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Sonntag, 25. Oktober 2026

Not too good for me

Ihr werdet euch bestimmt schon gefragt haben, warum ausgerechnet ich als ausgemachter Sparfuchs und Foodie noch nie von meinen Erfahrungen mit der App "Too Good To Go" berichtet habe. Ganz einfach: weil ich bisher kaum welche gesammelt habe. Dabei ist das Konzept bestechend. Für alle, die von "Too Good To Go" ("zu gut zum Wegschmeißen") noch nicht gehört haben: Über diese App bieten Restaurants und andere Nahrungsverkaufsstellen Lebensmittel, die sie nicht losgeworden sind, stark reduziert an Selbstabholer an (wobei es bei manchen teilnehmenden Betrieben mittlerweile sogar eine Lieferoption gibt). Da packen also Imbisse, Bäcker, Tankstellen etc. ihre nicht verkauften Waren in Überraschungsboxen, die über die App reserviert werden; man zahlt digital und lässt sich das Fresspaket gegen Vorlage der Handy-Bestätigung aushändigen. Dass somit weniger Essen im Müll landet, ist ein großes Plus, Stichwort Wegwerfgesellschaft.

Aus Städten wie Berlin und München erreichen mich märchenhafte Erfahrungsberichte: Für 'nen Fünfer kriegt man vietnamesische Köstlichkeiten, von denen zwei Leute satt werden; edle Gasthäuser werfen einem fast noch frische Reste vom Frühstücksbuffet hinterher ... Im Großraum Frankfurt sind wir nicht derartig gesegnet. Zum einen ist das Angebot sehr überschaubar. In der für mich interessanten Gegend sind es vor allem Bäckerei- und Hotelketten, die gemischte Tüten vertreiben. Die Abholzeiten sind dabei, und das ist das zweite Manko, so ungünstig, dass die Angebote zumindest für mich nicht infrage kommen: entweder am späten Vormittag, mithin nach dem Frühstück, oder weit nach 20 Uhr; zudem sind die Zeitfenster oft arg eng. Einmal habe ich es ausprobiert und mir in einem Hotel nahe der Frankfurter Messe eine Frühstückstüte geholt. Die Menge war okay, die Bestandteile waren eher nothing to write home about:


Das war im Mai dieses Jahres. Der Fairness halber muss ich noch einmal betonen, dass die Preise wirklich unschlagbar sind. Für das oben zu Sehende habe ich 4,- Euro gelöhnt, so dass ich mich nicht mal darüber ärgern konnte, dass ich die Hälfte davon wegen Fleischhaltigkeit weiterverschenken musste. Gerade gucke ich in die App und sehe kaum einen Deal für mehr als 5,- Euro. Irgendwann wage ich einen zweiten Versuch. Es muss halt zeitlich und örtlich passen.

Freitag, 23. Oktober 2026

Wort des Tages

Michael Ziegelwagner hat mich heute via Chatnachricht auf folgendes Synonym für eine Toastscheibe aufmerksam gemacht: Bähschnitte. Wikipedia:

Im deutschsprachigen Raum ist die Bähschnitte (von bähen: leicht rösten) bereits im Mittelalter bekannt. Toaster gab es zwar bereits seit etwa 1910, „Brotröster“ genannt, sie wurden aber für das übliche Graubrot verwendet.
Ich lache seit mehreren Stunden über dieses Wort. Und werde ab sofort kein anderes mehr für "Toast" benutzen!

Sonntag, 18. Oktober 2026

O(reo) du fröhliche

Schon seit ein paar Wochen kann man wieder in den Supermärkten Weihnachtsgebäck und sonstige -naschereien kaufen. Normalerweise greife ich um diese Zeit, Mitte Oktober, noch nicht zu, doch wenn Oreo eine "Limited Edition" rausbringt und diese obendrein bei Rewe im Preis gesenkt ist, muss ich eine Ausnahme machen.


