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Montag, 15. November 2021

Metabuch

Herbst 2021: Facebook heißt jetzt "Meta". So verkürzt wurde der Sachverhalt zumindest von etlichen Nachrichtenmedien verschlagzeilt, er ist aber etwas komplizierter und für diesen Beitrag nebensächlich (er wurde dankbarerweise von Kollege C. Oettle in der Taz-"Wahrheit" völlig korrekt dargestellt). Das soziale Netzwerk wird jedenfalls seinen etablierten Namen behalten, und besonders ulknudelige Deutsche dürfen weiterhin vom "Fratzenbuch" sprechen.

Was aber ist oder war ein facebook? Die Frage impliziert bereits, dass das Wort eben kein reines Kunstwort ist, auch wenn der überwiegende Teil der Welt bei "Facebook" zuerst an social media denkt. Im Juni 2010 lernte ich durch eine (zu diesem Zeitpunkt auch schon ein paar Jahre alte) Folge von "Saturday Night Live", dass in den USA mit facebook ursprünglich Bücher bezeichnet wurden, in denen höhere Bildungseinrichtungen alle ihre Schüler/Studenten eines Jahrgangs mit Portraitfotos und ausgesuchten persönlichen Angaben aufführten bzw. aufführen; womöglich gibt es diese Jahrbücher vereinzelt noch. Tatsächlich erwuchs Mark Zuckerbergs Webseite ja aus dem (erfolgreichen) Versuch, dem echten Online-facebook der Uni Harvard etwas eigenes, Besseres entgegenzusetzen, was man wohl auch in David Finchers "The Social Network" geschildert bekommt, mir aber entgangen sein muss, als ich den Film – ebenfalls 2010 – im Kino sah.

Samstag, 14. Oktober 2017

Dienstag, 28. Februar 2017

Backen

Beim Spazieren durch meine Hood entdeckte ich neulich folgenden Bäckerei-Slogan:

wir backen. du könig.

Darüber kann man sich schon mal den einen oder anderen Gedanken machen. Dies hat zum Beispiel Diana Marossek auf ihrem Sprachforschungs-Blog getan, welches ich auf der Google-Suche nach dem reichlich nichtssagenden Werbespruch fand: 

"Was will man uns damit eigentlich sagen?
Vielleicht die naheliegendste Bedeutung: 'Wir backen. Du BIST der König' (Verbvermeidung) oder doch sowas wie 'Wir backen, du König!' ???? Eindeutig ist anders."

Ich hätte noch eine dritte Interpretation anzubieten: "Wir sind Backen. Du bist der König." Ob Gesichts- oder Gesäßbacken gemeint sind, weiß allein der König der Kette "Back König", deren Filialschilder die fragliche Zeile ziert.

Sonntag, 24. April 2016

Der Zukunft zugewandt

"Wisst ihr noch, in den Neunzigerjahren, als reihenweise Geschäfte mit der Zahl 2000 im Namen eröffnet haben: »Blume 2000«, »Fliesen 2000«, »Peepshow 2000« usw.? Dann kam die Jahrtausendwende schneller als gedacht, und all diese im Millenniumshype gegründeten Läden wirkten plötzlich traurig altmodisch. Nun – in diese Falle werden wir nicht tappen!"


Donnerstag, 18. Juni 2015

Make your own kind of muesli

Bestimmt sind dem geneigten Einkaufsfan schon einmal, im Rewe etwa, diese riesigen Zylinder der Marke Mymuesli ins Auge gefallen. Da ist Müsli drin. Kerngeschäft von Mymuesli ist allerdings der Online-Service, sich eine individuelle Müslimischung zusammenstellen und nach Hause liefern zu lassen. Das habe ich neulich mal ausprobiert. Man wählt auf der Mymuesli-Seite unter "Mixer" die Basis, dazu Früchte, Nüsse und Extras, gibt dem ganzen einen eigenen Namen, unter dem man sein Rezept später bei Bedarf wieder abrufen kann, und wenig später klingelt es an der Haustür.


Für meine persönlichen 575g habe ich 10,95 € bezahlt, inklusive Versand, der sehr zügig war (Donnerstagabend bestellt, Samstagmittag in Empfang genommen). Und das ist drin (falls sich jemand inspirieren lassen möchte):


(Offenlegung: Ich habe von Mymuesli keine finanziellen oder anderen Anreize für diesen Text erhalten und auch sonst absolut nichts mit diesem Unternehmen zu tun.)

Mittwoch, 5. März 2014

Betr.: Keulen, Spam, Aldi, Firmennamen

Fakt: Wer das Wort "Antisemitismuskeule" benutzt, tut dies ausschließlich, um Antisemitismus zu rechtfertigen. Als wäre Antisemitismus nicht die viel brutalere, stumpfere, maliziösere Keule! Man sollte dieses Verhalten "Antisemitismuskeulen-Keule" nennen. Und vor allem sollte man eins: ausgewiesene Antisemiten als solche bezeichnen, wann immer es geht ("der Antisemit Rudolf Steiner / Walt Disney / Martin Luther ...").

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Obwohl web.de der wohl schlechteste Email-Anbieter überhaupt ist (12 MB Speicher, max. 500 Mails, hahaha!), habe ich dort noch immer ein Postfach. Die Mails, die von dort aus in meinen Thunderbird gepoppt werden, sind zum größten Teil Werbemist. Ich konnte die Spamflut allerdings neulich spürbar eindämmen, indem ich einen Filter anlegte, durch den jede Nachricht mit den Wörtern "spins", "Freispiele", "Kredit" und "genehmigt" in der Betreffzeile sofort gelöscht wird. Wenn mir jemals irgendwer über web.de mitteilen möchte, dass mir etwas (z.B. ein Kredit) genehmigt wurde, werde ich es nie erfahren.

