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Dienstag, 27. Oktober 2026

Meister der comischen Kunst

In ihrem Wochenend-Feuilleton hat sich die Süddeutsche Zeitung einen bemerkenswerten Vorspann zu einem mit "Man schießt deutsch" überschriebenen Artikel geleistet:

Seit Jahrzehnten übersetzt Klaus Jöken "Asterix" und "Lucky Luke" ins Deutsche. Das klingt einfacher, als man meint. Ein Besuch in Frankreich.

Von der Stilblüte abgesehen – es muss entweder "Das klingt einfacher, als es ist" oder "Das ist schwerer, als man meint" heißen –, finde ich die ganze Prämisse recht wacklig: Warum sollte man meinen, dass das Übersetzen von Comics einfach ist? Im Vergleich wozu? Ich stelle es mir reichlich vertrackt vor, allein schon weil man nur begrenzten Platz für den zu produzierenden Text zur Verfügung hat (Sprechblasen!); zudem macht den Großteil der Textmenge gesprochene Sprache aus, und die angemessen zu übertragen ist immer anspruchsvoll. Trotzdem enthält der Beitrag einige interessante Stellen.

Tage- und nächtelang kann er darüber sinnieren, wie sich zum Beispiel denier du colt übersetzen lässt. Einen solchen fordern bei Lucky Luke Räuber von einem Geistlichen. Im Original, so meint Jöken, funktioniere der Ausdruck als Anspielung auf den französischen "Kirchenzehnten" denier du culte. Doch ein deutsches Äquivalent dafür zu finden, das habe ihn mal wieder Stunden gekostet. Bis ihm endlich "Klingelbeute" in den Sinn kam. "Gut, nicht?"

"Oder das hier!", sagt Jöken. "Et la traversée reprend! Eigentlich ein lapidarer Text aus einem weiteren eckigen, gelben Asterix-Kästchen." Der Kontext: Gerade wurde wieder das Piratenschiff versenkt, schon wartet das nächste Abenteuer auf unsere gallischen Helden. [...] "Ich habe sehr lange über die Übersetzung nachgedacht", sagt er. "Endlich fiel es mir ein: MAN SEGELT WEITER." Man segelt weiter? "Ja! Das hat zugleich etwas Beiläufiges wie Elegantes und entspricht damit voll dem französischen Original."

Noch ein paar Beispiele: Im "Asterix"-Band "Die weiße Iris" hat Jöken aus dem französischen Lied "Glaive lève toi" "Claudius hat 'nen Schäferhund" gemacht, worüber sich nicht nur Fans der Berliner Band Die Ärzte freuen dürften. [...] Und auch bei Namen gibt er sich allergrößte Mühe: Daximpuls für einen römischen Zenturio, Boxoffix für einen gallischen Schauspieler und Microbiotix für einen Wirt. Das kriegt sonst niemand hin.

"Ganz selten muss dann auch noch mal der Zeichner ran", meint Jöken [...]. "Ein Fischschwanz in einer Sprechblase – im französischen Original spiele das auf die Redewendung queue de poisson an, jemandem den Weg abschneiden. Aber in Deutschland versteht das doch kein Mensch." Also habe ein Zeichner aus dem Fischschwanz für die deutsche Ausgabe extra einen Fußtritt machen müssen.

Der Artikel ist auch, hinter Bezahlschranke, online zu lesen.

Montag, 27. Juli 2026

Sayers re-revisited

Jahrelang war ich auf der Suche danach gewesen, oder sagen wir, jahrelang hatte es auf meiner Amazon-Einkaufsliste gestanden, neulich nun, als ich routinemäßig mal wieder draufschaute, war das vergriffene Bändchen gebraucht und obendrein günstig zu haben: die gesammelten "5 minute comics" von Joey Alison Sayers:


Wie ich einst auf dieses Schnellzeichen-Projekt aufmerksam geworden bin, weiß ich nicht mehr. Auf der Homepage der Künstlerin findet sich jedenfalls kein Verweis darauf, wie auch der Link zu ihren regulären Strips inzwischen ins Leere führt. Ich kann es Webcomic-Begeisterten nur immer wieder ans Herz legen: Kauft gedruckte Werke eurer liebsten Online-artists, denn im Gegensatz zum Internet, aus welchem ein Webcomic nach dem anderen verschwindet, ist Papier geduldig. Und was ein Segen, dass die 5-Minuten-Comics in Buchform erschienen sind! Sie sind wirklich (größtenteils) sehr komisch.