Und das war eine weise Entscheidung! Um es kurz zu machen: Die Sorte Gingerbread ist die beste Oreo-Sorte, die mir je untergekommen ist. Nachdem ich der goldenen Version bereits großzügige 7 von 10 Punkten gegeben habe, ist es nur fair, hier eine 9/10 zu verleihen. Ich verspreche: Wer irgendwas für Spekulatius, Lebkuchen & Co. übrig hat, wird süchtig nach den Dingern! Um den Suchtfaktor ihres Weihnachtswunders wissen offenbar auch die Damen und Herren von Oreo. Auf der Rückseite der Verpackung findet sich ein mir bisher noch nicht untergekommenes Label:


"Snack Mindfully" ... Man soll gewissenhaft, achtsam snacken, i.e. maximal zwei Kekse in einer Session zu sich nehmen. Eigentümlich! Sollte Lebensmittelherstellern nicht daran gelegen sein, dass wir ihre Produkte so gierig und ungezügelt wie's geht konsumieren? Wie dem auch sei, ich hätte mir diese Beschränkung auch ohne Hinweis freiwillig auferlegt: Zwei Oreo-Doppelkekse zum Nachmittagskaffee sind absolut ausreichend. Außerdem ist "Selbstbeherrschung" mein zweiter Vorname.

Sonntag, 30. August 2026

+++ EIL +++ Trockenerdbeeren günstig wie nie +++ JETZT HORTEN!

Gestern habe ich bei Aldi Süd diesen 25-Gramm-Beutel mit Trockenobst gekauft:


"Lieblings-Erdbeere" der Marke Nutripur für 1,99 Euro! Damit ist der im April von Netto aufgestellte, von dm seit bereits 2021 gehaltene Tiefpreis von 110,- €/kg offiziell unterboten: Hier zahlt man 79,60 Euro pro Kilogramm.

Dienstag, 18. August 2026

Ja, ist denn heut' schon Erntedankfest?

Buko hat mit der Sorte "India" eine meiner liebsten Frischkäsesorten im Portfolio. Als ich die hier im Supermarkt sah, konnte ich nicht anders als sie mitzunehmen ...


... obwohl ich den Hype um Pumpkin Spice Latte und davon abgeleitete herbstliche Genüsse nie verstanden habe; ich könnte nicht mal sagen, ob ich jemals in einem Café einen P.S.L. geordert habe. Dieser Aufstrich jedenfalls wird mir als einer der albernsten meiner Konsumentenbiographie in Erinnerung bleiben. Das ist, als ob man sich Lebkuchen aufs Brot schmieren würde! Dazu passt denn auch der irrwitzige Serviervorschlag: Ein halber Becher Frischkäse als Muffin-Topping, why not? Er ist schließlich in der Tat vordergründig nicht herzhaft. Die Arla-Produktseite zu dieser Limited Edition (die, das muss betont werden, Anfang August gelauncht wurde!) preist sie entsprechend an: "Als süßer Aufstrich oder zum Verfeinern herbstlicher Backideen wie Pumpkin Spice Muffins, Zimtschnecken und cremiger Desserts - Arla Buko® Pumpkin Spice sorgt für herbstlichen Genuss mit Wohlfühlfaktor." Drin ist dies: Frischkäse, 10 % Kürbiszubereitung (Zucker, 3,5 % Kürbis, Wasser, Tapiokastärke, Gewürze, Zitronensaftkonzentrat), Speisesalz. Happy Halloween!

