Ich kann allerdings versichern, dass ich weder in Kassel wohne noch dass mir das Geschilderte widerfahren ist.
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Samstag, 7. Dezember 2019
Die G(ewissens)-Frage
Hihi. Vor einer Woche befasste ich mich hier mit der "Guten Frage" des SZ-Magazins, und in der gestrigen Ausgabe stammt ebenjene Frage von jemandem, der so heißt wie ich.
Freitag, 29. November 2019
Die gute Rubrik
Ehre, wem Ehre gebührt, bzw. praise where praise is due. Man darf die Medien auch mal loben. Seit einer Weile betreut Johanna Adorján als Nachfolgerin von Dr. Dr. Rainer Erlinger im SZ-Magazin "Die Gewissensfrage", die jetzt "Gute Frage" heißt, und ich finde, sie macht das viiiiel besser als ihr Vorgänger. Nicht nur kommt sie ohne Umschweife und angeberische Zitiererei zum Punkt und liefert verlässlich nachvollziehbare und alltagstaugliche Problemlösungen, auch scheinen mir die ausgewählten Fragen weniger unerträglich zu sein als früher. Oft sind sie regelrecht lebensnah, heute zum Beispiel:
Dieses Begrüßungsgeschlabber ist nach meinem Empfinden wirklich grenzüberschreitend. Dank Frau Adorján weiß ich nun, dass es legitim ist, derartige Übergriffe mit einer kleinen Geste oder notfalls mit einem erklärenden Statement abzuwehren. "Wer dies nicht versteht, hat Probleme, die Sie nicht lösen können." So einfach ist das (freilich nicht immer)! Weiter so.
Dieses Begrüßungsgeschlabber ist nach meinem Empfinden wirklich grenzüberschreitend. Dank Frau Adorján weiß ich nun, dass es legitim ist, derartige Übergriffe mit einer kleinen Geste oder notfalls mit einem erklärenden Statement abzuwehren. "Wer dies nicht versteht, hat Probleme, die Sie nicht lösen können." So einfach ist das (freilich nicht immer)! Weiter so.
Dienstag, 22. November 2016
Freitag, 2. September 2016
Kleines Update zur modernen Nachfragetechnik
Kürzlich habe ich mich über "die Unsitte[,] in Interviews immer auf die dümmstmögliche Art nach[zu]fragen", ausgelassen. Gerade lese ich im aktuellen SZ-Magazin ein ganz nettes Interview mit Jürgen Dollase, und darin ist der Fragensteller schon eine Stufe weiter, nämlich sich des Trends, bei Unverständnis so selbsterniedrigend und infantil wie möglich nachzuhaken, durchaus bewusst!
Stark! Lernt man solche progressiven Metatechniken inzwischen auf der Journalistenakademie?
Stark! Lernt man solche progressiven Metatechniken inzwischen auf der Journalistenakademie?
Donnerstag, 31. März 2016
Morgen nicht im SZ-Magazin
GEWISSENSFRAGE an DR. DR. RAINER ERLINGER
»Lieber Herr Dr. Erlinger! Ich möchte mich schon seit vielen Jahren gerne an einem Time-Sharing-Modell für ein Häuschen im Skigebiet Loser-Altaussee beteiligen, doch fehlte mir bislang das nötige Kleingeld. Letzte Woche bin ich an 10.000 Euro gekommen, mit denen ich mir den Traum ohne weiteres erfüllen könnte. Bei der Summe handelt es sich allerdings um die Belohnung, die für Hinweise zur Ergreifung eines Mörders von der Familie des Opfers ausgelobt worden war. Darf ich den Betrag nun einfach für diesen Luxus ausgeben? Würde ich mich zu Recht unwohl fühlen, wenn mein Amüsement mittelbar durch ein Verbrechen und auf dem Rücken leidender Menschen zustande kommen konnte?«
Und nächste Woche nicht im SZ-Magazin:
GEWISSENSFRAGE an DR. DR. RAINER ERLINGER
»Hallo, ich bin's noch mal. Ich habe vergangene Woche eine knifflige Frage in Ihrer Rubrik beantworten lassen, wofür ich mich herzlich bedanke. Diese Woche muss ich nun gestehen, dass jene Frage absolut keinen Bezug zur Realität hatte. Der Fall entsprang meiner Fantasie, nachdem ich "Aktenzeichen XY" gesehen hatte. Soll ich mich schämen, weil ich mir unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Expertise eines sicher vielbeschäftigten Multipeldoktors erschlichen habe? Sie brauchen darauf nicht zu antworten.«
»Lieber Herr Dr. Erlinger! Ich möchte mich schon seit vielen Jahren gerne an einem Time-Sharing-Modell für ein Häuschen im Skigebiet Loser-Altaussee beteiligen, doch fehlte mir bislang das nötige Kleingeld. Letzte Woche bin ich an 10.000 Euro gekommen, mit denen ich mir den Traum ohne weiteres erfüllen könnte. Bei der Summe handelt es sich allerdings um die Belohnung, die für Hinweise zur Ergreifung eines Mörders von der Familie des Opfers ausgelobt worden war. Darf ich den Betrag nun einfach für diesen Luxus ausgeben? Würde ich mich zu Recht unwohl fühlen, wenn mein Amüsement mittelbar durch ein Verbrechen und auf dem Rücken leidender Menschen zustande kommen konnte?«
TORSTEN G., FRANKFURT/M.
