Mittwoch, 10. Juli 2024
Was birst denn da?
Sonntag, 17. März 2024
Bye Bye Bahnie
Letzte Woche habe ich meinen BahnBonus-Goldstatus verloren. Jetzt darf ich nie mehr in den für Vielfahrende reservierten Sonderbereichen von IC und ICE Platz nehmen. Ich bekomme keine Freigetränke im Bordbistro mehr. (Stücker zwölf gab's für Gold-Mitglieder per annum!) Und in die DB-Lounge wurde man ja sowieso nur noch mit am jeweiligen Tag gültiger Fahrkarte gelassen. (Früher habe ich manchmal einfach so die Lounge betreten, wenn mir während eines Stadtganges/Einkaufsbummels der Sinn nach Ruhe und Kaffee stand. Good times.) Es ist mir einfach nicht gelungen, die dafür notwendigen 2000 Bonuspunkte innerhalb von zwölf Monaten zusammenzubekommen.
Einen Tag vor diesem drastischen Einschnitt in mein Leben informiert mich eine E-Mail, dass "Ihre BahnCard mit Gültigkeitsbeginn ab dem 09.06.2024 oder später ausschließlich in digitaler Form zur Verfügung stehen wird". Heißt: Erst werde ich downgegraded, nächstes Jahr habe ich gar keinen Vergünstigungsnachweis mehr im Portemonnaie. Den Klimaschutzgedanken dahinter kann ich nachvollziehen und gutheißen, ich sehe allerdings einen entscheidenden Nachteil: Ich werde künftig immer darauf achten müssen, mein Handy vor Reiseantritt ausreichend geladen zu haben. Mit ausgedrucktem Ticket und physischer BahnCard ist man unabhängiger bzw. war es die längste Zeit gewesen. Mir ist es schon passiert, dass ich mit weniger als 20 % Ladung einen Zug bestiegen habe und dachte 'Okay, das Telefon kann ich ja während der Fahrt chargen', nur um dann wegen Überfüllung weit weg von einer Steckdose zu stehen. Man wird doch panisch, wenn ein Kontrolleur naht, dem man etwas auf einem jeden Moment die Grätsche machen könnenden Elektrogerät vorzeigen muss! Genau deshalb habe ich mir auch das Deutschlandticket in Plastikform ausstellen lassen.
Davon abgesehen macht die kommende Umstellung BahnCard-Kunden ohne Smartphone das Zugfahren schwerer – aber wenigstens nicht unmöglich: "Dann nutzen Sie als Nachweis für die BahnCard das Ersatzdokument, welches Ihnen ab dem 09.06.2024 ebenfalls in Ihrem Kundenkonto [...] als Download zum Ausdrucken zur Verfügung gestellt wird." Vor allem für Ältere und deren Angehörige wird das natürlich eine zusätzliche Belastung darstellen. Ins Internet gehen, ein Dokument runterladen, ausdrucken, und das Jahr für Jahr: Da wird wieder das ein oder andere Enkelkind seine helfende Hand reichen müssen ...
Mittwoch, 14. Februar 2024
Das Zeitalter der nervigen Deckel
Samstag, 4. März 2023
Hähne nutzen beim Zähneputzen!
Auf der Zahnpastatube entdeckte ich eines Morgens diesen Aufdruck:
Wie gaga kann es noch werden?! Selbstverständlich lasse ich das Wasser nicht laufen, während ich mir die Zähne putze. Was sind das für Menschen, die erst von einer anthropomorphen Erdkugel darauf hingewiesen werden müssen? Ich dachte, solche gebe es nur in Hollywood-Filmen. Wobei es ja nicht nur dort, sondern auch im echten Leben offenbar üblich ist, die Dusche über den gesamten Duschvorgang hinweg laufen zu lassen. Den Hahn beim Einseifen abzudrehen scheint so speziell zu sein, dass es im (amerikanischen) Englisch sogar einen eigenen Ausdruck dafür gibt: Navy shower oder auch military shower. Das lernte ich erst 2019 durch einen Tweet von @Cuba_Libre_Jr.