Sonntag, 24. November 2024

Dreiwortphrase, das Buch

Ich habe den Internetkünstler und Animator Ryan Pequin unterstützt und mir das zweite Taschenbuch zum Webcomic "Three Word Phrase" bestellt. (Mit dem unverschämt hohen Porto habe ich bestimmt noch jemand anderen unterstützt.) Es ist nicht weniger herrlich als das erste, enthält zudem viel Unveröffentlichtes.


Montag, 28. Oktober 2024

Steinernes Gedächtnis

Ich habe hier einst offenbart, dass ich mir das Wort Gabionen partout nicht merken kann. Inzwischen habe ich es, wenn ich es denn mal brauche, zwar zuverlässig auf der Zunge, aber es tat gut zu erfahren, dass ich mit meiner (nun hoffentlich überwundenen) Gabionenschwäche nicht alleine bin. Woher erfuhr ich das? Aus einem Rattelschneck-Comic in der aktuellen Titanic:

Dienstag, 11. April 2023

Der "neue" McFadzean (plus Gewinnspiel) (plus Bonus-Empfehlung)

Schon vor einer Weile von mir gelesen und vor einer noch längeren Weile erschienen ist die Comic-Sammlung To Know You're Alive von Dakota McFadzean.


Sie ist mindestens so brillant wie die letzte, bietet wie gewohnt zu gleichen Teilen Komik, Schauer und Melancholie, und der Zeichenstil wirkt noch einmal ausgefeilter und detailfreudiger.


Aufgemerkt! Eine der in diesem Band enthaltenen Storys besitze ich bereits als Einzelausgabe der "Last Mountain"-Reihe. Auch wenn das Colouring etwas anders ist, bin ich bereit, mich von ihr zu trennen, und verschenke sie gerne an eine/n Interessierte/n. Wer am schnellesten Kontakt mit mir aufnimmt, kriegt das Heftchen frei Haus zugesandt.

PS: Äußerst angetan war ich auch von Fun Home, der autobiographischen Graphic Novel von Alison Bechdel (genau, die mit dem Test!). Gerne würde ich Vergleichbares lesen. Was gibt es da? "Almost American Girl" von Robin Ha stand kürzlich auf Kathrin Passigs Goodreads-Liste, auf die man eh regelmäßig einen Blick werfen sollte, und Kate Beatons "Ducks" befindet sich bereits auf meiner Amazon-Wunschliste. Im deutschsprachigen Raum ist natürlich "Bei mir zuhause" von Paulina Stulin der Goldstandard. Für weitere Empfehlungen wäre ich dankbar.

Montag, 13. September 2021

Comic Book Mail Order Ads Extravaganza

Vor einer Weile befand sich etwas im offenen Bücherschrank, das dort so gut wie nie zu finden ist: original amerikanische Groschencomics!


Gelesen habe ich die Heftchen nicht, und um deren Inhalt soll es auch gar nicht gehen. Nur so viel: Ich bin ja "gespannt", ob wann Kazar seinen ersten Auftritt im MCU haben wird; ich habe dem Franchise vor einer Weile endgültig abgeschworen. Ach ja, und erinnert ihr euch noch an den Kolossal-Flop, der die "John Carter"-Verfilmung war? Wie gesagt: Darum soll es nicht gehen. Gefreut über den Comicfund habe ich mich nämlich hauptsächlich, weil im Inneren gleich mehrere klassische Anzeigenseiten stecken, die mich mit einer Nostalgie erfüllten, die ich, der ich nicht in den USA großgeworden bin, eigentlich gar nicht fühlen kann. Ich habe sie eingescannt und möchte sie mit gleichermaßen Fühlenden teilen. Zum Vergrößern klicken.


