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Montag, 24. August 2026

Gebietsreform MAINTENANT!

Als passioniertem Kreuzworträtsellöser begegnen mir regelmäßig französische Départements. Meine Meinung: Es gibt zu viele davon! Gewiss, Frankreich ist ein großes Land, aber der Verwaltungseinheitenflickenteppich, zumindest auf dem Hexagone, ist gar zu kleinteilig, vor allem für Deutsche, die im Kreuzworträtsel nach einem "frz. Département mit vier Buchstaben" gefragt werden und sich zwischen AUBE, AUDE, CHER, EURE, GARD, GERS, JURA, NORD, OISE, ORNE und TARN entscheiden müssen.

Überhaupt, wie sehr sich etliche Namen der 101 Dalma-... äh: Départements ähneln! Direkt ganz am Anfang der Liste finden sich Ain und Aisne, sacré bleu! Hier hätte man schon bei der (gar nicht mal so weit zurückliegenden) Strukturierung weiser vorgehen sollen. Indes: "67 Départements sind nach einem, 10 davon sogar nach zwei Flüssen benannt. Häufigste Namensgeberin ist die Loire, die sechs Departements im Namen tragen (nicht zu verwechseln mit dem Loir (zwei Benennungen) und dem Loiret (eine Benennung))." (Wikipedia) "Indes" ist indes kein Département, wohl aber Indre.

Sehr gern wird im Schwedenrätsel, das man schlechterdings in "Franzosenrätsel" umbenennen sollte, zudem nach Département-Hauptstädten gefragt. Mysteriöse Vierbuchstabler gibt es unter denen auch, z.B. Auch. Regionen hingegen spielen selten eine Rolle. Die sind überschaubar: 13 in Europa, fünf in Übersee. Könnte man eigentlich mal auswendig lernen.

Montag, 24. März 2025

Lutetia, Brunswick & Co.

Im Jahr 2016 fotografierte ich diesen Leserbrief eines Herrn O. aus H. ab:


Dem Abschnitt über Nizza kann ich etwas hinzufügen. Zufällig kurz nachdem ich beim Handyspeicherausmisten auf dieses Foto gestoßen bin, hörte ich nämlich in einem Zug einen Mann telefonieren, der zwar italienisch sprach, aber sowohl "Nice" statt "Nizza" als auch "Menton" statt "Mentone" sagte! (Die italienische Form Mentone ist mir überhaupt bisher nur ein einziges Mal untergekommen, nämlich in einem Roman von Dorothy Sayers. Ende der 1930er Jahre war das, zumindest in England, offenbar noch die bevorzugte Schreibweise, obwohl Menton bereits 1861 Frankreich eingegliedert wurde.)

Selbstverständlich bin ich mir bewusst, dass Ortsnamen politischen Sprengstoff bergen können, man denke an aktuelle Debatten à la "Kiew vs. Kyjiw". Nicht selten spielt Subjektives, Biographisches, Persönliches hinein, wenn es um die Bevorzugung der einen oder der anderen Variante geht; Robert Gernhardt nennt im Bericht einer 1993 begangenen Estlandreise seine Heimatstadt konsequent "Reval". Generell halte ich es bei der Frage Exonym oder Endonyme pragmatisch. Ich sage "Bratislava", weil ich mir sicher bin, dass acht von zehn Gesprächspartnern mit "Pressburg" nichts anzufangen wüssten; ich sage "Danzig", weil mir das leichter von der Zunge rollt als "Gdansk"; und ich sage "Thiruvananthapuram" statt "Trivandrum", weil ich mich als Freund und Kenner von Bharat zu erkennen geben möchte, haha.

Mittwoch, 12. Juni 2024

Servicepost

Auf mein PPS im Beitrag vom Samstag erreichte mich erfreulicherweise Feedback. Tenor: Das Lehnwort Service mit der Bedeutung "zusammengehöriges, mehrteiliges Essgeschirr" wird tatsächlich "vor allem in Sachsen" und dort "von älteren Menschen (bis ca. Boomer)" (Zitat Kommentator M.L.) als "Servie" ausgesprochen. Ich hatte mich also doch nicht falsch erinnert!

Sowohl mein Langenscheidt-Französisch-Wörterbuch aus der Schulzeit als auch der Duden kennt allein die Aussprache mit hörbarem Schluss-s. Warum also verschlucken es manche Deutschsprechende? Das lässt sich mit einem Phänomen erklären, das in der Linguistik als "Hyperkorrektheit" bezeichnet wird. Den Sprechenden ist bekannt, dass französische Wörter oft "stumme Buchstaben" enthalten, vor allem am Wortende. Also lassen sie, sozusagen im Übereifer, auch das finale -ce in (Tee-, Kaffee-, ...)-Service weg, weil diese Buchstabenfolge "bestimmt anders behandelt wird als in dem aus dem Englischen übernommenen Service". Eine Parallele dazu ist die Aussprache vieler Englisch-Muttersprachler von coup de grâce ("Gnadenstoß") als "cou de gra". Lieber zu wenig als zu viel artikulieren, scheint die Devise zu sein, vgl. auch "Louv" statt "Louvre", wobei hier zusätzlich der äußerst spannende Komplex des finalen Schwa im Englischen hineinspielt (man denke an "Porsch" vs. "Porschah", tertium non datur).

