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Montag, 31. August 2026

Makes you think ...

Beim Frühstück höre ich im Deutschlandfunk von neuerlichen Angriffen der USA auf den Iran und Vergeltungsschlägen Teherans auf Ziele in Jordanien. Später schaue ich, meinem montäglichen Vor-der-Arbeit-Ritual frönend, noch eine alte Folge "Saturday Night Live". Es ist die Episode vom 18. Februar 1989 (Ep. 14x13, Host: Leslie Nielsen), und das Thema der Woche ist die Verhängung einer Fatwa gegen Salman Rushdie ("Die satanischen Verse") durch den Ajatollah. In der ersten Meldung in "Weekend Update" werden, als Verlängerungswitz, die kommenden Mordaufrufe Chomeinis aufgezählt, nämlich gegen: Sidney Sheldon ("The Sands of Time"), Jackie Collins ("Rock Star") und, als vom Publikum heftig bejubelte Pointe, Donald Trump ("The Art of the Deal").



"Was für eine irrwitzige Verknüpfung!", muss man damals gedacht haben. "Der religiöse Führer des Irans gegen einen vulgären Baulöwen aus New York, lächerlicher geht's nicht!" Ach, hätte man damals in die Zukunft blicken können ...

Sonntag, 26. Juli 2026

Neues Geld im Anmarsch!

Die meisten von euch werden es mitbekommen haben: Die Euro-Banknoten sollen ein neues Design bekommen, und wir, die Bürgerinnen und Bürger der EU, dürfen mitentscheiden, welches. Zwischen zehn Entwürfen können wir wählen. Den Link zur Online-Abstimmung werde ich nicht einfügen, denn der wird wahrscheinlich in ein paar Jahren ins Leere führen; Bilder der Scheine mag ich auch nicht posten, wegen Copyright-Blabla. Wer nach "Euro-Banknoten" + "Abstimmung" googelt, findet die entsprechende EZB-Seite auf Anhieb. Ich persönlich bin ein großer Fan der Vogelmotive.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Neues Altes (April-Juli '26)

