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Dienstag, 15. Juli 2025

Neues Neues (von der Sneakerfront)

Sosehr mich der Abschied gleich dreier Paar Schuhe in den vergangenen Wochen auch dauerte, so erfreut bin ich darüber, inzwischen ansehnlichen Ersatz gefunden zu haben. Zuerst nämlich ...


... erwarb ich dieses (preisreduzierte!) Paar in der Frankfurter Filiale des angeschlagenen Skaterausstatters Titus. Es sind erstaunlicherweise meine ersten Exemplare der Marke New Balance.


Klar, weiße Sohlen sind nicht unproblematisch, vor allem in einer Region mit so unsteten Sommern wie der unseren. Ich werde tunlichst darauf achten, sie nur bei Trockenheit zu tragen. Gleiches gilt umso mehr für diese stylischen Treter:


Die habe ich bei eBay bestellt. Ich wusste gar nicht, dass Vans mal eine Special Edition "National Geographic" rausgebracht hat! Andererseits entdecke ich regelmäßig mir unbekannte Spezialkollektionen, die übrigens mittlerweile zum Teil für dreistellige Beträge gehandelt werden. Jedenfalls rief ich mir ins Gedächtnis, dass ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht hatte, bei eBay blind Sneakers in Größe 44,5 zu kaufen. Beim Scrollen stieß ich auf dieses Paar zum fairen Preis und schlug zu.


Es schließt endlich jene Lücke in mir, die entstanden ist, nachdem ich vor ca. acht Jahren in einem Urlaub nicht die Super-Mario-Vans mitnahm, die einfach so in einem Geschäft auslagen und mir gepasst hätten.

So, damit ist das Kapitel Fußbekleidung (vorerst) abgeschlossen. Das soll ja hier kein Modeblog werden.

Montag, 30. Juni 2025

Dinge, die man beim Umziehen findet [Rubrik wieder da!]

Ich habe mich, bis auf eine Ausnahme, von meiner Sammlung von Presseheften aus meiner Zeit als Filmkritiker (lol, wie hochtrabend!) getrennt:


Und zwar keineswegs schweren Herzens – wann hätte ich mir diese Druck-Erzeugnisse jemals wieder zu Gemüte geführt? Das obige Foto möge ein letztes Mal veranschaulichen, wie viel Geld Filmverleihe, zumindest die größeren, einst in ihre PR gesteckt haben. Heutzutage ist digitales Pressematerial zum Herunterladen die Regel, so dass allenfalls Layoutkosten anfallen; für hochwertige Drucke oder gar Goodies und Gimmicks wird nix mehr ausgegeben.

Wesentlich mehr weh tat es mir, mich von zwei weiteren Paaren Schuhen zu verabschieden. Sie habe ich nicht beim Umzug gefunden, ich habe sie sogar frohen Mutes in die neue Wohnung mitgenommen. Im nun vollends angebrochenen Hochsommer fällt mir jedoch auf, dass die Latschen nicht mehr allzu frisch riechen, zudem sind sie an mehreren Stellen zerschlissen.


Die Vans habe ich in einem Urlaub gekauft, und sie erwiesen sich tatsächlich als perfekte Urlaubsschuhe. Wo ich die "Rockstar"-Schuhe herhabe, weiß ich nicht mehr. Höchstwahrscheinlich von Ebay. Es handelt sich um eine Spezialedition der Marke Etnies, die ich nicht deswegen kaufte, weil ich Fan von "Rockstar" bin (bei Gott, es gibt wenig, was ich weniger gern tun würde als einen Energydrink zu trinken!), sondern weil ich sie stylisch fand. Und immer noch finde, seufz.

Mittwoch, 16. April 2025

Sohlmates

Sich von liebgewonnenen Schuhen zu trennen tut weh. Dieses Paar Slipper warf ich heute, weil es halt wirklich zu zerschunden und abgelatscht war, in den Müll, doch hier im Blog soll sein Andenken aufrecht erhalten werden:


Ich mochte diese Slip-ins sehr. Gerne würde ich sie nachkaufen (sie waren nicht teuer), aber ich fürchte, das Modell hat Jack & Jones längst ausgemustert. Hätte ich doch damals gleich ein zweites Paar mitgenommen! Aber wer kauft Schuhe doppelt, außer Wertanlagen-Wunderlinge und Imelda Marcos? Oh Mann, in diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass es von Vans mal eine Nintendo-Kollektion gab und ich es versäumte, mir ein Paar Super-Mario-Sneaker zu sichern, als ich die im Urlaub 2017 in einem Laden liegen sah. Das bereue ich bis heute.

