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Samstag, 11. April 2026

Neues vom § 5 Abs. 3 MarkenG

Die Älteren werden sich (möglicherweise) erinnern: In der "Harald Schmidt Show" wurden in deren goldener Ära regelmäßig Eintragungen aus dem Titelschutzanzeiger vorgelesen. Schmidt und Andrack spekulierten dann, welches literarische, filmische oder sonstige Werk aus dem geschützten Titel erwachsen könnte. Heiterkeit war die Folge.

Gestern wurde mir die aktuelle Ausgabe des Titelschutz-Magazins (Eigenschreibweise: titelschutz-magazin) zugespielt. "102 neue Titel in 58 Titelschutzanzeigen" werden darin aufgeführt. Besonders Auffälliges findet sich leider nicht darunter. Am lustigsten sind noch:

- Die Zitrone im Spinnennetz
- Frauen sind wie Katzen
- Ich heiße Samantha du Arsch

Was ich generell an der Praxis des Titelschutzes bedenklich finde – abgesehen davon, dass man sich einfach so Allerweltswörter wie "Komplimente" sichern darf –, ist, dass der Schutzanspruch stets für "alle Schreibweisen, Darstellungsformen und Wortverbindungen" gilt. Wenn's nach mir ginge, würden Titel wie "Wir enden in unendlichkeit" oder "Ich liebe dich im stillen" der "besitzenden" Person nur exakt so gehören; wenn jemand anders etwas Gleichlautendes ohne die jeweiligen Groß-/Kleinschreibfehler veröffentlichen wollen würde, dürfte er das. Pech gehabt!

Mittwoch, 25. März 2026

Neuer Verpackungsärger

Zwei unentschuldbare Missstände werden im "Echo"-Teil der neuen Ausgabe von Stiftung Warentest angeprangert. Der erste schafft Aufmerksam dafür, dass Shrinkflation auch in der Kosmetikbranche zum "guten" Ton gehört. Michael H. aus E. schreibt über die Tiegel, in denen Sebamed Gesichtscreme daherkommt: "Hier ist nicht nur ein doppelter Boden verbaut, nein auch ein wulstiger Rand." Beweisfoto: ein leerer Tiegel im Querschnitt. Dass die Wuchtigkeit des Behälters "dem Schutz und der Stabilität des Produkts" dienen soll, wie der Hersteller mitteilt, ist für die Redaktion nicht nachzuvollziehen.

Zum Schmunzeln brachte mich der Hinweis, dass Iglo eines seiner beliebtesten Fischgerichte umbenannt hat: "Ich hieß mal Bordelaise Knusprig Kross" steht auf der Packung des nun nur noch "Knusprig Kross" heißenden Gerichts. Dieses hat mit 52 Prozent einen deutlich geringeren Anteil von Seelachsfilet als vorher, moniert Leserin Ruth v. L. aus H. Doch Obacht: Es "handelt sich um unterschiedliche Schlemmerfilet-Varianten"; die "alte" mit 71 % Fischanteil existiert nach wie vor, jetzt allerdings unter dem Namen "à la Bordelaise Classic".

Freitag, 13. Februar 2026

Der monatliche Windbeutelpranger

In unsere Redaktionsstube flattert allmonatlich das Magazin der Stiftung Warentest hinein. Leider schaue ich viel zu selten in das Blatt, wodurch ich regelmäßig für mich mal mehr (Olivenöle), mal weniger (Mini-Kettensägen) relevante Testberichte verpasse. Auch habe ich erst diese Woche die famose Rubrik "Über diese Verpackungen ärgern sich unsere Leserinnen" entdeckt. Darin werden Shrinkflation-Vertuschungen und sonstige Dreistigkeiten auf Produktverpackungen aufgezeigt. Aus der aktuellen Ausgabe:



Fruchtgummischnüre werden immer kürzer, endlich sagt's mal jemand! Ich finde das ganz unironisch herrlich! Eine reine Shaming-Plattform ist diese Ecke indes keineswegs, denn die (als solche empfundenen) Missstände werden mit Einordnungen und Nachforschungen durch die Redaktion versehen. So kann sich jeder eine Meinung bilden. Zum Beispiel ich: Im Falle der Kaffeesticks, finde ich, handelt Jacobs zumindest insoweit vorbildlich, als sie die – gewiss kritisierenswerte – Mengenreduktion transparent kennzeichnen.

Ich bin schon gespannt, welche Windbeuteleien es in die Märzausgabe schaffen. Notiz an mich selbst: Öfter Stiftung Warentest lesen!

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Surely you can't be serious!

Wer die kürzlich von mir präsentierte Liste von Monin-Sorten mit 98 Items schon für too much hielt, wird erst recht überfordert sein von dem, was das Magazin Variety letzten Monat auf ihr Publikum losließ und mit dem zu befassen ich erst jetzt die Zeit gefunden habe: "The 100 Best Comedy Movies of All Time".

Nun sind Film-, Serien- oder Videospiel-Bestenlisten von Haus aus kontrovers, oft ist das von den auf Aufmerksamkeit und engagement spekulierenden (Online-)Medien auch so gewollt. Beim Durchgehen des Variety-Rankings sieht man aber wieder einmal, dass sich über nichts so trefflich streiten lässt wie über Humor. Das soll jetzt hier nicht der zu erwartende Kommentar à la "Wieso ist XYZ nicht in dieser Liste, und warum ist ABC so weit hinten?!" werden (wobei: "Anchorman" auf Platz 88? Skandalös!); wer auf solche Kommentare Bock hat, findet sie zuhauf unter jenem Variety-Beitrag. Nein, mir geht es darum, grundsätzliche Unzulänglichkeiten darin aufzuzeigen.

