

Das erinnert mich auf ungute Weise an den Film "Der Manchurian Kandidat" (auch im englischsprachigen Original: "The Manchurian Candidate"), wobei ich nur das 2004er Remake gesehen habe. Auch da nämlich verrät der verdammte Titel bereits einen wesentlichen Plotpoint. Selten habe ich einen Kinosaal so erbost verlassen.

Dienstag, 8. Juli 2025

Das Symbolfoto des Monats

So bebilderte die FAZ einen Artikel, in dem es um die Migrationspolitik von Giorgia Meloni ging:


Absicht oder Zufall? Egal, ich musste schmunzeln.

Freitag, 23. Mai 2025

Noch einmal: Eispreise

Die FAS hat den in Deutschland mittlerweile fälligen Preis für eine Kugel Eis (Frankfurt: 2,30 Euro) ins internationale Verhältnis gesetzt und offenbarte letzten Sonntag folgende schwindelerregende Summen aus diversen Großstädten:

- Rom: 3,00 €
- Shanghai: 3,00 €
- Tokio: 3,67 €
- Paris: 4,00 €
- New York: 6,62 €

Dazu ist anzumerken, dass sich jeweils stellvertretend nur eine einzige Eisbude herausgepickt wurde, in Frankfurt etwa eine traditionsreiche Eisdiele im Oeder Weg. Ich persönlich habe noch dies beizutragen: In Frankreich habe ich dieses Jahr mehrere Eisstände gesehen, bei denen der Preis pro Kugel bei steigender Kugelzahl sinkt. Ein "Bällchen", wie man in Hessen sagt, kostet z.B. 3,- Euro, zwei kosten 4,- Euro und drei kosten 5,- Euro. Hie und da zahlt man für eine Kugel weniger als in Deutschland, wenn man, so wie ich es in der Regel tue, zwei Kugeln nimmt.

Signifikant krasser als der Eispreis ist übrigens laut einem Graphen, den der FAS-Artikel zeigte, der Preis für Schokolade gestiegen: um fast 50 Prozent in drei Jahren. Das interessiert mich zum Glück nicht, weil ich praktisch nie Schokolade kaufe. Versteht mich nicht falsch, ich bin Schokolade nicht abgeneigt, aber ich bekomme zum Geburtstag, zu Weihnachten und zu Ostern stets so viel Schoki und sonstigen Süßkram geschenkt, dass der Vorrat bis zum nächsten Schenkanlass reicht, ich mich ergo nicht selbst eindecken muss.

Montag, 24. März 2025

Lutetia, Brunswick & Co.

Im Jahr 2016 fotografierte ich diesen Leserbrief eines Herrn O. aus H. ab:


Dem Abschnitt über Nizza kann ich etwas hinzufügen. Zufällig kurz nachdem ich beim Handyspeicherausmisten auf dieses Foto gestoßen bin, hörte ich nämlich in einem Zug einen Mann telefonieren, der zwar italienisch sprach, aber sowohl "Nice" statt "Nizza" als auch "Menton" statt "Mentone" sagte! (Die italienische Form Mentone ist mir überhaupt bisher nur ein einziges Mal untergekommen, nämlich in einem Roman von Dorothy Sayers. Ende der 1930er Jahre war das, zumindest in England, offenbar noch die bevorzugte Schreibweise, obwohl Menton bereits 1861 Frankreich eingegliedert wurde.)

Selbstverständlich bin ich mir bewusst, dass Ortsnamen politischen Sprengstoff bergen können, man denke an aktuelle Debatten à la "Kiew vs. Kyjiw". Nicht selten spielt Subjektives, Biographisches, Persönliches hinein, wenn es um die Bevorzugung der einen oder der anderen Variante geht; Robert Gernhardt nennt im Bericht einer 1993 begangenen Estlandreise seine Heimatstadt konsequent "Reval". Generell halte ich es bei der Frage Exonym oder Endonyme pragmatisch. Ich sage "Bratislava", weil ich mir sicher bin, dass acht von zehn Gesprächspartnern mit "Pressburg" nichts anzufangen wüssten; ich sage "Danzig", weil mir das leichter von der Zunge rollt als "Gdansk"; und ich sage "Thiruvananthapuram" statt "Trivandrum", weil ich mich als Freund und Kenner von Bharat zu erkennen geben möchte, haha.

Montag, 6. Januar 2025

Die geschrumpfte Tageszeitung

Heute nehme ich die FAZ vom Samstag in die Hand und denke mir nach einer Weile: 'Hier stimmt doch was nicht. Haben die das Format geändert?'
Tatsächlich, die Ausgabe vom 4. Januar weist deutlich geringere Maße auf als die vom Samstag davor und auch als die von heute, Montag, dem 6. Januar. Dabei ist nicht einfach die Fläche reduziert worden – auch die Schrift ist proportional kleiner. Am unteren Rand der ersten Seite finde ich dann eine "Mitteilung des Verlages: Wegen technischer Schwierigkeiten in einer Druckerei erscheint ein Teil unserer heutigen Auflage ausnahmsweise im etwas kleineren 'Rheinischen Format'." Nun, hoffentlich nimmt das die FAZ-Leserschaft mit rheinischem Humor auf und schickt nicht waschkörbeweise Beschwerdebriefe ("... musste eine Lupe benützen!").


Sollte man dieses Exemplar aufbewahren für den Fall, dass es irgendwann unermesslichen Sammlerwert erlangt?

Samstag, 10. August 2024

Wenn Übersetzungen wie Übersetzungen klingen

"'Die Hölle auf Erden': Amerikas Wahlkampf in Zitaten", FAZ, 08.08.2024:


Ich werde nicht lügen, ich liebe diese Übersetzungen nicht.

Sonntag, 14. Juli 2024

Lasst mich nicht zappeln!

Dies ist ein Update zum Beitrag "Zwar und Zimmermann". In einem Beitrag auf der Rechts-Seite der FAZ wurde neulich der Vogel abgeschossen:


So weit kann, soll, darf man "zwar" und "aber" bzw. in diesem Fall "doch" doch nicht auseinander stellen. Ich war kurz vorm Hyperventilieren, Leute!

Montag, 4. März 2024

Mond-News zum Montag

Was lese ich da in der heutigen FAZ? Es wurden schon wieder neue Monde entdeckt, drei an der Zahl. Damit hat der Uranus nun 28 Monde, von denen wir wissen. Die Anzahl derer des Neptun steigt um zwei auf 17. Wie die neuen Trabanten heißen werden, ist noch nicht bekannt, fest steht nur, dass der Jupitermond gemäß alter Tradition nach einer Figur aus den Werken Shakespears benannt werden soll.