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Freitag, 5. September 2025

Die drei ??? und das magische Handy (Noch ein Update-Update)

Zum ersten Mal durfte ich auf meinem neuen Google Pixel 9 (ich berichtete) ein Android-Update aufspielen. Es war fast 1 GB groß. Groß war auch die Überraschung nach dem Neustart: Auf dem Display ist plötzlich mehr Platz! Obwohl es physisch wohl kaum gewachsen ist. Ich komm und komm nicht drauf, wie der zusätzliche Oberflächenfreiraum entstanden sein könnte. Sind die App-Icons geschrumpft? Ach, hätte ich doch vor der Aktualisierung einen Screenshot gemacht. So sah es jedenfalls nach dem Update aus:


Und jetzt, nach etwas Schieberei, so:


Youtube schaue ich eigentlich kaum auf dem Smartphone, aber ich wusste nicht, welcher Anwendung ich sonst eine Positionierung auf der ersten "Seite" zugestehen sollte. Spotify? Dort habe ich zurzeit keine Premium-Mitgliedschaft (die übrigens kürzlich teurer geworden ist!).

PS: Wer mit Blick auf den Display-Shot glaubt, mich auf der Schloßstraße 118 antreffen zu können – dort halte ich mich nie auf. Das GPS verortet mich falsch, warum auch immer.

Freitag, 15. August 2025

Zwei kurze Update-Updates

1. Monatelang hatte ich mich geweigert, doch nun gab es kein Entkommen mehr: Ich habe das Betriebssystem meines Laptops auf Windows 11 upgegradet. Das ging ohne aufwendiges Zutun meinerseits und obendrei flotter, als ich befürchtet hatte. Auch die Änderungen empfinde ich, der ich mich vor krassen Änderungen fürchte, als gar nicht so krass. Die Icons und Ordnersymbole sehen ein wenig anders aus, und die Anordnung der Elemente auf der Taskleiste ist neu: Ganz links steht eine knappe Info zum Wetter (aktuell: eine Sonne nebst der Angabe "34 °C Sonnig"); als ich meinen Mauszeiger dorthin bewegte, wurde der halbe Screen von Widgets (remember Widgets?) und News verdeckt. Das ließ sich zum Glück so schnell wie unkompliziert wieder ausblenden – ich möchte nicht mit Nachrichten aus der Welt zugeballert werden; wenn mir danach ist, öffne ich auf meinem Browser eine entsprechende Seite. Ach ja, ein paar Gigabyte Speicherplatz waren nach der Umstellung weg. Das neue Windows ist bei aller Schlankheit anscheinend doch umfangreicher als sein Vorgänger.

2. Apropos Speicher: Zuletzt konnte ich auf meinem Google Pixel 3a kaum noch Apps aktualisieren, geschweige denn Videos aufnehmen. Es war schlicht kein Platz mehr. Als zuletzt auch noch die Laut- und Leiser-Taste aus dem Gehäuse fiel, war mir klar, dass ich ein neues Smartphone brauchte. Zunächst rein informatorisch begab ich mich in eine Saturn-Filiale, wo mein 3a just vollends austickte: Immer wieder fuhr es sich hoch und wieder herunter, es war, als stürbe es. So konnte ich nicht mal Online-Recherchen anstellen, während ich die Ladenauslage begutachtete. Die "Geiz ist geil"-Götter meinten es gut: Für nur 499 statt 899 Euro war das aktuelle Pixel 9 zu haben. Da ich alles in allem stets zufrieden mit dem Pixel 3a war, nahm ich eins mit (zur Abwechslung, nachdem ich ein weißes hatte, eines in schwarz) und verfüge nun über das Doppelte an internem Speicher, nämlich 128 GB. Dass der Speicher von Handys heutzutage nicht mehr mit SD-Karten erweiterbar ist, stellt freilich ein Ärgernis dar und ist selbstverständlich so gewollt. Ein weiterer unschöner Trend: Kein Phone hat noch einen Klinkeneingang! Stattdessen müssen Kopfhörer über die USB-C-(zugleich: Lade-)Buchse angeschlossen werden. Die (dadurch bedingte?) Soundqualität ist miserabel. Auch finde ich das 9er Pixel viel zu schwer, was vor allem durch die ambitionierte und physisch erhabene Kamera bedingt ist. Immerhin ist es nicht größer als das 3a, sondern hat nahezu exakt die gleichen Breiten- und Längenmaße (bei größerem Display). Bei dieser Diagonale ziehe ich aber auch einen Schlussstrich, mein nächstes Telefon soll bitte nicht mehr als 6,3 Zoll messen! (Ob es für dieses Begehr noch geeignete Kandidaten geben wird, wenn es soweit ist, wage ich jedoch zu bezweifeln, seufz.) Prima ist die Präzision des Fingerabdruckscanners: Ich entsperre das Gerät mit meinen Daumen, und die Trefferquote liegt, ganz anders als bei meinem Althandy, bei 100 Prozent! Oh, und der Akku hält ewig. Darin punktet Google einfach. Das Übertragen meiner alten Inhalte, Anwendungen und Einstellungen ging mühelos vonstatten, und ich musste mich kaum an neue Oberflächenspezifikationen gewöhnen.

