Mittwoch, 26. August 2026
Mittwoch, 22. Juli 2026
Mittwoch, 22. April 2026
Der doppelte Klein
Letzten Freitag hatte ich, was selten genug vorkommt, einen freien Tag. Den nutzte ich, um eine Wanderung auf Grundlage einer Ausgabe aus meinem FAZ-"Wandertipp"-Archiv zu machen: endlich mal wieder eine original Thomas-(F.-)Klein-Tour!
Ich fuhr bis Bensheim an der Bergstraße und von dort mit dem Bus nach Lautertal. Als ich an der Haltestelle Markt im Stadtteil Reichenbach ausstieg, war mein erster Gedanke: Huch, das kenne ich doch! Der Eindruck verfestigte sich, nachdem ich die ersten paar hundert Meter gegangen war, und erst recht, als ich auf Google Maps mehrere Ortsmarken entdeckte, die ich einst in der Umgebung angelegt hatte. Tatsache, ich musste diese Strecke schon einmal gewandert sein. Dabei war ich mir zu 100 Prozent sicher, dass ich die nämliche "Wandertipp"-Folge noch nie umgesetzt hatte. Seltsamerweise verflogen die Déjà-vu-Momente nach etwa der Hälfte der Strecke ('Okay, das ist neu', dachte ich), nur um irgendwann wieder einzusetzen.
Zurück daheim blätterte ich durch den Wanderordner und stieß alsbald auf des Rätsels Lösung, i.e. das Routenduplikat, den Wandertipp "Im Land der steinernen Meere", erschienen am 7. Februar 2025:
Die "neuere" Route bin ich also zuerst gewandert, die "ältere" später, was aber hinsichtlich meiner Erfahrung keine Rolle spielte, da ich beide innerhalb eines Jahres (plus-minus ein paar Monate) abgelaufen bin. Wie unschwer zu erkennen ist, sind die Touren nahezu identisch, lediglich der südliche Bogen verläuft bei "Zwischen Felsen und Moor" anders, wodurch man hier 17 statt 13 Kilometer gehen muss, sofern man nicht die (hier mit einer gestrichelten Linie dargestellte) Abkürzung nimmt.
Außerdem wären mir, hätte ich den nachmalig "recycelten" Ausflug nicht gewählt, Kleiniania ersten Ranges entgangen:
Etwas nach links abweichend, erwartet den Wanderer mit dem Gasthaus "Zum Odenwald" eine zünftige Einkehr [...]
Etwas ansteigend, vorbei an einem Bauernhof, bleibt die Bebauung halb rechts in Richtung "Pension Sonnentau" am Zugang des Schannenbacher Moores zurück.
Rechts davon wird die offene Talung gequert und, vereint mit den Abkürzenden, rechts vor dem Wald abgebogen [...]
Nach dem Queren einer Kreuzung setzt Gefälle ein, was allerdings das Schritttempo nicht beschleunigen wird. Schmelzwasser und Niederschläge hinterließen rutschige Verhältnisse. Mit Blick auf die ausnehmend hohen Buchen ringsum wird man ohnedies die Schritte verlangsamen.Der Preis dieses Naturschauspiels ist allerdings auch hier erhöhte Rutschgefahr. Weiter oben übergibt das V nahtlos an das Zeichen weißes S1 mit der Maßgabe, dem 500 Meter hoch liegenden Weiler Schannenbach zuzuführen.Schräg aus dem Boden ragend, von Klüften, Überhängen und Löchern so stark durchzogen, dass man um seine Standfestigkeit fürchtet, wird das Trumm dennoch die nächsten Eiszeiten überdauern.
Sonntag, 8. Februar 2026
Sonntag, 23. November 2025
Freitag, 21. November 2025
Es weihnachtet sehr (im November!)