Mittwoch, 27. März 2024

Onkel Dagoberts Erbe

Ich frage mich, ob der österreichische Signa-Gesellschafter Hans Peter Haselsteiner der letzte prominente Träger eines Kneifers ist.


In Österreich sagt man wohl eher Stecher, wobei mir auch die Bezeichnungen Zwicker und Pincenez (aus der Sherlock-Holmes-Geschichte "Das goldene Pincenez") geläufig sind. Welche Klemmbrillen-Unterart der Herr, dessen Foto ich Anfang des Jahres aus einer Tageszeitung abfotografiert habe, genau trägt, kann, wer Zeit und Lust hat, anhand des entsprechenden Wikipedia-Artikels bestimmen.

Mittwoch, 13. März 2024

Einmal um die halbe Welt

Ich kann ja an keinem Offenen Bücherschrank vorbeigehen, ohne wenigstens einen kurzen Blick hineinzuwerfen. Neulich war es schon fast Mitternacht, als ich in der Nähe meines Stamm-Bücherschranks war, und da dachte ich wie Bilbo Beutlin in diesem Meme: "Warum nicht ... warum nicht hineingucken?" Und siehe, darin befand sich ein sogleich von mir eingesteckter 1180-seitiger Sammelband von 1942 mit dem Titel "This Is My Best. Over 150 Self-Chosen and Complete Masterpieces, Together with Their Reasons for Their Selections", herausgegeben von Whit Burnett. Die "masterpieces" – Short Storys, Gedichte, Essays, autobiographische Notizen, Dramaszenen u.v.m. – stammen von "America's 93 Greatest Living Authors Present". Viele der vertretenen Autoren (und, ist erfreulicherweise zu ergänzen, Autorinnen) kannte ich noch gar nicht! Ich freue mich darauf, sie zu entdecken, denn wenn meine drei Semester Nordamerikanische Literaturwissenschaft zu einer einzigen Sache gut waren, dann, dass sie meine Liebe zu US-amerikanischer Kurzprosa entfacht haben.

Das Buch ist in gutem Zustand. Auf den Fliegenden Vorsatz ist der handschriftlich eingetragene Name (des Vorbesitzers?) Walter Meyer mit schwarzem Filzstift durchgestrichen und durch "Jeremy Devis" ersetzt worden, auf dem hinteren Fliegenden Blatt wurde mit Bleistift festgehalten: "The markings are Bruno's (July 1950)". Am bemerkenswertesten ist aber das, was ich im Inneren entdeckte: eine Rechnung aus dem Jahr 1961, die vermutlich als Lesezeichen gedient hat und von einem südafrikanischen Bekleidungshaus stammt.


Den Ausstatter Arthur Bales, "established 1902", gibt es immer noch. Heute scheint er auf Wolle und Strickzubehör spezialisiert zu sein, und von Braamfontein ist er in die erst 1959 gegründete Johannesburger Voorstad Randburg umgezogen. Und was wurde dort damals erstanden?


Das ist etwas knifflig. Ich dachte erst, Hose sei das Afrikaans-Wort für "Hose", aber nein, "Hose" heißt auf Afrikaans broek. 1,25 Rand wären für eine Hose denn auch unglaublich billig: Der Betrag entspräche heute inflationsbereinigt und umgerechnet 6,71 Euro. Ist die Zeile dann englisch? Aber wieso würde ein Kleidungsgeschäft Schläuche (hoses) verkaufen? Die Lösung liegt wohl in der mir bisher unbekannten Zweitbedeutung von hose: "Strumpf, Socke". Herr oder Frau de Beer hat also Strumpfwaren gekauft. Hoffentlich waren sie von guter Qualität.