Es fängt ja schon mit der Frage an, wie weit man den Begriff der Komödie fassen will. Diese Top-100 subsumiert darunter offensichtlich jeden Film, der irgendein komisches Element enthält, so dass sich auch Vertreter darin finden, die nach meinem Verständnis ganz und gar un-komödiantisch sind: Den Thriller "Fargo" würde ich ja noch als "schwarze Komödie" durchgehen lassen, aber "Everything Everywhere All at Once" ist für mich bei allem "absurdist slapstick" zuvörderst ein Actionfilm mit SciFi-/Fantasy-Elementen, genau so wie "The Princess Bride" ein – zugegeben subversives und mit ulkigen Sprüchen garniertes – Märchen ist. Geht "Ed Wood" als Komödie durch, nur weil sie auf (tragi-)komische Weise von einem Macher alberner Z-Movies erzählt (und damit, wie es im Artikel heißt, ein eigenständiges Genre begründet: "biopics about people you don’t make biopics about")? Und bei "Withnail & I", über den ich einst schrieb: "Ich schwör's, ich bin seit 'Trainspotting' nicht solchem Abfuck ausgesetzt worden", steige ich dann endgültig aus. Dieses fast willkürlich erscheinende Zusammenwürfeln verblüfft umso mehr, als die Nummer 1 ein Spielfilm ist, bei dem tatsächlich die reine Pointe, der pure Gag, der Witz um des Witzes willen, im Mittelpunkt steht: "Die Nackte Kanone".

Ich muss weitermosern: Wie haben es zwei Stand-up-Specials in die Sammlung geschafft, aber kein einziger Animationsfilm? Enttäuschend ist auch die Bandbreite der Herkunftsländer der Filmauswahl. Bis auf wenige britische und französische Ausnahmen werden ausschließlich US-amerikanische Produktionen vorgestellt. Fragt mal einen beliebigen Deutschen meiner Generation nach dem Lustigsten, was er als Kind gesehen hat, und er wird Namen wie Bud Spencer, Terence Hill, Louis de Funès, Jackie Chan, Adriano Celentano oder "Olsenbande" in den Ring werfen. Dass kein Werk aus Deutschland vertreten ist: geschenkt.

Nützlich ist das Ranking allemal, hat es mich doch auf den ein oder anderen Kandidaten für meine Watchlist gestoßen. Bleibt die Frage, wie viele der aufgeführten "Comedys" ich schon kenne. Darauf antworte ich gern. Vorab: Ich lasse nur die gelten, die ich geplant und bewusst angeschaut habe. Nicht mitgezählt habe ich Streifen, bei denen ich garantiert schon mal nach dem Reinzappen hängen geblieben bin, als sie im Fernsehen liefen, etwa "Caddyshack", "Mrs. Doubtfire", "Big" oder "Der Teufel trägt Prada". Nach dieser Regel komme ich auf 32, also knapp ein Drittel. Das ist okay, aber es besteht Nachholbedarf.

Sonntag, 20. Juli 2025

"Tintling" revisited

Vor einer Weile fand ich in meinem Papiergerümpel eine Postkarte, die zugleich ein Gutschein für ein gratis Exemplar des Tintling war: Man musste sie nur unter Angabe der eigenen Adresse an die Tintling-Redaktion schicken. Das tat ich, und wenig später fand ich Ausgabe 5/2024 der renommierten Pilzzeitung im Briefkasten.


Damit hatte ich die Jubiläumsnummer knapp verpasst, zwei Monate zuvor war Heft Nr. 150 erschienen, und für die zu diesem Anlass eingegangenen Glückwünsche bedankt sich die Herausgeberin in ihrem Editorial: "Das war sehr wohltuend und motivierend, vor allem vor dem Hintergrund meiner derzeit empfindlich angeschlagenen Gesundheit und der damit einhergehenden eingeschränkten Leistungsfähigkeit. Geradezu will es mir so scheinen, als sei mit der magischen 7 vor der Null soeben die Schwelle zum Greisentum überschritten worden."

Ja, Karin Montag verantwortet den Tintling nach wie vor mit Herzblut und Elan im Alleingang. ("Mit Ellenbogenschmalz" hätte ich fast geschrieben, aber das fand ich etwas eklig. Wobei es im Reich der Pilze von Haus aus etwas eklig zugeht, wie wir gleich wieder sehen werden.) Die Gestaltung ist noch immer so liebevoll wie die Texte fachkundig und unterhaltsam sind und die Bildunterschriften amüsant. Und auch die Leserbindung wird gepflegt. Direkt die ganze zweite Seite bekommt ein Pilzfreund zur Verfügung gestellt, der "bei einem Trüffelurlaub in Istrien Ende Oktober 23" einen außergewöhnlichen Fund gemacht hatte: einen Trüffelkalender mit "21 x 30 cm großen Trüffelfotos".

Den Aufmacher bildet der dritte und letzte Teil über "Die Japaner und die Pilze", verfasst von Peter Raff (†). Es geht um die Heian-Zeit (794-1185), um Rätselgedichte und die Pilzküche.