Freitag, 17. Juli 2026

Torsten testet Nachahmerprodukte: Sandwich-Waffeln

Ich muss vorwegschicken, dass ich Kinder Cards nicht mehr als zweimal in meinem Leben gegessen haben dürfte, und das letzte Mal ist schon etliche Jahre her, aber in meiner Erinnerung rangiert dieser Waffelsnack unter allen Süßigkeiten der Marke Kinder (wo der Wortbestandteil Süß- in sehr dicken Lettern gedacht wird) weit oben. Nun hat ein Produkt seinen Weg in unseren Haushalt gefunden, das mich sofort an Kinder Cards denken ließ. Und das soll wohl auch so sein: ja! Sandwich Waffeln haben nicht nur die Anmutung von Spielkarten, sondern auch wenn nicht dieselbe, so wenigstens eine ähnliche (man müsste mal nachmessen) Größe wie das offensichtliche Ferrero-Vorbild. Zwischen den zarten, vom Eigengeschmack her eher neutralen Waffeln schmiegen sich Schokoladen- und Milchcreme, nicht zu dünn, nicht zu dick. Beim Reinbeißen krümelt es nur dezent, und man läuft wenig Gefahr, sich allzu arg vollzusauen. Zwei "Karten" befinden sich in einer kunstoffumhüllten Einheit, von denen sich wiederum fünf in einer Packung befinden. Fazit: Kann man bedenkenlos (für im Vergleich wenig Geld) kaufen und genießen; 7/10 Punkten.

Samstag, 4. Juli 2026

Zwo Chipse

Bei Rewe gab es neulich außergewöhnliche Chips zum Sonderpreis, da musste ich natürlich zugreifen.


Die Pringles-Sorten der limitierten Edition Stadium Snacks sind womöglich schon wieder aus dem Handel verschwunden. Bevor ich die anderen in dieser Reihe testen konnte, habe ich wenigstens die Sorte Cheeseburger probiert ... und wurde angenehm überrascht! Was genau sich hinter der "Würzmischung mit Cheeseburger-Geschmack" und den "Aromen", von denen auf der Zutatenliste die Rede ist, verbirgt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Am deutlichsten herausschmecken konnte ich kurioserweise Gurken. Käsiges scheint ebenfalls enthalten zu sein (Inhalt: Buttermilchpulver, Laktose), Fleischderivate, deren Hinzufügung wegen der Burger-Anlehnung naheliegt, sind nicht explizit aufgeführt, jedoch kann auch das enthaltene Dinatrium-5'-ribonucleotid tierischen Ursprungs sein. Tja, ein gewisser Mysteryfaktor macht hier halt den Reiz aus; der Flavour lässt sich nicht greifen, beschäftigt aber die Geschmacksrezeptoren. Ich gebe gute 7/10 Punkten.


Funny-frisch liefert wieder mal ab. Intense Chips nennt sich ihre neue Linie, die "
für besonders intensive Würzungen und moderne, außergewöhnliche Geschmacksrichtungen" steht und "ein ganz neues Chips-Erlebnis" für "alle, die es besonders knusprig und geschmacklich intensiv mögen", biete, wie es auf der Firmen-Homepage leicht überladen heißt. Unter den drei aktuell angebotenen Richtungen habe ich mich für Sweet & Spicy Curry entschieden; es gibt auch noch "Perky Pepper" und "Juicy Paprika". Wie so oft, vor allem im direkten Vergleich mit Pringles, kann Funny-frisch mit einer überschaubaren, von Chemie weitgehend freien Inhaltsliste punkten. Curry-, Chili-, Zwiebel- und Mangofruchtpulver sind neben sonstigem natürlichen Aroma enthalten, was sich in einer tatsächlich authentischen Thai-Anmutung niederschlägt. Ein störender Nachgeschmack stellt sich nicht ein, die Textur ist harmonisch, die crossen Scheibchen weisen hinsichtlich Ausprägung und Durchmesser eine gewisse Individualität auf, die sie abermals von Pringles abhebt (deren Uniformität allerdings auch schon wieder bewundernswert ist). Würde ich halbe Punkte vergeben, kämen die "Intense Chips" mit 7,5 von 10 weg, so aber tendiere ich dazu, sie als den "Stadium Snacks" ebenbürtig zu werten.

Freitag, 12. Juni 2026

Over my dead body!