Die im Bücherschrank entstandene Lücke werde ich nachher mit einem anderen Wälzer ausfüllen, ich habe nämlich gestern endlich, endlich den 684-Seiter "Das Monstrum" beendet. Das auch als "Tommyknockers" untertitelte und verfilmte Werk ist meiner Meinung nach das schwächste, das ich von Stephen King bis jetzt gelesen habe. Die mangelhafte Übersetzung machte diese Erfahrung nicht eben weniger anstrengend.

Dienstag, 1. November 2016

Polka-dot-com

Wenn man im deutschsprachigen Google "polka dots" eingibt, wird als Übersetzung "Punktmuster" vorgeschlagen. Das ist meiner Ansicht nach zu unpräzise. Die Punkte in einem Polka-dot-Muster müssen eine gewisse Mindestgröße aufweisen – Ameisenspuren gehen nicht – und einfarbig sein; diese Regeln lassen sich zumindest aufgrund der Google-Bildersuche ableiten. Bierdeckelgroße weiße Punkte auf rotem Grund: So stelle ich mir das prototypische Kleid einer amerikanischen Tänzerin auf einer Fünfzigerjahre-Retroparty vor. Überhaupt schwingt mit der markanten Pungierung jede Menge Zeitkolorit mit, und dementsprechend unspannend ist auch die Etymologie von "polka dots". Die deutsche Wikipedia begnügt sich mit der Auskunft "Die Herkunft des Namens ist ungeklärt; insbesondere ob ein Zusammenhang mit dem gleichnamigen Tanz besteht", die englischsprachige konstatiert hingegen mit Bezug auf das Oxford English Dictionary: "It is likely that the term originated in popularity of Polka dance at the time the pattern became fashionable, just as many other products and fashions of the era also adopted the 'polka' name." Eine schöne Analogie zu dieser einleuchtenden Erklärung gibt die Seite word-detective.com: "There were several items of clothing and even food labeled 'polka' at the time, much as the prefix 'cyber' was slapped on everything from TV news shows to dog food in the mid-1990s. Most of such 'polka' tie-ins disappeared as the dance fad faded. 'Polka dots,' however, survived (as did the polka itself)." Also: Das Aufkommen des Musters fiel in die große Ära des Polkatanzes und war damit einfach "polka" wie so manch anderes aus dem Anfang und der Mitte des 20. Jahrhunderts, etwa "polka jackets, polka hats, even polka gauze", wie Straight Dope zu ergänzen weiß. Ein netter Artikel auf thehairpin.com, der die Geschichte der "polka dots" erschöpfend behandelt, liefert einen alternativen Ansatz: "There is only a tenuous connection between dot and dance, yet surely the two are linked — it’s possible that polka dots reflect the same regulated, short bursts of energy that inflect the polka itself."

Mittwoch, 3. August 2016

Sehhilfen-Goals

Ein Modetrend, dem in absehbarer Zeit wohl kein Comeback beschieden ist, ist die Lorgnette oder auch das Lorgnon, jene binokulare Lesehilfe, die nicht auf der Nase sitzt, sondern mittels eines Stiels vor die Augen gehalten wird. "Stielbrille" fördert in der Google-Bildersuche entsprechend aussagekräftige Fotos zutage.

Foto entnommen von spectacleshoppe.ca; dort urheberrechtlich nicht gekennzeichnet

Wer besäße nicht gerne so ein Teil, um es sich gelegentlich hochdramatisch von unten in Richtung oberes Gesichtsdrittel zu schieben? Auf eBay sind Lorgnettes ganz einfach zu bekommen, meist ohne Gläser, teils original aus dem 19. Jahrhundert, leider aber zu Preisen, die der vorübergehende Spaß nicht rechtfertigt.

Donnerstag, 14. Januar 2016

Zieh mich da nicht mit rein!