Dienstag, 8. Februar 2022
Die papierne Revolution
Eine kleine Sensation ist zu vermelden: Der wöchentliche Werbeprospektepacken, der in diesem Blog wiederholt Gegenstand emotionalster Beiträge war, kommt nach langem Protest nicht mehr in der verhassten Plastikhülle* in die Haushalte. Zumindest nicht in die Frankfurter; in Berlin, davon konnte ich mich mit eigenen Augen überzeugen, wurde die Werbung am Samstag wie gehabt in Plaste ausgeliefert.
Aber wie wird fürderhin sichergestellt, dass die Prospekte zusammengehalten werden? Seht selbst:
(s. u.a. "Werbeprospekte in der Pandemie"; "Der Frankfurter Coupon-Skandal 2019")
Samstag, 19. September 2020
Freitag, 18. September 2020
Mein Freund, der Baum, ist lebendig
Samstag, 13. Juli 2019
Aufmachertrend Sommer 2019
- Focus, 8. Juni: "Ich mag Fleisch. Ich fliege gern. Ich fahre Auto. 40 Ideen, wie Sie trotzdem klimafreundlicher leben können"
- Zeit, 11. Juli: "Der Mythos vom Verzicht. Kein Fleisch, kein Flug, kein Auto – der Mensch soll auf immer mehr verzichten. Doch die Enthaltsamkeit des Einzelnen hilft nicht weiter."
- Spiegel, 13. Juli: "Richtig und gut leben. Die Welt retten, ohne sich einzuschränken – geht das?"
Konsequent und schon wieder sympathisch fände ich ein Magazin, das folgenden Kurs einschlägt: "Lachend in den Untergang: Kreuzfahrt, Steak und Monsterjeep – so machen wir uns die letzten Jahre der Menschheit so angenehm wie möglich."
Freitag, 5. Juli 2019
Fragen, die ich mir selbst stelle
Das ist doch sonnenklar, mag man spontan denken, weißes Glas kommt in den Weißglascontainer. Aber so einfach ist es nicht. Bei dem Material des Odol-Mundwasserspenders handelt es sich nämlich laut Abfall-ABC des Landkreises Friesland um opalisiertes Glas, und das gehört in den Restabfall. Das hessische Äquivalent zur friesischen Restabfalltonne ist, wie weitere Recherche ergibt, die graue Restmülltonne für "alle Abfälle, die nicht verwertet werden können und nicht schadstoffhaltig sind". "Jedes Grundstück", erfährt man, "muss an die öffentliche Restmüllentsorgung angeschlossen sein und ausreichende Behälter für die Aufnahme von Restmüll vorhalten." Ich könnte auf Anhieb gar nicht sagen, ob in "meinem" Grundstück so eine Tonne steht, aber ich werde das Fläschchen schon loswerden. Geständnis: Bis jetzt habe ich es tatsächlich immer zum Weißglas gegeben.
Wissenswert ist, dass in die Braunglastonne ausschließlich braunes Glas gehört, in die Grünglastonne indes auch andersfarbiges Glas.
Donnerstag, 9. Juni 2016
Kurz notiert: Klima, wandel dich
Montag, 28. März 2016
Meinungen − gar nicht so einfach
Neulich kursierten im Netz zwei Fotos von scheinbar überflüssigen Supermarktprodukten: 1) geschälte Mandarinen in Plastikbechern, 2) gepellte Eier im Plastikschälchen!
"Verpackungsirrsinn", "Umweltschändung", "verblödete Menschheit" sind Schlagworte, die man ins Netz brüllen möchte, wenn man so etwas sieht. Gut, über das Teilen eines Twitterfotos oder das Unterzeichnen einer Online-Petition geht die Aufregung über derartige Missstände kaum hinaus. Aber innerlich brodelt es dann bei vielen, und so brodelte es bei den genannten Fällen auch in mir ... bis irgendjemand öffentlich darauf aufmerksam machte, dass solche vorgeschälten Nahrungsmittel ja möglicherweise von motorisch eingeschränkten Personen gekauft werden. Das versetzte meinem Furor natürlich einen Dämpfer, denn ich möchte bei aller Umweltliebe auch kein Gegner behindertenfreundlicher Lebensmittel sein. Argh!