Ich bin jemand, der sich, nicht zuletzt für dieses Blog, gerne von Koch- und Backrezepten inspirieren lässt und allgemein kein Problem damit hat, kulinarisches Neuland zu betreten. Eins jedoch werde ich – nach reiflicher Überlegung – nicht ausprobieren: Funeral Bread. Dabei handelt es sich um ein "potluck offering that’s popular in some parts of Minnesota and North Dakota", das aus drei Zutaten besteht: Zimtbrot, Cheez Whiz und in Scheiben geschnittene grüne Oliven (ggf. mit Paprikafüllung). Ganz recht: Schmelzkäse und Oliven (an sich eine einleuchtende Kombination) werden auf zimtschneckenartigem Gebäck ausgebreitet! Zwar sind laut dem TYWKIWDBI-Beitrag, in dem mir die Perversität begegnete, auch Brotsorten "with a little less flair" als Basis gestattet, doch hat die Cinnamon-swirl-Variante wohl besonders im Städtchen Roseau, Minn., ihre eingefleischten Fans, welche sie traditionell nach der Messe oder beim Leichenschmaus (daher der Name) schnabulieren.

Morgen steht ein von mir mit ausgerichtetes Sommerfest an, und ich habe kurz überlegt, ob ich zum Buffet ebenjenes "Bestattungsbrot" als Troll-Snack beisteuern soll. Möglicherweise würde es dem einen oder anderen Gast schmecken. Ich könnte auch testamentarisch verfügen, dass diese käsige Ungeheuerlichkeit auf meiner Trauerfeier gereicht wird ...

Dienstag, 21. April 2026

B.B.B.

B.B.B. steht für "BioBio-Beeren", denn siehe: Auch der Discounter Netto hat nun über sein Bio-Segment gefriergetrocknete Beeren auf den Markt gebracht. Es gibt sowohl Erdbeeren als auch Himbeeren im 25-Gramm-Beutel. Der im dieswöchentlichen Prospekt ausgewiesene "Dauertiefpreis" ergibt einen Kilopreis von 110,- Euro, mit dem uns allerdings schon Ende 2021 die Drogeriekette dm entgegengekommen ist. Gespart werden kann, wie im Bild zu sehen ist, mit der Netto-plus-App, die ich aber nicht besitze; ich kann doch, bitt'schön, nicht auch noch für jedes markteigene Bonusprogramm eine App installieren!


Update: Ich war gerade bei dm und kann bestätigen, dass nicht nur der Preis von 2,75 € für 25 Gramm Trockenerdbeeren gleich geblieben ist, sondern dass für denselben Preis nun auch dort getrocknete Himbeeren erhältlich sind. Die getrockneten Heidelbeeren sind jedoch inzwischen aus dem Sortiment verschwunden.

Montag, 13. April 2026

Trockenobst-Update

Heute war ich einkaufen und entdeckte sowohl bei Rewe als auch bei Netto die von mir erst kürzlich als Trendprodukt vorausgeahnte Trockenobstvariante Himbeeren. Zum einen ist jetzt der einschlägige Hersteller Kluth an Bord, der für seine gefriergetrockneten Himbeeren allerdings einen Kilopreis von fast 200 Euro ansetzt.


Zum anderen lässt der mir bislang unbekannte Player Fruucs die Muskeln spielen: Er stellt mit dem Kampfpreis von 99,80 €/kg (für ein 50-Gramm-Glas) einen neuen Tiefstwert auf.


Bei all diesen neuen Beeren sollte man nicht die diversen Klassiker der Müslizugaben vergessen, beispielsweise getrocknete Mangos. Just dieses Wochenende hat die Süddeutsche Zeitung einen großen Vergleichstest jenes Produkts durchführen lassen. Zehn verschiedene Sorten wurden getestet. Angegeben wurde jeweils nur der Preis pro Packung; ich war zu faul, die Kilogrammpreise auszurechnen, doch scheint mir die Firma Seeberger mit 3,69 € je 100 g diesbezüglich vorne zu liegen – getrocknete Mangos sind also deutlich günstiger als ihre beerigen Pendants. Mit 5 von 10 Punkten nehmen die Seeberger-Früchte übrigens den vorletzten Platz ein, geteilt mit denen von süssundclever. Nur die "fruchtigen Mangostreifen" von Rewe Beste Wahl kamen mit 4/10 schlechter weg ("Die Textur wirkt zäh und insgesamt mehr trocken als saftig. Das erinnert mich an industrielle Massenproduktion"). Die höchste Punktzahl, nämlich 9, hat die Testerin der dm-Eigenmarke gegeben: Die Bio-Streifen, als deren Nachteil lediglich die Kleinheit bemängelt wurde, sind mit 1,95 € für 100 g zudem ziemlich billig. 8 von 10 Punkten erhielten die "exotischen Trockenfrüchte Mango" von Farmer naturals (Aldi Süd) sowie das in mehreren Märkten erhältliche Produkt aus dem Hause Farmer's Snack.