Bleibt die Frage, warum die "Servie"-Variante (ausschließlich?) in Sachsen verbreitet ist. Eine heiße Spur könnte sein, dass das Geschirr-Wort im Sorbischen (!) kein Schluss-s enthält: Sowohl auf nieder- als auch auf obersorbisch heißt es laut Wiktionary serwij. Wegen der räumlichen Nähe könnte es sich um eine Folge von Sprachkontakt handeln. Was freilich immer noch nicht klärt, wieso die hyperkorrekte Aussprache von Älteren bevorzugt wird. Nun gut, jüngere Leute werden sich insgesamt viel weniger häufig über Sammeltassen und Kuchenteller unterhalten als ihre Großeltern ... Dass früher andere Regeln galten, kann ausgeschlossen werden; ein Aussprachewörterbuch von 1833 gibt für service "serwihß'" an. Andererseits fand ich in einem anderen Handbuch aus ungefähr demselben Jahr die Schreibweise "Thee-Servis", und wenn man "Servis" nun wiederum französisch ausspricht, landet man bei "Servie".

Wisst ihr was? Ich werde jetzt einem der Verantwortlichen des "Atlas zur deutschen Alltagssprache" vorschlagen, in die nächste Runde eine entsprechende Umfrage zu integrieren!

Mittwoch, 5. April 2023

A noble spirit embiggens the smallest man

Einen Monat ist es noch hin bis zur Krönung des neuen englischen Monarchen, der gar nicht mehr sooo neu im Amt ist. Sogar in Deutschland war er letzte Woche schon auf Staatsbesuch, wo ihm viel Sympathie entgegengebracht wurde und wo man ihn wahlweise "König Charles", "König Karl" oder "King Charles" nennt; die III. lässt man meistens weg, denn man meint selbstverständlich Karl den Dritten, wenn man "König Karl" sagt, so wie man Kleopatra VII. meint, wenn man einfach nur "Kleopatra" sagt.

Mit dem Nachrücken des ewigen Fürsten Charles auf den von seiner Mutter in 70-jähriger Rekordherrschaft gehaltenen Thron ist nun auch Karls erstgeborener Sohn nachgerückt: William ist seit 2022 nicht nur der offizielle Kronprinz (der als König dann Wilhelm V. heißen wird), sondern auch der amtierende Prince of Wales. Wer sich mit dessen Insignien befasst, wird womöglich überrascht sein, einen deutschen Wahlspruch auf der Helmzier zu finden:

"Deutsch anmutend" sollte ich wohl besser schreiben, denn nach einer Gegentheorie zu der, dass hier das Motto Johanns von Böhmen wiederklingt, ist "Ich dien" keltischen Ursprungs: Eduard I. soll dem walisischen Parlament mit den Worten "Eich dyn", was wohl so viel wie "Seht diesen Mann" bedeutet, seinen neugeborenen Sohn präsentiert haben. Die englischsprachige Wikipedia stellt die deutsche Herkunft indes nicht in Frage. 

Das ist ein ergiebiges Thema: fremdsprachige Phrasen als Landesmotto, als Wahlspruch eines hohen Hauses oder einer sonstigen altehrwürdigen Institution. Um bei britischen Monarchen zu bleiben: "Dieu et mon droit", französisch für "Gott und mein Recht", wird von denen seit Jahrhunderten verwendet und prangt bis heute auf dem Wappen des Vereinigten Königreichs. Das ist mir übrigens erstmals beim Anschauen der Serie "Justice" aufgefallen. Dass die Devise des Hosenbandordens, "Honi soit qui mal y pense" ("Ein Schelm, wer Böses dabei denkt"), ebenfalls, wenn auch halb verdeckt, auf Karls Wappen zu lesen ist, unterstreicht den subtilen Mutterwitz, der allem im weiteren Sinne Englischen eingeschrieben zu sein scheint.