Einigen wir uns doch darauf: Wenn die Gesellschaft dafür sorgt, dass jedem Menschen, der zur Nahrungsverarbeitung nicht oder nur mit Einschränkungen befähigt ist, ein anderer Mensch helfend zur Seite steht, braucht es keine geschälten Avocados und dergleichen. Dass faule Konsumenten mit zu viel Geld diese Produkte trotzdem kaufen (würden), steht auf einem anderen Blatt.
Mittwoch, 12. August 2015
Und wieder: Ungeheuerliche Zahlen
Wenn man nun nach Rekordmassen von Eisbergen googelt (oder wie man vielleicht bald sagen wird: alphabetet), bekommt man gar Werte von 7 oder 10 Millionen Tonnen um die Ohren gehauen. Da wird einem schwindelig! Schwindelig wird einem auch, wenn man sich vorstellt, was passiert, wenn die Eiskolosse schmelzen – und das geschieht schneller, als man noch vor ein paar Jahren angenommen hat. Man könnte das so "gewonnene" Wasser freilich in der Lebensmittelproduktion einsetzen. Denn wie wir diese Woche im Spiegel lesen, braucht man z.B. für die Herstellung von einem Kilogramm Käse 5060 Liter Wasser, für 1 kg Rindfleisch werden gar 15.500 l benötigt. Auch diese Werte bringen das Hirn zum Wabern, sagen aber nicht allzu viel aus, denn meine Formulierungen "braucht" und "benötigt" meinen sowohl den tatsächlichen Wasserverbrauch als auch das Verdunsten und Verschmutzen von Wasser während der Lebensmittelherstellung. Um "virtuelles Wasser" geht es hier; und dessen Messung hat durchaus seine Grenzen ("Fails as an indicator of environmental harm nor does it provide any indication of whether water resources are being used within sustainable extraction limits." Wikipedia).
Halten wir einfach fest: Eisberge sind ganz schön schwer, und der Mensch verbraucht sehr viel Wasser. Zahlengeilheit bringt uns dabei auch nicht weiter.
Donnerstag, 17. April 2014
Von Tüten und Blasen
Gestern war in einem Artikel auf Welt online eine neue, weitaus realistischere Angabe zu erfahren:
198 Tüten also. Immer noch viel, aber glaubwürdig. Woher kam dann die Zahl 500?
Okay, die Portugiesen sind es angeblich, die "mehr als 500 Tüten" verbrauchen. Allerdings ist die Rede von "Tüten insgesamt". Wie viele davon sind Einwegtüten? Denn nur auf diese Zahl kommt es ja an, denn sie beeinflusst letztlich die mit 198 angegebene Durchschnittszahl für Europa. Möglicherweise bezieht sich diese Zahl aber gar nicht auf die Einwegtüten. Auf tagesschau.de heißt es nämlich: "198 Plastiktüten verbrauchte jeder Europäer 2010 nach Angaben der EU pro Jahr im Durchschnitt." (Fettung von mir) Das würde heißen, die Welt irrt. Oder spielt der Unterschied zwischen Plastik- und Einwegtüten keine Rolle? Warum wird dann im Beispiel Irland darauf hingewiesen?
Das Bundesumweltamt schreibt in einer Broschüre von 2013 zu diesem Komplex: "Mit dem Begriff „Plastiktüten“ sind hier alle Einwegkunststofftüten gemeint, die im Einzelhandel als Serviceverpackungen abgegeben werden, unabhängig davon, ob die Abgabe kostenpflichtig (z.B. an der Kasse im Lebensmitteleinzelhandel) oder kostenlos (z.B. für Bekleidung, Elektronik, Obst und Gemüse) erfolgt. Nicht gemeint sind Tüten oder Taschen, die, wie beispielsweise Müllbeutel, als Produkte verkauft werden oder aufgrund Ihrer Machart für den mehrfachen Gebrauch bestimmt sind." Diese Broschüre gibt für Irland übrigens den Wert 18 an; was es mit den mysteriösen zwei Nicht-Einwegtüten auf sich hat, die bei welt.de erwähnt werden, bleibt also ungeklärt. Noch rätselhafter: Den europäischen Höchstverbrauch schreibt das Umweltamt Bulgarien mit 421 Tüten pro Kopf und Jahr zu. Von Portugal und der Zahl 500 ist gar keine Rede! Ich werde die Sache weiter verfolgen müssen ...
