Posts mit dem Label memes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label memes werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 28. Juni 2026

Kurz notiert: Ziegenturm

Mir schoss letzte Woche fast die Ziegenmilch aus der Nase, als ich erfuhr, dass es Ziegentürme, wie ich sie bisher nur aus "Goat Simulator" kannte, tatsächlich gibt! Die englischsprachige Wikipedia führt einen Artikel dazu, laut dem diese Bauwerke erst recht spät auftauchen, nämlich im 19. Jahrhundert als Zierelemente in der europäischen Gartenkunst (als sog. Follies) und ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wenn auch in überschaubarer Zahl, weltweit, zuerst 1981 in Südafrika, dort direkt inspiriert vom ersten derartigen Turm in Portugal.

Seit 2009 seien goat towers ein Internet-Meme, und tatsächlich hat diese architektonische Kuriosität einen eigenen Eintrag bei "Know Your Meme" (auf BoingBoing sei das südafrikanische Exemplar erstmals porträtiert worden).

Noch ein Grund mehr, eine Wiedergeburt als Ziege anzustreben! (Foto: Marcia Rittmueller Johnson - File:Johnson's_Goat_Tower.jpg, CC BY-SA 4.0, Link)

Freitag, 12. Dezember 2025

6-7

Liebes Tagebuch,

genau eine Woche ist es her, dass ich zum ersten Mal jemanden im echten Leben das "Six-Seven"-Meme habe machen sehen. Ich wartete auf den Bus, als eine Gruppe Vorschulkinder an mir vorüberzog ... vielleicht waren es auch Schulkinder; hm, wie alt werden sie gewesen sein, sechs, sieben? Haha! Als Erwachsener kann man das ja so schlecht einschätzen. Okay, ich lege mich fest: Die Kinder waren circa acht Jahre alt. Jedenfalls blieb plötzlich eines der Kinder, ein Junge, stehen, drehte sich zu mir um, machte die "Six-Seven"-Geste (ohne die Zahlenfolge auszusprechen), lächelte (es war wirklich ein Lächeln, kein fieses Grinsen, wie es der Jugend von heute eigen ist!), und ging weiter. Ich hätte mir den harmlosen Spaß machen können, die Handbewegung zu erwidern, um zu signalisieren, dass ich durchaus im Bilde bin, schließlich habe ich noch nicht in allen Belangen der jungen Leute den Anschluss verloren. Doch war ich zu perplex und verharrte also regungslos, neutral ins Leere stierend wie immer.
Falls in zehn oder schon in fünf, oder in sechs, sieben (!) Jahren alle vergessen haben, was das "6-7"-Meme war (was es bedeutet, weiß auch heute niemand), dann, äh, wird es schon seinen Sinn haben, dass in dir, liebes Tagebuch, dieser Beitrag steht, auf dass er als "blast from the past" diene.

Donnerstag, 13. Januar 2022

Throwback Thursday: Das Brett

Seit einiger Zeit kursiert, um nicht zu sagen trendet ein für unsere Zeit typisch obskures Meme: "Horse Plinko". Ein animiertes Pferd fällt durch ein Plinko-Brett, warum auch immer. Um Sinn und Herkunft des Memes soll es ohnehin nicht gehen, sondern darum, was ein Plinko-Brett überhaupt ist. Ich kannte dieses Spielzeug, das offenbar regelmäßig in der Gameshow "The Price is Right" zum Einsatz kommt, bis gestern auch nicht, sehr wohl aber eine damit nah verwandte Konstruktion: das Galtonbrett. 

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag im zehnten Schuljahr, als unsere Mathematiklehrerin Frau Reinisch* ein riesiges verglastes Nagelbrett ins Klassenzimmer schob, um uns damit das Prinzip der Binomialverteilung zu veranschaulichen. Stochastik war für mich der größte Mathe-Horror in Klasse 10, noch vor Trigonometrie und erst recht vor den beiden Hauptbereichen von Sekundarstufe II, Analysis und Algebra. Das Galtonbrett aber half mir tatsächlich, mal etwas nachzuvollziehen, denn auch wenn man den Vorgang genauso gut mit einem Computer simulieren könnte, ist es doch viel eindrucksvoller, wenn echte, greifbare Kugeln wo reingeworfen werden und nach einer Weile die den Schülern sattsam aus dem Lehrbuch bekannte Gauß'sche Normalverteilungs-Glockenkurve näherungsweise formen. Immerhin habe ich dieses (lautstarke) Schauspiel selbst 24 Jahre danach noch nicht vergessen.

Ob moderne Schulen Galtonbretter im Fundus haben? Das ist wohl in erster Linie eine Budgetfrage. Frau Reinisch betonte damals, dass das Brett 600 D-Mark gekostet habe, und schwor uns auf äußerste Obacht ein. Aber wenigstens durften dann ein paar von uns auch mal die Kugeln purzeln lassen.

* Sie gehörte übrigens der (inzwischen vermutlich ausgestorbenen) Kaste jener Lehrer/innen an, die auch Fächer, die nicht Chemie waren, im weißen Kittel unterrichteten. Lediglich zwei von ihnen gab es an unserem Gymnasium, der andere war der ebenfalls Mathematik lehrende Schulleiter. Frau Reinischs Begründung für diese Marotte war, sie wolle ihre Kleidung vor Kreidestaub schützen.