Freitag, 25. Juli 2025

Von Technik enttäuscht

Ich hatte bis vor wenigen Monaten nichts an Spotify auszusetzen, ja empfand diese Plattform in der Bezahlversion sogar als deutlich komfortabler, funktionaler und anregender als Prime Music. Die Zeit des freudenreichen Musikstreamings scheinen jedoch vorbei zu sein. Letzte Woche habe ich mein Abonnement gekündigt. Ich werde es erst wieder erneuern, sobald mindestens drei neue "Drei Fragezeichen"-Folgen erschienen sein werden, die ich sodann hintereinander weg hören kann. Der Algorithmus, jenes höhere Wesen, das wir verehren, wurde einfach immer schlechter. Es wird mir nur noch Musik aus exakt dem gleichen Genre vorgeschlagen, das ich jeweils zuletzt abgespielt hatte. Ich habe ein Jazz-Album gehört, zack!, wird mir nur mehr ausschließlich Jazz empfohlen. (Ausgedachtes Beispiel!) Das Schlimmste ist, dass diese Empfehlungen zu nichts zu gebrauchen sind. Vielleicht bin ich ja über die Jahre zu anspruchsvoll geworden, vielleicht kenne ich inzwischen sämtliche guten Interpreten, Fakt ist, dass mir die vorgeschlagenen Alben kaum noch gefallen und nach wenigen Tracks von mir abgebrochen werden. Sollten die Geschmackserkennungsroutinen nicht stetig besser werden?

Wo ich schon am Nörgeln bin, muss ich, so leid es mir tut, mich einmal mehr über Google auslassen. Google Drive hat ja wohl die sinnfreieste, benutzerunfreundlichste, verwirrendste, chaotischste Oberfläche, die man von einem Cloudspeicher erwarten kann bzw. eben nicht erwarten kann, wenn man schon einmal mit Dropbox oder der eigenen Festplatte zu tun hatte, Sakrament!

Donnerstag, 8. Mai 2025

Von Bälgern und Wanen

Gestern vorm Einschlafen ist mir doch glatt ein weiteres Anachronym eingefallen: Blasebalg. Die Grundbedeutung von Balg ist zwar eh verblasst – die Hauptbedeutung dürfte heutzutage "freches Kind" sein (wobei auch das schon ziemlich veraltet ist) –, dennoch passt es insoweit in die Liste, als Blasebälge heutzutage "zumeist aus Kunststoff hergestellt" werden. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass z.B. bei Manufactum noch bzw. wieder Blasebälge aus echter Tierhaut zu bekommen sind. Die wenigen, wunderlichen Leute, die einen Blasebalg besitzen wollen, werden doch tunlichst darauf achten, den real deal zu kaufen.

Auf der Suche nach Beispielen für "Dinge, die nicht mehr aus dem Material hergestellt werden, nach dem sie benannt sind", habe ich mir das Periodensystem der Elemente gegriffen und bin es durchgegangen. Fündig bin ich dabei nicht gefunden, stattdessen musste ich etwas Bemerkenswertes feststellen, nämlich dass bereits mit der Ordnungszahl 23 ein Element auftaucht, von dem ich noch nie gehört hatte: Vanadium. Wie konnte mir das jahrelang entgangen sein? Haben wir in der Schule nie darüber gesprochen, wurde es nicht mal erwähnt? Viel wichtiger: Warum heißt Vanadium Vanadium? Laut der herrlichen Etymologischen Liste der chemischen Elemente benannte der Schwede Nils Gabriel Sefström das Element "nach Freya, der nordischen Göttin der Schönheit, die den Beinamen Vanadis trug". Woher Vanadis kommt, steht dort leider nicht; eine schnelle Recherche ergibt, dass der Beiname "Vanengöttin" bedeutet. Die Etymologie des Göttergeschlechtes der Wanen (altnordisch Vanir, "die Leuchtenden") zu recherchieren, würde mir Spaß machen, ich habe aber gerade keine Zeit dafür.