  • Archäologen entdecken Bibergrube aus der Jungsteinzeit bei Alsleben (mdr.de, 4. Mai) Ein Fund an der Saale, die rund 7000 Jahre alten Reste von mindestens zwölf Bibern, "liefert seltene Hinweise darauf, welche Rolle Pelzherstellung, Jagdstrategien und Kleidung bereits in der frühen Jungsteinzeit spielten".
  • Bei Schulausflug auf Bauernhof: Bub (6) macht Sensationsfund (Kurier, 11. Mai) Der Junge entdeckte im norwegischen Dorf Brandbu ein 1,30 m langes Schwert, das aus einem Acker ragte. Das überragend gut erhaltene Objekt soll 1300 Jahre alt sein, also "aus der Merowingerzeit oder dem Beginn der Wikingerzeit" stammen.
  • Stinkendes Notizbuch in mittelalterlichem Klo gefunden (wdr.de, 12. Mai) In Paderborn wurde ein in 700 bis 800 Jahre altes, gut erhaltenes, in Leder und Holz gebundenes und innen beschriebenes Buch gefunden – in einer Latrine. Womöglich handelt es sich um das Notizbuch eines Kaufmanns.
  • Muscheln und Schnecken der Saison (Spektrum.de, 18. Mai) Eine Untersuchung von Weichtierschalen, die in rauen Mengen in der spanischen Höhle Las Aviones gefunden wurden und ein Alter von 115.000 Jahren aufweisen, legt nahe, dass die Ernährungsvorlieben des Neandertalers denen des Homo sapiens, der erst 100.000 Jahre später die Bühne betrat, ähnelten. Demnach wurden Meeresfrüchte bevorzugt in der kalten Jahreszeit konsumiert. Das "könnte damit zusammenhängen, dass die Neandertaler den Rest des Jahres anderswo lebten; vielleicht verdarben die Muscheln und Schnecken während des Winters aber auch weniger schnell oder schmeckten besser".
  • Toter von Pompeji identifiziert – das war sein Beruf (t-online, 20. Mai) Einer jener 13 an dem als "Garten der Flüchtenden" bekannten Weinberg gefundenen Menschen hatte zum Zeitpunkt seines Todes unmittelbar nach dem Ausbruch des Vesuv einen Gegenstand bei sich, der den Eindruck eines "antiken Medizinkoffers" machte. Nach einer Analyse mit modernsten Methoden steht fest, dass das "Köfferchen eine Stofftasche mit Bronze- und Silbermünzen, ein Kästchen aus organischem Material sowie eine Reihe von Instrumenten, die zu einem medizinischen Set passen", enthielt. "Außerdem fanden sich eine Schieferplatte, die in der Antike zur Herstellung medizinischer oder kosmetischer Substanzen verwendet wurde."
  • Überraschung aus der Steinzeit: Vater und Sohn durch hunderte Kilometer getrennt (Der Standard, 21. Mai) Der Sohn eines um 3100 v. Chr. im hessischen Niedertiefenbach beigesetzten Mannes "fand seine letzte Ruhe rund 225 Kilometer weiter nördlich, in einer in den Fels geschlagenen Kammer bei Sorsum" bei Hildesheim – "der bisher größte dokumentierte geografische Abstand zwischen Verwandten ersten oder zweiten Grades aus dem Neolithikum". Anschließende Untersuchungen mehrerer Bestattungsplätze ergeben das Bild eines regelrechten Netzes mit "weitreichende[n] biologische[n] Verbindungen".
  • Neue Studie löst altes Rätsel: So übersteht diese Pyramide jeden Erdstoß seit Jahrtausenden (merkur.de, 26. Mai) Die Stabilität der Cheops-Pyramide: garantiert wird sie durch einen messbaren Unterschied zwischen den Eigenfrequenzen von Bauwerk und Untergrund, wodurch das sog. Resonanzphänomen vermieden wird. Druckkammern spielen dabei eine Rolle. "Die Pyramide vereint mehrere geometrische Prinzipien, die Ingenieure auch heute noch als vorbildlich bezeichnen würden."
  • Der nackte Brite aus Kreide wird aufgehübscht ("Spiegel online", 28. Mai) "[S]owohl stärkere Regenfälle als auch heißere Sommer" haben dem zwischen 700 und 1100 n. Chr. angefertigten Riesen von Cerne Abbas zugesetzt, weswegen die Umrisse des 55 Meter großen Scharrbildes früher als nach dem üblichen Turnus nachgezogen werden. "Die Neuverkreidung soll bis zu 15 Tage in Anspruch nehmen. Rund 300 Mitarbeiter und Freiwillige des National Trust werden laut der BBC daran beteiligt sein und etwa 17 Tonnen frische Kreide den steilen Hang hinauftragen."
  • Acht Meter unter dem Mainufer tauchen 2400 Jahre alte Gemäuer aus der Eisenzeit auf ("Welt online", 1. Juni) Eine eisenzeitliche Konstruktion aus Stein und Holz wurde am Mainufer in Aschaffenburg freigelegt. Sie stammt aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert und ist somit wohl der keltischen La-Tène-Kultur zuzuordnen. Über den Nutzen des "vermutlich auch repräsentativen Bauwerk[s]" ist (noch) nichts bekannt.
  • Keltisches Fürstengrab im Taunus entdeckt (Hessenschau, 8. Juni) Teile eines Streitwagens, goldene Ringe, Schmuckperlen, eine etruskische Kanne und mehr: Die Grabbeigaben im schon jetzt als Sensation geltenden Bad Camberger Grab deuten auf eine höhergestellte Persönlichkeit hin, die zu Beginn der frühen Eisenzeit gelebt hat.
  • Schülerin findet keltischen Armring aus Bronze - per Zufall (Hessenschau, 15. Juni) "Es handelt sich um ein rund 2.700 Jahre altes Schmuckstück aus der frühen Eisenzeit", welches eine Zwölfjährige in Büdingen in der Wetterau geborgen hat: einen Armring aus Bronze, der wohl Teil einer ganzen Tracht aus der Hallsteinzeit gewesen war. Der Fund bestätige, "dass der Glauberg bereits seit der frühen Eisenzeit besiedelt war. Zudem könnten solche Einzelfunde wichtige Hinweise auf mögliche bisher unentdeckte Grabhügel bieten - und seien deshalb ein Glücksfall für die Forschung".
  • Unberührte Maya-Stätte im mexikanischen Dschungel entdeckt ("Spiegel online", 24. Juni) Die 15 Hektar große Stadt, deren Reste im Bundesstaat Campeche entdeckt wurde, ist Minanbé getauft worden (aus der Maya-Sprache mit "Es gibt keinen Pfad" zu übersetzen). Neben Hieroglyphentexten barg der auf die Zeit zwischen 600 und 900 n. Chr. datierte überwucherte Ruinenkomplex einen "13 Meter hohen Pyramidentempel, Altäre, palastartige Gebäude, Plätze, Wasserkanäle sowie einen Stein mit einer eingravierten Enthauptungsszene".
  • Über 2.000 Jahre alte menschliche DNA in Höhlen Spaniens und Portugals entdeckt (AOL, 24. Juni) Eine internationale Studie zeigt, "dass Felsoberflächen menschliche genetische Spuren über Tausende von Jahren bewahren können", konkret "menschliche DNA nicht nur auf einer mit Pigmenten bedeckten Oberfläche der portugiesischen Höhle von Escoural, sondern auch in Bereichen ohne Malereien in [der Höhle von Maltravieso in Cáceres] und in der asturischen Höhle Covarón" sowie auf weiteren "Tafeln mit Felskunst aus elf Höhlen in Spanien und Portugal". "Von den analysierten Proben stammen drei von Frauen, eine von einem Mann; eine weitere ließ sich keinem Geschlecht eindeutig zuordnen." (Ausführlicher auch die Tagesschau)
  • Neues Rätsel um Frühmensch Homo naledi: Warum lagen in einer Höhle nur weibliche Skelette? (National Geographic, 25. Juni) 20 von 20 Individuen in der südafrikanischen Rising-Star-Höhle wurden als weiblich identifiziert. Der Artikel geht ausführlich auf die Methodik der Geschlechtsbestimmung bei 300.000 Jahre alten Skeletten ein und wägt diverse Erklärungsversuche ab: Kulturelles Verhalten, sprich eine zielgerichtete Bestattung, sei bei frühen Homininen wie dem Homo naledi mit seinem relativ geringen Gehirnvolumen wenig wahrscheinlich. Solch ein Verhalten wäre tatsächlich ein Indiz für "eine Praxis, die ein Maß an abstraktem Denken voraussetzt, das bislang nur dem Menschen zugeschrieben wurde".
  • Spannender Fund in Nidderau gibt Einblicke in das Leben der Kelten (Hessenschau, 30. Juni) Sieben Gräber aus der Zeit von vor 2500 Jahren bargen Angehörige der keltischen Mittel- und Oberschicht, darunter einen mutmaßlichen Krieger, der "mit Schwert und Speer bestattet" wurde. Folgeuntersuchungen sollen u.a. klären, "ob die Menschen körperlich schwer arbeiten mussten und ob sie ausreichend Nahrung hatten. Auch mögliche Krankheiten, das Alter oder Familienverhältnisse können zum Teil aufgedeckt werden".
  • Stätte in Nordirland könnte zu den frühesten stadtähnlichen Siedlungen Europas gehören ("Spiegel online", 1. Juli) "In Haughey's Fort in der Nähe von Armagh soll es bereits ab etwa 1200 v. Chr. Besiedlung gegeben haben." Alles deutet auf ein bronzezeitliches "proto-urbanes Zentrum" hin, mit "Handwerksproduktion, Tauschhandel und gemeinschaftliche Aktivitäten", das zudem wahrscheinlich in Zusammenhang mit der bedeutsamen Stätte King's Stables und den Creeveroe-Erdwällen steht.
  • Der Hobbit-Mensch aß, was die Drachen übrigließen (National Geographic, 8. Juli) Die "Hobbits" auf der indonesischen Insel Flores haben offenbar nicht, wie man lange annahm, selbst gejagt. Wie ein kurioses Beiß-Experiment jetzt gezeigt hat, ernährte sich der Homo floresiensis von Kadavern des Rüsseltiers Stegodon, jedoch nur von Exemplaren, die Warane zuvor erlegt hatten. Immerhin: "Um das Fleisch vom Knochen zu trennen, nutzten sie Werkzeuge."
  • 2000 Jahre alte Gräber und byzantinische Stadt in der ägyptischen Wüste entdeckt (Deutschlandfunk, 6. Juli) "Die Gräber in Marina El-Alamein wurden etwa hundert Kilometer westlich von Alexandria gefunden" und enthielten "menschliche Überreste, Töpferwaren, Amphoren und andere Grabbeigaben". "Es wird angenommen, dass es sich bei dem Fundort um die antike Stadt Leukaspis handelt, ein Mittelmeerhafen, der zwischen der hellenistischen und der byzantinischen Zeit seine Blütezeit erlebte." Die Überreste einer komplexen byzantinischen Wüstensiedlung aus dem 4. Jahrhundert wurden unabhängig davon freigelegt.
  • Archäologen entschlüsseln Namen eines Maya-Astronomen ("Spiegel online", 14. Juli) Der Mathematiker, der im 8. Jahrhundert (Zeit der Maya-Klassik, 250-900) gelebt haben soll, habe Sak Tahn Waax geheißen, was so viel wie "Weißbrustfuchs" bedeute. Zu Grunde lagen "astronomische Berechnungen an der Wand einer Kammer in der Maya-Ruinenstadt Xultún" (Guatemala).
  • Bislang unbekanntes Grab bei Luxor entdeckt: Hinweise auf einen Würdenträger der Ramessidenzeit (herder.de, 14. Juli) Im Bereich Sheikh Abd el-Qurna stieß ein Forschungsteam auf eine dem Neuen Reich zuzuordnende "Grabanlage östlich des bekannten thebanischen Grabes TT 45". "Zu den bedeutendsten Funden gehören die Wanddekorationen im Inneren der Anlage. Mehrere Darstellungen nennen den Namen des Grabherrn 'Paser'."

Mittwoch, 24. Juni 2026

Ein paar Dinge: Kiwi

In der gestrigen "Leute"-Spalte der Süddeutschen Zeitung war dieser Beitrag zu finden:

Andrea Kiewel, 61, Moderatorin, ärgert sich über Apothekenpreise. In ihrer Kolumne in der Zeitschrift SuperIllu schreibt Kiewel laut einem Bericht des Münchner Merkur, sie habe für einen Einkauf von zwei kleinen Tuben Sonnencreme 45 Euro bezahlen müssen. "Und ich bin mir sicher, mich verhört zu haben", schreibt die Moderatorin. Aufgrund ihrer empfindlichen Haut könne sie nur spezielle Sonnencremes verwenden. "Mag ja sein, dass die Firma mehr bezahlen muss für alle chemischen Zutaten meiner Sonnencreme, sorry, aber ich bekomme keinen Pfennig mehr Gehalt", ergänzt sie. Die Zeitung Welt am Sonntag berichtete 2024, dass Kiewel für ihre Moderation des ZDF-"Fernsehgartens" eine Jahresgage von etwa 400.000 Euro erhält.