Von dieser Seite bestellen würde ich am liebsten: die Eichhörnchenpfeife, die rauchenden Fingerspitzen, die 1000 Mini-Magneten, die Riesen-Schaumstoffwürfel, den "Whack Jack" und den 8-Fuß-Wetterballon. Der Supermagnet ist doch Quatsch, oder?


Comic-Konvolute und Briefmarkenverkauf sprechen natürlich dezidiert die Nerds unter der Leserschaft (also damals 99 %) an, was also sollen die fitnessbezogenen Inserate? Klar, die Werbenden wissen: Manche dieser Nerds wollen Jocks werden und sind womöglich an Muskelaufbau und Kampfsporttraining interessiert.


Hier wiederholt sich einiges aus dem ersten Beispiel, von den weirderen Gimmicks sind die Bauchrednerpuppen, die Frauenbeine, die Hypnose-Platte, die falschen Münzen und die fleischfressenden Pflanzen zu nennen. Auch die legendären Sea Monkeys geben sich die Ehre! Und da ist eine Röntgenbrille!


"Der Sport, mit dem ein Knabe aufwächst", na klar. Amerikanischer geht es nicht. John Unitas war übrigens ein Footballspieler, "einer der besten Quarterbacks der NFL-Geschichte" (Wikipedia).


Hm, ob der Kamm mit der Klappmesserklinge wirklich wie versprochen ("Really works!") als Waffe eingesetzt werden konnte? Das erscheint mir selbst für Herkunftsland und -ära rechtlich fragwürdig ... Harmlos soll ja schließlich auch der explodierende Stift sein, auch wenn die dazugehörige Illustration eine gewisse Heftigkeit des Effekts suggeriert. Die Spionage-Kamera darf freilich ebensowenig fehlen wie das Taschenfernrohr, das heutzutage sicher auf andere Weise angepriesen würde. Ah, und da ist ein weiterer Elektroschock-Spaß. Am interessantesten finde ich die "10 Instrumente in einem" (Was ist das für ein Transmitter?).

Ich hoffe, euch hat diese Werbeunterbrechung gefallen, und ihr bestellt gleich heute noch das eine oder andere novelty item.

Mittwoch, 16. September 2020

Der unheimliche Doppelstopp

Wieder einmal habe ich das Phänomen der "übernatürlichen" Mehrfachbegegnung erlebt, und ich weiß wirklich nicht, wie man das anders als mit extrem unwahrscheinlichem Zufall erklären soll. Am Sonntag las ich den ersten Band von "Y: The Last Man" (Comics auf dem Kindle Fire funktionieren übrigens überraschend gut) und stolperte dabei über diese zwei Sprechblasen:


Mein Stolpern zog sich nicht lange hin. Entweder ist das Fantasie-Arabisch, oder qaf bedeutet halt irgend so was wie "Hey!" oder "Achtung!", dachte ich mir und setzte die Lektüre fort.

Am Montag darauf begegnete mir der Ausruf jedoch ein zweites Mal, nämlich in der Rätselrubrik "Quartett" der SZ-Wochenendausgabe:


Damit war die Bedeutung von qaf klar, und ich konnte, was selten genug vorkommt, das ("mittelschwere") Rätsel lösen: Alle vier Bilder zeigten Anagramme von STOP, nämlich zwei TOPS, einen SPOT (Bühnenbeleuchtung) sowie das Logo der Deutschen POST.

Noch einmal: An zwei Tagen hintereinander lese ich das arabische Wort für "Stopp!" in zwei Medien, die nichts miteinander zu tun haben – das muss doch selbst rational denkenden Menschen, wenn nicht übernatürlich, so doch zumindest gespenstisch vorkommen!

Freitag, 7. August 2020

Danke, TK!

Ja, ich möchte mich bei der Techniker Krankenkasse, die heute "Die Techniker" heißt, bedanken. Für ein anhaltendes, na, ich möchte nicht sagen "Trauma", aber ein, äh, geschärftes, von (Ehr-)Furcht gespeistes Bewusstsein für allerlei Gefahren.