Übrigens habe ich zweimal bei Google "Dinge, die nicht mehr aus dem Material hergestellt werden, nach dem sie benannt sind" eingegeben. Oben tauchte, wie es seit einiger Zeit üblich ist, ein Block mit Antworten von einer generativen KI auf. Beim ersten Versuch wurden mir als Beispiele "Filme" und "Musik" angeboten, beim zweiten faselte der Bot etwas von geplanter Obsoleszenz. Die "Künstliche Intelligenz" versteht also nicht mal, worauf ich eigentlich hinaus will. Deaktivieren lässt sich der Mist freilich nicht.

Dienstag, 11. Februar 2025

Google und ich: Es bleibt kompliziert

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr veröffentlichte ich einen Beitrag mit der Überschrift "Bei Google wird alles schlechter, Teil 398". Heute habe ich der Liste von Dingen, die dafür sorgen, dass ich immer weniger Freude an Google habe, zwei weitere hinzuzufügen.

1.) Die Google-Umfrage-App, mit der man sich auf einfache Weise ein paar Cent verdienen konnte, hat zuletzt keine (Um-)Fragen mehr ausgespuckt. Stattdessen wurden mir ständig "Belegaufgaben" gestellt: Ich möchte doch bitte die Quittung von meinem letzten Einkauf abfotografieren und hochladen. Darauf habe ich aber keine Lust, daran konnten auch die regelmäßigen Pushnachrichten mit dem Lockruf "Extra Guthaben mit Belegaufgaben" nichts ändern. Und so habe ich die App nach fast zehn Jahren der Nutzung deinstalliert. Das Google-Play-Guthaben in Höhe von 4,22 Euro werde ich demnächst einlösen, um auf Youtube den Film "The Banshees of Inisherin" zu leihen (3,99 €); der ist nämlich weder auf den üblichen Streaming-Plattformen noch als physisches Leihmedium in der Stadtbibliothek erhältlich.

2.)

(Hintergrund auf heute.de)

Samstag, 30. März 2024

Was geht, Google?

Im Oktober 2023 traf mich wie ein Hammerschlag die Mitteilung von der baldigen Einstellung meiner geliebten Google-Podcasts-App. Zwischenzeitlich wurde der Termin des unausweichlichen Endes mit "irgendwann im März" präzisiert. Während ich dies tippe, ist der 29.3., und noch läuft Google Podcasts wie eh und je auf meinem Google-Phone. Hatte der Konzert ein Einsehen und pflegt seine so komfortable wie schlanke Applikation mit Stolz und Sorgfalt noch ein paar Jährchen weiter? Oder wurde die Abschaltung schlicht vergessen? Warten wir es ab.

Neu bei Youtube ist wiederum dies: Wenn man ein Video hochlädt, muss man angeben, ob dieses Deep Fakes oder andere die Wahrheit verzerrende Elemente enthält.


Hm, ob das Untergrund-Propagandisten, feindseligen KI-Hexern und internationalen Troll-Armeen Einhalt gebietet?

Freitag, 9. Februar 2024

Bei Google wird alles schlechter, Teil 398

Wenn man früher etwas, irgendetwas im Browser gegoogelt hat, tauchten unter dem Suchfeld ein paar nützliche Buttons zur Eingrenzung bzw. für eine nicht allein Webseiten betreffende Suche auf: (Bilder) (Videos) (News) (Maps) (Bücher). "Shopping" und "Finanzen" waren, glaube ich, weitere Optionen.

Seit ein paar Wochen werden, je nach Suchbegriff, neuartige Buttons eingeblendet, die zwar zu einigermaßen relevanten und offenbar häufig angefragten Verbindungen führen, der wichtigste Button fehlt jedoch: (Maps). Hier sieht man, was ich meine:


Dass ich das Frankfurter Caricatura-Museum im Sinn habe, wenn ich "caricatura" eingebe, wird korrekt erkannt, immerhin. Zu den neuartigen Buttons unter dem Sucheingabefeld gehören (Öffnungszeiten) (Frankfurt tickets) (Frankfurt parken) und mehr. Sicherlich nicht unbrauchbar, aber was, wenn ich wissen will, wo genau sich die Einrichtung befindet? Ein Klick auf den Kartenausschnitt rechts oben bringt nichts (zumindest in meinem Browser), und unter "Alle Filter" findet sich weder "Maps" noch "Orte". Nur wenn ich auf "Route" klicke, öffnet sich die klassische Maps-Seite.