In Bezug auf die USA denken wir natürlich zuerst an "E pluribus unum" und "Annuit coeptis", aus den Niederlanden kennt man "Luctor et emergo" (Wappen der Provinz Seeland). Und hierzulande? Einen amtlichen Wahlspruch haben wir ohnehin nicht, am nächsten kommt dem Konzept, im Sinne einer identitätsstiftenden Losung, "Einigkeit und Recht und Freiheit". Die Widmung "Dem deutschen Volke" ließe sich noch in den Topf werfen. Als vor ein paar Jahren Andreas Nohls viel beachtete Neuübersetzung von "Gone with the Wind" unter dem Titel "Vom Wind verweht" herauskam, fragte ich mich im Scherz, ob man wohl bald das E aus dem "VOLKE" am Reichstagsgebäude entfernen würde. (Gutes Quizwissen: Die Buchstaben wurden aus eingeschmolzenen Kanonen gefertigt.) Eine ältere Form, wenn nicht gar eine frühere Sprachstufe zu bewahren hat ja durchaus seinen Reiz. Die Republik Indien führt seit 1950 in ihrem Hoheitszeichen den vedischen Satz satyameva jayate, "Allein die Wahrheit obsiegt", Teil eines jahrtausendealten Mantras aus den Upanishaden. Wie ich gerade lernte, hat Tschechien ein bedeutungsgleiches Motto, auf tschechisch ("Pravda vítězí"). Auf dem Holstentor steht "CONCORDIA DOMI FORIS PAX", "Eintracht innen, draußen Friede" (Ah, Schulwissen: ein Chiasmus!). Das Lübecker Wahrzeichen würde ich gerne mal in natura sehen.

Montag, 21. November 2022

Der Rosetta-Stein der Deutschen Bahn

Bei meiner letzten ICE-Fahrt habe ich zum ersten Mal einen genaueren Blick auf das über dem Nothammer hängende Warnschildchen geworfen:


Ich kam nicht umhin, die Nuancen, die sich in dem viersprachigen Hinweis finden, zu bemerken.
"Missbrauch strafbar" heißt es auf Deutsch, auf Englisch aber nicht analog "Misuse punishable", sondern "Misuse will be punished". Ein kleiner, aber feiner Unterschied: Deutschsprechende können bei Hammermissbrauch bestraft werden, Englischsprechende werden es in jedem Fall. Genau so alternativlos sind die Folgen, welche die französische und die italienische Zeile versprechen: "... wird bestraft". Man beachte außerdem, dass in jenen auch noch ein "jeder" vorangestellt ist (tout/ogni), während man sich bei der englischen Version ein "any" gespart hat.
Ob das irgendeine tiefere Bedeutung hat, kann ich nicht sagen, ich bin ja kein Kulturwissenschaftler. Vermutlich sind die Abweichungen so beliebig wie bei Mirácoli.
 

Mittwoch, 10. August 2022

Die 72 Eiffel-Namen

Das wusste ich bis vor kurzem auch noch nicht: Auf den Friesen der ersten Etage des Eiffelturms, also in circa 57 Metern Höhe, sind reihum in güldenen Lettern die Nachnamen von 72 bedeutenden Männern der Wissenschaft angebracht. In ihrer jetzigen Gestalt zu sehen sind die Namen erst seit ihrer Wiederherstellung in den Jahren 1986/87, nachdem sie Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge eines Neuanstrichs des Pariser Wahrzeichens überpinselt worden waren.

Die Auswahl der vor allem in Mathematik und Technik tätig gewesenen Personen "traf Eiffel selbst; für einige Namen wurde er kritisiert. Er überging bewusst Wissenschaftler mit langen Familiennamen und auch Frauen, die sich in der Wissenschaft verdient gemacht haben" (Wikipedia). Bis auf zwei Schweizer und einen Italiener handelt es sich um Franzosen. Aber wie viele von ihnen sind einem (sprich: mir) namentlich bekannt? Erschreckend wenige!

  • LAPLACE: Wiederkehrender Gast im Mathematikunterricht der Sekundarstufe II
  • LAVOISIER: Kam ja sogar schon mal am Rande in diesem Blog vor
  • AMPÈRE: Klar, Stromstärke
  • BROCA: Über das menschliche Gehirn habe ich dies und das gelesen und gehört. Broca-Areal, Broca-Aphasie, spannendes Zeug!
  • BECQUEREL: War zuletzt "nach Fukushima" in aller Munde
  • CORIOLIS: Ich sag' nur "Bart gegen Australien" ("The Simpsons", Ep. 6.16)!
  • PERRIER: Der Erfinder des Mineralwassers. Nein, Spaß, den kenne ich auch nicht.
  • CAUCHY: Tja, "kennen" wäre zu viel gesagt, aber ich habe das Gefühl, dass der Name in einer Ecke meines Gedächtnisses schlummerte, und eingedenk dessen, womit der Herr sich befasst hat, könnte auch er mal in den Analysis-Tiefen unseres Mathe-Grundkurses eine Rolle gespielt haben.
  • COULOMB: Eine physikalische Maßeinheit, aber wofür? (Ich habe nachgeschlagen: elektrische Ladung! Einheit: 1 C)
  • FOUCAULT: Der mit dem Pendel
  • DAGUERRE: Der mit der Daguerreotypie
  • FOURIER: Ein Weggefährte des großen Ägyptologen Champollion, aber, wie ich soeben lese, "nebenbei" auch Physiker

Nicht mal ein Dutzend von 72: Diese miese Quote lässt mich wohl ziemlich ignorant erscheinen, was die Wissenschaftsgeschichte der Grande Nation angeht. Ich gelobe Besserung und fange damit an, peu à peu die Wikipedia-Einträge der Geehrten zu studieren.