-----Und nächste Woche nicht im SZ-Magazin:
GEWISSENSFRAGE an DR. DR. RAINER ERLINGER
»Hallo, ich bin's noch mal. Ich habe vergangene Woche eine knifflige Frage in Ihrer Rubrik beantworten lassen, wofür ich mich herzlich bedanke. Diese Woche muss ich nun gestehen, dass jene Frage absolut keinen Bezug zur Realität hatte. Der Fall entsprang meiner Fantasie, nachdem ich "Aktenzeichen XY" gesehen hatte. Soll ich mich schämen, weil ich mir unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Expertise eines sicher vielbeschäftigten Multipeldoktors erschlichen habe? Sie brauchen darauf nicht zu antworten.«
TORSTEN G., immer noch FRANKFURT
Donnerstag, 24. März 2016
Aus meinem Archiv
Dies ist einer von drei Vorschlägen, die ich vor Ewigkeiten dem Süddeutsche Magazin für seine Rubrik "Gemischtes Doppel" geschickt habe. Für eine Antwort waren sich die werten Kollegen bisher zu fein.
(Bildlizenzen: GNU / Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)
Samstag, 13. Juni 2015
Diese Woche nicht im SZ-Magazin
GEWISSENSFRAGE an DR. DR. RAINER ERLINGER
»Ich habe kürzlich Margarine der Marke Deli Reform gekauft, und zwar – wie ich erst zu Hause feststellte – in einem "555g-Treue-Becher", auf dessen Deckel "Danke für Ihre Treue!" geschrieben steht. Nun ist es allerdings so, dass ich keinesfalls regelmäßig oder ausschließlich, schon gar nicht bewusst, zu Deli Reform greife. Ich bediene mich in fröhlicher Abwechslung bei Rama, Lätta, Becel und was es an Margarinemarken noch so gibt; von einer besonderen "Treue" Deli Reform gegenüber, für die das Unternehmen mich als Kunden belohnen müsste, kann also absolut keine Rede sein.
Hätte ich diesen "Treue-Becher" überhaupt kaufen dürfen? Soll ich die zusätzlichen 55 Gramm übrig lassen? Oder wäre das wiederum Lebensmittelverschwendung?«
»Ich habe kürzlich Margarine der Marke Deli Reform gekauft, und zwar – wie ich erst zu Hause feststellte – in einem "555g-Treue-Becher", auf dessen Deckel "Danke für Ihre Treue!" geschrieben steht. Nun ist es allerdings so, dass ich keinesfalls regelmäßig oder ausschließlich, schon gar nicht bewusst, zu Deli Reform greife. Ich bediene mich in fröhlicher Abwechslung bei Rama, Lätta, Becel und was es an Margarinemarken noch so gibt; von einer besonderen "Treue" Deli Reform gegenüber, für die das Unternehmen mich als Kunden belohnen müsste, kann also absolut keine Rede sein.