Selbst dieses Workaround zur Standortbestimmung gibt es indessen nicht bei jeder Suchanfrage. Beispiel: Ich gebe "kotelny" ein, weil ich wissen möchte, ob diese zu den Neusibirischen Inseln gehörende Insel zwei (wie in der englischsprachigen Wikipedia angegeben) oder keine (wie in der deutschsprachigen Wikipedia angegeben) Einwohner hat. Das bekomme ich als Ergebnis:


Die Option "Route" wird unterschlagen, die Button-Reihe bietet auch nichts Sinnvolles. Es gibt keinen, KEINEN einzigen Weg, von der Google-Suchseite zu Google Maps zu kommen, um herauszufinden, wo verdammtnochmal die Insel liegt, selbst wenn ich unendlich weit nach unten scrolle. Für manche mag sich das nach einem trivialen Problem anhören, mich aber, der ich öfter mal etwas lokalisieren möchte, erzürnt das so sehr, dass ich es physisch spüre.

Montag, 25. Dezember 2023

Google mistet weiter aus

Es ist im Grunde kaum der Rede wert: Google stellt einen weiteren Service ein, von dem wahrscheinlich neun von zehn Personen noch nie gehört haben. "Ab dem 17. Januar 2024 sind keine Filme & Serien mehr bei Google Play verfügbar. Stattdessen kannst du diese auf YouTube oder Google TV kaufen. Dort findest du auch deine vergangenen Käufe."

Dass Google keinen eigenen Streamingdienst betreibt, "GoogleTV" oder so, verwundert eigentlich. Nun gut, die Bezahlversion von Youtube gibt es natürlich, und soweit ich weiß, hat Youtube auch schon Eigenproduktionen gelauncht. "Filme & Serien bei Google Play" bedeutete denn auch bisher: Man konnte im Play Store Inhalte käuflich erwerben und diese dann via Youtube im Browser abspielen, so wie es weiterhin möglich sein wird und wie ich es bisher getan habe. Ich bin nämlich der einzige, den ich kenne, der sich tatsächlich hin und wieder ganze Staffeln bei Google gekauft hat: von "Person of Interest", "Channel Zero", "Akte X", ein paar "Doctor Who"-Classics und zuletzt "Being Erica" – alles Serien, an die schwer heranzukommen ist.

Wer einen Blick auf die "Filme & Serien"-Abteilung im Play Store wirft, wird feststellen, dass das Angebot miserabel kuratiert und unverschämt überteuert ist. Warum ich dort dennoch immer wieder zugeschlagen habe? Weil es mich nichts gekostet hat! And here is why. Ich habe im Jahr 2015 die Google-Umfrage-App auf meinem Handy installiert. Diese meldet sich alle paar Tage bei mir und stellt mir Fragen zu meinem Kaufverhalten oder Medienkonsum. Habe ich beispielsweise bei Tegut eingekauft, will sie wissen, ob ich kürzlich bei Tegut eingekauft habe, wie ich bezahlt habe und zwei bis drei Folgefragen mehr. Die Beantwortung dauert keine Minute und wird mit ein paar Groschen vergütet. Auf diese Weise sind über die Jahre mehr als 100 Euro zusammengekommen, die ich, s.o., bei Google selbst eingelöst habe. Die Umfrage-App kann ich also allen, die kein Problem damit haben, von einem Megakonzern getrackt zu werden, empfehlen. Solange sie noch existiert.

Dienstag, 21. November 2023

Mein vergessener PDF-Schatz

Kaum zwei Monate nachdem Google die Einstellung von Google Podcasts angekündigt hat, erreicht mich eine Mail, die mich auf englisch über das Ende eines weiteren Google-Services informiert – eines Services, den ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Offenbar gab es bis 2020 die Möglichkeit, über Google News digitale Zeitschriften zu kaufen. Magazin-Abonnements via App gibt es nach wie vor im Play Store, aber der sog. Google Play Kiosk mit der Möglichkeit, Einzelausgaben zu erwerben, exisitiert nicht mehr. Ab dem 18. Dezember wird nun, lässt mich die E-Mail wissen, auch meine Zeitschriften-Bibliothek auf Google News gelöscht. Dass ich so eine habe, wusste ich nicht (mehr), aber tatsächlich: Folge ich dem beigegebenen Link, habe ich Zugriff auf zwei virtuelle Hefte, die ich mir in grauer Vorzeit in ein ominöses Archiv geladen haben muss.