Samstag, 24. Juli 2021

Mot de la semaine

Gestern bin ich, als ich im Rahmen einer Recherche herausfinden wollte, was das französische Wort motte heißt, auf ein hinreißendes französisches Verb gestoßen:

    se miter - "von Motten zerfressen werden"

Hahaha, das ist so typisch französisch, so etwas kann es echt nur in dieser Sprache geben!

Montag, 9. November 2020

Auf der Suche nach dem verlorenen Teilchen

Wusstet ihr, dass Marcel Prousts À la recherche du temps perdu nicht nur unter dem Titel "Remembrance of Things Past" ins Englische übersetzt wurde, sondern auch als "In Search of Lost Time"? Also ich nicht! Bei mir hat auch noch nie eine Madeleine lange Assoziationsketten ausgelöst, über die ich schreiben könnte, dafür aber muss ich seit vergangener Woche anlasslos an Mandarinen-Quarkplunder denken, und zwar konkret an jene, die es im Café der Neuen Mensa meiner Alma Mater zu kaufen gab. Wenn ich zwischen der 4. und der 6. Doppelstunde, also zwischen 14.30 und 16.40, keine Lehrveranstaltung hatte, aber auch keine Lust, nach Hause zu gehen (was ich hätte tun können, denn ich wohnte nur zehn Fahrradminuten vom Campus entfernt), holte ich mir in ebenjener Cafeteria oft eine Tasse Kaffee und dazu einen Mandarinen-Quarkplunder, setzte mich an einen Tisch, las irgendwas (nicht Proust) und vesperte gemütlich. Manchmal kam das Gebäck frisch aus dem Ofen, warm schmeckte die Quarkfüllung noch köstlicher.

Inzwischen ist das ganze Mensagebäude leer und verschlossen, der Betrieb stillgelegt, und ich wohne eh in einer anderen Stadt. Diese schönen Nachmittage werde ich mithin nie wieder nacherleben können, allein in meiner immer blasser werdenden Erinnerung. Wir befinden uns in der Ära der Ablenkung, der Dauerbeschallung und des Eindrucks-Overflows, so dass uns droht, zu vergessen, hin und wieder nichts zu tun als in uns zu gehen und Vergangenes zu rekapitulieren, Momente des Glücks gedanklich nachzuspielen. Schreiben hilft auch – selbst wenn dann aus einem Stück Zwieback eine Madeleine wird oder werweiß aus einem Plunder ein Krapfen.

Themenwechsel! Gustave Flauberts Roman Éducation sentimentale erfuhr kürzlich eine Neuübersetzung ins Deutsche durch Elisabeth Edl und heißt jetzt "Lehrjahre der Männlichkeit". Die Frage der Süddeutschen Zeitung, ob das ein "Auswuchs der Genderdebatte" oder ein "philologischer Scoop" sei, interessiert mich weniger als folgende Passage aus dem dazugehörigen Artikel: "Das Problem liegt schon im Titel des Originals begründet, einem Titel, um den Flaubert lange gerungen hatte, dem aber schon Marcel Proust in seinem bahnbrechenden Essay über den Stil Flauberts attestiert hat, dass er 'grammatisch' inkorrekt sei." Wer kann mir erklären, was es mit diesem Vorwurf auf sich hat und wieso "grammatisch" in Anführungszeichen steht? Im engeren Sinne scheint es mir grammatisch korrekt zu sein: éducation ist ein feminines Substantiv im Singular und das Adjektiv sentimentale dazu astrein kongruent. Ich muss an dieser Stelle betonen, dass ich meine letzte Französisch-Lektion nicht mal in der Uni, sondern in der Schule hatte, und so weit möchte ich nun wirklich nicht zurückdenken!

Mittwoch, 9. September 2020

Lesetipp: Gespräch mit Gudrun Penndorf

Hochinteressantes Interview in der heutigen SZ (online leider hinter Bezahlschranke) mit der langjährigen Asterix-Übersetzerin Gudrun Penndorf, die jetzt für ihre Verdienste das Bundesverdienstkreuz erhält:

Aber ein gewisses Misstrauen der Franzosen blieb.
Ja, bis heute werden die Übersetzungen, mittlerweile stammen diese ja von Klaus Jöken, vor der Veröffentlichung ins Französische rückübersetzt, um weitere Malheure zu verhindern. So war "Die spinnen, die Römer" ursprünglich vom Verlag mit "Uiiii, die Römer sind doof" übersetzt worden. Aber im Original heißt es ja auch "Ils sont fous, ces Romains". Das ist viel expressiver. Also habe ich es fürs Deutsche nachempfunden.

