Manchmal muss man die Höllenplattform Facebook auch loben. Kurz nachdem ich hier beklagt hatte, die in einem Penny-Prospekt beworbenen Aufstriche Salzkaramell-Sirup und "Winterzauber" im Supermarkt nicht vorgefunden zu haben, erschien auf meiner Facebookwand eine Anzeige für eine Sonderaktion: Bestellte man über die Grafschafter-Webseite zwei Gläser des neuen "Winterzauber"-Aufstrichs, würde man ein drittes gratis dazu erhalten. (Auf welch wundersamem Wege Facebook diese Werbung für mich "herausgesucht" hat, hinterfrage ich besser nicht.) Selbstredend schlug ich zu und orderte zusätzlich eine Flasche Salzkaramell-Sirup. Ungetrübter Frühstücksgenuss ist somit auch für die kommenden Monate sichergestellt.
Mittwoch, 5. Januar 2022
Montag, 15. November 2021
Metabuch
Herbst 2021: Facebook heißt jetzt "Meta". So verkürzt wurde der Sachverhalt zumindest von etlichen Nachrichtenmedien verschlagzeilt, er ist aber etwas komplizierter und für diesen Beitrag nebensächlich (er wurde dankbarerweise von Kollege C. Oettle in der Taz-"Wahrheit" völlig korrekt dargestellt). Das soziale Netzwerk wird jedenfalls seinen etablierten Namen behalten, und besonders ulknudelige Deutsche dürfen weiterhin vom "Fratzenbuch" sprechen.
Was aber ist oder war ein facebook? Die Frage impliziert bereits, dass das Wort eben kein reines Kunstwort ist, auch wenn der überwiegende Teil der Welt bei "Facebook" zuerst an social media denkt. Im Juni 2010 lernte ich durch eine (zu diesem Zeitpunkt auch schon ein paar Jahre alte) Folge von "Saturday Night Live", dass in den USA mit facebook ursprünglich Bücher bezeichnet wurden, in denen höhere Bildungseinrichtungen alle ihre Schüler/Studenten eines Jahrgangs mit Portraitfotos und ausgesuchten persönlichen Angaben aufführten bzw. aufführen; womöglich gibt es diese Jahrbücher vereinzelt noch. Tatsächlich erwuchs Mark Zuckerbergs Webseite ja aus dem (erfolgreichen) Versuch, dem echten Online-facebook der Uni Harvard etwas eigenes, Besseres entgegenzusetzen, was man wohl auch in David Finchers "The Social Network" geschildert bekommt, mir aber entgangen sein muss, als ich den Film – ebenfalls 2010 – im Kino sah.
Mittwoch, 24. Juli 2019
Die Stunde der unsichtbaren Tierchen
Solche KI-Offenbarungen waren natürlich Wasser auf die Mühlen derer, die sich (nicht ganz zu Unrecht) von Facebook ausgespäht bis totalüberwacht wähnen. "Ganz offiziell heißt es dazu von Facebook, dass die Funktion für sehbehinderte Menschen gedacht ist, die dann die Inhalte des Bildes mit Audiofunktionen erkennen können. Doch daran glauben viele nicht, was auch daran liegen dürfte, dass Facebook durch viele Datenskandale an Vertrauen verloren hat", schrieb die Berliner Morgenpost tags drauf. "Und [die Bildbeschreibungen] zeigen, dass Facebook beim Erkennen von Bildern nicht nur die auf dem Foto abgebildeten Personen erkennt, sondern auch, ob sie zum Beispiel lachen, ob sie im Freien stehen, ob sie Bärte oder Brillen tragen. [...] Wie das US-Portal 'Buzzfeed' berichtet, scanne Facebook seit 2017 Fotos auf diese Weise. Einschätzungen von Experten zufolge gelingt es Facebook so, seine Werbeanzeigen – immerhin Haupteinnahmequelle – besser auf den Nutzer abzustimmen."
Die mit Facebook verbandelten Netzwerke Whatsapp und Instagram waren übrigens zur selben Zeit down, was mir aber entgangen ist. Katzen nicht sehen zu können, wo eigentlich Katzen sein sollten, war traumatisierend genug.
Montag, 9. Juli 2018
Gut Wink will Weile haben
Aber hier will ich nachsichtig sein. Neben dem korrekten Partizip gewinkt akzeptiert selbst der Duden inzwischen die Form gewunken, versieht sie gar mit dem Prädikat "häufig". Ein doppelt bemerkenswerter Prozess vollzieht sich hier. Zum einen wandelt sich ein Verb vom schwachen zum starken – üblich ist das Gegenteil (backte statt buk; schaffte statt schuf; in einem Seminar, an dem ich teilnahm, fiel sogar einmal der Übersetzungsvorschlag "er schwörte" und niemand nahm daran Anstoß). Zum anderen hat die "Stärkung" noch nicht das gesamte Paradigma erfasst: Anders als bei backen, schaffen et al. hat die alternative Konjugation von winken beim Partizip II begonnen und sich vorerst darauf beschränkt. An das Präteritum "wank" (analog zu sank und stank) hat sich noch niemand herangewagt.