Aber was heißt "in grauer Vorzeit"? So lange ist das noch gar nicht her. Wieso kann ich mich daran nicht erinnern, und wieso habe ich diese hochinteressanten Zeitschriften (im Retro Gamer geht's um 30 Jahre Super Mario, das Spektrum der Wissenschaft behandelt den Schwerpunkt "Wie Sprache entsteht. Linguisten stürzen Noam Chomskys Universalgrammatik") nie gelesen? Das werde ich in den kommenden Tagen nachholen, sofern ich nicht wieder von etwas anderem abgelenkt werde.

Samstag, 14. Oktober 2023

Mensch, Google ...

Ich wollte diesen Beitrag erst mit "Alles wird schlechter, Teil XYZ" betiteln, aber ich bin mir sicher, eine Überschrift dieser Art schon mindestens einmal verwendet zu haben, und es soll ja nicht der Eindruck entstehen, Pessimismus sei das Grundrauschen meines Gedankenstroms. Aber womit mich Google kürzlich überraschte, nay: überfiel, das war schon ähnlich enragierend (ein Wort, für das Google nur zwei Belege liefert!) wie die Abschaffung des Google Readers vor zehn Jahren (Kybersetzung berichtete). Google schiebt scheint's alles aufs Abstellgleis, was praktisch, nacheifernswert und zukunftssicher ist. Ja, auch Google+ fand ich damals gar nicht schlecht und hielte es gerade in Zeiten des Niedergangs von Facebook und X (vormals Twitter) für eine achtbare Alternative. Oder wisst ihr noch, Google Glass? Okay, das war wirklich Quatsch.

Jedenfalls bekomme ich, wie Hunderte, wenn nicht gar Tausende andere, am 26.9. eine Mail mit dem Betreff "Google Podcasts wird eingestellt". Da wusste ich sofort: Google Podcasts wird eingestellt. Meine liebgewonnene, makellose, unersetzliche Podcast-App, einfach zum Tode verurteilt! Warum? Why? Ferner: Wie? Wie geht's nun weiter? Zitat aus der E-Mail: "In den ersten Monaten des Jahres 2024 werden wir in deiner Region Tools einführen, mit denen du deine Podcast-Abos von Google Podcasts auf YouTube Music übertragen kannst. Anfang 2024 führen wir dann in deiner Region Tools ein, mit denen du deine Podcast-Abos von Google Podcasts auf YouTube Music übertragen kannst." (Doppelt hält besser, wie?) "Du kannst dir dann in YouTube Music deine Podcasts genauso anhören wie auf Google Podcasts. Dafür ist kein kostenpflichtiges YouTube Music Abo erforderlich. Falls YouTube Music nicht die optimale Lösung für dich ist, hast du mit diesen Tools auch die Möglichkeit, eine Datei deiner Podcast-Abos herunterzuladen und in eine App hochzuladen, die den Import unterstützt. Es besteht außerdem die Option, deine Google Podcasts-Daten mit Google Datenexport aus deinem Google-Konto zu exportieren." Klingt erst mal unproblematisch. Eine reibungslose Transition, im Zuge derer auch meine sämtlichen Fortschrittsstatus, i.e. welche Podcasts habe ich (bis wohin) gehört?, beibehalten werden, erwarte ich dennoch nicht. Denn, siehe oben, alles wird immer schlechter.

Donnerstag, 12. Januar 2023

Auf den Spuren meiner Spuren

Ende 2022 haben gleich zwei von mir verehrte Internetpersönlichkeiten über ihre Mammut-Scan-Projekte geschrieben (damit ist nicht gemeint, dass Mammuts eingescannt werden; aber "Scan-Mammut-Projekte" schien mir noch unverständlicher zu sein): Kathrin Passig digitalisiert 15.000 Dias aus dem Nachlass ihres Vaters, Torsten Dewi scannt ganze Jahrgänge mehrerer Zeitschriften.