Lasst mich erklären: Als ich zur Grundschule ging, brachte ein Klassenkamerad regelmäßig aufklärerische Werbecomics von ebenjener Krankenkasse mit. Sie hießen "Max + Baxi", wie ihre Hauptfiguren, ein Junge und ein Mädchen, die gleichaltrigen Leuten Erste Hilfe beibringen sollten. (Den Namen hatte ich bis eben vergessen und musste ich nachrecherchieren. Viele Infos darüber hat das Netz nicht zu bieten; Wikipedia nennt den Comic "Maxi + Baxi" und behauptet, es hätte ihn lediglich bis 1989 gegeben, was aber nicht stimmen kann. Ein paar wenige Coverfotos sind via Google zu finden: Baxi erscheint aus heutiger Sicht ein bisschen übersexualisiert; Max sieht so aus, wie der Autor und Schauspieler Joachim Meyerhoff sein Schulkind-Ich beschreibt.)

Die Bildergeschichten in jenen Bändchen, welche Untertitel wie "Was alles passieren kann" trugen, waren oft haarsträubend und very graphic. Zwei von ihnen werde ich nie vergessen: In einer flog einem Kind eine Kastanie (mit Schale!) ins Auge, in einer anderen wurden mehrere Kinder von einer Katze angegriffen und zerkratzt. Blutige Fahrradunfälle und ein Stromschlag in der Badewanne spielten, glaube ich, auch eine Rolle. Mit einem wohligen Struwwelpeter-Schauer hat man diese Comics trotzdem immer wieder freiwillig konsumiert; konkrete Tipps zur Schadensprävention sind dabei kaum hängen geblieben ...

Montag, 29. April 2019

Gaston revisité

Gaston Lagaffe, der sympathisch vertrottelte, dauermüde frankobelgische Bürobote, war früher eine meiner Lieblings-Comicfiguren. Als 2015 sämtliche Gaston-Strips unter dem Titel "Der Ganze Gaston" in einem edlen Schuber erschienen, setzte ich sie sogleich auf meine Amazon-Wunschliste. Letzte Woche überprüfte ich routinemäßig die aktuelle Preislage, doch siehe: Der Sammelband war nicht nur nicht für weniger Geld, sondern überhaupt nicht mehr zu haben! Stattdessen wird seit ein paar Wochen eine auf 20 Bände angelegte Neuedition herausgegeben. Ob darin auch die neuen Comics mit Gaston enthalten sein werden? Seit 2014 hat der kultige Schlaks nämlich wieder regelmäßige Gast(on)auftritte, nachdem ab 1997, mit dem Tod seines Schöpfers André Franquin, welcher verfügt hatte, dass niemand anders seine Figuren zeichnen dürfe, Schluss war; irgendein Verlags- oder Rechtewechsel hat's möglich gemacht. Apropos Franquin: Dessen Spirou-und-Fantasio-Gesamtausgabe (Fantasio war lange Zeit Gastons Chef) hätte man auch gerne im Regal stehen!

Nun ergab es sich, dass ich gestern auf einer Comicmesse war, und dort fiel mir was in die Hände? Nein, leider nicht "Der Ganze Gaston", dafür aber ein Gaston-Taschenbuch aus dem Carlsen-Verlag namens "Den Nagel auf den Kopf getroffen" – für 1 Euro! Beim Lesen überkamen mich durchaus angenehme Nostalgiewogen, doch muss ich konstatieren, dass ich die inhaltliche Qualität über die Jahre hinweg verklärt hatte. Das Prinzip der Gaston-Gags ist immer dasselbe, viele Pointen sind reichlich lahm, zudem hatte ich mir eingebildet, dass es hin und wieder auch längere Geschichten gegeben hat (?). Vielleicht sollte man als Erwachsener besser nichts konsumieren, was man einst als Kind und Jugendlicher abgefeiert hat ...