Donnerstag, 9. Oktober 2025
Meine konservativste Meinung
Diesen Beitrag habe ich bereits am 10.3.2021 angelegt, dann jedoch nie ausgebaut, weil mir seine Veröffentlichung jedes Mal, wenn ich an ihn dachte, unpassend erschien. Sein Thema ist seit Jahren fortwährend und unabhängig vom aktuellen politischen Wind Gegenstand hitzig geführter Diskussionen. Es geht um die Erbschaftssteuer, und meine Meinung dazu mag manche überraschen, sie ist nämlich, wie man der Überschrift entnehmen kann, eher dem konservativen Lager zuzurechnen. Ich finde – ohne den abgeschmackten Spruch mit dem Herz und dem Verstand zu bemühen –, ab 40 darf man sich selbst als dem Selbstverständnis nach links der Mitte Stehender eine konservative Meinung leisten (ab 50 eine zweite und pro folgendem Lebensjahrzehnt eine weitere). Und meine ist: Die Erbschaftssteuer sollte abgeschafft werden.
Dass ich schließlich jetzt damit um die Ecke komme, hat den Grund, dass ich auf gutes argumentatives Rüstzeug gestoßen bin, zugegebenermaßen an diesbezüglich wenig überraschender Stelle. Rainer Hank hat in der letzten FAS seine Kolumne "Hanks Welt" der Erbschaftssteuer gewidmet, und auch wenn ich nicht allen Punkten darin zustimme, seien die einleuchtendsten Passagen, in denen er seine Forderung "Schafft die Erbschaftssteuer ab!" begründet, wiedergegeben. Die Erbschaftssteuer sei eine "Strafsteuer", schreibt Hank und lädt zu einem Gedankenexperiment ein:
Menschen, die ihr ganzes Vermögen noch rechtzeitig vor ihrem Tod verjuxen [... ,] können dieses Geld nach Gutdünken abschlagsfrei verteilen: Kreuzfahrten buchen, Ferienhäuser kaufen, Dreisterne-Restaurants testen, teure Partnerinnen und Partner aushalten. Sie haben das Geld bereits versteuert und Einkommen-, Körperschafts- oder Kapitalertragsteuer drauf bezahlt. Sobald sie aber ihren wirtschaftlichen Erfolg an die Nachkommen weitergeben, müssen diese abermals Steuern bezahlen. Sollten sie Menschen beschenken, mit denen sie nicht verwandt sind, die sie aber für bedürftig halten, langt der Fiskus umso unverschämter zu.
Der zugrunde liegende Denkfehler oder vielmehr "Taschenspielertrick" des Staates, so Hank weiter, bestehe darin, dass er "die Perspektive vom Erblasser auf die Erben wechselt und denen vorwirft, ihre Erbschaft sei leistungsloses Vermögen". Was es, und hier streben unsere Sichtweisen dann doch auseinander, freilich ist! Rechtfertigt das jedoch, den Vermögensfluss innerhalb einer Familie, deren Stellenwert die Regierung doch seit je und Schwarz-Rot wieder verstärkt betont, radikal zu verengen? Dem Staat sollte daran gelegen sein, dass junge Leute sorgen- und schuldenfrei in die Zukunft starten. Das wäre eine Perspektive, welche in der Tat auf die Erbenden zielt, aber fair ist.
In Hinblick auf die Erblasser könnte man nun wohlwollend annehmen, dass deren Vermögen das Resultat lebenslanger harter Arbeit, klugen Investierens, vielleicht auch eisernen Sparens ist, und ganz gewiss wird es das in vielen Fällen auch sein, gerade in den sog. alten Bundesländern, wo Kapitalanhäufung in den circa vier goldenen Nachkriegsjahrzehnten auch für Schichten unterhalb der Oberschicht kein Hexenwerk war. Die Befürworter einer strengen Erhöhung der Erbschaftssteuer gehen indes davon aus, dass volle Geldspeicher gar nicht anders als durch Gaunerei und Ausbeutung entstanden sein können. Seien wir ehrlich: Viel zu viele Millionäre und Milliardäre hierzulande sind garantiert nicht durch Ehrlichkeit zu dem geworden, was sie sind. Aber eben hier muss der Gesetzgeber Schranken installieren. Ebenso auf der Hand liegt es, dass Superreiche über dubiose Kanäle und sonstige Mittel verfügen, mit denen sie schmerzhafter Besteuerung und etwaiger Bestrafung zu entgehen wissen. Auch hier ist es an den Herrschenden, entsprechende Rechtsgrundlagen zu schaffen, Grauzonen auszulöschen, hemmungsloses Scheffeln zu verunmöglichen.