Das hat mich inspiriert. Zwar besitze ich nichts, was der Digitalisierung lohnte, aber Freude am Ordnen, Archivieren und Verwalten habe ich allemal. Und so habe ich vor kurzem damit begonnen, jeden Ort, zumindest jeden Ort von Interesse, an dem ich seit 2002 gewesen bin, auf Google Maps zu markieren. Die so entstehende Karte mit Geodaten aus 20 Jahren wird am Ende eine beachtliche Dichte haben, sie ist schon jetzt gewaltig: Ich bin, chronologisch rückwärts, erst im April 2022 angekommen und habe bereits 199 Orte eingetragen. Gelegentlich bin ich mir nicht sicher, wann ein "Ort von Interesse" ein solcher ist. Bin ich in einer Kleinstadt, die den Ausgangspunkt einer Wanderung darstellte, an einem mittelalterlichen Türmchen vorbeigekommen, ist dieser dann wert, markiert zu werden? Hier entscheide ich nach Bauchgefühl.

Warum überhaupt seit 2002? Nun, seit diesem Jahr trage ich meine Erlebnisse, Erledigungen und Ausflüge in Tagesplaner ein. Dass das irgendwann einen Nutzen haben würde, wusste ich von Anfang an! Die kalendarische Spurensuche verspricht anregend (und rätselhaft) zu werden. Schade, dass Google Maps am Ende nicht wird ausrechnen können, welche Strecke ich während dieser rund 20 Jahre zurückgelegt habe. Für 2022 hat Google ermittelt, dass ich 14.012 km in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie immerhin 2.299 km im Auto verbracht habe und 1.093 km zu Fuß gegangen bin.

Montag, 13. Juli 2020

MaMu

In den Durchsagen und auf den Infotafeln der Berliner Verkehrsbetriebe vernimmt man seit neuestem das Wort "Maskenmuffel". Gemeint sind Mitfahrende, die entgegen der Corona-Verordnung keine Mund-Nase-Bedeckung tragen und damit ein Bußgeld von 50 Euro riskieren. (Die entsprechende Strafandrohung fruchtet notabene überhaupt nichts: In einem einzigen U-Bahn-Waggon waren gestern mindestens 15 Unmaskierte unterwegs. Eine Ahndung dieses asozialen Verhaltens erfolgte laut Berliner Morgenpost seit Dienstag lediglich 15 Mal! In Frankfurt habe ich bislang noch niemanden ohne Mundschutz fahren sehen. Nun gut, dafür haben wir hier Opernplatz-Partys mit 2000 Leuten.)
Ich wollte wissen, wann und wo das Wort "Maskenmuffel" zum ersten Mal aufgetaucht ist. Es gibt ja bereits erste wissenschaftliche Aufsätze über die "Sprache der Pandemie" (zum Beispiel von Annette Klosa-Kückelhaus in Ausgabe 2/2020 des Sprachreports) und vermutlich eine Reihe laufender Studien und Forschungsprojekte. Bei "Maskenmuffel" erinnerte ich mich an das Wort "Gurtmuffel", das in linguistischen Einführungsveranstaltungen gerne als Beispiel für Bildungen mit sog. Halbaffixen herangezogen wird. Das Synonym für "Gurtverweigerer" hatte ich vorher gar nicht gekannt, obwohl es immerhin im Duden steht. Interessanterweise wurde neulich irgendwo, ich glaube, im Spiegel, Parallelen zwischen der Maskenpflicht und der allgemeinen Anschnallpflicht gezogen. Die Einführung der Gurtpflicht im Auto Anfang der 1970er Jahre muss bei gewissen Teilen der Bevölkerung für eine Empörung gesorgt haben, die mit jener der "Hygienedemo"-Fans von heute vergleichbar ist. Und so wurde das leicht verharmlosende/verniedlichende Affixoid "-muffel" produktiv.
Leider ist es nicht einfach, den Erstbeleg für "Maskenmuffel" in den Medien zu finden. Schränkt man die (News-)Suche bei Google zeitlich ein – lässt sich also etwa nur Meldungen von vor Februar 2020 anzeigen –, bekommt man trotzdem unzählige Ergebnisse aus der Covid-Krisenzeit angezeigt. Wenn nämlich rezente Nachrichten mit dem Wort "Maskenmuffel" im Titel unter alten Artikeln verlinkt werden (was automatisch geschieht), behält diese Seite weiterhin das alte, ursprüngliche Datum als Zeitstempel, obwohl auch (Teile) neue(rer) Inhalte darauf zu sehen sind.


Dennoch gibt es Anhaltspunkte dafür, dass "Maskenmuffel" in Bezug auf Mund-Nase-Bedeckungen eine taufrische Schöpfung ist. Der Ngram Viewer findet im deutschprachigen Corpus nullkommanull Belege, und die Google-Büchersuche stößt lediglich auf eine Stelle in Renate Matthaeis "Der kölsche Jeck" (2009), wo das Wort im Kontext von Karnevalsverkleidung verwendet wird.