Samstag, 28. März 2026

Schmalzkartoffeln statt Salzkartoffeln

Wenn man nur eine einzige Sache über mich weiß, dann diese: dass ich keine Zwiebeln mag. "Torsten Gaitzsch, deutscher Blogger und Zwiebelverächter" ist das Erste, was aufscheint, wenn man meinen Namen googelt. Die Wahrheit ist: Es gibt eine Form bzw. Verarbeitungsart, in der ich die gemeine Küchenzwiebel akzeptiere. Mit Röstzwiebeln habe ich kein Problem. Als Zutat in einem gewissen Produkt halte ich sie sogar für bereichernd, wenn nicht unerlässlich. Die Rede ist von Zwiebelschmalz, kurz Schmalz oder auch Fett (wie in "Fettbemme"). Dieses gibt es seit ein paar Jahren auch auf nicht-tierischer Basis zu kaufen, und beispielsweise Deli Reform Rein pflanzliches Schmalz finde ich ganz famos.

Besagten Veggie-Aufstrich haben wir gerade zu Hause, und auf der Abdeckung befindet sich, was kurios erscheinen mag, eine Rezeptidee. Die haben wir diese Woche umgesetzt. Man kocht 500 g kleine Kartoffeln (z.B. Drillinge) mit Schale in Salzwasser, schwenkt 400 g grüne Bohnen ("Schneidbohnen") in einer Pfanne in veganem Schmalz, gibt Pfeffer, Salz und etwas Wasser dazu und dünstet die Bohnen 10 Minuten. Sind die Kartoffeln gekocht, werden sie in einer anderen Pfanne ebenfalls in Schmalz angebraten. Zu diesen kommen sodann die Bohnen, 140 g kleingeschnittene getrocknete Tomaten und eine angemessene Menge getrockneter Basilikum hinzu. Zuletzt bröselt man 120 g Feta darüber. Die Mengenangaben sind variabel.

Donnerstag, 26. März 2026

Die Milch ist based

Speaking of Verpackungsärger: Schon beim Frühstück wurde ich heute in Harnisch gebracht! Auf dem Milchtetrapak lese ich: "Bio Getränk auf fermentierter Haferbasis".

Es geht mir nicht um das (von mir ohnehin nur ungern so bezeichnete) Deppenleerzeichen, sondern um die "fermentierte Haferbasis". Basis kann doch nicht fermentiert werden! Gemeint ist vermutlich "Getränk auf Basis von fermentiertem Hafer". Auf französisch haben sie's richtig gemacht. "Boisson bio à base d'avoine fermentée" steht unter der deutschsprachigen Beschreibung des Lebensmittels.

Die köstliche Wendung "in Harnisch bringen" habe ich übrigens dem Duden-Band 8, "Sinn- und sachverwandte Wörter und Wendungen" (Ausg. von 1972), entnommen. Auf den Reiz von Synonymwörterbüchern wurde ich erst gestern gebracht, als es an mehreren Stellen in Gerhard Henschels "Großstadtroman" darum ging. In meinem Büro habe ich fast sämtliche Duden-Bände stehen, also warum diese nicht regelmäßig nutzen? Im Grammatik-Duden immerhin (Band 4) verliere ich mich mindestens einmal pro Monat. An Grammatikbüchern habe ich sowieso einen Affen gefressen (danke, Synonymwörterbuch!), und die deutsche Grammatik überrascht mich immer wieder mit ihren Details, Feinheiten und wenig bekannten Sonderfällen. Man wünscht sich, Produkttexter würden sich öfter damit beschäftigen.