Mittwoch, 19. Mai 2021

Freitag, 9. April 2021

The Great Divider

Letztens dieses Meme gesehen:

Hehe, stimmt, in Amerika liegt das Alkoholersterwerbsalter bei 21. In vielen Teilen der Welt konnten junge oder eben nicht mehr so junge Menschen solche Erweckungserlebnisse bereits 2018 haben (während es in den indischen Bundesstaaten Haryana, Meghalaya und Punjab erst 2025 so weit ist). Die Jahrtausendwende als Demarkationslinie, als großer Teiler zwischen Mündigen und Minderjährigen, als Spalter gar? Naa, ich bin seit langem der Ansicht, dass der herrschende Generationenkonflikt auch nicht dramatischer ist als alle vorangegangenen. Wenn ich höre, dass sich mittlerweile die GenZ über Millennials mokiert, fühle ich mich allerdings wirklich greisenhaft. Ich selbst wurde ja leider tief im 20. Jahrhundert geboren, und die Chancen stehen – machen wir uns nichts vor – schlecht, dass ich der letzte Überlebende mit einer 19 im Geburtsjahr sein werde. Es sei denn ... *reibt sich diabolisch die Hände*

Donnerstag, 20. April 2017

Throwback Thursday: 20 Pinguin-Memes

Ich weiß, ich springe etwas spät auf diesen Zug auf, aber die Idee dafür hatte ich "schon" im vergangenen Jahr, und jetzt ist "es" "endlich" soweit. Zum heutigen Donnerstag führe ich als neue Rubrik den Throwback Thursday ein und erinnere an jene Zeit im Internet, die ich "Erste Meme-Welle" nennen möchte. Meinem Gefühl nach war es um Memes nämlich eine Weile ruhig geworden, bevor sie (ungefähr) in der zweiten Hälfte 2015 allgegenwärtig wurden, vor allem via Social media und zunehmend auch in der stofflichen Welt. Von 2006 bis 2010 jedoch fand ihre Verbreitung hauptsächlich in zwar großen, aber relativ hermetischen Special-interest-Blasen statt; die meisten image macros hatten – wie z.B. auch die berüchtigten "Rage comics" – ihren Ursprung bei 4chan oder 2chan und feierten in speziellen Meme-Threads nerdiger Onlineforen fröhliche Urständ, bevor es entsprechende Subreddits und Tumblr-Seiten gab. Der Höhepunkt war Ende der Nullerjahre erreicht. Im Sammelwahn lud ich damals unzählige lustige Bildchen aus dem Something-Awful-Forum und sonst woher in einen eigens angelegten Ordner. Die nach dem immergleichen Schema aufgebauten Memes wollten nicht vordergründig witzig sein, sondern unausgesprochene Wahrheiten festhalten und zur Reflexion anregen. Gerade etliche der sogenannten "Advice Animals" verkörperten Archetypen, mit denen sich viele Fans des abseitigen Internethumors identifizieren konnten. Bei mir war es der Socially Awkward Penguin, in dem ich mich am stärksten wiedererkannte. Heute bin ich von Memes eigentlich nur noch genervt, nicht zuletzt wegen ihrer Aneignung durch die Alt-right-Bewegung und der Verbreitung in sonstigen schäbigen Ecken des Webs. (Wobei: Rapide bergab ging es schon, als die ersten Memes auf deutsch kursierten.) Die zahlreichen Sprüche-Tierchen haben jedoch weiterhin einen Platz in meinem Herzen und auf meiner Festplatte, weswegen wir nun ohne weitere Umschweife mit einem lachenden und einem weinenden Auge die besten Pinguin-Kreationen Revue passieren lassen.





















Mit dem S.A.P. verwandt, aber weniger massenkompatibel und daher ohne Bildbeispiele zur Fortgeschrittenen-Begutachtung verlinkt, sind die Anxiety Cat und der Depression Dog. (Kurios, wie ich englische Tierbezeichnungen mit den analogen deutschen Artikeln versehe ...)
Und beim nächsten Throwback Thursday wird es hoffentlich eine kürzere Präambel geben.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Der Stock

Im November 2010 fand ich in irgendeinem Lustige-Bildchen-Thread dieses lustige Bildchen:


Jaaaa, da hat man sich noch drüber mokiert, "forever alone", haha.

Vier Jahre später jedoch stellt das Wochenmagazin Focus dies vor:


Ein allen Ernstes "Selfie Stick" genanntes Utensil, das die Firma Rollei für 55,- Euro vertreibt. Im Gegensatz zu dem Behelfsteil der Dame im oberen Foto hat der Stick einen Auslöseknopf im Griff; man muss bei seiner Kamera bzw. seinem Smartphone also nicht den Selbstauslöser programmieren und unnötig lange in einer entwürdigenden Pose verharren. Wobei, Entwürdigung nehmen Menschen, denen so ein Stock bisher in ihrem Leben fehlte, liebend gern in Kauf. Oder?