Im letzten Abschnitt seines Beitrags liefert Rainer Hank einen meist übersehenen Beweis dafür,
dass die geltende Erbschaftssteuer nicht nur generell, sondern auch immanent ungerecht ist. Denn sie verschont die Fabrikanten. Es ist nicht in Ordnung, dass Unternehmenserben von der Steuer befreit werden, wenn sie die Belegschaft und Firma eine bestimmte Zeit erhalten. [...] Es gibt genügend gute Vorschläge, das bestehende Steuerrecht gerechter zu machen, indem man die Sätze für alle deutlich senkt, dann aber auch die Fabrikbesitzer verpflichtet, Steuern zu zahlen.
Eine Extrawurst für Fabrikanten sollte einen besonders fuchsig machen, bedenkt man, wie viele deutsche Dynastien vor allem dank Zwangsarbeitern, Enteignungen und Unterstützung des NS-Regimes groß geworden sind. Wie gesagt: "Die da oben" müssten an den wirklich ungerecht gestellten Schrauben drehen. Stattdessen gehen sie den einfachsten Weg und fühlen sich dabei wie Robin Hood. "Das Label 'soziale Gerechtigkeit' camoufliert die fiskalische Gier, die sich das Geld dort holt, wo etwas zu holen ist."
Was aber wäre nun wie zu ändern? Ich glaube, dass die Uneinigkeit darüber gar keine Frage von links vs. rechts ist. Hinderlich und schädlich ist eine menschlich-gesellschaftliche Eigenschaft, die ich als typisch deutsch diagnostiziere: Missgunst. Missgunst darf nicht mit Neid gleichgesetzt werden, denn Neid vermag auszulösen, dass man nach Höherem strebt und aus diesem Antrieb heraus irgendwann tatsächlich aufsteigt, er kann somit etwas Positives sein; sorry, wenn das arg neoliberal klingt. Missgunst hingegen heißt: Ich kann es nicht haben, also soll mein Nachbar es auch nicht haben! Ein letztes Mal R. Hank: "Mehr Gleichheit stellt man am besten nicht durch Umverteilung her, indem man den Menschen etwas wegnimmt (Erbschaftssteuer). Langfristig effektiver und moralisch überzeugender ist es, möglichst viele Menschen zu befähigen, reich zu werden." Sollen doch die Reichen immer reicher werden – wenn gleichzeitig die Armen weniger arm und schließlich selber reich werden! Wohlstand für alle: So konservativ ist diese Forderung doch gar nicht, oder?
Offenlegung: Ich selbst habe noch nie etwas geerbt und bin von dem ganzen Komplex persönlich nicht betroffen.
Mittwoch, 6. August 2025
Kurz notiert: Verräterische Titel
Aus dem letzten "Streifschuss", der Krimispalte im FAZ-Feuilleton:
Auch ein gedankenloses Adjektiv kann weitreichende Folgen haben und einen Titel zum virtuellen Spoiler verkommen lassen. Das literarische Debüt der britischen Anwältin Alexandra Wilson heißt im Original "The Witness". Was völlig reicht. Warum im Deutschen daraus "Die feindliche Zeugin" (Suhrkamp, 367 S., br., 18,- €) werden musste, ist nicht nachzuvollziehen. Und es ist umso ärgerlicher, als dieser Roman ein versiert konstruierter Justizthriller ist.
Das erinnert mich auf ungute Weise an den Film "Der Manchurian Kandidat" (auch im englischsprachigen Original: "The Manchurian Candidate"), wobei ich nur das 2004er Remake gesehen habe. Auch da nämlich verrät der verdammte Titel bereits einen wesentlichen Plotpoint. Selten habe ich einen Kinosaal so erbost verlassen.
Dienstag, 8. Juli 2025
Das Symbolfoto des Monats
So bebilderte die FAZ einen Artikel, in dem es um die Migrationspolitik von Giorgia Meloni ging:
Absicht oder Zufall? Egal, ich musste schmunzeln.