Donnerstag, 19. März 2026

Was geht an der Trockenobstfront?

Fast drei Jahre ist es her, dass ich zuletzt über Trockenobst geschrieben habe. Seitdem waren in zahlreichen Supermärkten wiederholt Anzeichen dafür auszumachen, dass sich gefriergetrocknete Erdbeeren immer größerer Beliebtheit erfreuen. Mitunter war und ist dieses Erzeugnis in Säcken erhältlich, von Koro etwa gibt es 350-Gramm-Packungen. Erstaunlich ist, dass der Trockenobst- und Nussspezialist Seeberger erst jetzt mit gefriergetrockneten Erdbeeren um die Ecke gekommen ist.


Dieses 15-g-Tütchen habe ich mir bei Rewe für den Aktionspreis von 1,89 Euro (was 125,- €/kg entspricht) geholt. Da kann man nicht meckern. Gleichzeitig mit den Erdbeeren hat Seeberger getrocknete Himbeeren in sein Sortiment aufgenommen. Diese Beeren habe ich bisher noch gar nicht als Trockenvariante gesehen. Für so etwas Rares hat man denn auch einen Kilopreis von 157,50 € zu akzeptieren; eine Tüte enthält lediglich 12 Gramm.

Sonntag, 8. März 2026

Wo bleiben die Flips-Tipps?

Das fragen sich wahrscheinlich alle, die einzig wegen meiner kundigen Knabbergebäck-Rezensionen regelmäßig hier vorbeischauen. Nun, nach einer langen Flaute kann ich heute endlich mal wieder eine Flips-Empfehlung aussprechen.


Die Erdnuß-Locken-Sorte Western Style ist die vortrefflichste Offenbarung aus dem Hause Lorenz seit dem Launch der Jumbo-Locken. Die Shrinkflation-Praxis dieser Firma, die im Snacksegment freilich nicht singulär ist, wollen wir bei der Bewertung außen vor lassen; erfreulicherweise war der Preis einer Tüte, als ich sie kaufte, auf verschmerzbare 1,09 € gesenkt. Kurzfazit: Wer ErdnußLocken (Eigenschreibweise) liebt und Chips mit "Western"-Aroma etwas abgewinnen kann, wird mit dieser Neuheit glücklich werden. Abschreckend mag sich die Inhaltsangabe "stark tocopherolhaltige Extrakte" lesen, doch handelt es sich dabei laut Infoseite des Zusatzstoffmuseums um ein unbedenkliches Antioxidans. 8 von 10 Punkten!

Donnerstag, 27. November 2025

Allerlei Zähflüssiges

Ich liebe es, Listen mit den verschiedenen Varianten und Sorten eines bestimmten Produktes zusammenzustellen. Schon als Bub habe ich handschriftlich und aus dem Gedächtnis (es gab ja kein Internet) alle Ritter-Sport-Sorten in einem Notizbuch festgehalten. Es wäre saisonbedingt mal wieder an der Zeit für eine Knox-Bestandaufnahme, aber mehr als Räucherkerzchen faszinieren mich zurzeit Sirups von Monin. Auch das ist nämlich ein Unternehmen, das sein Sortiment regelmäßig verändert. Seit Jahren habe ich stets eine kleine Auswahl von Monin-Sirups vorrätig; jetzt kam mir in den Sinn, dass ich mir 1-2 Flaschen zu Weihnachten wünschen könnte. Welche neuen Geschmacksrichtungen es wohl gebe, fragte ich mich und wurde von der aktuellen Palette fast erschlagen, welche nicht weniger als 98 umfasst und die ich hier (Quelle: monin-deutschland.de) vollständig auflisten möchte (ohne nachzuzählen). Seid ihr bereit? Die gefetteten Sorten sind die, die ich schon probiert habe, soweit ich mich erinnere.