Es folgt ein etymologischer Exkurs über den lateinischen Namen des Wechselfarbigen Dotter-Täublings (Russula risigallina), der im Bereich der Mineralogie, bei Goethe und bei Pseudolatinisierungen endet. Herrlich!

Der französische Botaniker und Mykologe René Maire (1878-1949) wird gewürdigt. Dann kommt die reich illustrierte Folge 2 von "Pilze im Elsass" ("Dachpilze, 2. Teil"), sodann "Abgefallene Winterpilze. Teil 3 – Kernpilze an Maulbeere, Robinie und Vogelbeere" von Hartmut Schubert. "Unter der Rinde" von Maulbeeren, "geradezu unsichtbar, verbirgt sich der Maulbeerkugelpilz (Splanchnomena phorcioides). Wie schon im ersten Teil beschrieben, muss man mit einer möglichst scharfen Rasierklinge einen feinen Schnitt von ein bis zwei Millimeter in der Rinde machen, dann kommen diese Kernpilze zum Vorschein." Und auch an Robinien ist einiges "los":


In der bereits 13. Folge einer Reihe über "Pilze bestimmter Höhenstufen" befasst sich die Chefredakteurin mit einigen Trichterlingen auf Alpenpässen, so etwa mit dem Stinkenden Almen-Trichterling, der "einen fleischockerlichen, stark hygrophanen Hut mit lange eingebogenem Rand" hat. "Er riecht frisch fischig-tranartig, später pilzig-unangenehm". Ein anderer, der Düstere Gebirgs-Trichterling, "riecht nach Scheunenstaub mit fruchtiger Komponente und schmeckt pilzig-banal". Der Beitrag schließt mit Nicht-Makroaufnahmen alpiner Landschaft.


Weiter geht's mit zehn Seiten über "Meinhard Mosers beste Speise-Speierlinge". Jener Herr Moser lobte in einem Buch von 1960 über die Gattung Phegmacium den Geschmack des Büscheligen Schleimkopfs (Cortinarius turmalis), was die Autorin zu einer Bestandsaufnahme weiterer essbarer Schleimköpfe und Klumpfüße beflügelt hat. "Da der Büschelige Schleimkopf [...] der Spitzen-Speise-Schleierling schlechthin zu sein scheint, überlassen wir die fachlichen Feinheiten den Taxonomen und konzentrieren uns hier im Sinne der Themenstellung lieber auf den saarländischen Wahlspruch: 'Hauptsach gudd gess'." Ich muss sagen, dass die gezeigten Vetreter wirklich äußerst schmackhaft aussehen.

Nach einer Anekdote aus dem Nachlass eines im Mai 2024 verstorbenen Pilzberaters betreten wir die Welt der Zwerg-Seitlinge (Resupinatus). Auch hier spannende Erläuterungen zu Nomenklatur und Wortherkunft. Ein Kreuzworträtsel ("Pilzworträtsel") dient der Zerstreuung, bevor mit Folge 43 der "Pilzwortsammlung", diesmal: "von Schmückendem und Geschmücktem", der Hauptteil dieser Ausgabe beschlossen wird. Vorgestellt werden Arten, die namentlich und/oder physiologisch etwas mit Schmuck zu tun haben; so begegnen uns der Armbandpilz, der Bernsteinstielige Häubling, der Geschmückte Glockenschüppling, aber auch das Polster-Schönauge und der Smaragdgrüne Eichenbecherling.


Im Nachrichtenblock am Ende der Ausgabe lesen wir von einem Streit darüber, ob der Amethystfarbene Lacktrichterling giftig oder essbar ist (tendenziell ja, wegen seines Anteils nicht-organischen Arsens). Außerdem wird der Absturz einer 74-Jährigen beim Schwammerlsuchen im Inntal vermeldet ("Pilzsammeln in Österreich scheint gefährlicher zu sein als sonstwo."). Wir erfahren zudem, dass zwei US-Pilzsammler im Süden des Steinernen Meeres in Bergnot geraten waren. Es wird auf das Programm "Schwammerl sind unsere Rettung" der bayerischen Kabarettistin Luise Kinseher sowie auf das Sachbuch "Stammen Pilze aus dem All?" hingewiesen. Fazit: 100 Seiten Pilzspaß und -ernst vom Feinsten!

Freitag, 27. Dezember 2024

Lichtenberg & ichtenberg

Im April dieses Jahres bat mich Michael Ziegelwagner um einen Themenvorschlag für seine Titanic-Naturkolumne. Ich antwortete ihm, dass ich gerne etwas über Lichtenberg-Figuren lesen würde. Er versuchte in das Thema einzusteigen, meinte aber wenig später, dass ihm das alles zu kompliziert sei und dass lieber ich mich damit auseinandersetzen sollte, und zwar in wiederum meiner Kolumne. Ich wusste zuerst nicht, wie ich das unheimliche medizinisch-physikalische Phänomen in einer Reiseführer-Parodie unterbringen könnte, nach ein paar Tagen fiel mir jedoch ein Dreh ein, und Folge 16 der "111 Orte im Paralleluniversum, die man gesehen haben muss", "Die Lichtenberg-Sammlung im Kulturhistorischen Museum", erschien in Titanic 5/24 – und nun auch in den Mitteilungen der Lichtenberg-Gesellschaft. Ein Mitglied des in Ober-Ramstadt sitzenden Vereins war nämlich auf meinen Beitrag aufmerksam geworden und fragte im Juni d.J. an, ob dieser in Brief 69 des halbjährlich erscheinenden Fachblattes nachgedruckt werden dürfe. Natürlich gab ich mein Placet und hinterließ somit einen kleinen, kauzigen Fußabdruck in der Geschichte der Lichtenberg-Forschung.

