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Sonntag, 10. Dezember 2023

Rasches "Porn"-Update

Vorgestern kennengelernt: Competence porn. Im Zusammenhang mit Literatur kann man sich ja ungefähr vorstellen, was das bedeutet. Ich stieß auf den Ausdruck in einer Rezension von Kathrin Passig. Bei dieser Gelegenheit die Frage: Wie, bitt'schön, schafft es Frau Passig, im Schnitt alle zwei Tage ein Buch durchzulesen und anschließend streng, aber profund für Goodreads zu bewerten?

Sonntag, 22. Oktober 2023

Schnelles "Porn"-Update

Nach rund anderthalb Jahren, in denen ich nicht mehr an das offenbar im Abflauen begriffene Phänomen gedacht hatte, sah ich auf der Frankfurter Buchmesse, am Stand des mir bis dahin unbekannten, aber sehr schöne Coffee-Table-Books herausbringenden Verlags Gestalten, das hier:

Dienstag, 29. März 2022

Ruinen und Traumata

Wow, das erste "Porno"-Update seit über sieben Jahren ...

1. Auf das Schlagwort Ruin porn als Synonym für Ruinen-Fotografie stieß ich, als ich die fabelhafte Urban-Exploration-Bibel "Access All Areas" des viel zu früh verstorbenen "Infiltration"-Masterminds (und Schöpfer des Begriffs urban exploration) "Ninjalicious" durch hatte und noch mehr zum Thema lesen wollte.

2. In einem Gespräch mit dem Spiegel äußert die afghanische Aktivistin Pashtana Durrani den Satz "Afghanistan war zwei Jahrzehnte lang der Trauma-Porno für die ganze Welt", was in gekürzter Form auch gleich als Überschrift des Interviews Verwendung findet.

Dienstag, 25. November 2014

Mehr Pornöses

1. In meiner Facebooktimeline erschien kürzlich ein Link zu diesem Gawker-Artikel, der sich mit Grief porn befasst: "Like regular pornography, it offers a packaged, heightened jolt that mimics a natural, human experience. It's voyeuristic, addictive, and compulsively attractive. It grabs at a desire to indulge when indulgence is otherwise unavailable. It promises a brief, satisfying release."

2. Auf Nerdcore wiederum (das mir ehrlich gesagt immer mehr auf die Nüsse geht) war bereits zweimal die Rede von Ganja porn (oder halt, in nerdcore-typischer Schreibweise, "Ganja-Porn").

Dies ist ein Nachtrag zu:
Die neuen Pornos sind da!
Porno-Update
Make love, not porn
Noch mehr -porn

Mittwoch, 5. November 2014

Noch mehr -porn

Von Weltraum-Pornographie war im Zusammenhang mit dem Spiel "Star Citizen" in einem GameStar-Preview-Video zu hören.
Und von Poverty porn erfuhr ich heute erstmals in Jan Fleischhauers aktueller Spon-Kolumne: "der Fachbegriff für einen Betroffenheitsjournalismus, der bei seinen Lesern das gute Gefühl hinterlässt, durch Lesen den Zustand der Welt verbessert zu haben".

Dies ist ein Update zu:
Die neuen Pornos sind da!
Porno-Update
Make love, not porn

Dienstag, 10. Juni 2014

Make love, not porn

Jepp, es ist soweit, das hat noch gefehlt. Jetzt gibt es also ein Buch mit dem plakativen Titel "War Porn" (Spon-Link).

SPIEGEL ONLINE: Was sagen Sie zu der Kritik, dass diese Bilder eher dem Voyeurismus denn der Aufklärung dienen?

Bangert: Das ist immer ein Totschlagargument. Bilder aus Kriegsgebieten zu zeigen, das sei voyeuristisch, pornografisch, entmenschlichend. Deshalb heißt das Buch auch "War Porn", um das umzukehren. Denn im Grunde ist es egal, wie man diese Bilder bezeichnet. Selbst wenn man sie als Kriegspornografie beschimpft, muss man sie dennoch betrachten und das Leid des anderen anerkennen.

Vorher im Blog:
Die neuen Pornos sind da
Porno-Update

Sonntag, 9. März 2014

Just another porn update

Und weiter geht's mit: Burger Porn. Auch wieder work-safe, dennoch ziemlich abstoßend; ich sage nur: Buns, die keine Brötchen sind.

(via Nerdcore)


[Update 2023: Links sind tot]

Sonntag, 16. Februar 2014

Die neuen Pornos sind da!