Und die Rückübersetzungen liefen immer reibungslos?
Manchmal verstand der Rückübersetzer in Paris meine Witze nicht. Mit dem römischen Namen "Ofenaus" etwa konnte der nichts anfangen. Zunächst! Und ohne die Hilfe meiner französischen Freunde hätte wiederum ich viele französische Insider-Gags nicht kapiert. Zum Beispiel, wenn es um in Frankreich populäre Lieder ging. Aus Josephine Bakers "J'ai deux amours" machte ich dann "Ganz Lutetia träumt von der Liebe", also in Anspielung auf den in Deutschland durch Caterina Valente bekannten Schlager. So etwas hat mir immer Spaß gemacht. Oder, wenn es mir gelang, ein schönes Goethe-Zitat irgendwo einzubauen.


Montag, 4. November 2019

ß

Wissenswert: Das "Eszett" ist Bestandteil der französischen Druckschrift, wenigstens muss es das noch im 18. Jahrhundert gewesen sein. Ich stieß darauf an mehreren Stellen in Denis Diderots 1773 fertig gestellter Enzyklopädie:


Ich hatte bisher gedacht, es handele sich beim ß um ein ausschließlich in deutschen Texten verwendetes Graphem, weil es ja eine deutsche Erfindung ist. Doch wurde es beizeiten exportiert und gelangte unter anderem auch in italienischsprachige Bücher, wo es stets ein Doppel-s ersetzt – wie auch im Französischen, zumindest ist mir bei Diderot kein Fall untergekommen, wo das ß eine Ligatur aus s und z darstellt. Warum "dessein" nicht ebenfalls mit ß geschrieben wird, leuchtet mir nicht ein. (Deutsche Beispiele für "Deßein" aus demselben Zeitraum lassen sich durchaus ergoogeln.)

Donnerstag, 1. Juni 2017

Es GÜt weiter

Eine anderthalbjährige Pause bedeutet nicht, dass das Projekt "GÜbersetzung" eingeschlafen ist! Jetzt wird es sogar international: Von meinem letzten Frankreich-Kurztrip habe ich zwei nicht in Deutschland erhältliche Sorten mitgebracht.


"Cheesecake Chocolat Banane" erschien mir zunächst als etwas einfallslose Kombination, überzeugte mich dann aber auf ganzer Linie, ja sogar mehr als die anderen bisher probierten Cheesecake-Frucht-Variationen. Drei tricolore-artig gleichdicke Schichten geben sich hier ein lukullisches Stelldichein: Biscuitboden, großzügig mit Bananen-/Dulce-de-leche-Püree bestrichen, bildet die Basis für wolkig geschlagene Mascarpone-Käsecreme, on top befindet sich löffelbare Schokolade. Enthält leider bovine Gelatine und Palmöl.


"Cheesecake Pécan Saveur Sirop d'Erable" hat es auf Anhieb in meine Top 3 geschafft. Die leckere Pekannuss, die man ohnehin noch seltener als Macadamia in Aufstrichen und Desserts findet, passt gut zum Ahornsirup (sirop d'érable); dazu, encore une fois, Cheesecake – das ergibt eine fast schon nordamerikanisch anmutende Leckerei. Beinhaltet nichts für Vegetarier Bedenkliches, dafür aber Alkohol (0,6% Scotch Single Malt).

Was bisher güschah:
Dem Wahren Schönen GÜten
GÜ Update
Me güsta
GÜschmackssache
Neue GÜter eingetroffen

Dienstag, 10. Mai 2016

Pop! goes the marten

Eine fast schon sommerlochartige Begebenheit wurde vor einigen Tagen vermeldet: Ein kleines Raubtier hatte den Large Hadron Collider am Schweizer CERN lahmgelegt. Nur um welches Tier handelte es sich? Von einem "Wiesel" (engl. weasel) war zunächst die Rede. Einige Medien, z.B. Time, schrieben vorsichtig von einem "weasel-like animal". Später wurde dann der wahre Übeltäter bekanntgegeben: Es war ein Steinmarder, englisch stone marten oder beech marten. Die anfängliche Verwirrung ergab sich daraus, dass das französische Wort fouine aus der Pressemitteilung angeblich sowohl mit "Wiesel" als auch mit "Steinmarder" übersetzt werden kann, obwohl leo.org lediglich letztere Übersetzung zulässt. Fouine scheint mit dem Epitheton foina in Martes foina, so der wissenschaftliche Name des Steinmarders, verwandt zu sein. Was foina bedeutet, konnte ich nicht herausfinden.