Dazu fallen mir mehrere Dinge ein ... um nicht zu sagen: ein paar Dinge. Das ist doch ein guter Anlass, diese alte, hier bisher nur ein einziges Mal erschienene, bei Seth Meyers längst in den Ruhestand geschickte Rubrik zu reinstallieren:


ERSTENS Warum erfahren wir den Inhalt von Kiewels Kolumne aus dritter Hand? Hätte die Münchner Panorama-Redaktion sich nicht direkt eine SuperIllu besorgen können statt den (zitierenden) Merkur zu zitieren? Das gebieten doch sowohl die journalistische Sorgfaltspflicht als auch die Solidarität unter Printschaffenden.

ZWEITENS Was ist Frau Kiewels Definition einer "kleinen Tube"? Qualität hat nun mal ihren Preis. Unabhängig von der Hautempfindlichkeit sollte man in puncto Sonnenschutz nicht sparen, zumal mir 45 Euro für zwei Tuben jetzt nicht sooo überzogen vorkommen. Es könnten ja auch 100 sein! Mit etwas Vorausplanung und Geduld findet man außerdem gelegentlich preisgesenkte Pflegeprodukte.

DRITTENS Ich bin mir sicher, mit Hilfe einer erfahrenen Beraterin könnte Frau Kiewel die Kosten für Sonnencreme als besondere Belastungen von der Steuer absetzen.

VIERTENS Apropos: Wenn man dermatologisch diesbezüglich vorbelastet ist, warum heuert man dann freiwillig bei einem Format namens "FernsehGARTEN" an? Die Moderatorin sollte sich überlegen, zu einer weniger outdoor-gecodeten Show zu wechseln; vielleicht mal mit dem ZDF einen "Fernsehschuppen" oder "Fernsehbunker" konzipieren?

FÜNFTENS Der letzte Satz ist irgendwie unangenehm, ein überflüssiges Nachtreten. Nicht mal eine halbe Million (vor Steuern, nehme ich an) für eines der langlebigsten Zugpferde der öffentlich-rechtlichen Unterhaltung, das kommt mir, once again, nicht sooo überzogen vor. Das US-amerikanische Pendant von Kiwi, wobei mir da auf die Schnelle keines einfällt, würde für läppische 400.000 nicht mal ein Mikrofon in die Hand nehmen.

SECHSTENS War es nötig, in diesen wenigen Zeilen zum Schluss – nach SuperIllu und Münchner Merkur – noch ein drittes Medium einzuführen? Das sind zu viele Quellen!

Sonntag, 31. Mai 2026

Fotos, Ausrisse, Screenshots, launig kommentiert

Solange mich niemand vom Gegenteil überzeugt, gehe ich davon aus, dass "Bienenkosmetik" Kosmetik für Bienen bedeutet.
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Ich will aber spez. Bergkäse!
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Little Spreewald oder auch
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Ach, DAS versteht man unter Adana Kebap!
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"The Rehearsal" Season 2
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Zum Glück hatten sie noch eine passende Garfield-Folge in der Schublade ("Der Ajatollah ist tot. Ich hasse Montage!").
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Warum "sogar"? Verstehe den Widerspruch nicht – Kritiker sein heißt doch nicht, alles schlecht zu finden.
(Plot-Twist: Mit "ihn" ist der Star-Kritiker gemeint.)
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Fühlt sich an, als wäre das Land noch zwei Haushaltsdebatten entfernt von einer Brigitte-Strecke "Die schönsten Dachhasen-Variationen".
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Dachte auf den ersten Blick, das seien Richard Ayoade und Shea Whigham.
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Mein erster Gedanke: Was für ein random Loss Edit ...
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Hey, Amazon, Vorschlag für eine weitere Neuerung: KORREKTE IMPERATIVE!
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Den Hillergruß?
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Meine Erkenntnis: Kneift man die Augen zu, sehen die zwei Flaggen hinter ihm aus wie Dämonenflügel.
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"Prinzessin Dianas Hellseherin" ... würde ich mir nicht unbedingt in den Lebenslauf schreiben.
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Schlechtes Symbolbild imho
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Aber ... sie ist doch schon bei Penny?
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Schade, dass sie in den 16 Zeilen nicht noch eine vierte Schreibweise von "Kurd-Laßwitz-Preis" unterbringen konnten.
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Was geht eigentlich an der Instantnahrungsfront?
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Im Zeitalter der Phrasendrescherei sollten solche Überschriften um den Vermerk "(buchstäblich)" ergänzt werden.
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Auch noch nicht gesehen: Uhrzeitenangaben mit Komma
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Zeichentheorie für Fortgeschrittene
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Und denk dran, Lucas, was deine Eltern dir über Rechtschreibung beigebracht haben: nichts.
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Hier stecken bestimmt ein bis zwei Witze drin, macht sie bitte ggf. selbst.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Der Hausherr meldet sich zum Dienst (Aufstrich-Content inside!)

So, da bin ich wieder – und finde das Blog so vor, wie ich es verlassen habe. Die in meiner Abwesenheit veröffentlichten Inhalte konnten nicht nur das von hier gewohnte Qualitätsniveau halten, sondern dieses sogar übertreffen und zudem das thematische Spektrum aufs Interessanteste erweitern (Drogen! Sex! Rennräder!). Auch mit den Klickzahlen bin ich zufrieden; das sind die Synergieeffekte, die ich mir von meinen Gastbeiträgern als Multiplikatoren erhofft hatte. Fazit: Das machen wir mal wieder! Die nächsten Vertretungsstunden kann ich hiermit schon jetzt ankündigen, voraussichtlich für das erste Quartal 2027.

Nun aber zurück zum Wesentlichen. Die neue Stiftung Warentest teilt uns mit, dass Konfitüre jetzt Marmelade heißen darf:

Wer Beeren- oder Aprikosen-Konfitüre schon immer „Marmelade" nennt, liegt damit jetzt auch offiziell richtig. Bisher war der Begriff streng genommen Zubereitungen aus Zitrusfrüchten vorbehalten. Nun darf auch bei anderen Fruchtarten „Marmelade" auf dem Etikett stehen – dank Änderungen der „EU-Frühstücksrichtlinien" und der deutschen Konfitüren-Verordnung. Diese fordern nun auch einen höheren Fruchtgehalt: mindestens 450 Gramm Frucht je Kilogramm, bei der Bezeichnung „Extra" sogar 500 Gramm.

EU-Frühstücksrichtlinien, herrlich! Ganz streng genommen dürfte sich "Marmelade" ja nur auf Zubereitungen aus Quitten beziehen. Wie dem auch sei, mir soll recht sein, was die Frühstücksdirektoren in Brüssel entscheiden. Verstehe ich das richtig: Was "Marmelade" heißen darf, ist nun gleichzeitig lockerer und strenger reglementiert? Auf die Frucht kommt es nicht an, wohl aber auf den Fruchtanteil. Nicht geregelt ist laut Stiftung Warentest übrigens die Produktbezeichnung "Fruchtaufstrich", "mitunter" sei dabei "besonders viel Frucht enthalten".

Freitag, 8. Mai 2026

Ende (Te)gut?

Ich werde sie vermissen, die Supermarktkette Tegut, die sich in nur fünf deutschen Bundesländern verbreitet hat, mit den meisten Filialen in Hessen. Wie in den letzten Wochen bekannt wurde, zieht sich der Schweizer Mutterkonzern Migros zurück, Rewe und Edeka rücken nach, indem sie sich ganze "Pakete" sichern. Und ein mir bis vor kurzem noch gar nicht bekannter Player hat die Bühne betreten! Der Betreiber "Tante Enso" will in Hessen bis zu 36 Teguts (Tegüter?) übernehmen. Das Konzept dieses Mini-Marktes ist ein hybrides: Man kann rund um die Uhr ("vierundzwanzig-sieben", wie man heutzutage leider immer öfter hört) darin einkaufen, zu bestimmten Zeiten kassieren dort aber echte Menschen ab. Tegut hatte ja zuletzt etwas Ähnliches etabliert: kleine, das Nötigste zu leicht erhöhten Preisen führende Buden namens "teo" ("Dein digitales Einkaufserlebnis"), wo man sich selbst am Sonntag versorgen konnte, was eine Zeitlang die hessischen Gerichte beschäftigte. Am Hanauer Hauptbahnhof habe ich so ein Lädchen zum ersten Mal gesehen. I for one welcome our Enso overlords. Dennoch wird mir Tegut, wie gesagt, fehlen. Generell war es dort etwas teurer, aber jede Woche gab es zwei, drei Angebote, die preislich schlicht unschlagbar waren. Und wo bekomme ich künftig die gute Reichenhof-Mitternachtssuppe her?

