Posts mit dem Label parteien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label parteien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 25. Mai 2014

Ein guter Grund, heute das Haus zu verlassen

*hüstel, hüstel*

(Foto: Jan Steffen. Ich kann bei meiner Telefonkamera den Auslösersound nicht deaktivieren und möchte nicht, dass man hört, wie ich in der Wahlkabine Fotos mache.)


Update 26.5.: Danke, danke, danke!!! Ich werde dann ab Dezember regelmäßig aus Belgien bloggen (während der Parlamentssitzungen selbstverständlich).

Mittwoch, 25. September 2013

Eine Partei unter der LUPe

Als Blogger habe ich auch eine Chronistenfunktion, also: Liebe Leserinnen und Leser aus der Zukunft! Zur Erinnerung: Am 22. September war in Deutschland Bundestagswahl, gleichzeitig (oder wie man neuerdings sagt: "zeitgleich") aber auch die Wahl zum Hessischen Landtag. Auf dem Stimmzettel für die letztgenannte entdeckte ich relativ weit unten einen Wahlvorschlag, von dem ich vorher nichts mitgekriegt hatte: LUPe.

Das Parteienkürzel LUPe dürfte das, sorry: beknackteste Parteienkürzel aller Zeiten sein. Es steht für "Lärmfolter Umwelt Politik ehrlich". Super. Da hat man einfach vier beliebige Schlagwörter, die auf keine Weise zusammenpassen, zu einer irgendwie bedeutungsvollen Initialkürzung aneinandergereiht. Das kann ich auch! Hiermit beantrage ich Markenschutz für folgende noch zu gründende Parteien:  
- BRILLe: "Baulärm Recht Industrie. Liebe Leute, echt!"
- FoLTeR: "Flug ohne Lärm, Themen erörtern real!"
- SCHMEr-z: "SCHland Mehrheit Europa ruck-zuck"
- PEIN: "Partei Einigkeit Intoleranz Neofaschismus"
- WaHNsinn: "Wahlen: alles Hohn? Na, soweit ist's noch nicht!"
Reicht, oder?

Sonntag, 15. September 2013

Basteln mit Parteinamen

Es gibt einen Text von Max Goldt, in dem dieser darauf hinweist, dass das Wort "Comicduo" das einzige wirklich glaubwürdige Beispiel für ein Wort ist, in dem die Buchstabenfolge CDU vorkommt. Die vorgeschlagenen Analogbeispiele für SPD habe ich vergessen, aber als unbefriedigend in Erinnerung behalten. Ich selbst habe zwei Wörter anzubieten: 
1) "Finncrispdose": eine Frischhaltebox für FinnCrisp
2) "Knospdrang": der Trieb einer Pflanze, zu knospen
Für FDP gibt es leider keine Vertreter. Wohl aber für AfD: "Schafdung", "Schlafdoktor", "Strafdilemma" (immerhin 7 Google-Treffer). Und für CSU? Hmmm ... "Cognacsucht"? "Ticsupport" (= Beratung für Menschen mit nervösen Zuckungen; wobei man das wohl mit Trennstrichen schreiben würde)?
Nun aber Schluss damit! Solche Spielereien erfreuen sich schließlich traditionell in der Neonazi-Szene großer Beliebhteit; das Kleiderlabel Consdaple wurde ja nur kreiert, weil darin die Buchstaben NSDAP enthalten sind.

Freitag, 30. August 2013

Der Epic Fail, der keiner war

Einem Blogger ist aufgefallen, dass die FDP und die NPD für ihre TV-Wahlwerbespots identisches Bildmaterial verwendet haben: eine kurze Filmsequenz, in der eine glückliche radfahrende Familie zu sehen ist. Rasch verbreitete sich die Meldung und sorgte für jede Menge Spott. Genauso rasch war man mit dem Schlagwort "Epic Fail" bei der Hand. Aber ist dieser inflationär gebrauchte Term gerechtfertigt? Ich finde nicht.

Die zwei Parteien haben einfach das gemacht, was man halt macht, wenn man keine eigenen Fotos oder Videos anfertigen will oder kann – sie haben die Dienste einer Agentur in Anspruch genommen. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erwischt man dann eben Material, das schon einmal von irgendjemand anderem benutzt wurde. Auch die Süddeutsche Zeitung und die FAZ erwischen schätzungsweise einmal im Quartal dasselbe Stockfoto für ihre Titelseiten. Darüber kann man jedes Mal ein wenig schmunzeln, aber auch nicht mehr als über die Tatsache, dass der Fahrrad-Clip bereits in einer finnischen Quarkreklame vorkam. 

Mich ärgert, dass man sich an dieser Petitesse hochzieht und dabei den eigentlichen Missstand zu vergessen scheint, nämlich dass die NPD immer noch zu Bundestagswahlen antreten darf!

Sonntag, 7. Juni 2009

Gesinnungsbekundung qua Schriftsatz?

Heute finden in einigen Städten, darunter in meiner, Stadtratswahlen statt. Vielerorts konnte man Wahlplakate sehen. Eine Kampagne irgendeiner Partei bediente sich symbolischer Ortsschilder nach dem Muster Ortseingang = etwas Positives, Ortsausgang = etwas Negatives, zB "Mindestlöhne" und darunter (durchgestrichen) "Lohndumping". Ein spezielles Schild trug die Aufschrift "Weltoffenheit", und das darunter stehende Wort "Fremdenhass" war in gebrochener Schrift gesetzt (ich weiß nicht, in welcher genau, da ich das besagte Plakat nur kurz im Vorbeifahren sah). 
Das ließ mich wundern. Wieso wird dieses antidemokratische Schlagwort mit einer veralteten Schriftart in Verbindung gebracht? Bzw. warum assoziiert man alte Schriften mit Nationalsozialismus? In diesem Wiki-Artikel steht, dass die gebrochene Schrift 1941 aus den Schulen verbannt wurde, und ist von Hitler nicht überliefert, dass er die lateinische Schrift bevorzugte, um sich besser in der ganzen Welt behaupten zu können? Also wäre das lateinisch gedruckte Wort "Weltoffenheit" tatsächlich im Sinne Hitlers! Obwohl, naja, er hat wohl eher was anderes darunter verstanden. Neonazis wiederum würden freilich nie von "Fremdenhass" sprechen, die sind ja heute viel "subtiler", was mich zu den erwartbarerweise dümmsten Plakaten bringt, nämlich jenen einer nicht erwähnenswerten Partei, die im Ernst "Kriminelle Ausländer raus!" fordert - das Adjektiv "kriminelle" extra klein geschrieben. Und in lateinischen Buchstaben.