Vor kurzem tauchte in diesem Blog die Bezeichnung "Book porn" auf: ein Schlagwort, das sich auf die Abbildung von Bücherbergen, Bibliotheken und Lexikonmeterware zur Ergötzung bibliophiler Tumblr-Nutzer bezog. Das Wort "porn" ist auf dem besten Weg, ein reihenbildendes Halbsuffix zu werden. Das erste nichtpornographische mit "porn" bezeichnete Filmgenre war "Torture porn", dessen erster Vertreter, glaube ich, der dämliche Metzelfilm Hostel war. Von "Landschaftspornographie" war dann im Zusammenhang mit The Tree of Life die Rede. 
Neue "porns" beziehen sich heute nicht ausschließlich auf Bewegtbilder. "Food porn", also hochauflösende, exzessiv-instagegrammte Close-up-Fotos, hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Das Umsichgreifen dieser neuen Pornographien liegt vermutlich begründet zum einen in der Verbreitung/Verfügbarkeit der technischen Mittel, zum anderen darin, dass heutzutage alles zum Fetisch erhoben werden kann. Kurzum: Dem Kapitalismus haben wir es zu verdanken, dass es wahrscheinlich bald bzw. bereits folgende Arten von "~ porn" gibt.
  • Uhrenpornographie. Machen Wochenmagazine ja schon ewig! Diese quälend langen, kaum erkennbar als Werbung gekennzeichneten Uhrenstrecken im Zeit-Magazin zum Beispiel. Dahinter stecken kommerzielle Interessen; ich könnte mir aber vorstellen, dass ein Blog mit Fotos teurer Armbanduhren seine Fans finden würde.
  • Architecture porn. Bauwerke, exploitativ in Szene gesetzt. Außenaufnahmen, Innenaufnahmen. Detailaufnahmen von Fensterrahmen, Schweißnähten, Ziegelsteinen. Geil!
  • Font porn. Der Schönheit von Schriften kann auch ich etwas abgewinnen. Riesenhaft vergrößerte Darstellungen von Buchstaben? Ich säh's mir an! (Sidenote: Das Buch "Just my Type" von Simon Garfield sei hiermit empfohlen. Darin geht es u.a. um die Geschichte der Comic-Sans-Verachtung und die eigentlich harmlosen Hintergründe der Entstehung dieser Schriftart. Auch erfährt man, dass der berühmte Typograph Eric Gill praktizierender Advokat nicht gesellschaftsfähiger Paraphilien war; daran sollte man denken, wenn man das nächste Mal seiner Mutter einen Brief in Perpetua schreibt.)
  • Tech porn. So möchte ich Dokumentationen über die Herstellung technischer Geräte bezeichnen. Nahaufnahmen von Platinen, filigranes Werkeln im Halbleiter-Labor (das alte Reinraum-Spiel), Fließbandarbeit im Akkord, das ganze angereichert mit Tabellen, Zahlen, Fakten, Daten. 
Wie gesagt, ich beanspruche nicht, diese "Kunst"-Formen und/oder ihre Bezeichnungen erfunden zu haben. Ich möchte jedoch nicht danach googeln – wer weiß, was man dabei alles findet!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Sprache, Logik und Internetsexwerbung

Einmal erreichte mich eine Spam-Mail folgenden Wortlauts:
"Haben sie im Bett Schwierigkeiten Ihre Ehefrau zu befriedigen? Die Macht des steifen Schwanzes ist bis zu 2-5 mal besser, unsere die Blauen Pillen erhoeen sehr deutlich die s.e.xuelle Power, Vitallity und die Errektion. Besttellen sie jetzt und ver-gessen sie Ihre Enttaeuschungen und alle peinlichen Situationen in denen Sie mal waren. Gar nicht mehr zufrueh zum Orgasmus kommen und die Freundinnen geil befriedigen! Oder andere Produkte fuer den Mann shoppen auf [...].
Mit angenehmen Grussen
Prof. Dr. Simone Klein"

Wir halten fest: mehr als zehn Rechtschreib-, Grammatik- und Stilfehler, fehlende Begrüßung, logische Ungereimtheiten (Wer soll denn nun befriedigt werden: die Ehefrau oder die Freundinnen?), und von der Wortwahl her ist das ganze auch höchst fragwürdig. "Quo vaditis, Akademiker?" fragt man sich da!

Wo wir gerade bei logischen Ungereimtheiten sind:
Auf diversen Internetseiten poppt manchmal von rechts unten so ein Fake-Video-Messaging-Fensterchen auf, in dem das Bild einer vorgeblich live mit dem Betrachter chattenden Frau zu sehen ist. Neulich "schrieb" mir eine solche Frau die Zeile: "Hey there stranger. Remember me?"
Mooooment, dachte ich. Wenn die Lady mich für einen Fremden hält, wie kann sie dann in Erwägung ziehen, dass ich mich an sie erinnern würde? Oder redet sie jeden mit stranger an, weil sie den Internetnutzer ja nicht sehen kann, der Internetnutzer sie hingegen schon, und das womöglich zum wiederholten Male, weswegen er sich durchaus an sie erinnern könnte? 
Puh ...