Dienstag, 5. Mai 2026

Wort des Tages

Kokushobi (japanisch): "Es lässt sich mit 'brutal heiß' übersetzen und soll in Zukunft in den Nachrichten verwendet werden, wenn draußen mehr als 40 Grad herrschen, wie die japanische Wetterbehörde im April bekannt gegeben hat." (Süddeutsche Zeitung)

Bleibt zu hoffen, dass in mehr oder weniger naher Zukunft nicht noch ein weiteres Prädikat eingeführt werden muss, weil kokushobi das "neue Normal" geworden ist.

Dienstag, 28. April 2026

Neues Altes (Februar-April '26 + Nachtrag)

  • [nachgereicht] Forscher finden mögliches Massengrab von Pestopfern in Thüringen (n-tv.de, 13. Januar) "Durch Auswertung historischer Quellen, geophysikalische Messungen und Sedimentbohrungen konnte ein Expertenteam nun ein Massengrab identifizieren, das den beschriebenen Pestgruben aus dem 14. Jahrhundert entspricht. Endgültige Klarheit soll eine archäologische Grabung bringen."
  • Waren die ältesten Kunstwerke Europas beschriftet? (Spektrum.de, 24. Februar) Untersucht wurden die Linien, Kreuze und Punkte auf 260 "Objekten der Altsteinzeit, die zwischen 43 000 und 34 000 Jahre alt sind – darunter [ein Elfenbeinmammut], der rätselhafte Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel, Knochen- und Elfenbeinflöten bis hin zu weniger bekannten Werkzeugen". Die Eigenschaften dieser Muster, "beispielsweise wie verschiedenartig die Zeichen gestaltet sind oder wie sie sich wiederholen", wurden "mit denen anderer, jüngerer Zeichensysteme, darunter auch moderner Schrift" verglichen und seien von der Komplexität her tatsächlich der sog. Protokeilschrift nicht unähnlich. (Anm. d. Bloggers: Ich warne vor voreiligen Schlüssen und würde tunlichst davon abraten, von einer "Schrift" zu sprechen.)
  • 2,000-year-old inscriptions found in Valley of the Kings offer fresh insight into Indian presence in Ancient Egypt (The Art Newspaper, 25. Februar, englisch) Im 1. bis 3. Jh. n. Chr. haben Menschen aus Indien nachweislich Austausch mit Ägypten und Griechenland gehabt. Händler hinterließen im Tal der Könige Graffiti in vier verschiedenen Sprachen und Schriften Indiens. Die Mehrheit der knapp 30 Inschriften, die sich auf sechs Gräber verteilen, wurde in der Tamil-Brahmi-Schrift verfasst. "[A]lthough archaeologists knew of an Indian presence on the Red Sea coast of Egypt during the later Roman era [...] 'until this discovery we never had any solid proof of visitors from India to the Nile Valley in this early period'."
  • Wer waren die toten »Sänger des Amun«? ("Spiegel online", 3. März) Dieser Titel taucht auf mehreren der 22 bemalten und verzierten Holzsarkophage auf, die – samt unversehrten Mumien – in Theben freigelegt wurden. In der rechteckigen Grabkammer aus der Dritten Zwischenzeit (1075 bis 652 v. Chr.) lagen zudem Keramikgefäße, "die vermutlich Materialien enthielten, die während des Mumifizierungsprozesses verwendet wurden".
  • Mehr als 43.000 beschriftete Tonscherben in Ägypten entdeckt (Stuttgarter Nachrichten, 13. März) Der Rekordfund aus dem Komplex Athribis gibt beredtes Zeugnis über die Sozialgeschichte der Nilregion. Die Ostraka enthalten "Steuerlisten und Lieferungen, daneben kurze Mitteilungen über alltägliche Abläufe, Übungen von Schülern, religiöse Texte und priesterliche Bescheinigungen über die Qualität von Opfertieren". Die ältesten Texte (aus dem 3. Jh. v. Chr.) liegen dabei in demotischer Schrift vor, die jüngsten (9.-11. Jh. n. Chr.) in arabischer, hinzu kommen viele griechische Inschriften sowie Texte in koptischer und hieratischer Schrift und in ägyptischen Hieroglyphen.
  • When did humans arrive in the Americas? A new study reignites the debate (National Geographic, 19. März, englisch) Die südchilenische Stätte Monte Verde ist neueren Untersuchen zufolge womöglich nur weniger als 8000 Jahre alt, nicht, wie nach ihrer Entdeckung in den 1970ern angenommen, 14.500 Jahre. Damals wurde mittels der Radiocarbonmethode Holz datiert – das sich jedoch ursprünglich nicht in Monte Verde befunden haben, sondern durch Erosionsprozesse von anderswo dorthin gelangt sein könnte. "The difference between a site being 13,000, 14,500, or 21,000 years old is significant because it raises other questions about how early humans arrived. Monte Verde prompted archaeologists to look for explanations as to how people could get to the Americas before the emergence of an ice-free corridor in Canada that only arose near the end of the last Ice Age, around 13,800 years ago."
  • Wurde Pompeji mit einem antiken Maschinengewehr angegriffen? ("Spiegel online", 22. März) Dies könnte zumindest die Erklärung für viereckige, fächerförmig angeordnete Einschusslöcher in den nördlichen Stadtmauern sein. "Um zu überprüfen, ob sie damit richtig lagen, verglichen die Forscherinnen die digitalen Messdaten mit griechischen Ingenieurszeichnungen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, die die Mechanik eines Polybolos beschreiben."
  • Überreste von Musketier D'Artagnan entdeckt? (Tagesschau, 26. März) "Bei einer Reparatur der Sint-Petrus-en-Pauluskirche in Maastrichter Stadtteil Wolder im Süden der Niederlande wurde das Grab entdeckt", genauer: unter dem Altar, wo i.d.R. "[n]ur königliche oder andere wichtige Personen" begraben wurden. "Auch eine Kugel sei bei den Rippen gefunden worden und eine französische Münze." Ein DNA-Abgleich mit einem Nachfahren des berühmten Anführers der Leibwache Ludwigs XIV. soll in ein paar Wochen Klarheit schaffen.
  • Hügelgräber bei Ausgrabungen in Laußnitzer Heide entdeckt (n-tv.de, 26. März) "Die Grabungen erfolgten vor der Erschließung neuer Abbauflächen durch das Kieswerk Ottendorf-Okrilla." Von den zehn schnurkeramischen Gräbern aus der Zeit zwischen 2750 und 2200 v. Chr. seien neun "ungestört und mit reichen Grabbeigaben ausgestattet" gewesen.
  • Archäologie enthüllt: Alexandria am Tigris war größer als gedacht (Berliner Morgenpost, 26. März) Nach einer Neuverortung mit modernen geophysikalischen Methoden und unter Zuhilfenahme von Drohnenaufnahmen kommt ein internationales Forschungsteam zu dem Schluss, dass die ein halbes Jahrtausend lang höchst bedeutende Stadt im heutigen Irak, unweit der Grenze zum Iran, eine hochkomplexe Metropole war, die es mit ihrer Namensvetterin am Nil aufnehmen konnte.
  • Römische Bootsladung vom Grund des Neuenburgersees gehoben (SRF, 26. März) Die exzellent erhaltenen Gegenstände – Schwerter, Gefäße, Werkzeuge – aus dem Gewässer im Kanton Neuenburg befanden sich wohl an Bord eines im ersten nachchristlichen Jahrhundert gesunkenen zivilen Handelsschiffs und zeugen "von der Nutzung eines dualen Transportsystems, das Land- und Wasserwege miteinander verband".
  • Als Neandertaler einen Elefanten schlachteten ("Spiegel online", 27. März) Bereits 1948 wurden im niedersächsischen Lehringen die ca. 125.000 Jahre alten Überreste eines Waldelefanten entdeckt, dem "ein augenscheinlich von Menschenhand geformter, etwa 2,4 Meter langer Holzstab" zwischen den Knochen steckte. "Nun geben neue Untersuchungen Gewissheit: Der etwa 30 Jahre alte Elefantenbulle wurde höchstwahrscheinlich von Neandertalern getötet, berichtet ein Forschungsteam". Das Tier war zudem noch am Ort des Erlegens ausgenommen und zerteilt worden.
  • Fragmente von Homers »Ilias« in Mumie entdeckt ("Spiegel online", 22. April) Im heutigen ägyptischen Al-Bahnasa, dem antiken Oxyrhynchos, wo bereits "viele beeindruckende Gegenstände aus der griechisch-römischen und byzantinischen Zeit gefunden [wurden], darunter Tausende Papyri", wurde im Inneren einer Mumie aus römischer Zeit ein Papyrus mit Versen aus dem zweiten Buch des Epos aufgespürt.