Es ist aber auch verwirrend mit diesen ganzen niedlichen Säugern! Deshalb eine kurze Übersicht über die Familie der Marder (Mustelidae). Diese umfasst laut Wikipedia "rund 20 Gattungen mit 58 Arten". Die 1629-seitige 5. Auflage von "Walker's Mammals of the World" in zwei Bänden, die ich mir einst antiquarisch zugelegt habe, spricht von 23 Gattungen und 65 Arten. Grund: Früher zählte man auch die Stinktiere und die Stinkdachse zu den Mustelidae, während sie heute in einer eigenen Familie untergebracht sind. Für uns von Interesse sind folgende Unterfamilien:
- die Dachse, zu denen u.a. der Europäische Dachs, Meles meles, gehört
- die Martinae mit (unter anderen) der Gattung der Echten Marder (mit der Untergattung Martes, in die sich ebenjener Steinmarder einreiht) und der Spezies Vielfraß (auf englisch übrigens wolverine)
- die Otter mit 13 Arten in sieben Gattungen, darunter der auch in Deutschland heimische Eurasische Fischotter (Lutra lutra)
- die Mustelinae. Hier gibt es nach herrschender Meinung nur noch zwei Gattungen: Neovison (dazu zählt das auch als Mink bekannte Pelztier Amerikanischer Nerz) und Mustela. Letztere umfasst vier Untergattungen: die Iltisse (inkl. Europäischer Iltis, Mustela putorius), Lutreola (inkl. Europäischer Nerz, Mustela lutreola), die Südamerikanischen Wiesel (Grammogale) sowie die ebenfalls Mustela geheißene Untergattung, welcher das Mauswiesel (Mustela nivalis, auch: Zwergwiesel) und das Hermelin (Mustela erminea, auch: Großes Wiesel) angehören.

Wie zu erkennen ist, gibt es nicht einfach "das" Wiesel; allein in Mitteleuropa ist zwischen Mauswiesel und Hermelin zu unterscheiden. Auch handelt es sich bei keinem der Tierchen um Nagetiere; Schlagzeilen wie die von web.de – "Marder in CERN: Nagetier legt Teilchenbeschleuniger lahm" – sind schlicht Unsinn. Nichtsdestotrotz ist dem Steinmarder das Nagen eine Lust, nicht umsonst spricht man wegen seiner Vorliebe für Pkw-Innereien auch vom "Automarder". Auch steht im oben erwähnten "Walker's" über Martes foina: "It often enters towns and may occupy buildings." Dass so ein bis zu 550 mm langes Viech in eine schwer gesicherte, potentiell weltvernichtende Riesenmaschine eindringen kann, gibt mir wiederum zu denken.

Montag, 25. März 2013

A conflagration of firebugs

Ein Grund dafür, dass ich die englische Sprache so sehr mag und sie für der deutschen teilweise überlegen halte, ist ihr unglaublich reicher Wortschatz. Besonders in der Tierwelt gibt es da jede Menge zu entdecken. Auf geht's!

Bei den Simpsons habe ich neulich gelernt, dass man kleine Kängurus joeys nennt. Das ließ mich darüber nachdenken, warum es mehrere englische Tierbezeichnungen gibt, die mit Personennamen identisch sind. Nachdenken brachte mich in diesem Fall nicht weiter, also bemühte ich zunächst Wikipedia: Weibliche Esel heißen jenny, männliche jack; Kater heißen tom; männliche Krabben heißen jimmy; Hirschbullen heißen buck; weibliche Frettchen heißen jill; männliche Füchse heißen tod; Geißböcke heißen billy. Diese Liste wiederum lieferte leider keine Erklärung. Also mussten Herkunfts-Wörterbücher bemüht werden. Joeys nennt man nicht nur Kängurulinge, sondern auch Koalas, Wombats, Wallabys und Opossums. Aha! Alles australische Tiere, und siehe: Das Wort kommt entweder von einem Aborigine-Wort joè oder dem tatsächlichen Personennamen (< Joseph), der im australischen Slang des 20. Jahrhunderts für alles mögliche verwendet wurde.[1] Buck ist ein altes Erbwort, verwandt mit dt. Bock; dass der männliche Vorname Buck ursprünglich Personen gegeben wurde, die einem Ziegenbock ähnelten, habe ich einer zwielichtigen Quelle entnommen – wer Genaueres weiß, möge sich melden. Jenny ist wahrscheinlich eine Kurzform zu jennet, was "spanisches Pferdchen" bedeutet und eine Entlehnung aus frz. genet ist (das wiederum < span. ginete < arab. Zenāta "Berber").[2] Mit dem Frauennamen Jenny hat das nichts zu tun. Jack (der Eselmann, auch der Rammler) hingegen geht wirklich auf den Personennamen zurück: "The proper name was used in Middle English for 'any common fellow' (mid-14c.), and thereafter extended to various appliances replacing servants (1570s). Used generically of men (jack-of-all-trades, 1610s), male animals (1620s, see jackass, jackdaw, etc.), and male personifications (1520s, e.g. Jack Frost, 1826)."[3] Auf jimmy und billy trifft dasselbe zu ("applied to various objects")[4]; und ähnlich verhält es sich mit tom: "used in M.E. as a type of a nickname for a common man", während tomcat erstmals 1809 belegt ist ("probably influenced by Tom the Cat in the popular children's book 'The Life and Adventures of a Cat' [1760]; replaced earlier Gib-cat, from dim. of Gilbert").[5] Ich vermute, dass jill, das neben der Frettchendame auch ein paar andere Weibchen bezeichnet, nur eine Analogie zu jack ist ("Jack & Jill" tauchen in dieser Paarung zum ersten Mal im 15. Jh. auf). Zu tod ("Scottish and northern English term for fox", Wikipedia) konnte ich leider keine Erklärung finden – auch hier wäre ich für Expertenmeldungen dankbar.