Donnerstag, 8. August 2024

Auf der Suche nach der verlorenen Zeitschrift

Ich bin, wie lange Mitlesende wahrscheinlich wissen, nach wie vor zufriedener Abonnent des Computerspielemagazins GameStar. Früher habe ich gelegentlich das Konkurrenzblatt PC Games aus der Bibliothek entliehen, wurde jedoch nie so richtig warm damit. Als die PC Games im Herbst 2022 ihr 30-jähriges Bestehen feierte, zog sie allerdings meine Aufmerksamkeit auf sich: Der Jubiläumsausgabe 10/22 lag nämlich eine DVD mit einem PDF-Archiv der ersten zehn Jahre bei. Das musste ich haben! Spieletests von 1992 nachlesen, das hätte mir Spaß gemacht. Leider war ich nicht hurtig genug, das Heft war an allen Kiosken bzw. in allen Bahnhofsbuchhandlungen, die ich aufsuchte (circa drei), vergriffen. Ich bestellte ein Exemplar im Verlagsshop, erhielt aber am nächsten Tag mein Geld zurück mit dem Hinweis, dass der Artikel ausverkauft sei. Wenig später wurde die Nummer auch im Shop als nicht vorrätig gelistet, und bis heute ist das begehrte Printprodukt nirgends zu haben, nicht mal bei eBay.

Die Novemberausgabe besorgte ich mir dann rechtzeitig und kann nun wenigstens die Jahrgänge 2002 bis 2009 mein (digitales) Eigen nennen. (Das war die Ära der sexistischen Hardware-Anzeigen und der zweifelhaften Klingelton-Werbung.) Es sind, obwohl ich zu dieser Zeitschrift wie gesagt nie ein enges Verhältnis pflegte, wohlige Nostalgiemomente, über "Rossis Rumpelkammer" zu schmunzeln oder auch, weil man ja älter geworden ist, nicht mehr zu schmunzeln. Für Uneingeweihte: Der zuvor schon für Play Time tätige Rainer "Rossi" Rosshirt durfte seine Leserbriefseiten mit allerlei Schabernack füllen, zudem wurden Fragen und Einsendungen auf sarkastisch-freche Weise erwidert. In Sachen Kundeninteraktion leistete man sich als Spieleredaktion damals ein gewisses Maß an Unernst; die GameStar hatte lange Zeit den Kult-Kasten "Fehler des Monats" (und bediente natürlich mit Videos wie "Raumschiff GameStar" zielgruppengerechten Humor), die Power Play sel. wartete mit der nerdigen Comicserie "Starkiller" auf, die PC Player übertrieb es am Ende mit krampfhafter Witzischkeit.

Es ist übrigens bemerkenswert, wie stiefmütterlich die PC Games ihr Monatsmagazin behandelt. Der Online-Auftritt, inkl. Clickbait auch zu Nicht-Spiele-Themen, ist inzwischen das Kerngeschäft, das aktuelle Heft wird nicht mehr prominent oder überhaupt irgendwie beworben, man muss ganz nach unten scrollen, um es in einem kärglichen "Print / Abo"-Bereich zu finden.

Dienstag, 21. November 2023

Mein vergessener PDF-Schatz

Kaum zwei Monate nachdem Google die Einstellung von Google Podcasts angekündigt hat, erreicht mich eine Mail, die mich auf englisch über das Ende eines weiteren Google-Services informiert – eines Services, den ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Offenbar gab es bis 2020 die Möglichkeit, über Google News digitale Zeitschriften zu kaufen. Magazin-Abonnements via App gibt es nach wie vor im Play Store, aber der sog. Google Play Kiosk mit der Möglichkeit, Einzelausgaben zu erwerben, exisitiert nicht mehr. Ab dem 18. Dezember wird nun, lässt mich die E-Mail wissen, auch meine Zeitschriften-Bibliothek auf Google News gelöscht. Dass ich so eine habe, wusste ich nicht (mehr), aber tatsächlich: Folge ich dem beigegebenen Link, habe ich Zugriff auf zwei virtuelle Hefte, die ich mir in grauer Vorzeit in ein ominöses Archiv geladen haben muss.


Aber was heißt "in grauer Vorzeit"? So lange ist das noch gar nicht her. Wieso kann ich mich daran nicht erinnern, und wieso habe ich diese hochinteressanten Zeitschriften (im Retro Gamer geht's um 30 Jahre Super Mario, das Spektrum der Wissenschaft behandelt den Schwerpunkt "Wie Sprache entsteht. Linguisten stürzen Noam Chomskys Universalgrammatik") nie gelesen? Das werde ich in den kommenden Tagen nachholen, sofern ich nicht wieder von etwas anderem abgelenkt werde.

Sonntag, 3. September 2023

Der gute Sonntagslink (plus Entschuldigung)

Wusstet ihr, dass es sämtliche Ausgaben von "Ich und mein Staubsauger", dem West-Berliner Fanzine, in dem Max Goldt Ende der 1980er Jahre seine ersten "Onkel Max"-Kolumnen veröffentlichte, online gibt? Wusste ich auch nicht, bis mich Scott Hühnerkrisp vor einer Weile indirekt darauf aufmerksam machte.