Hätte ich diesen "Treue-Becher" überhaupt kaufen dürfen? Soll ich die zusätzlichen 55 Gramm übrig lassen? Oder wäre das wiederum Lebensmittelverschwendung?«
TORSTEN G., FRANKFURT
Sonntag, 16. November 2014
La mer
So beginnt ein Aufsatz im aktuellen Magazin der Süddeutschen Zeitung, der zu ergründen versucht, woher die Faszination des Menschen für das Element Wasser kommt. Genau darüber wollte ich schon seit längerem etwas schreiben, aber das kann ich mir ja nun sparen! Belasse ich es also lieber bei einigen persönlichen Ausführungen. Wie die Autorin des nämlichen Textes liebe auch ich das Wasser sehr und werde von Glückseligkeit gepackt, wenn es mir vergönnt ist, auf Meeresaktivitäten zu starren. Wie manchen Leuten davon nach nur wenigen Stunden langweilig werden kann, will mir nicht einleuchten. Ich habe aber nicht nur eine romantische Zuneigung zu Gewässern, insbesondere zu Ozeanen, sondern auch ein vernünftiges Maß an Respekt, vor allem seit dem 19. Februar 2011. Da wäre ich nämlich beinahe im Pazifik ertrunken. Nun ja, vermutlich hätte mich irgendjemand rechtzeitig gerettet, wenn es mir nicht aus eigener Kraft gelungen wäre; aber wie mich mehrere (= zwei) unvorhersehbar große Wellen überrollt und über den gefährlich felsigen Meeresgrund gewirbelt haben, nachdem ich arglos-übermütig wie ein Zwölfjähriger in das kühle Nass gehechtet bin, das war schon gruselig. Sehe ich Videos von Teufelskerlen, die auf dem Kamm einer hochhaushohen Monsterwelle surfen, schnürt's mir die Kehle zu. Neenee, Wellen beobachte ich lieber aus sicherer Entfernung – oder von Bord eines Schiffes (was ich in meinem bisherigen Leben leider viel zu selten getan habe). Irgendwann ziehe ich ans Meer und betrachte allabendlich bei einer Flasche Bier die Gischt. Und irgendwann wird die Sonne untergehen. Und dann geh ich ins Bett.
(PS: Ich stelle mir die Stadt Kiel ganz reizvoll vor, aber alle, die schon mal in Kiel waren, beteuern, dass Kiel ganz und gar ohne Reiz sei. Was soll ich glauben?)
Samstag, 12. April 2014
Traumprotokoll: L'enfer, c'est les autres
Szenario: eine Party in einem Haus. Das Haus war zweistöckig. Es war sehr dunkel darin. Insgesamt machte das Haus einen baufälligen Eindruck, und es beinhaltete so gut wie keine Einrichtungsgegenstände. Das Schlimmste aber war: Alle Partygäste (bis auf mich) waren Franzosen! Naturgemäß wollte ich den unwirtlichen Ort fliehen, allein es ging nicht! Ich wurde an der Flucht gehindert. Wohin ich auch schritt – sobald ich mich alleine wähnte, tauchte vor mir jemand auf und versperrte mir den Weg.
Irgendwann hatte ich es geschafft. Ich befand mich draußen. Doch Schock! Ich holte mein neues Smartphone aus der Jackentasche und stellte fest, dass das Display einen Sprung hatte!!! Schreiend wachte ich auf.
Original geträumt am 4.5.2011
Nachbemerkung: Dieses Protokoll hat eine Weile auf seine Veröffentlichung warten müssen, weil ich mich ein wenig für meine unbegründete Frankophobie in diesem Traum schämte (dabei lässt sich Franzosenhass doch ganz leicht begründen, höhö). Nun schalte ich den Beitrag doch noch frei, nachdem ich im gestrigen SZ-Magazin ein Interview mit Marina Abramović gelesen habe, in dem es um etwas nicht Unähnliches geht:
Irgendwann hatte ich es geschafft. Ich befand mich draußen. Doch Schock! Ich holte mein neues Smartphone aus der Jackentasche und stellte fest, dass das Display einen Sprung hatte!!! Schreiend wachte ich auf.
Original geträumt am 4.5.2011
Nachbemerkung: Dieses Protokoll hat eine Weile auf seine Veröffentlichung warten müssen, weil ich mich ein wenig für meine unbegründete Frankophobie in diesem Traum schämte (dabei lässt sich Franzosenhass doch ganz leicht begründen, höhö). Nun schalte ich den Beitrag doch noch frei, nachdem ich im gestrigen SZ-Magazin ein Interview mit Marina Abramović gelesen habe, in dem es um etwas nicht Unähnliches geht:
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