Agave
Amaretto
Ananas
Apple Pie
Aprikose
Basilikum
Bergamotte
Birne
Blue Curaçao
Blutorange
Brombeere
Bubble Gum
Butterscotch
Caribbean
Choko Cookie
Cinnamon Roll
Cocos
Cranberry
Crème Brûlée
Curaçao Triple Sec
Erdbeere
Falernum
Gelbe Banane
Geröstete Haselnuss
Gewürzte Rote Früchte
Glasco Lemon
Gomme
Granatapfel
Grenadine
Grüne Banane
Grüner Apfel
Gurke
Haselnuss
Haselnuss Zuckerfrei
Heidelbeere
Hibiskus
Himbeere
Holunderblüte
Honig
Ingwer
Irish
Jasmin
Kaffee
Karamell
Karamell Zuckerfrei
Kastanie
Kirsche
Kiwi
Lavendel
Lebkuchen
Lemonade Mix
Lime Juice Cordial
Limette
Limonadenbasis
Limone
Litschi
Macadamia
Mandarine
Mandel
Mango
Maracuja
Matcha Grüner Tee
Melone
Mirabelle
Mojito Mint
Muscovado Zucker
Orange
Orange Spritz
Pfefferminz
Pfirsich
Piña Colada
Pink Grapefruit
Pistazie
Popcorn
Praline
Praliné-Nuss
Pumpkin Spice
Rhabarber
Rose
Salziger Karamell
Sauerkirsche
Schokolade
Schwarze Johannisbeere
Spekulatius
Spicy Mango
Toasted Marshmallow
Vanille aus Madagaskar
Vanille Zuckerfrei
Veilchen
Waldmeister
Wassermelone
Weiße Minze
Weiße Schokolade
Weißer Rohrzucker
Winter Spice
Zimt
Zitronengras
Zuckerwatte

Gotta mix them all! Das hat Spaß gemacht. Ob es letztes Jahr wohl "Dubai" gab?

An dieser Stelle möchte ich erneut die Firma Bürger für ihren Einfallsreichtum loben: Gestern habe ich "Vegane Mini-Maultaschen" und "Thai-Maultaschen" gekauft. Sie waren im Angebot (das heißt anno 2025: 1,49 Euro; vor wenigen Jahren bekam man welche für 99 Cent). Es gibt inzwischen aber auch: "Glutenfreie Maultaschen", "Weißwurst Maultaschen" und "Unsere Besten Käse Maultaschen" (Liste bei weitem nicht vollständig!).

Donnerstag, 6. November 2025

Die Quittung gekriegt

Überaus entzückt war ich, als ich neulich diesen portugiesischen Brotaufstrich sah:


Erklärung: Unser deutsches Wort Marmelade ist eine Entlehnung aus ebenjenem portugiesischen Wort marmelada, das auf der Schachtel steht. Das wiederum ist eine Ableitung von marmelo "Quitte" und hat die Bedeutung "Quittenmus". Und genau um dieses Produkt handelt es sich! Marmelada hat sich also die ursprüngliche, enge Bedeutung bewahrt, und Quittenmarmelade heißt eben nicht, analog zu bspw. marmelada de laranja (Orangenmarmelade), "marmelada de marmelo".
Nichtlinguistinnen mögen jetzt mit den Schultern zucken, aber ich kann mich über so etwas freuen wie Bolle.
Geschmeckt hat's übrigens so mittel.

Freitag, 3. Oktober 2025

Albernes zum Wochenschluss

Merkreime zur Unterscheidung von Teigtaschen nach ihrer geographischen Herkunft

Momos schmecken nicht nur Zwergen / in Tibet und in Nepals Bergen.

Schon aus dem Dönerladen kannt' i' / die Köstlichkeit der Türken: Mantı.

Nie isst sie der Mongole pur. / Gebraten werden sie: Chuushuur.

Liest man in Japan wohl Spinoza? / Egal. Verspeisen tut man Gyōza.

Man füllt's mit Hackfleisch (auch vom Nandu?) / und nennt's auf koreanisch Mandu.

In Polen gilt es fast als Drogi: / Teigtaschen-Methadon Pierogi.