Kennt eigentlich noch jemand "Gruscheln"?
Samstag, 30. Juni 2018
Ordnungsgemäß verwendete Wörter
Die alte "scheinbar"/"anscheinend"-Verwechslung, im Jahr 2018 und bei einem der bedeutendsten Unternehmen auf dem Erdenrund! Was machen eigentlich die unzähligen Angestellten den ganzen Tag?
Mittwoch, 11. Januar 2017
Noch lange nicht perfekt: Maschinenübersetzung
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Happy Ö-Day!
Facebook weist mich darauf hin, dass heute (ich nehme zumindest an, heute) in Österreich Nationalfeiertag ist, unterschlägt allerdings 9 meiner Freunde, die ebenfalls in jenem schönen Land leben.
Ich habe dazu nichts beizutragen außer dieses Foto, das ich vor "ein" paar Wochen "in" Wien gemacht "habe":
Sonntag, 7. August 2016
Als die Postings laufen lernten
Irgendwie traurig, aber auch kaum sympathisch.
Dienstag, 17. November 2015
Wenn die Meinungsschraube überdreht wird
Die zehnte Auseinandersetzung ermüdet mich dann vielleicht wieder weniger.
(Für Leute aus der Zukunft: Die "Facebook-Tricolore" bezeichnete die Option, über sein Facebook-Profilbild die Flaggenfarben Frankreichs zu legen, um sein Mitgefühl mit den Opfern der Pariser Terroranschläge des 13. November 2015 zu zeigen.)
Samstag, 30. Mai 2015
Nicht gesehen, nicht beantwortet
Sonntag, 20. April 2014
Neulich im Internet
Dienstag, 8. Oktober 2013
Empfehl, empfehl!
Interessant ist, dass der Online-DUDEN über den deutschen Imperativ der 2. Person Singular schreibt, dieser sei mit der 1. Person Singular Präsens identisch (+/- e). Bei Wikipedia hingegen heißt es korrekt: "Im Singular wird der Imperativ im Deutschen gebildet, indem man die Verbform der 2. Person Singular benutzt, aber neben dem Personalpronomen auch die Endung -st weglässt."
Mit der ersten Person Singular des Präsens bildet man einen ganz anderen Modus: den sog. Inflektiv, der seine Ursprünge in der Comicsprache hat. Stöhn!, staun!, sterb! usw. sind Inflektive. Nun kommt eine geniale Frage: Wie lautet der Inflektiv von Verben, deren Stamm auf Konsonant + -m/n endet? Beim Imperativ bekommen diese Verben, so schreibt es der DUDEN vor, das -e obligatorisch angehängt (Atme!). Aber was sagt Donald Duck, wenn er atmet oder rechnet? *Atm!, *Rechn! ??? Erika Fuchs können wir leider nicht mehr dazu befragen.
Zuvor in diesem Blog: Grammatische Fehlgriffe auf Facebook?
Samstag, 14. Juli 2012
Ein paar Fundstücke
Diese spannende Frage stellt die Sächsische Zeitung - mitten im Sommer, wo an kandierte Mandeln und Früchte noch gar nicht zu denken ist.
Diese Programmankündigung, ebenfalls aus der Sächsischen Zeitung, ist ein wenig unglücklich formuliert.
Hier klafft die Bild-Schere gewaltig. Wobei ich mir sicher bin, dass es bereits eine Porno-Parodie auf "Die Eiserne Lady" gibt.
Mit ihrer großzügigen Definition von "beliebt" können mich die neuartigen Werbeeinblendungen auf Facebook nicht überzeugen.
Und hier sehen wir die Nachteile vorproduzierter Online-Texte (entdeckt auf faz.net).
Sonntag, 12. Februar 2012
Grammatische Fehlgriffe auf Facebook?
Letzteres sagt etwas völlig Anderes aus: Person X hat mehrere Sachen kommentiert, darunter auch ihre Statusmeldung. Gemeint ist aber, dass Person X neben anderen Personen ihren eigenen Status selbst kommentiert hat. Ich bin normalerweise kein Vertreter der langweiligen Meinung, soziale Netzwerke lassen die deutsche Sprache verkümmern, aber hier liegt ein Missstand vor, der schwerer wiegt als die umstrittene "Timeline"!




