Donnerstag, 9. April 2026

Eiland in Sicht!

Dass ich das noch erlebe: dass im Jahr 2026 die Entdeckung einer neuen Insel bekanntgegeben wird! Genau das ist diese Woche geschehen. Auf das Eiland gestoßen ist der deutsche Brecher Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) im Weddellmeer. Die nach ersten, durch Drohnenaufnahmen gewonnenen Erkenntnissen circa 130 Meter lange, 50 Meter breite und etwa 16 Meter aus dem Wasser ragende Insel war "zuvor auf den vorhandenen Seekarten lediglich als Gefahrenzone verzeichnet", wie es in der Pressemitteilung des AWI heißt. "Da es keine offizielle internationale namentliche Eintragung der Insel gibt, gilt es jetzt, den Benennungsprozess für eine solche Entdeckung zu durchlaufen." Danach kann sie in internationalen Seekarten eingezeichnet werden und hoffentlich auch bald in Google Maps erscheinen. Einer bestimmten Nation darf sie gemäß Antarktis-Vertrag nicht zugeschlagen werden.

Persönliche Randbemerkung: Eine ehemalige Mitschülerin von mir arbeitet als Geochemikerin beim AWI. Ob sie wohl Teil des 53-köpfigen Forschungsteams der Polarstern ist, die neue Insel womöglich sogar irgendwann betreten darf?

Dienstag, 24. Februar 2026

Neues Altes (November '25 - Februar '26)

  • Das steckt hinter dem "Band der Löcher" in Peru (geo.de, 11. November) Auf einem Bergkamm am Monte Sierpe ("Schlangenberg") am Fuß der Anden befindet sich ein 1,5 km langes Band aus 5.200 präzise angeordneten Löchern, das lange Zeit Anlass für vielfältige Spekulationen war. Ein internationales Forschungsteam geht nun davon aus, "dass Monte Sierpe anfangs - zur Zeit des Chincha-Reiches (etwa 1000 bis 1400 nach Christus) - als Marktplatz zum Tausch von Handelsgütern diente. Dies sei möglicherweise mit gemeinschaftlichen rituellen Feiern verbunden gewesen". Neben der Segmentierung der Löcher waren vor allem die organischen Rückstände darin auffällig: "Am prominentesten waren Spuren von Mais, der im fruchtbaren Pisco-Tal schon vor der Ankunft der Europäer im 16. Jahrhundert kultiviert wurde."
  • Hinweise auf geheimen Pyramiden-Eingang (Tagesschau, 16. November) Mit den Methoden des Ultraschalls, des Georadars und der elektrischen Widerstandstomographie konnte die schon länger kursierende Theorie eines weiteren Eingangs zur Mykerinos-Pyramide bestätigt werden. Der Hohlraum dahinter ist verhältnismäßig groß, dient(e) aber wohl vorrangig statischen Zwecken.
  • Sensationsfund in Frankfurt – 2000 Jahre altes Römerlager entdeckt (Frankfurter Neue Presse, 28. November) Bei Grabungen im Bolongarogarten in Frankfurt-Höchst wurden Reste eines festen Lagers aus augusteischer Zeit freigelegt, mithin Spuren einer deutlich älteren römischen Besiedlung als jene der Stadt Nida, die unter Kaiser Vespasian fiel und somit frühestens 70 n. Chr. begann.
  • Der Neandertaler: Hatten Frühmenschen schon vor 400.000 Jahren Feuer? (National Geographic, 5. Januar) "Am Fundplatz East Farm in England traten bei jüngsten Grabungen gerötete Schluffschichten zutage, von Hitze verzogene Feuerstein-Handäxte und Fragmente eines Minerals – Eisenpyrit –, das als Funkengeber auf Zunder gedient haben könnte. Zusammen deuten diese Funde darauf hin, dass eine frühe Gruppe von Neandertalern dort vor etwa 400.000 Jahren wiederholt Feuer in einer Herdstelle entfachte", was darauf hindeuten könnte, "dass Neandertaler die Kontrolle über das Feuer unabhängig von frühen modernen Menschen entwickelten [...] – auch wenn nicht auszuschließen ist, dass das Pyrit von Homo heidelbergensis stammt".
  • Giftpfeile aus der Steinzeit gefunden (Tagesschau, 8. Januar) Schon vor 60.000 Jahren haben Menschen ihre Waffen mit Pflanzengift präpariert. Das legen in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal gefundene Pfeil- oder Messerspitzen aus Quarz nahe, an denen Rückstände des Saftes der Giftzwiebel hafteten, eines auch als Gifbol bekannten Gewächses, das "bis heute sowohl als traditionelles Heilmittel als auch für die Herstellung von Gift genutzt" wird.
  • Reste von römischen Lagern in Sachsen-Anhalt entdeckt (mdr.de, 15. Januar) Dass römische Legionen bis an die Elbe vorgedrungen sind, war bislang nur aus historischen Quellen überliefert. Nun liegen handfeste Beweise in Gestalt der Reste dreier Marschlager im heutigen Sachsen-Anhalt vor. "Dass es sich um römische Anlagen handelt, belegen auch gefundene Fragmente von Gewandnadeln und Münzen. [...] Landesarchäologe Meller geht davon aus, dass die Lager aus der Zeit von Caracalla stammen. [...] Den Angaben zufolge belegen auch Radiokarbon-Untersuchungen, dass die Anlagen zu Beginn des 3. Jahrhunderts nach Christus angelegt wurden."
  • Vitruvs Basilika nach Jahrhunderten der Suche in Fano entdeckt (Der Standard, 21. Januar) "Die Basilika von Fanum Fortunae, dem antiken Fano [in Mittelitalien], ist das einzige Bauwerk, das Vitruv in seiner überlieferten Schrift De architectura ausdrücklich erwähnt." Jetzt wurde das öffentliche Bauwerk unter der Piazza Andrea Costa im Rahmen von Umgestaltungsmaßnahmen freigelegt und kann aufgrund exakter Übereinstimmung mit den schriftlichen Beschreibungen eindeutig dem "Vater der Architektur" zugeschrieben werden. "Als Hinweise auf vier Säulen auftauchten, nutzten die Forschenden Vitruvs Text, um zu berechnen, wo sich eine Ecksäule befinden müsste – und bei der anschließenden Grabung kam die Säule tatsächlich genau an der berechneten Stelle zum Vorschein."
  • Höhlenbild in Indonesien bricht Altersrekord (Spektrum.de, 21. Januar) "Es handelt sich um ein kaum sichtbares Handnegativ, das Menschen vor mindestens 67 800 Jahren mit dem Mund an eine Höhlenwand auf der Insel Muna gesprüht hatten. Damit ist es etwa 16 600 Jahre älter als der bisherige Rekordhalter, ein Felsbild, das sich auf der größeren Nachbarinsel Sulawesi befindet." Der Abdruck untermauere den archäologischn Befund, dass der Homo sapiens auf dem Weg nach Australien vor rund 65.000 Jahren die sog. Wallace-Linie, einen tiefen Meeresgraben, via die Borneo-Sulawesi-Route überquert hat.
  • 300 neue Inschriften aus Pompeji offenbaren das Leben der Antike ("Focus online", 22. Januar) Ausgegraben wurde der Durchgang im Theaterbezirk bereits vor über 200 Jahren, doch erst jetzt hat das moderne Verfahren Reflectance Transformation Imaging Zeugnisse der informellen Alltagskommunikation wie Liebesbotschaften zutage gefördert.
  • Forscher machen 1.400 Jahre alten Sensationsfund (t-online, 24. Januar) Im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca wurde ein gut erhaltenes Grab der zapotekischen Kultur entdeckt, welche zwischen 300 und 900 n. Chr. ihre Hoch-Zeit erlebte. Die Grabkammer und ihr Vorraum beeindrucken mit Inschriften, Friesen und farbenfrohen Wandmalereien, die zum Teil lebhafte Einblicke in die (Bestattungs-)Kultur im Süden Mexikos bieten.
  • Chemikerin löst Legionen-Rätsel: Überraschender Fund in Kalkriese (WAZ, 29. Januar) "Mithilfe der Analyse von Buntmetallen identifizierte sie die 19. römische Legion zweifelsfrei in Kalkriese. Diese gehört laut historischen Quellen zu den drei Einheiten, die in der Varusschlacht vernichtet wurden." Könnte dies ein entscheidendes Puzzlestück in der Streitfrage um den tatsächlichen Schauplatz der römisch-germanischen Schlacht sein?
  • Taucher entdecken antikes Schiffswrack vor Italiens Küste ("Spiegel online", 4. Februar) Auf dem Meeresgrund vor der apulischen Stadt Gallipoli hat die Finanzpolizei bereits im Juni 2025 Überreste eines römischen Frachters aus dem 4. Jahrhundert entdeckt. Beladen mit mehreren Amphoren voller Garum, war das Schiff wahrscheinlich von Nordafrika aus gestartet.
  • Antike chinesische Hochkultur endete wohl mit Überschwemmungen ("Spiegel online", 9. Februar) Der Untergang der vor 4600 Jahren ihre Blütezeit bildenden Shijiahe-Kultur (mittlere Region des Jangtsekiang) und ihr anschließendes Zerstreuen war lange Zeit ein Rätsel. Anhand eines an Stalagmitenbildung ablesbaren "Regenarchivs" konnte nun rekonstruiert werden, "dass das Tal drei Perioden mit geringen Niederschlägen [...] und zwei Perioden mit hohen Niederschlägen [...] erlebte, die 80 bis 140 Jahre dauerten. [...] Der Rückgang archäologischer Funde ab dieser Zeit deutet auf einen deutlichen Bevölkerungsrückgang hin, der über Jahrhunderte anhielt."
  • Fund in Köln aus der Römerzeit ist einzigartig für Nordeuropa ("Spiegel online", 11. Februar) Ein römischer Hausaltar (ein Lararium) "wurde im Bereich des alten römischen Statthalterpalastes, des Praetoriums, gefunden". Eine Seltenheit, zumal im Innern "noch Reste der Bemalung" sowie Löcher von Nägeln, an denen Girlanden gehangen haben könnten, erkennbar sind. "Die Ausgräber stießen zudem auf eine Treppe aus dem 1. Jahrhundert."
  • Zum Schluss keine Nachricht, sondern ein Online-Tool, auf das die Deutsche Welle aufmerksam macht: Hinter itiner-e verbirgt sich eine interaktive Straßenkarte des Römischen Reiches. "299.000 Kilometer Wege, die durch vier Millionen Quadratkilometer verlaufen, wurden digital rekonstruiert".

