Vor kurzem leistete ich mir in einem Blogbeitrag eine kleine Abschweifung betreffs eines selten in Erscheinung tretenden Nebensatzmusters, die prompt einen Kommentar nach sich zog, nämlich von Kilian Evang, dem Betreiber des schon sehr lange aktiven Blogs "Texttheater". Kilian hat im Jahr 2010 eine Übersicht über "Einleitephrasen im Relativsatz" erstellt und dabei einen (bereits im Vorspann als "Knüller" angekündigten) Beispielsatz gefunden, der analog zu der von mir in oben verlinktem Post konstruierten Phrase ("die Wartburg, welchem 'deutschen Mythenort' der Aufmacher gewidmet ist") gebildet ist:
(33) Nach dem armen Versehrten und dem aufopfernden Kameraden kam nun eine heimatduselige Schilderung des Waldes und des zarten Emil M., Sohn des rechtschaffenen Pflegers im Krankenhaus, welch zartes Knäblein _ am nämlichen Tage im Wald zu lustwandeln sich nicht enthalten mochte.
Artig, gell? Ich habe mir vorgenommen, ab sofort sämtliche Belege für diese raren, aber in unserer Sprache offenkundig durchaus möglichen und nicht ungrammatischen Relativsatzeinleitungen abzuschreiben oder anderweitig festzuhalten, und just wenige Tage nach dem Eintreffen des Kommentars stieß ich in einer alten Monographie* – die ihrerseits einen eigenen Beitrag wert wäre – auf folgende Stelle (S. 99):
[...] daß er aus der Mundart der benachbarten ladinischen Gemeinden entlehnt und zwar aus dem Feminin. zu Salvang d. i. Sylvanus abgekürzt sei, mit welchem Worte man dort den wilden Mann zu bezeichnen pflegt. [Fettung von mir]
Einen germanistischen Aufsatz über das Phänomen konnte ich allerdings immer noch nicht auftreiben. Ich werde weiter die Augen offenhalten und Beispiele sammeln.
* Wilhelm Mannhardt: Wald- und Feldkulte. Erster Teil. Der Baumkultus der Germanen und ihrer Nachbarstämme. Mythologische Untersuchungen. Berlin 1875