Freitag, 24. Januar 2014

Zu Potte gekommen

Torsten Dewi hat gestern auf seinem Blog die Lieblingskaffeetassen seiner Facebook-Follower gepostet − einfach so. Das nehme ich zum Anlass, meine Lieblingskaffeetassen hier zu posten. Content!!!

Hihi, "Seal of Approval". Dieses Exemplar habe ich vor ein paar Jahren bei einer "Bestelle kostenlos eine Tasse mit deinem Wunschmotiv"-Aktion im Internet abgestaubt.

... genau wie diese Tasse. Der Courage Wolf ist dafür zuständig, mich schon während des Frühstücks zu motivieren. Klappt nicht immer.

Das ist ein ganz besonderes Stück. Es war Teil eines Presse-Promo-Packs zum Start des Shyamalan-Films The Village. Sieht langweilig aus? Im Normalzustand ja. Aber wenn man ein Heißgetränk hineingießt ...

... wird auf magische Weise ein Bild sichtbar. What a twist!

Schließlich noch dieser unspektakuläre Feiertags-Pott, der mir irgendwie ans Herz gewachsen ist. Wo er herkommt, weiß ich nicht mehr, aber ich fühlte mich als junger Bursch' immer ganz rebellisch, wenn ich außerhalb der Weihnachtszeit daraus getrunken habe.

Update: "Blogger/-innen zeigen ihre Lieblingstasse(n)" ist nun offenbar a thing.

Nachtrag: Bei dieser Gelegenheit möchte ich aufklären, was es mit der Tasse im Favicon dieses Blogs auf sich hat.
Die Tasse selbst gehört mir nicht und ist auch ohne Bedeutung, aber der Inhalt ist interessant. Das ist nämlich echter Kopi Luwak, von dem ich zusammen mit ein paar Kollegen Ende 2011 ein Päckchen per eBay bestellt habe. Die Portion, die hier zu sehen ist, hat circa 4,50 € gekostet, was ich nicht unangemessen finde. 

Dienstag, 6. November 2012

Die durch die Entwicklungshölle gehen

Auf io9 habe ich heute von dem mir bis dahin unbekannten Tetris-Effekt gelesen: Menschen neigen nach langen Tetris-Sessions dazu, von dem Spiel zu träumen. Die Frage am Ende des Artikels, ob es ähnliche Effekte auch bei anderen Spielen gebe, kann ich bejahen. Ich hatte schon sehr intensives game-bezogenes "Kopfkino" (um mal ein Arschwort zu verwenden), zuletzt v.a. von Skyrim. Dabei muss es sich nicht um Schlaf-Erlebnisse handeln. Wenn ich Zug fahre, und am Fenster huschen verlassene Fabrikgelände vorbei, sehe ich diese bisweilen durch die Augen eines Spielers von Half Life 2 oder ähnlichen Shootern. 'Oh man, wäre das eine geile Map!', denke ich dann.

Ein anderer Effekt taucht in diesem Artikel auf Overthinking It auf: der Sunset Boulevard-Effekt (Notiz an mich: Ich muss mal einen Blogpost über erwähnenswerte Effekte verfassen!). Definiert wird der Effekt im Text nicht, es geht kurz gesagt um Schauspieler-Comebacks und die Frage "Just how long can someone go before making a comeback, anyway?", der ich die Frage anschließen möchte: "Wie lange muss jemand von der Bildfläche verschwunden sein, bis sein Comeback niemanden mehr interessiert?" Ähnliche Überlegungen ließen sich auch über Werke der Unterhaltungsindustrie anstellen. Wie lange muss ein Projekt in der Produktion feststecken, bis sein Release nur noch enttäuschen muss?

Es gibt ja das Trope der Development Hell: Filme, Videospiele etc. geraten in diese, wenn sich ihre Entwicklung wegen finanzieller, kreativer oder sonstiger Schwierigkeiten immer wieder verzögert. Von dem Phänomen Saved from Development Hell spricht man, wenn das Projekt schließlich doch irgendwann beendet wird. Mein Eindruck ist, dass der Großteil ebensolcher Kunstwerke bestenfalls mittelmäßig ausfällt. Das klassische Beispiel ist Duke Nukem Forever, dessen zigfache Verschiebung schon selbst zum Kult wurde ("When it's done") – als es dann erschien, hielt sich die Begeisterung in Grenzen, um es mal milde auszudrücken. Weitere Beispiele: der zweite X-Files Film, Terminator 3, das neue Wintersun-Album Time, Monkey Island 4. Sicher, es gibt auch etliche Gegenbeispiele, und ich setze große Hoffnungen in den Hobbit und die vierte Staffel von Arrested Development. Aber im Allgemeinen ist es so: Nach einem bestimmten Verzögerungszeitraum t(v) geht die Erwartungsmenge m(e) antiproportional zu ihrem anfänglichen Anstieg zurück. Das müsste man mal mathematisch verfeinern und in eine entsprechene Graphik packen.

Was ich mit diesem Beitrag sagen will? Lasst euch bitte nicht zu viel Zeit mit dem, was ihr tut!