Die liebevoll rotzig, professionell-dilettantisch gemachten Ausgaben, in denen man viel über die Club-, Sub- und sonstige Kultur der wilden Vorwendezeit erfährt, könnt ihr in den kommenden Wochen lesen. Denn hier im Blog wird es im September etwas ruhiger werden. Jawohl, es ist mal wieder Zeit für einen "Sorry fürs Nichtsbloggen!"-Beitrag bzw. -Halbbeitrag. Ich werde zwar versuchen, mindestens alle drei Tage etwas auf Kybersetzung einzustellen, der gewohnte Turnus kann aber leider nicht durchgehalten werden. Ich bitte um Nachsicht.

Montag, 19. Oktober 2020

Jetzt 'n Blogbeitrag.

In einem der in seinem Band "Gattin aus Holzabfällen" versammelten Fotofundstücke zeigt und kommentiert Max Goldt den Slogan einer Gattungskampagne der Printbranche: "Jetzt 'ne Zeitschrift". Diese Werbemaßnahme aus dem Jahr 2007 ist völlig an mir vorbeigegangen, obwohl sie mehrfach Objekt der damals schon sehr aktiven "Netzwelt" war (u.a. Sascha Lobo befasste sich damit und lobte zwei jener Anzeigen für ihre selbstironischen Ansätze) – umso herzhafter musste ich lachen, als ich die Zeile las. Ich finde generisches Marketing allgemein recht amüsant, sei es für Zucker, Holz, Kino, das Handwerk und was es noch alles gibt. Was es nicht gibt, sollte man sich mal überlegen! "Ohne Gewürze ist das Leben fad." / "Der Mulch macht's!" / "Eine Armbanduhr: läuft von früh bis spät." / "Wir bringen vielleicht kein Glück, aber dafür Wärme. Ihre Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger" ... Weitere Claims und Sprüche denke ich mir gegen geringes Honorar gerne aus!

Samstag, 26. September 2020

Kurz notiert: Noch eine Doppelbegegnung

Kurz nach dem mysteriösen zweifachen Antreffen des arabischen Wortes für "stopp" begegnete mir etwas anderes, das ich bis dahin nicht kannte, an zwei Tagen hintereinander. In Episode 11 der 2. Staffel von "The Expanse" wird der Alternativname für die Kornblume, Zyane, abgefragt. Diese Episode sah ich am Donnerstag, und am Freitag las ich in der aktuellen Ausgabe des Sprachreports einen Artikel über den Scrabble-Duden, in dem es ebenfalls kurz um Zyanen (also das Wort) ging!

Auch das kann man gewiss wieder mit "perceptual priming" wegerklären, nur: Bis zum Donnerstag kannte ich das fragliche Wort überhaupt nicht. Oder lag es bereits irgendwo in meinem passiven Wortschatz vergraben? Dann stellt sich trotzdem abermals die Frage nach der Wahrscheinlichkeit für das Doppelauftreten dieses nicht eben häufigen Lexems. Nun gut, ich lese, schaue, höre sehr viel, da bleiben diese unheimlich scheinenden Phänomene nicht aus und werden sich bestimmt in Zukunft noch mehr als einmal zeigen. Grund, ein entsprechendes Tagebuch anzulegen oder eine feste Blog-Kategorie daraus zu machen, sollte das nicht sein. Also Schluss jetzt damit!

Montag, 21. September 2020

Alles für den Club!

Kürzlich dokumentierte Anne Schüßler für das Techniktagebuch, auf welche Weise die ADAC Motorwelt heutzutage vertrieben wird, nämlich in ausgesuchten Verkaufsstellen gratis gegen Vorlage des ADAC-Mitgliedsausweises. Das weckte in mir wunderschöne Kindheitserinnerungen: an die Beschaffung des Club Nintendo-Magazins. Bei diesem Magazin handelte es sich um das zweimonatlich erscheinende Zentralorgan des Club Nintendo, und ihr wärt gewiss enttäuscht von mir, wenn ich nicht sämtliche Ausgaben, die über die Jahre in meinen Besitz gegangen sind, aufgehoben hätte!

Die Sammlung ist nicht vollständig, aber man kann anhand von ihr das wechselnde Distributionssystem nachvollziehen. Bis August 1992 bekamen Clubmitglieder jede Ausgabe frei Haus zugeschickt. Ab Ausgabe 5/92 war das Heft ausweislich eines Eckenstörers "nur für Club Nintendo Mitglieder kostenlos gegen Coupon" erhältlich. Die Coupons wurden (portosparend) einmal pro Jahr versandt, wenn ich mich recht entsinne. Ich holte mir das Heft stets beim Nintendo-Händler meines Vertrauens, nämlich einer Neckermann-Filiale, was mit einer längeren und für mich Steppke einigermaßen aufregenden Busfahrt verbunden war. Manchmal war die neueste Ausgabe am Erscheinungstag noch nicht vorrätig, und ich musste am nächsten Tag oder sogar noch ein weiteres Mal erneut zu Neckermann fahren. Wo diese Spezialzeitschrift, welche die aktuellen NES- und Super-Nintendo-Spiele eben nicht nur vorstellte, sondern bebilderte Lösungen und Tipps für diese abdruckte (wir hatten ja kein Internet!), sonst noch zu beziehen war, wusste ich nicht (wir hatten ja kein Internet!). Jedenfalls pflegte ich bei diesem Ritual neben dem Coupon auch meinen Clubausweis vorzulegen, was mir ein Gefühl der Exklusivität gab.