Auf "Siopao", das sag' ich Ihnen, / reimt sich mitnichten "Philippinen".

In ganz Georgien, nicht in Mali, / kennt man den Snack namens Khinkali.

Tsatsiki drauf, dazu Retsina, / na klar, Wan Tan sind typisch China!

"Was Russisches? Das ess' ich eh nie." / Wer so was sagt, kennt nicht Pelmeni.

Samstag, 16. August 2025

(Freeze-dried) Strawberry Fields Forever

Wieder und wieder waren sie mir in letzter Zeit aufgefallen: gefriergetrocknete Erdbeeren. In mehreren Supermärkten wie auch in Drogerien standen Säckchen mit dem edlen Müslizusatz herum. Bald würden sie zum Massenprodukt werden, war ich mir sicher, und von da würde es nur noch ein kleiner Schritt zur Marktüberflutung und zu Preisstürzen sein (vgl. Angebot und Nachfrage). Seit meinem gestrigen Rewe-Besuch weiß ich: Wir befinden uns jetzt an dem Punkt, an dem Trockenerdbeeren keine Nischenware mehr, sondern in rauen Mengen, sogar in Großpackungen verfügbar und beinahe erschwinglich sind.


Kilopreis: 68,54 €. Zum Vergleich: Für den 25-Gramm-Beutel, wie es ihn seit 2021 gibt, zahlt man nach wie vor fast das Doppelte, 110 Euro pro Kilogramm!

Dienstag, 12. August 2025

Lob der Mirabelle

Man unterschätze mir die Mirabelle nicht! Diese Woche war "Saisonstart" (Rewe-Prospekt) für die süße Pflaumenunterart, was sich herumgesprochen zu haben scheint: Bereits einen Tag später, nämlich heute, waren in der Filiale meiner Wahl sämtliche Schalen weggekauft. Ich hatte mir zum Glück direkt gestern eine geholt, die bzw. deren Inhalt ich auch morgen noch genießen werde.

Mirabellen stellen auch eine fantastische Marmeladen-Grundlage dar, ich empfehle beispielsweise die Mirabellen-Konfitüre von Bonne Maman, wobei die Sorte "Renekloden" noch köstlicher ist. Offenbar nicht umsonst werden Renekloden auch "Edel-Pflaumen" genannt; als ganze Früchte habe ich sie allerdings noch nicht verzehrt. Mirabellen wiederum heißen im süddeutschen Sprachraum angeblich "Kriecherl".

Freitag, 4. Juli 2025

Eine Frucht wird politisch

Ich habe die Mangostan kennengelernt, als sie in Deutschland, wenn überhaupt, noch unter dem Namen Mangosteen zu bekommen war, was, wie ich erst später lernte, wohl die englische Schreibweise ist. Dieses Jahr begegnete mir die schmackhafte Frucht im Frankreich-Urlaub wieder, später dann auf meinem Frankfurter Stamm-Wochenmarkt. Der Preis betrug immer noch 1,50 Euro pro Stück, ist also hierzulande wenigstens nicht höher geworden. Anders als in Kambodscha, das derzeit mit Thailand Grenzstreitigkeiten austrägt, die – wie politische Konflikte so oft – einschneidende Folgen für das Leben der kleinen Leute zeitigen.

"Mittlerweile wurden auf Anweisung der thailändischen Regierung die Grenzen komplett geschlossen", vermeldet die aktuelle Jungle World. "Vor allem auf den Märkten macht sich das Fehlen von Obst und Gemüse aus Thailand bemerkbar. Hout Lon, eine Händlerin auf dem Großmarkt in Battambang, erzählt, dass Gemüse nun aus Vietnam käme und deutlich teurer sei. [...] Dem stimmt die Händlerin Chan Kaju zu: 'Die meisten Früchte sind teurer geworden, wie zum Beispiel die violette Mangostan, die normal für bis zu 700 Riel (0,14 Euro) pro Stück verkauft wird. Aber jetzt ist der Preis auf bis zu 1.300 Riel (0,26 Euro) gestiegen.'"