Dienstag, 17. Februar 2026

Menschheit gerettet?

Nur selten geht es in diesem Blog um Aktuelles, und das ist auch gut so. Ausnahmsweise möchte ich aber festhalten, welche Debatte seit ein paar Tagen die deutsche Gesellschaft mit am heftigsten bewegt. Es geht um die Frage: Brauchen wir eine Altersbeschränkung bei der Nutzung sozialer Medien? Australien hat vor kurzem ein Social-Media-Verbot für Personen unter 16 Jahren eingeführt; könnte/sollte das ein globales Vorbild sein? Aufklärungskampagnen, Bildschirmzeitbegrenzungen, Verhaltensregeln und die Überwachung durch Eltern und Lehrkräfte haben ja offensichtlich nicht gefruchtet: Der Nachwuchs ist – überspitzt formuliert – verroht, verblödet, verhaltensauffällig sowie permanent Gefahren für Leib, Leben und Seele ausgesetzt.

Wie so oft hinkt die praktische Umsetzung dem theoretischen Ansinnen hinterher: "Noch sei es jedoch zu früh, um zu sagen, ob die Plattformen die Vorschriften vollständig einhalten, betonte die Leiterin der australischen Behörde für Sicherheit im Internet, Julie Inman Grant. Denn den Unternehmen ist es selbst überlassen, wie sie das Alter der Nutzerinnen und Nutzer überprüfen, etwa über die Auswertung von Nutzerdaten, über hochgeladene Fotos oder eine verpflichtende Vorlage eines Ausweises." (tagesschau.de) Und: "In der Realität haben viele Teenager aber Wege gefunden, an der Sperre vorbeizukommen." (tagesspiegel.de) Doch immerhin ist ein erster Schritt getan. Die EU erwägt seit einer Weile Vergleichbares, und auch in Deutschland erheben sich diesbezüglich immer mehr Stimmen aus der Politik. Ein Positionspapier der SPD etwa fordert ein vollständiges Social-Media-Tabu für Kinder bis 14 Jahren und darüber hinaus: "Für Jugendliche bis 16 Jahre soll eine verpflichtende Jugendversion der Plattformen gelten. Diese Jugendversion soll bestimmte Anforderungen erfüllen. Algorithmisch gesteuert[e] Feeds und Empfehlungssysteme solle es für diese Altersgruppe nicht geben und auch keine personalisierte Inhalteausspielung. Zudem sollen suchtverstärkende Funktionen wie Endlos-Scrollen, automatisches Abspielen von Inhalten, Push-Benachrichtigungen, Gamifizierung oder Belohnungssysteme auf Grundlage intensiver oder dauerhafter Nutzung unterbunden werden." Da käme ein ordentlicher Brocken Arbeit auf Meta & Co. zu.

Nun, warten wir's ab. Mag sein, dass wir in fünf Jahren diesen Beitrag lesen und mit Leichenbittermiene ausrufen: "Oh Mann, wir waren damals tatsächlich kurz davor, eine Social-Media-Schranke für Kids einzuführen ... Alles hätte sich zum Guten wenden können!" Oder aber eine solche Maßnahme wird längst umgesetzt worden sein, und wir sagen: "Ach guck, so fing das also an im Jahre 2026!" Meine Meinung? Soziale Medien komplett abschaffen!