Auch in der deutschen Tierbezeichnungsliste geht es schillernd zu. Wer z.B. weiß schon, dass ein Schafsjunges auch "Zutreter" genannt wird und ein vor der Schlachtung kastrierter Eber "Altschneider"?

Eine Besonderheit im Englischen ist die Doppelbenennung von essbaren Tieren in ihrer Wild- und ihrer Servierform, vgl. pig vs. pork. Die Fleischnamen kommen dabei allesamt aus dem Französischen (beef < altfrz. boef), während die eigentlichen Tierbezeichnungen ererbt sind (cow : dt. Kuh). Dieser kulinarische Einfluss des Französischen hat sich noch stärker in einem weiteren Komplex niedergeschlagen, nämlich dem der collective nouns, also der Sammelbezeichnungen von Tieren. Wo wir Deutschsprechenden von Herden, Schwärmen, Rotten und einer Handvoll anderer Tiergruppen reden, benutzt der Englischsprecher praktisch für jede Tierart ein eigenes Kollektivum. Auch dazu gibt es eine Wikipedialiste. "A pandemonium of parrots", "a smack of jellyfish", "a whoop of gorillas" – das erscheint unsereins so unglaublich wie die Vorstellung, dass jedes Schulkind in Kanada oder Irland dergleichen memorieren muss und kann. Und was hat das mit den Franzosen zu tun? Kurz gesagt: Die französische Jagdtradition mit ihrer ausgeklügelten Terminologie, die im Spätmittelalter nach England gekommen ist, hat Schuld daran.

Das Vorhandensein der collective nouns hat die Fantasie vieler englischsprachiger Autoren beflügelt. Im Internet findet man unzählige Projekte zum Ausbau der Liste – mal in halbernster, mal in spaßiger Absicht. Für alle möglichen (nicht nur tierischen) Gruppen sucht man neue Sammelwörter ("an amalgam of dentists", "a decomposition of zombies"). Bekannt sein dürfte auch J.K. Tooles A Confederacy of Dunces, einer der beliebtesten humoristischen Romane Amerikas. 

Bonus-Abschweifung: Kann man zu einer Gruppe von Insekten "Horde" sagen? Eine Horde von Feuerkäfern vermochte in meinen Kindergarten- und Grundschultagen jedenfalls ein Riesen-Hallo und eine Mordsaufregung zu verursachen. "Feuerkäfer, Feuerkäfer!!!", schrien wir Kids wild durcheinander. Streng genommen handelte es sich um Feuerwanzen (Pyrrhocoris apterus), aber so haben wir die halt genannt. Vor nicht allzu langer Zeit erzählte mir nun eine Kindergärtnerin, dass Feuerkäfer noch immer eine Rolle im Leben von jungen Menschen spielen. Ich war baff. Eine entomologische Konstante, über Generationen und Staatsformen hinweg! Ich präge hiermit das Sprichwort "Wo Kinder sind, sind Feuerkäfer".

1 www.etymonline.com s.v. Joey
2 Holthausen, Ferdinand (1927): Etymologisches Wörterbuch der englischen Sprache. 2. Aufl. Leipzig: Tauchnitz
3 www.etymonline.com s.v. Jack
4 ebd. s.v. Jimmy
5 http://de.scribd.com/doc/36240735/English-Etymological-Dictionary kostenlos herunterladbar, Autor nicht auszumachen