Doch mit Beginn des 6. Jahrgangs war's vorbei damit. Ab Ausgabe 1/94 kostete die Zeitschrift 2,95 DM und konnte von jedem dahergelaufenen Nichtmitglied erstanden werden, nun auch u.a. bei Karstadt Sport + Spiel (dem späteren Karstadt Sports). Im Dezember 1995 gab es die nächste Änderung: Club Nintendo war kostenlos. Von jetzt an verlor ich ohnehin das Interesse, denn neue Super-Nintendo-Games reizten mich kaum, das N64 schon gar nicht; ich zockte lieber am PC. Sporadisch steckte ich das Nintendo-Heft noch ein, wenn es mir in einem Kaufhaus zufällig begegnete. Festzuhalten ist noch, dass in unregelmäßigen Abständen Sonderausgaben herauskamen, nämlich Comics, beispielsweise mit Kirby oder zu "Donkey Kong Country 2". Das jüngste reguläre Exemplar in meiner Sammlung stammt vom Oktober 1998. Vier Jahre später wurde das Printprodukt eingestellt, 2015 hörte auch der Club auf zu existieren. Umso löwenhafter werde ich meine Mitgliedskarte hüten.

AKTION! Beim Sortieren habe ich festgestellt, dass ich zwei Issues doppelt habe: 1/92 und 5/92 (ohne Umschlagseiten). Wer sie aus Nostalgie- oder sonstigen Gründen geschenkt haben möchte, möge sich bei mir melden.

Freitag, 18. September 2020

Mein Freund, der Baum, ist lebendig

Neulich folgende Anzeige in einer Zeitschrift von 1984 gefunden:


Da habe ich mich ein wenig gefreut. Zwar können wir nicht mehr die Welt retten, aber immerhin den Wald haben "wir" gerettet, zumindest den deutschen. Oder wann hat man zuletzt etwas von Saurem Regen gehört? Wobei ich schon gerne wüsste, wie so eine "Säuresteppe" aussieht ...

Dienstag, 10. September 2019

Torsten Neunmalklug schlägt wieder zu

Im April 2017 habe ich behauptet, ich hätte an den Spiegel "den ersten Leserbrief meines Lebens" geschickt. Diese Behauptung ist unwahr, wie ich beim Durchsehen meines Privatarchivs neulich bemerkte. Zum Glück schreibe ich alles auf! Ich hatte ganz vergessen, dass ich bereits im August 2008 einen Leserbrief an die P.M. gemailt habe.

Damaliger Anlass: ein Artikel mit dem reißerischen Titel "Der große Krieg um die Zahlen". Darin wurde das römische Zahlensystem als kompliziert verdammt, es wurde gar spekuliert, ob es am Untergang des Weltreiches Schuld trug! In den 50er Jahren, so der Verfasser, mussten sich deutsche Schüler mit dem ach so unlogischen System rumplagen. Dabei waren römische Zahlen auch bei uns (in den 90ern!) Unterrichtsstoff, und niemand ist daran zerbrochen! Dies schrieb ich dem Autor und merkte an, dass das jeweilige Zahlensystem – wie auch die Schrift – nur eine Sache der Gewöhnung sei. Und dass das indisch-arabische auch nicht optimal für z.B. Französischsprechende ist: Die schreiben zwar 98 als Zehner-Einer-Kombination, aber sagen "4 mal 20 plus 10 plus 8". Zudem ist die Zeichen-Zahl-Zuordnung völlig arbiträr, und im Alten Rom musste man sich immerhin nur sieben Zeichen merken (die man ja eh schon, als Buchstaben, kannte). Und MM ist ja beispielsweise nur halb so lang wie 2000.

Als Antwort erhielt ich dies: ".... danke für das Feedback! Sie mögen nicht Unrecht haben mit Ihrem Beweisargument, dennoch ist die zugrunde liegende These dieses Beitrags über Ethnomathematik, dass der Fortschritt des Menschen mit der Vereinfachung der Rechensysteme gekoppelt ist. Schöne Grüße [...]" – Ja, das ist mir schon klar, dass das die These war! Nur: sie stimmt nicht! Kann das mal bitte jemand zur Kenntnis nehmen? Halloooo??!!

Samstag, 13. Juli 2019

Aufmachertrend Sommer 2019

Für die Nachwelt (die es freilich in ein paar Jahrzehnten nicht mehr geben wird) sei hier festgehalten, was Wochenzeitungen und -zeitschriften derzeit auf ihre Titel packen:
  • Focus, 8. Juni: "Ich mag Fleisch. Ich fliege gern. Ich fahre Auto. 40 Ideen, wie Sie trotzdem klimafreundlicher leben können"
  • Zeit, 11. Juli: "Der Mythos vom Verzicht. Kein Fleisch, kein Flug, kein Auto – der Mensch soll auf immer mehr verzichten. Doch die Enthaltsamkeit des Einzelnen hilft nicht weiter."
  • Spiegel, 13. Juli: "Richtig und gut leben. Die Welt retten, ohne sich einzuschränken – geht das?"
In den jeweiligen Redaktionsstuben möchte man gern mal Mäuschen sein. "Der Leser mag weder Panikmache noch erhobene Zeigefinger. Er will in seinen Handlungen und Meinungen bestätigt und dabei nur ganz sanft erzogen werden. Lasst uns also die Leute dazu ermutigen, im Wesentlichen so weiterzumachen wie bisher, ihnen ein paar leicht umzusetzende Tipps an die Hand geben, und alle fühlen sich wohl!"
Konsequent und schon wieder sympathisch fände ich ein Magazin, das folgenden Kurs einschlägt: "Lachend in den Untergang: Kreuzfahrt, Steak und Monsterjeep – so machen wir uns die letzten Jahre der Menschheit so angenehm wie möglich."