Donnerstag, 4. April 2019

Throwback Thursday: Indiana Jones (Ergänzung)

Ich habe nun, wie vor einer Weile in Erwägung gezogen, die ersten beiden Indiana-Jones-Filme wieder-geguckt. Zufällig wurde auf "Overthinking It" kurz zuvor eine Podcast-Episode über die Frage veröffentlicht, wie gut die alten Filme den Test der Zeit bestünden. Anlass dafür war wiederum ein "Slate"-Talk, in welchem vor allem "Raiders of the Lost Ark" als heute unansehbares Machwerk in Grund und Boden verdammt wurde. Der OTI-Podcast wägt wieder einmal sehr klug ab und führt etliche Punkte an, die ich bedenkenlos unterschreiben kann.

Wohlan: Auf der Habenseite steht bei beiden Teilen die epochale, wie aus einem Guss wirkende Action, die mit modernen Sehgewohnheiten mehr als vereinbar ist, ja diese sogar mitgeprägt haben dürften. Manche Sequenzen sind sogar ein wenig zu over the top, die Lorenverfolgungsjagd in Teil 2 ermüdet schon fast. Es ist alles ungeheuer sauber choreographiert, fast-paced, mit Liebe zum Detail inszeniert. Das Abenteuerfeeling ist mitreißend, das Setting interessant, die Exotik in jedem Moment spürbar.

Und damit sind wir auch schon bei den problematischen Parts. Zugunsten ebensolcher Exotik wird auf die Darstellung "primitiver Wildnis" und "Wildheit" – auch und gerade in Hinblick auf nicht-westliche Personen – nämlich leider nicht verzichtet. Insbesondere "Temple of Doom" bekleckert sich hier nicht mit Ruhm: Käfer und Affenhirn fressende Maharajas, mörderische Thuggees, Kali als Menschenopfer fordernde Gruselgöttin, das kann man durchaus als Beleidigung der indischen Kultur betrachten. Fand auch die Regierung des Landes, weswegen das Filmteam damals auf Sri Lanka als Drehort ausweichen musste; für Indien, wo der fertige Streifen später sogar zeitweise indiziert war, hätten die Macher nur nach erheblichen Scriptänderungen eine Genehmigung bekommen. Diese Zeichnung von Stereotypen sorgt in Verbund mit der herausragenden Düsternis und Brutalität dafür, dass "... und der Tempel des Todes" nicht unbedingt mein Lieblingsteil der Quadrologie ist, womit ich nicht allein dastehe: "Some of the film's cast and crew, including Spielberg, retrospectively view the film in a negative light, partly due to the film being the darkest and most overtly violent Indiana Jones film", schreibt Wikipedia und zitiert Steven Spielberg: "Temple of Doom is my least favorite of the trilogy." (Nummer 3 ist mMn der beste; den werde ich mir demnächst aus Amazon Prime vorknöpfen). An "Jäger des verlorenen Schatzes" wäre noch zu kritisieren, dass die einzige bedeutendere nicht-weiße Figur von einem Waliser verkörpert wird und dass die Figur der Marion nach einer Einführung als durchaus starke Frau alsbald zu einer gewöhnlichen damsel in distress verkommt (aber wenigstens nicht zu einer permanent hysterisch schreienden Diva wie Willie in der Fortsetzung). Zuletzt kann man freilich den kolonialen Blickwinkel monieren und überhaupt Indys Motivation für seine Schatzsuchen (Grabräuber und Nazis sollen die mystischen Artefakte nicht in die Hände bekommen, die an den Fundorten Lebenden aber auch nicht).

Schlusssatz: Ich kann den Achtzigerjahre-Spaß auch als nicht un-woker Erwachsener noch mit kindlichem Vergnügen genießen. Im Peitschenschwinger-Schwange habe ich dann auch ein kleines Konvolut an Comics ergattert.


In aller Kürze: Sie sind von schwankender Qualität. Launig ist die Umsetzung von "Fate of Atlantis", minderwertig die "Neuen Abenteuer" im roten Band vorne (dieser enthält dafür als lehrreichen Zwischentext einen kurzen Abriss der Geschichte des amerikanischen Abenteuercomics). Ich bin bereit, die Heftchen – einzeln oder im Paket – gegen Erstattung der Portokosten oder im Tausch gegen gleichwertigen Lesestoff an interessierte Leser/-innen abzugeben.