Sonntag, 11. Januar 2026

Fotos, Ausrisse, Screenshots, launig kommentiert

Dialektik im Bücherschrank
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Die Qual der Wahl
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So was sieht man auch nicht mehr im öffentlichen Raum.
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Diese Perverslinge!
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Diesen Schnapper habe ich leider verpasst.
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Körperwelten-Ripoffs im Jahr 2025 sind objektiv camp.
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Zum Glück haben sie für ihr Logo kein großes i verwendet.
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Ehrlich gesagt koordiniere ich null meiner Arme mit Saugnäpfen.
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Ich fänd's lustig, wenn dieser Preis aus Eisen bestünde.
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Als Ossi denke ich bei "Neubauten" immer noch zuerst an Plattenbauten und dass die ja eigentlich die letzten bezahlbaren Wohneinheiten sind.
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Wer hat dir denn in den

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"Alter-Falter-Straße" hätte ich schöner gefunden.
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Hiroshima ist vergeben.
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Im Epstein-Express
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Has science gone too far?
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Und dann hatte ich in der Galerie meines Telefons noch dieses Foto von einem Zeitumstellungsexperten, der aussieht wie eine Kreuzung aus Gordon Ramsay und Stefan Effenberg.

Freitag, 9. Januar 2026

Good niues, everyone!

Ein historischer Tag für Fans diplomatischer Entwicklungen: Als erst zweites Land nach den USA hat die Bundesrepublik Deutschland gestern den in freier Assoziierung mit Neuseeland stehenden Inselstaat Niue anerkannt. Glückwunsch! Natürlich konnte ich den südpazifischen Vulkanfelsen, auf dem weniger Menschen leben als in Königstein-Falkenstein, geographisch grob einordnen, mein Wissen über das paradiesisch anmutende Eiland war jedoch lückenhaft. Ich verschaffte mir zusätzliche Informationen bei, na klar, Wikipedia. Behaltenswert erscheinen mir die folgenden:

- Hauptstadt ist Alofi.
- Früher nannte man Niuë (Trema optional) wohl auch "Savage Island".
- "Da Niue unmittelbar östlich der Datumsgrenze liegt, ist es einer der wenigen Orte der Erde, an denen man stets nur die Nachrichten 'von morgen' sehen kann."
- Das Land ist numismatisch reizvoll: "Seit einiger Zeit gibt die Regierung von Niue Sammler- und Anlagemünzen heraus. [...] Die Motive reichen von Tennisspielern bis zu Figuren aus Disney-Comics und den Science-Fiction-Serien Doctor Who und Star Wars."
- Das (neben Englisch) als Amtssprache dienende Niueanisch ist eng mit dem Tongaischen verwandt, was mich freilich auch nicht weiterbringt, da ich mich mit polynesischen Sprachen leider nicht auskenne.
- "Da 'nu' auf Französisch 'nackt' bedeutet, wird die Domain [.nu] auch gern für französischsprachige 'Erotikseiten' benutzt."

Freitag, 19. Dezember 2025

Kurz notiert: Cyborg-Invasion

Randnotiz im Spiegel vom 12. Dezember: "Eine Million Humanoide bis 2030. Humanoide Roboter stehen kurz vor dem industriellen Durchbruch. Schon 2026 soll die Serienproduktion erster Modelle starten [...]"

Da hatte ich kurz einen "So fangen dystopische Horrorfilme an"-Moment. Man liest oder hört eine Meldung, denkt sich nichts dabei, blättert um oder zappt weiter, und SCHNITT!, überrennen Robo-Armeen die Welt und versklaven uns. Ähnlich war es vor ein paar Jahren, als ich mit ein paar Kollegen auf einen nächtlichen Absacker in einer Bar saß und im Hintergrundfernsehen etwas über Chancen und Gefahren von KI gezeigt wurde. "In einem Science-Fiction-Film, der harmlos beginnt, würde man jetzt von dem Bildschirm auf uns schwenken, während wir das Foreshadowing heiter schwatzend ignorieren", bemerkte einer von uns sinngemäß.

Samstag, 29. November 2025

Leo locutus, causa finita

Diese Woche gab es einen Wendepunkt in der Geschichte der katholischen Kirche, na ja, zumindest eine historisch bedeutende Änderung in Bezug auf Amts- und Arbeitssprachen.

"Die Behörden der Kurie schreiben ihre Akten in der Regel in Latein, sie können aber für ihre Korrespondenz oder für das Schreiben von Dokumenten gemäß den jeweiligen Notwendigkeiten auch andere Sprachen nutzen, die heute gebräuchlicher sind." So hieß es bisher im Regolamento, dem Regelwerk des vatikanischen Verwaltungsapparats. Jetzt liegt das aktualisierte Regelwerk von Papst Leo XIV. vor, und darin steht doch tatsächlich: "Die Behörden der Kurie schreiben ihre Akten in der Regel in Latein oder in einer anderen Sprache." Auch werden nicht länger "gute Lateinkenntnisse" von Verwaltungsangestellte in spe, die es werden wollen, verlangt; lediglich gute Kenntnisse in Italienisch und einer weiteren Sprache sind gefragt. Zudem müssen päpstliche Gesetzestexte nicht mehr auf Latein im Amtsblatt der Vatikanstadt abgedruckt werden. Päpstliche Lehrschreiben, also etwa Enzykliken, sollen dagegen weiterhin in lateinischer Sprache veröffentlicht werden.

Vereinfachten Nachrichtenüberschriften, die behaupten, das Lateinische verliere mit dem neuen Regularium seinen Status als Amtssprache – weltweit ein Unikum –, ist kein Glauben zu schenken. Es ist nunmehr lediglich die weniger bevorzugte Arbeitssprache. Leo XIV. spricht übrigens neben Italienisch, Latein und seiner Muttersprache Englisch auch Portugiesisch und Spanisch. (Mehr auf katholisch.de)

Sonntag, 9. November 2025

Ein rätselhafter Screenshot

Des öfteren knipse ich Zeitungsmeldungen ab oder mache Bildschirmfotos von Online-Schlagzeilen, um sie später auf Bluesky witzig zu kommentieren oder sie hier im Blog, mit launigen Sprüchen versehen, zu zeigen. In seltenen Fällen vergesse ich jedoch, was ich mit dieser oder jener Überschrift oder Nachricht vorhatte.Auf meiner Festplatte fand ich heute einen Screenshot mit dieser Zeile vom 25. September:
"Modern Family"-Star: Sofía Vergara verpasst Emmy-Verleihung wegen Augenallergie
Was hat mich daran amüsiert? Als ich den Ausschnitt speicherte, muss ich mir ja irgendwas dabei gedacht haben, aber was immer es war, jetzt ist es weg. Wollte ich vielleicht anmerken: "Verständlich, bei öffentlichen Preisverleihungen sind sehr viele Augen zugegen, da will man nicht hin, wenn man eine Augenallergie hat!"? Reichlich flach. Es sollte eigentlich eine Fingerübung für mich darstellen, mir zu einer Nachricht etwas Originelles einfallen zu lassen. "Hey, meine tränenden Augen sind hier oben!" Ach, keine Ahnung.