Freitag, 23. Mai 2025
Noch einmal: Eispreise
Die FAS hat den in Deutschland mittlerweile fälligen Preis für eine Kugel Eis (Frankfurt: 2,30 Euro) ins internationale Verhältnis gesetzt und offenbarte letzten Sonntag folgende schwindelerregende Summen aus diversen Großstädten:
- Rom: 3,00 €
- Shanghai: 3,00 €
- Tokio: 3,67 €
- Paris: 4,00 €
- New York: 6,62 €
Dazu ist anzumerken, dass sich jeweils stellvertretend nur eine einzige Eisbude herausgepickt wurde, in Frankfurt etwa eine traditionsreiche Eisdiele im Oeder Weg. Ich persönlich habe noch dies beizutragen: In Frankreich habe ich dieses Jahr mehrere Eisstände gesehen, bei denen der Preis pro Kugel bei steigender Kugelzahl sinkt. Ein "Bällchen", wie man in Hessen sagt, kostet z.B. 3,- Euro, zwei kosten 4,- Euro und drei kosten 5,- Euro. Hie und da zahlt man für eine Kugel weniger als in Deutschland, wenn man, so wie ich es in der Regel tue, zwei Kugeln nimmt.
Signifikant krasser als der Eispreis ist übrigens laut einem Graphen, den der FAS-Artikel zeigte, der Preis für Schokolade gestiegen: um fast 50 Prozent in drei Jahren. Das interessiert mich zum Glück nicht, weil ich praktisch nie Schokolade kaufe. Versteht mich nicht falsch, ich bin Schokolade nicht abgeneigt, aber ich bekomme zum Geburtstag, zu Weihnachten und zu Ostern stets so viel Schoki und sonstigen Süßkram geschenkt, dass der Vorrat bis zum nächsten Schenkanlass reicht, ich mich ergo nicht selbst eindecken muss.
Montag, 12. Mai 2025
Montag, 24. März 2025
Lutetia, Brunswick & Co.
Dem Abschnitt über Nizza kann ich etwas hinzufügen. Zufällig kurz nachdem ich beim Handyspeicherausmisten auf dieses Foto gestoßen bin, hörte ich nämlich in einem Zug einen Mann telefonieren, der zwar italienisch sprach, aber sowohl "Nice" statt "Nizza" als auch "Menton" statt "Mentone" sagte! (Die italienische Form Mentone ist mir überhaupt bisher nur ein einziges Mal untergekommen, nämlich in einem Roman von Dorothy Sayers. Ende der 1930er Jahre war das, zumindest in England, offenbar noch die bevorzugte Schreibweise, obwohl Menton bereits 1861 Frankreich eingegliedert wurde.)
Freitag, 7. Februar 2025
Montag, 6. Januar 2025
Die geschrumpfte Tageszeitung
Heute nehme ich die FAZ vom Samstag in die Hand und denke mir nach einer Weile: 'Hier stimmt doch was nicht. Haben die das Format geändert?'
Tatsächlich, die Ausgabe vom 4. Januar weist deutlich geringere Maße auf als die vom Samstag davor und auch als die von heute, Montag, dem 6. Januar. Dabei ist nicht einfach die Fläche reduziert worden – auch die Schrift ist proportional kleiner. Am unteren Rand der ersten Seite finde ich dann eine "Mitteilung des Verlages: Wegen technischer Schwierigkeiten in einer Druckerei erscheint ein Teil unserer heutigen Auflage ausnahmsweise im etwas kleineren 'Rheinischen Format'." Nun, hoffentlich nimmt das die FAZ-Leserschaft mit rheinischem Humor auf und schickt nicht waschkörbeweise Beschwerdebriefe ("... musste eine Lupe benützen!").
Donnerstag, 12. September 2024
Samstag, 10. August 2024
Wenn Übersetzungen wie Übersetzungen klingen
"'Die Hölle auf Erden': Amerikas Wahlkampf in Zitaten", FAZ, 08.08.2024:
Ich werde nicht lügen, ich liebe diese Übersetzungen nicht.
Mittwoch, 31. Juli 2024
Sonntag, 14. Juli 2024
Lasst mich nicht zappeln!
Dies ist ein Update zum Beitrag "Zwar und Zimmermann". In einem Beitrag auf der Rechts-Seite der FAZ wurde neulich der Vogel abgeschossen:
So weit kann, soll, darf man "zwar" und "aber" bzw. in diesem Fall "doch" doch nicht auseinander stellen. Ich war kurz vorm Hyperventilieren, Leute!






