Montag, 23. Mai 2016

Kleine Beobachtung

Wie normale Menschen googeln
barack obama vietnam embargo 
Entertaste

Wie Hollywood googelt
Barack Obama + Vietnam + embargo
Mausklick auf den "Suchen"-Button

Sonntag, 8. Februar 2015

Dämon Domain

Es ist, liebe Leserinnen und Leser, keine Selbstverständlichkeit, dass dieses Blog unter der bekannten Adresse kybersetzung.net zu erreichen ist und weiterhin sein wird! Gestern bekam ich eine Erinnerungsmail von Google: Die Registrierung laufe bald ab, ich müsse meine Domain über das Admin-Center verlängern. 'Kein Ding, dann stelle ich mal eben ein, dass die Verlängerung jedes Jahr automatisch veranlasst wird', dachte ich. Dachte ich! Ich konnte mich aber nicht in die ominöse Admin-Konsole einloggen. Immer wieder wurde ich auf das Passworteingabefeld zurückgeworfen. Es folgte ein ungelogen einstündiger K(r)ampf. Kurzfassung: Google hat im Laufe des letzten Jahres eigenständige Email-Accounts für Blogger-Administratoren vergeben, inkl. der Passwörter. Ich musste also dieses mir unbekannte Admin-Passwort zurücksetzen lassen, und zwar in einem "privaten Fenster" (anonym), weil mich der Browser dank Hunderter Cookies und was weiß ich noch alles ständig als "normalen" Googlenutzer bzw. Gmail-Adressenbesitzer erkannte. Nachdem ich ein neues Kennwort vergeben hatte, musste ich ein umfangreiches Admin-Profil ausfüllen (sogar meine Umsatzsteuer-ID wurde abgefragt) und konnte schließlich Kybersetzung als mein "Unternehmen" offiziell-offiziös registrieren. Dann habe ich die automatische Domain-Verlängerung via Kreditkarte aktiviert. Solange das nur 10 US-$ pro Jahr kostet, darf mir Google künftig gerne solchen Stress ersparen ...

Donnerstag, 20. November 2014

Doch nicht allwissend: Google

Unter der Adresse https://www.google.com/ads/preferences/ kann man seine "Anzeigeneinstellungen" sehen, inklusive der persönlichen Interessen. Diese umfassen in meinem Fall angeblich:

- Brasilianische Musik
- Chevrolet
- Damenbekleidung
- Ostasiatische Musik
- Bankwesen
- Reggaeton
- Suchmaschinenoptimierung und -marketing
- Babypflege und -hygiene

Äääää, was?

Montag, 16. Juni 2014

Traumprotokoll: Google als Laden

Ich träume, dass es neuerdings überall (z.B. in jeder gewöhnlichen Mall, aber auch in Postfilialen), sogenannte “Brockhaus Stores” gibt. Dies sind peppig eingerichtete Läden, in denen sämtliche je erschienenen Brockhaus-Bände aufbewahrt werden. Die Kundschaft dieser “Stores” kann die Bände aber weder kaufen noch entleihen, sondern lediglich für Schnellrecherchen nutzen. Man geht hinein, trägt der freundlichen Mitarbeiterin sein Anliegen vor und bekommt das für sein Problem in Frage kommende Buch in die Hand gedrückt. Gleichzeitig ist jeder Brockhaus Store ein Kampfhundverleih! Das leuchtet mir ein, denn “Passanten unentgeltlich in Lexika gucken lassen” erscheint mir als Konzept alles andere als zukunftsträchtig. Man kann diese zwei Services auch verbinden. Ich betrete so einen Store, schlage im Brockhaus-Band M nach, wie ein Mastiff aussieht, und nehme mir einen mit.

(Cross-posting vom Techniktagebuch, wo es m.M.n. nicht hingehört, aber auf Wunsch der Redaktion veröffentlicht wurde)

Dienstag, 2. Juli 2013

Bye-bye, Google Reader! Welcome, Digg Reader!

Nun ist es so weit: Der Google Reader ist nicht mehr. Er hat aufgehört zu existieren. This is an ex-reader. Ich finde nach wie vor, dass die Einstampfung dieses praktischen Tools die irrationalste Entscheidung war, die Google je getroffen hat, aber immerhin wird einem jetzt, wenn man die Reader-Startseite aufruft, ebendort ein Link zu einer umfangreichen Alternativensammlung präsentiert. 