Freitag, 6. Dezember 2013
Wat mir uffregt
Lächeln! Es gibt Leute, die scheinen nach dem Leitspruch zu leben "Jeder Tag, an dem du nicht den Satz 'Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag' sagst, ist ein verlorener Tag". Dieses ausgeleierte Charlie-Chaplin-Zitat war zu meiner Schulzeit ein Standardeintrag in jedem Freundschaftsbuch. Freundschaftsbücher – gibt's die überhaupt noch? Oder gar Poesiealben (ausgesprochen: Pooosie-Alben)? Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal absichtlich gelächelt habe. (Es steht mir nicht.) Auf sympathische Weise typisch deutsch ist die Tatsache, dass es seit einigen Jahren verboten ist, auf Passfotos zu lächeln. Hat wohl irgendwas mit dem Überwachungsstaat zu tun, erleichtert aber auch die Arbeit der Berufsfotografen. Darf man auf Bewerbungsbildern lächeln? Kommt sicher auf den angestrebten Posten an (Zahnmodel vs. Bestatter). Und wie viele asiatische Nationen streiten sich eigentlich um den Titel "Land des Lächelns"? Als Ausgleich zu all den herzigen Staaten müsste es auch einen geben, der als besonders stinkig und bärbeißig verrufen ist. Deutschland böte sich an (Stichwort Passfotos). "Land des Murrens": Mit der zunehmenden und krampfhaften Unverkrampftheit hierzulande wird das nix mehr.
Handtrockner! Die Meinung, dass Heißluft-Handtrockner des Teufels sind, verfechte ich schon lange. Vor Jahren habe ich einen längeren Zeitungsartikel zum Thema Händetrocknen gelesen, und darin kamen die Geräte nicht besser weg als der klassische Papiertuchspender. Was dieser nämlich an Müll verursacht, gleichen die Warmluftbläser mit ihrem hohen Energieverbauch locker aus. Genaue Zahlen liegen leider nicht vor, weil solche Studien oft von Unternehmen gesponsort werden und daher dem Verdacht unterliegen, biased zu sein. Hygieneexperten empfehlen jedenfalls Tücher, weil beim mechanischen Abtrocknen noch Restschmutz von den Pfoten entfernt wird. Die elektronischen Lufttrockner sind dagegen echte Keimschleudern bzw. -wirbel. Und wie lange es dauert, bis der Sensor reagiert! Und dann gehen sie oft nach kurzer Zeit wieder aus, so dass man erneut wie ein Irrer davor herumfuchtelt! Toll hingegen sind die immer mehr Verbreitung findenden Dyson Airblades, jene Kästen, in die man links und rechts seine Hände einführt, die dann von "Luftklingen" getrocknet werden: Das Wasser wird von Druckluft weggedroschen! Die Teile sind extrem laut, dafür aber wesentlich umweltfreundlicher (mit einem Schweizer Klimalabel ausgezeichnet!), und es dauert nur 10 Sekunden, bis die Hände trocken sind. Bei den alten Gebläsen braucht man 60 Sekunden, und wirklich leise sind die auch nicht gerade.
Donnerstag, 14. März 2013
(500) Bags of Plastic
Außerdem geht's noch altmodischer: Einkaufsnetze! Benutzt heute kein Mensch mehr. Oder doch? "Seitdem in einigen Ländern wie China, Bangladesh und weiten Teilen Ostafrikas die Plastiktüten aus Gründen des Umweltschutzes verboten wurden, erlebt das Einkaufsnetz dort eine Renaissance." (Wikipedia)
PS: Habe ich schon erwähnt, dass manche Drummer ihre Drumsticks in kleinen Stoffbeuteln transportieren?