Freitag, 7. November 2025

Neues Altes (Juli-Oktober '25)

  • Grab des ersten Mayakönigs von Caracol entdeckt (scinexx.de) Es handelt sich um Te K’ab Chaak, der im Jahr 331 den Thron bestieg und "zum Begründer einer mehr als 460 Jahre lang regierenden Königsdynastie" wurde. In dem Grab, in dessen Nähe sich drei weitere Gräber hochrangiger Mayas fanden, lagen zahlreiche Beigaben, "darunter Jadeschmuck und eine kunstvolle Totenmaske in Form eines Jadeit-Mosaiks, sowie geschnitzte Knochenflöten, vom Pazifik stammende Muschelschalen und elf verzierte Keramikgefäße".
  • Archäologen entdecken antiken Schmuck aus der Römerzeit mit besonderer Bedeutung ("Focus online", 22. Juli) Das Trilobiten-Amulett wurde auf der Müllhalde des Domus einer offenbar wohlhabenden römischen Familie in Galicien gefunden, wobei das Fossil nicht von dort stammt, "sondern aus einer Region wie Kastilien-La Mancha oder Extremadura, etwa 430 Kilometer südöstlich. Das Forschungsteam vermutet, dass das Fossil über Handelswege nach Galicien gelangte." Womöglich schrieb man dem intentionell bearbeiteten Gliederfüßerüberrest magische, schützende Wirkung zu.
  • Familienrezepte bei Neandertalern? Neue Studie deutet auf Traditionen hin (stern.de, 23. Juli) "'Die feinen Unterschiede in den Schnittmustern zwischen [den 70 km voneinander entfernten Höhlen Amud und Kebara im Norden Israels] könnten lokale Traditionen in der Zerlegung von Tierkadavern widerspiegeln', sagt die Studienleiterin Anaëlle Jallon von der Hebräischen Universität Jerusalem. Demnach wurden die Traditionen über Generationen weitergegeben".
  • Rätselhafte Riesenschuhe in römischem Kastell entdeckt (Telepolis, 27. Juli) Die Größe der Schuhe der am Hadrianswall in Northumberland gefundenen Kollektion entsprechen der modernen britischen Größe 41 bis 42. "Emma Frame, leitende Archäologin der Magna-Ausgrabungen, vermutet: 'Wir müssen davon ausgehen, dass es etwas mit den hier lebenden Menschen zu tun hat, die größere Füße und möglicherweise auch eine größere Statur hatten [...]'", was "bedeuten würde, dass einige Angehörige der Militärgemeinschaft in Magna tatsächlich sehr groß gewesen sein müssen. [...] Es könnte jedoch auch andere Erklärungsansätze geben. Könnte es sich beispielsweise um eine Art Schneeschuhe oder Winterstiefel handeln, die zusätzliche Polsterung oder mehrere Paar Socken erlaubten? Ein Brief, der unter ähnlichen Bedingungen wie die Schuhe in Vindolanda erhalten blieb, erwähnt ein Geschenk aus Socken und Unterhosen, das an jemanden geschickt wurde, der dort stationiert war", etwa einem Bogenschützen aus dem wärmeren Syrien, für dessen Anwesenheit es ebenfalls Belege gibt.
  • Coptic City Unearthed in Egypt's Western Desert (Archaeology Magazine, 29. Juli, englisch) Wohnhäuser, Gräber und zwei Kirchen wurden in der ägyptischen Kharga-Oase freigelegt und zeugen von frühem christlichen Leben.
  • Größtes Werkzeug: Archäologen entdecken im Hohle Fels Meißel aus Elfenbein (SWR, 31. Juli) Ein "Team um Archäologie-Professor Nicholas Conard [hat] das einzigartige Objekt im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren als 'Fund des Jahres' präsentiert. [...] 'Mit diesem Fund wird die allgegenwärtige Bearbeitung von Elfenbein immer deutlicher', erklärt Conard. Bisher haben die Archäologen Endprodukte aus Elfenbein gefunden, Schmuckstücke oder Figuren. 'Jetzt finden wir das Werkzeug und Hinweise, dass der Hohle Fels zum Beispiel eine ganze Elfenbein-Werkstatt war.' Die Archäologen der Universität Tübingen sprechen deshalb bereits von einem Elfenbein-Zeitalter für die Periode von vor 43.000 bis 35.000 Jahren."
  • Ältestes Altenheim der Welt entdeckt (israelnetz.com, 21. August) In der antiken Stadt Hippos nahe dem See Genezareth wurde ein Mosaik aus dem 4./5. Jh. freigelegt, das "die Inschrift 'Friede sei mit den Ältesten'" enthält. "Um die Schrift herum sind Bilder angeordnet von Seerosen, Zypressen, Früchten und Gefäßen. Aus der prominenten Lage des Mosaiks am Eingang eines öffentlichen Gebäudes schließen die Forscher, dass die Inschrift damals für die Eintretenden gut sichtbar war. Sie gehen davon aus, dass die Institution ein gemeinschaftliches und spirituelles Zentrum war, das die sozialen Werte der christlichen Stadt widerspiegelte."
  • Menschen haben schon vor 9200 Jahren Getreide mit Steinsicheln geerntet ("Spiegel online", 26. August) Ausgrabungen in der Toda-Höhle im Süden des heutigen Usbekistan legen nahe, "dass die Ernte von Wildgetreide viel weiter verbreitet war als vermutet. Denn dort – Tausende Kilometer nordöstlich des Fruchtbaren Halbmonds etwa auf der Breite von Athen gelegen – fand das Team Steinwerkzeuge, Holzkohle und Pflanzenreste." Die Bearbeitung der somit "ungeplanten" Domestizierung erfolgte mit Steinklingen.
  • „Die Leichen wurden gehäutet und entfleischt, ihre Knochen gekocht“ ("Welt online", 1. September) "Vor rund 5700 Jahren hat in [der nordspanischen Karsthöhle] El Mirador ein regelrechtes Gemetzel stattgefunden, wie Archäologen und Anthropologen jetzt in den 'Scientific Reports' berichten. Unter den Opfern waren sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene. Womöglich wurde eine ganze Familie oder Gruppe ausgelöscht."
  • Als der Mensch sich das Pferd zum Nutztier machte, waren zwei Gene entscheidend ("Welt online", 4. September) Das eine ist für die Stresstoleranz der Tiere zuständig und hat damit Einfluss auf die Domestizierbarkeit, das andere steht "sowohl mit der Anatomie von Rücken und Wirbelsäule als auch mit der Ausdauer in Zusammenhang". Die Forschungsgruppe "hatte das Erbgut von 86 Pferden aus verschiedenen Teilen der Welt und von einem Esel auf 266 verschiedene genetische Eigenschaften analysiert und aus den Ergebnissen einen Stammbaum abgeleitet", der 5000 Jahre in die Züchtungsvergangenheit zurückreicht.
  • Wegweiser in der Wüste: 12.000 Jahre alte Tierabbildungen entdeckt (mdr.de, 2. Oktober) In der arabischen Nefud-Wüste hat ein Forscherteam 60 Felskunsttafeln mit 176 Gravuren entdeckt. Die teils beinahe 13.000 Jahre alten, naturalistischen Abbildungen mit Maßen von bis zu 3 Metern Länge und 2 Metern Höhe zeigen "hauptsächlich Kamele, Steinböcke, Pferde, Gazellen und Auerochsen", die mehr als "künstlerischer Ausdruck waren: '[...] sie waren wahrscheinlich Aussagen über Präsenz, Zugang und kulturelle Identität.' [...] 'Die Felskunst markiert Wasserquellen und Bewegungsrouten und symbolisiert möglicherweise territoriale Rechte und generationsübergreifendes Gedächtnis.'"
  • Kolosse auf Wanderung ("Spiegel online", 9. Oktober) Die Moais auf der Osterinsel sind gewandert! In einem praktischen Experiment wurde eine gewichtsgleiche Kopie von "drei Gruppen bestehend aus je einer Handvoll Menschen abwechselnd an Seilen, die den Koloss umschlingen und ihn dadurch nach vorn schaukeln", in Trippelschritten über eine beachtliche Strecke transportiert. "Die aktuelle Studie widerspricht damit anderen Theorien, laut denen die Statuen auf Holzstämmen verladen und vorwärtsgerollt wurden."
  • Der Nazi-Adler hinter der Rigipswand ("Welt online", 13. Oktober) Zum Schluss keine wirkliche Neuigkeitenmeldung, aber ein dennoch lesenswerter Kurzaufsatz zu durch Naturgewalten ans Licht gekommene historische Zeugnisse.