Sonntag, 23. Juni 2019

Außergewöhnliche Printprodukte: Hurt You Bad

Kurz nach ihrem Erscheinen 2012 habe ich mir die Erstausgabe der gedruckten Version des inzwischen toten britischen Graffiti-Blogs "Hutyoubad" bestellt. Man muss solche Experimente unterstützen, dachte ich mir.


Hurt You Bad #1 – Concealed Intentions umfasst 104 durchgehend farbige Seiten auf wertigem Papier und versteht sich laut Editorial als "graffiti magazine with little to no graffit in it". Street art gibt es trotzdem zu sehen, Techniken werden vorgestellt, Künstler/-innen portraitiert und interviewt, auch Fiction kommt vor, in Form eines kurzen Drehbuchs. Dazwischen finden sich großzügig angelegte Strecken mit Straßenfotografie.



Highlight des Hefts ist das in 16 Bildern gezeigte Making-of des Kunstwerks "Pig to Paris", bei dem ein Schweinekopf auf kreative Weise umgeformt wird.


Warum ich erst jetzt, rund sieben Jahre später, darüber schreibe? Weil ich die ganze Zeit auf eine zweite Ausgabe gewartet habe, anhand derer ich etwas genauer analysieren wollte, was "Hurt You Bad" sein will. Ich denke aber, man kann endgültig davon ausgehen, dass die Geschichte auserzählt ist. Schade. 

Donnerstag, 14. April 2016

Am Watschenbaum gerüttelt

Ich habe eine blasse Erinnerung an eine Rubrik in der Zeitschrift Micky Maus, nämlich den "Streich der Woche". Ich bilde mir ein, dass diese Rubrik mit einem Blinker versehen war: "Vorsicht, Ohrfeigen!"; "Achtung, Ohrfeigengefahr!" oder so was. Im Internet konnte ich keine diesbezüglichen Hinweise finden. Offenbar soll dieser nonchalante Umgang mit dem Thema Kindesmisshandlung totgeschwiegen werden!
Leider ist mir auch nur ein einziger Streich im Gedächtnis geblieben: Man hängt in Honig getränkte Bindfäden an die Kellerdecke, und wenn das nächste Mal ein Familienmitglied im Dunkeln in den Keller geht, wird es sich ordentlich erschrecken und ekeln, hihi!
Hier übrigens mein "Streich der Woche":


Samstag, 30. Januar 2016

Kurz notiert: Post Moosleitner

Herrje, ich habe ewig keine Ausgabe der Zeitschrift P.M. mehr in der Hand gehabt. Zumindest stammt mein letzter diesbezüglicher Vermerk aus dem Juli 2012: "Der Name Peter Moosleitner ist inzwischen vollständig aus dem Titelblatt des P.M. Magazins verschwunden. Die Unterzeile lautet nun 'Welt des Wissens'."

Nun hätte man Peter Moosleitner nach dessen Tod im Dezember 2015 die Ehre erweisen können, seinen Namen wieder dauerhaft auf das Cover zu hieven, doch stattdessen untertitelt man das Heft seit der Ausgabe 10/2015 mit "Neugierig auf morgen", nachdem der Slogan einige Zeit "Mehr wissen – mehr verstehen" lautete. Dass der Ableger P.M. History nicht analog die Subzeile "Neugierig auf gestern" trägt, ist eine weitere vertane Chance. "Neugierig auf morgen"! Wird es in P.M. also nie wieder um Dinosaurier, Pyramiden und Wikinger gehen? Schade. (Ich weiß übrigens bis heute nicht, was Wikinger überhaupt sein sollen. Ich glaube, das ist bloß eine Erfindung der Unterhaltungsindustrie. Um eine ethnisch oder sprachlich einheitlich zu fassende Gruppe handelt es sich jedenfalls nicht.)

Dienstag, 6. Oktober 2015

Yay, Nostalgie!

Die drei Phasen meiner Spielehilfenbeschaffung

1) ca. 1993 – 2000


Viele der größtenteils illegal kopierten Spiele, die ich für den Amiga 500 besitze, sind auf kreative Weise kopiergeschützt. Bevor das Spiel startet, wird man nach einem Code gefragt, den man mithilfe des mitgelieferten Handbuchs oder eines beigefügten Gimmicks wie der berühmten Monkey-Island-Kopierscheibe ermittelt und sodann eingibt. Dass man diese Entschlüsselungs-Mechanismen ihrerseits kopieren bzw. in Tabellenform gefasst weiterverbreiten kann, ist natürlich jedem bekannt außer den Softwarefirmen. Die Codetabellen für “Day of the Tentacle” (Mitte links im Bild) und “Indiana Jones and the Last Crusade” (Mitte rechts) hat mir ein Mitschüler gegeben, die Monkey-Island-Scheiben habe ich, als ich schon aus der Schule raus war, nachgekauft. 
Gerade in Adventurespielen kam und kommt man gelegentlich nicht weiter, braucht also Komplettlösungen. Diese besorgt man sich in Form von Lösungsbüchern, z.B. dem “Lucasfilm Games Buch” oder dem “Adventure Buch II” – auch hier reicht es natürlich, wenn eine Person in der Schule so etwas hat; dann wird munter kopiert und verteilt. Spieletipps und -lösungen sind außerdem fester Bestandteil in Spielemagazinen. Die Zeitschrift Power Play hat sogar eine ca. 30 Seiten umfassende herausnehmbare Beilage namens “Power Tipps”, die ich regelmäßig aus unserer Stadtteilbibliothek klaue.