Samstag, 4. Juli 2009

Unübersetzbare Wörter

Unübersetzbare Wörter - gibt es die überhaupt? Sagen wir so: Es gibt Wörter, sehr viele sogar, die sich in anderen Sprachen nicht mit einem Wort wiedergeben lassen (über die Definition von "Wort" will ich mich jetzt nicht auslassen ...), sondern eine Paraphrasierung nötig machen. Solche obskuren Wörter - es gibt sogar ein entsprechendes Lexikon zu kaufen - entstehen infolge starker Bedeutungsverengung. Offenbar besteht manchmal das Verlangen, äußerst spezielle Sachverhalte in ein einziges Lexem zu packen. Aufgrund dessen Aussagen über die Lebenswelt der Sprecher zu treffen, ist mittlerweile nur noch bedingt zulässig; die sich hartnäckig haltende Mär von den "Schnee"-Wörtern der Eskimos wurde ja schon längst entmystifiziert. Und wer würde uns Deutschen einen Hang zum Sadismus vorwerfen, weil es für unsere "Schadenfreude" in anderen Sprachen keine Entsprechung gibt?
Trotzdem ist es mitunter amüsant, solche Wörter aufzuspüren. In seinem Roman Schlangenfieber listet Robert Twigger einige Wörter aus der zentral-ost-malayo-polynesischen Sprache der indonesischen Insel Buru auf:
  • abo: im Dunkeln seinen Weg ertasten
  • ahak: einen Schrei ausstoßen wie ein Adler im Flug
  • bofel: der Wasserwirbel einer Schlange, die aus einem Fluss auftaucht
  • boso: sich den Anus waschen
  • epkasiak: bei einem Streitgespräch die Seite vertreten, die im Unrecht ist
Weitere Wörter kann man in diesem Online-Wörterbuch finden. (Da steht allerdings, dass bofel lediglich ein Wirbel oder eine Aufwölbung im Wasser ist; nix mit Schlange.)
Das Französische scheint eine besondere Affinität zu solchen "Spezialausdrücken" zu haben. Dies ist mir schon während der Schulzeit aufgefallen. Ich legte damals eine kleine Vokabelsammlung an, die ich zum Glück bis heute aufgehoben habe und Ihnen nun auszugsweise präsentieren kann:
  • resucrer qc.: etwas wiederzuckern
  • un traversin: eine Schlummerrolle
  • le cahier de texte: ein in der frz. Schule spezielles Heft, in das die Schüler eintragen, welche Hausaufgaben sie aufhaben (NICHT: "Hausaufgabenheft"!)
  • le mercuchrome: rotes Desinfektionsmittel für Wunden
  • une dérive: ein Querruder
  • un feutre: ein Filzhut
  • un charcutier: ein Wurstwarenhändler
  • une merguez: stark gewürzte Bratwurst
  • Bof!: Ausdruck der Gleichgültigkeit
Naja, so toll sind die Beispiele auch nicht, aber wenigstens veranschaulichen sie, was für einen nutzlosen Mist man zum Teil in der Schule lernt. Besser sind da schon die Wörter von Max Goldt, die er in seinem Text Der Mann, der sich wie die Kühe fühlt und die Frau, die nicht weiß, wann sie Middach kochen soll anführt:
  • hongroyer: Leder ungarisch bearbeiten
  • rembucher: Wild wieder in den Wald zurückjagen
Nach dem Hören dieser Kolumne bin ich überhaupt erst darauf gekommen, mich mit dem Thema zu befassen.
Die Amerikaner sind auch sehr kreativ, insbesondere was Neologismen im sexuellen Bereich angeht. Ich bin gespannt, wie das für South Park zuständige Synchronstudio das Wort queef in Episode 13.04 übersetzt. Auch gut: gaydar (aus gay + radar), guyliner (= Eyeliner für Kerle), das inflationär gebrauchte bi-curious (ich hörte mal irgendwo die holprige Übersetzung "bi-neugierig"), booty call (= ein Anruf, meist zu vorgerückter Stunde, mit dem Ziel, spontane erotische Arrangements zu treffen) oder dry-humping (is' klar, nicht?). Aber damit sind wir bereits in die Sphäre des Slangs eingedrungen, und darum es sollte es ja gar nicht gehen.

Dienstag, 2. Juni 2009

Mirácoli


Eine solche Mirácoli-Packung, wie sie hier zu sehen ist, enthält neben den Spaghetti, dem Parmesan1 und dem Tomatenmark ein Tütchen mit der Aufschrift "Original Würzmischung für den unnachahmlichen Mirácoli-Geschmack". Die Produktbezeichnung ist noch in vier weiteren Sprachen abgedruckt. Seltsam sind dabei die französische und die niederländische. Erstere lautet Mélange secret d'herbes et d'épices méditerranéennes ("Geheime Mischung mediterraner Kräuter und Gewürze"), zweitere Geheime mengeling van zuiderse kruiden en specerijen ("Geheime Mischung südlicher Kräuter und Gewürze"). [Interessant: specerijen geht wie das schöne deutsche Wort Spezereien und wie spice und épice auf dasselbe Wort zurück.] Die englische und die dänische Bezeichnung gleicht jeweils der deutschen, nur das "Original" fehlt (Seasoning mix for the inimitable Mirácoli Taste resp. Krydderiblanding. Den rigtige Mirácoli smag), wobei ich nicht weiß, ob das dänische rigtig die genaue Entsprechung zu "unnachahmlich" ist.

Es lässt sich also folgende Tabelle erstellen:


Das einzige, was allen fünf verschiedensprachigen Tütchenbeschriftungen gemein ist, ist das Element "Mischung". Was sich die Gestalter bei den zT stark abweichenden Übersetzungen gedacht haben, kann ich nicht einmal vermuten. Vielleicht hat es etwas mit kulturgebundener Konsumentenpsychologie zu tun, vielleicht ist es nur Nachlässigkeit. 

1 Hier irre ich. Laut Wikipedia ist "[d]er Name des beigefügten Trockenkäses – Pamesello [...] ein Kunstwort und soll an Parmesan erinnern, der im Käse jedoch nicht enthalten ist."