Einige Alternativen hatte ich ja bereits getestet und für durch die Bank weg unbefriedigend befunden. Heute kann ich zum Glück eine eindeutige Empfehlung aussprechen: Der Digg Reader ist die Wahl der Stunde. Die alten Google-Reader-Feeds lassen sich problemlos importieren und nach Wunsch in Unterordnern bzw. Kategorien verteilen. Die Optik ist angenehm simpel: links die Feedliste, rechts die Postings, die sich auch als vollständige Artikel (nicht bloß als Teaser) darstellen lassen. Einige User bemängeln die etwas großzügigen Weißräume um die Beiträge herum, doch das dürfte nur auf sehr kleinen Bildschirmen wirklich stören. Eine App für iOS-Geräte ist bereits verfügbar, die Android-App soll demnächst folgen. In der Zeit, als ich den Google Reader und den Digg Reader parallel verwendet habe, ist mir aufgefallen, dass die Updates bei letzterem mit ein wenig Verzögerung eintrudelten. Seltsamerweise werden die Aktualisierungen meines Blogs nicht angezeigt. Vielleicht liegt das daran, dass ich meine neuesten Posts immer erst auf der tatsächlichen Blogseite betrachte und diese somit als "gelesen" markiert werden, weswegen sie gar nicht erst in den Reader eingespeist werden. Kann mir das jemand bestätigen? Zudem lässt sich ein einzelnes Blog aus meiner alten Liste gar nicht hinzufügen. Nun, hoffen wir, dass es sich dabei um bald überstandene Kinderkrankheiten handelt und dass wir noch viel Spaß mit unserem neuen Helferlein haben werden.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Gibt es ein Leben nach dem Google Reader?

Der angekündigte Tod des Google Readers (ich berichtete) scheint unvermeidbar und rückt immer näher. Die Hoffnung, Petitionen könnten Google noch zu einer Begnadigung bewegen, muss ich wohl fahren lassen. Es nützt nichts, eine Alternative muss her. Fünf habe ich bereits "getestet":
  • The Old Reader: Sieht dem Google Reader sehr ähnlich, was auch beabsichtigt ist. Das Importieren der alten Abos über eine gespeicherte XML-Datei funktioniert mühelos. Nachteil: Es gibt noch keine Android-App. Zudem sind mehrere neue Beiträge der vergangenen Stunden noch nicht geladen. Pluspunkt: Man kann sich direkt mit seinem Google-Login anmelden.
  • Good Noows: Auch hier gibt es eine OPML-Importfunktion, und die Anmeldung erfolgt bequem über soziale Netzwerke. Jedoch wird man zuerst einmal mit Dutzenden sinnlosen Newsfeeds bombardiert – sortiert nach Rubriken, die man alle nacheinander abwählen muss. Ich will keine "beliebten" oder "angesagten" Feeds, ich will nur meine eigenen! Größtes Manko: Unter den 12 (zum Teil recht stylishen) Darstellungsoptionen ist keine, bei der die Beiträge vollständig angezeigt werden. Immer bedarf es eines Extraklicks und eines zusätzlichen Fensters, wenn man einen Artikel in seiner Gänze lesen will. Das Praktische an einem guten Reader ist aber, dass man ganz einfach durch alle Beiträge scrollen kann!
  • Feedly: Offenbar die beliebteste Google-Reader-Alternative ("More than 3,000,000 Google Reader users have switched to feedly"). Gibt es für mobile Geräte und als Firefox-Extension. Und zwar nur als Firefox-Extension! Opera-Nazis wie ich haben das Nachsehen. Buuuuh!!!
  • Netvibes: Simple, schicke, klassische Oberfläche. Allzu simpel ist leider die Mobillösung: Eine App gibt es nicht, man muss sich über den Webbrowser einloggen, um seine Feedliste abzurufen. Außerdem zeigen sich bei mir erhebliche Importverzögerungen (bzw. -fehler). Etliche News der ersten Tageshälfte werden bis jetzt (14 Uhr) noch nicht angezeigt.
  • NewsBlur: Sieht, den Screenshots nach zu urteilen, recht gut aus, kostet jedoch 24 $ pro Jahr. Eine kostenlose Version mit eingeschränktem Umfang gibt es auch: "Up to 64 sites; River of News: Only 10 stories at a time; Site updates: 1X" STOPPED READING THERE
Fazit: Ernüchterung, Hilflosigkeit, leichte Panik. Die Suche geht weiter.