2) ca. 2000 – 2005


Mit dem Aufkommen des Internets wird das Finden von Lösungen und Tipps erheblich leichter. An der Archivierung ändert sich jedoch nichts: Ich speichere jede Spielehilfe auf der Festplatte, drucke sie aus und hefte sie ab, um während des Spielens darauf Zugriff zu haben. (Jedes Mal, wenn ich nicht weiter weiß, das Spiel zu beenden und in die Lösung zu schauen, erscheint mir unpraktisch.) Die letzten ausgedruckten Spielehilfen datieren auf 2005. Wahrscheinlich hatte ich wegen des wachsenden Papierhaufens (die Hefter im Bild beinhalten Lösungen zu nicht weniger als 20 Games) ein schlechtes Gewissen, noch wahrscheinlicher ist, dass ich während dieser “Dark Ages” einfach studiumshalber viel weniger gespielt habe.

3) seit 2011
Dank Secondscreenisierung des Lebens schere ich mich kaum noch um Recherche außerhalb einer Spiele-Session. Wenn ich an der Xbox oder am PC bei einem Spiel steckenbleibe, lasse ich mir per Smartphone helfen. Ich bevorzuge übrigens mittlerweile vermehrt Youtube, wo es praktisch zu jedem Spiel Video-Walkthroughs gibt.

Ergänzung zu Phase 1)
Als ich im Oktober 2015 eine Ausgabe der “Power Tipps” durchblättere, entdecke ich eine weitere Quelle für Spielelösungen, die ich allerdings nie genutzt habe: Es gab in Deutschland mehrere “Lösungsservices”, bei denen man telefonisch Spielelösungen, -anleitungen und -pläne bestellen konnte.


Noch eine Ergänzung
Natürlich habe ich mir bei sehr komplexen Games, zu denen ich kein Handbuch besaß, auch handschriftliche Notizen gemacht. In einem meiner alten Hefter befindet sich zum Beispiel eine Übersicht sämtlicher Zaubersprüche aus dem Rollenspiel “Das Schwarze Auge: Schatten über Riva”.


(Cross-posting vom Techniktagebuch)

Freitag, 2. Januar 2015

Mit den Pilzen durchs Jahr (Neues vom "Tintling")

Schon im August 2014 schickte Chefredakteurin Karin Montag persönlich und freundlicherweise Ausgabe 89 ihres Magazins Der Tintling in das Büro, in dem ich arbeite. Zwischenzeitlich sind zwei weitere Nummern erschienen, doch ich möchte es nachholen, das nämliche Heft 4/2014 kurz vorzustellen.


Das Heft steht zwar nicht, wie das Cover vermuten lässt, im Zeichen des Fliegenpilzes, aber immerhin befindet sich im Heftinnern eine aktuelle Auflistung aller Schweizer und deutschen Laboratorien, die Amanitin bestimmen können; außerdem gibt es ein Pilzpostkarten-Special zum Thema Romantik, in welchem auch Fliegenpilze abgebildet sind. Weitere Highlights:

- Teil VIII von "Pilze und Gallen" – Urpilze (darin geht's u.a. um Protomyces-Befall am Giersch)
- die neue, sehr gute Serie "Debütantenstadl". Teil 1: Die Form des Hutes. Man findet eine Übersicht aller geläufigen Formen von Hüten (fälschlicherweise oft "Kappen" genannt), von "zipfelmützenförmig" über "gefaltet-verbogen" bis "kegelig-geschweift"
- ein Artikel über den Gallenpilz Tremella fuciformis ("Weißes Wolkenohr", "Silberohr" etc.) mit besonderer Berücksichtigung seiner kulinarischen Verwertbarkeit (z.B. Paprika, gefüllt mit Wolkenohren und dickflüssigem Teig aus Mehl von Kichererbsen, Hallimaschpulver, Speck und Zwiebeln, Kreuzkümmel und Koriander)
- ein "pilzliches Kreuzworträtsel"
- ein Bericht von Dr. Volkbert Kell (†) darüber, wie dieser in den 1980er Jahren "dank" Pilzbefall seine DDR-Wohnung verlassen musste und durch "Beziehungen" eine neue, bessere fand
- das Editorial, in dem die neue japanische Offset-Druckmaschine für den Tintling vorgestellt wird

Das Beste an dieser Ausgabe war jedoch das beigelegte Gimmick "Der kleine PuKK" (Pilz- und Kräuter-Kalender), ein Zweiwochen-Wandkalender, der mit saisonaler Relevanz über Wald- und Wiesenfundstücke informiert. Er ist hübsch bebildert und enthält neben gelegentlichen Rezeptanregungen QR-Codes mit Hintergrundinfos zu sämtlichen behandelten Pflanzen und Pilzen ("direkte Verbindung zur Onleine"). Fazit: wieder ein sehr gelungenes Heftchen!