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Letzte Woche hat es mich mal wieder in den Aldi verschlagen. Bass erstaunt war ich, als ich sah, dass es dort jetzt diese Gemüsecremeaufstriche gibt, die man bisher nur im Bioladen bekommen hat. Wir leben wahrlich in goldenen Zeiten.

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Der beste Kosmetikunternehmensname ist immer noch BÜBCHEN.

Freitag, 6. Dezember 2013

Wat mir uffregt

Coca-Cola! Ich traue mich dieser Tage kaum noch, irgendein YouTube-Video zu öffnen, weil fast jedes Mal dieser supereklige Coca-Cola-Werbespot eingeblendet wird ("Holidays are coming, holidays are coming..."). Die Coke-Arschlöcher haben sich vermutlich Folgendes gedacht: "Zu welcher Jahreszeit hat ein normaler Mensch das geringste Verlangen nach unserem in der Regel eiskalt konsumierten Zuckersprudel? Klar: im Winter! Warum also gehen wir nicht offensiv mit dieser himmelschreienden Diskrepanz um und erklären uns zum Weihnachtsgetränk Nummer eins? Der Coca-Cola-Santa als Maskottchen! Der Coca-Cola-Truck als kapitalistischer Rentierschlitten! Bruharrharr!"

Lächeln! Es gibt Leute, die scheinen nach dem Leitspruch zu leben "Jeder Tag, an dem du nicht den Satz 'Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag' sagst, ist ein verlorener Tag". Dieses ausgeleierte Charlie-Chaplin-Zitat war zu meiner Schulzeit ein Standardeintrag in jedem Freundschaftsbuch. Freundschaftsbücher – gibt's die überhaupt noch? Oder gar Poesiealben (ausgesprochen: Pooosie-Alben)? Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal absichtlich gelächelt habe. (Es steht mir nicht.) Auf sympathische Weise typisch deutsch ist die Tatsache, dass es seit einigen Jahren verboten ist, auf Passfotos zu lächeln. Hat wohl irgendwas mit dem Überwachungsstaat zu tun, erleichtert aber auch die Arbeit der Berufsfotografen. Darf man auf Bewerbungsbildern lächeln? Kommt sicher auf den angestrebten Posten an (Zahnmodel vs. Bestatter). Und wie viele asiatische Nationen streiten sich eigentlich um den Titel "Land des Lächelns"? Als Ausgleich zu all den herzigen Staaten müsste es auch einen geben, der als besonders stinkig und bärbeißig verrufen ist. Deutschland böte sich an (Stichwort Passfotos). "Land des Murrens": Mit der zunehmenden und krampfhaften Unverkrampftheit hierzulande wird das nix mehr.

Handtrockner! Die Meinung, dass Heißluft-Handtrockner des Teufels sind, verfechte ich schon lange. Vor Jahren habe ich einen längeren Zeitungsartikel zum Thema Händetrocknen gelesen, und darin kamen die Geräte nicht besser weg als der klassische Papiertuchspender. Was dieser nämlich an Müll verursacht, gleichen die Warmluftbläser mit ihrem hohen Energieverbauch locker aus. Genaue Zahlen liegen leider nicht vor, weil solche Studien oft von Unternehmen gesponsort werden und daher dem Verdacht unterliegen, biased zu sein. Hygieneexperten empfehlen jedenfalls Tücher, weil beim mechanischen Abtrocknen noch Restschmutz von den Pfoten entfernt wird. Die elektronischen Lufttrockner sind dagegen echte Keimschleudern bzw. -wirbel. Und wie lange es dauert, bis der Sensor reagiert! Und dann gehen sie oft nach kurzer Zeit wieder aus, so dass man erneut wie ein Irrer davor herumfuchtelt! Toll hingegen sind die immer mehr Verbreitung findenden Dyson Airblades, jene Kästen, in die man links und rechts seine Hände einführt, die dann von "Luftklingen" getrocknet werden: Das Wasser wird von Druckluft weggedroschen! Die Teile sind extrem laut, dafür aber wesentlich umweltfreundlicher (mit einem Schweizer Klimalabel ausgezeichnet!), und es dauert nur 10 Sekunden, bis die Hände trocken sind. Bei den alten Gebläsen braucht man 60 Sekunden, und wirklich leise sind die auch nicht gerade.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Es gibt sie noch, die guten Fische

An die Dresdner VW-Manufaktur hat man sich ja schon gewöhnt, und auch eine Seifenmanufaktur ist nichts Ungewöhnliches. Vor knapp zwei Jahren aber sah ich einen Transporter mit der Beschriftung "Deutsche See. Fischmanufaktur". Was es da wohl gibt, dachte ich mir. Handgeklöppelte Makrelen, mundgeblasene Schleie, feuerverzinkte Aale? Werden die Fische womöglich aus Fischabfällen zusammengeknetet?
Der Internetauftritt von Deutsche See macht allerdings einen edlen Eindruck. Im Shop kann man zB 260 Gramm Wolfsbarsch für 36,39 € (zzgl. Versand) ordern. Ich will also nix Schlechtes über dieses grundanständige Unternehmen verbreiten.


Public Service Announcement: Esst mehr Fisch!