Auf ein Wort: Hemden! Ich trage sie nicht selten. Frage: rein oder raus? Eindeutige Antwort: Kommt drauf an. Trage ich ein Sakko oder Jackett, gehört das Hemd natürlich in die Hose gezogen. Ist das Hemd hingegen das alleinige Oberteil, lasse ich es, sofern es sich um ein einigermaßen vorteilhaft geschnittenes und nicht zu langes handelt, draußen. Das soll gar nicht mal "Coolness" ausdrücken (vgl. Varoufakis, Dr. House), nein, es sieht reingezogen einfach total beschissen an mir aus. Mein Leib wird dabei in einem absolut dämlich wirkenden Anti-Goldenen Schnitt geteilt, der Rumpf gerät verwachsen, missgebildet ... ach, ich möchte kotzen, wenn ich nur dran denke! Anderen Männern mag das stehen – James Stewart hat sich in seinen Filmen die Hose bis knapp unter die Achseln über das Hemd gezogen und erfuhr dennoch breite Akzeptanz in der "Traumfabrik" –, aber ich fühle mich dabei noch weniger vorzeigbar als ohnehin schon. Ich sollte mir eine stattliche Hemdspanner-Wampe zulegen, vielleicht würden so die Proportionen verbessert.

Und jetzt noch flugs zum Komplex "T-Shirt bzw. Poloshirt in der Hose". Hier ist sich das unendlich weise Internet einigermaßen einig: "Niemals in die Hose stecken! Sieht nicht gut aus!" / "Über der Hose lassen, es sei denn du gehst noch in den Kindergarten. Nee, ernsthaft, muß jeder selber wissen." / "Über die Hose natürlich,auf keinen fall in die Hose stecken...sieht beknackt aus." / "ich wär für über der Hose...In der Hose sieht irgendwie nerdig aus" / "also ich persöhnlich finde es bei typen besser wenn sie ihr t-shirt über der hose tragen ;)" Abweichende Meinung (und immerhin "hilfreichste Antwort" bei gutefrage.net): "Ich finde es auf alle Fälle kesser und fescher T-Shirt in der Hose!!!!"

All dies muss eine Demokratie aushalten können.

Sonntag, 30. November 2014

Stellungnahme

Liebe Leserinnen und Leser,

bevor in ein paar Jahren irgendwer in diskreditierender Absicht anfängt, in meinem sprichwörtlichen Müll zu wühlen, gehe ich in die Offensive und packe aus:


Auf diesem Foto – das den Metadaten zufolge im Juni 2008 entstand – trage ich ein sexistisches T-Shirt (beziehungsweise ein T-Shirt mit sexistischen Motiven; ein Kleidungsstück selbst kann ja nicht sexistisch sein). Detailansicht:


Es gibt dafür keine Entschuldigung. Ich hatte das Shirt im Wal-Mart gekauft, weil mich die Farben, der Stoff und überhaupt die ganze "Sommerlichkeit" des Textils angesprochen hatten. (Und die Blütenstempel sind Totenköpfe. Totenköpfe!!!) Über die Art und Weise, wie hier Frauen objektifiziert werden, habe ich seinerzeit nicht nachgedacht. Ich bekam auch keine Beschwerden aus meiner Peer group zu hören. Erst jetzt, nach über sechs Jahren und im Zuge von #shirtgate, sehe ich mich zu tieferer Reflexion bemüßigt.

Full disclothesure: Dieses Hemd befindet sich immer noch in meinem Besitz.
Bildrechtliche Anmerkung: Ich habe versucht, anhand der Spiegelung in meiner Sonnenbrille zu erkennen, wer mich damals fotografiert hat; es ist mir nicht gelungen.

Dienstag, 5. November 2013

Über Herbstkleidung und -zubehör

Der Herbst ist an und für sich eine feine Jahreszeit. Einziger Nachteil ist, dass man öfter nass wird, ein Problem, dem man aber durch die Inanspruchnahme eines Regenschirms entgehen kann. Doch der Regenschirm ist ein aussterbender Gegenstand. Geschätzte 90% meiner Altersgenossen besitzen keinen Schirm mehr, ebenso viele besitzen keine Armbanduhr. Eine Armbanduhr ist aber heutzutage weniger ein Gebrauchsgegenstand als ein Schmuckstück. Wenn man etwa einen Anzug anzieht, sollte man dazu aus rein "stilistischen" Gründen eine Armbanduhr tragen. 
Anders ticken die (Armband-)Uhren auf dem Dorf, wo man sich höchstens mal zur Jugendweihe einer Kusine chic machen muss oder wenn man mit einem Minibus zu einem Musicalbesuch in die Stadt fährt. Will sagen: Anzüge trägt man dort eher selten. Statt zu Sakko oder Jackett greift der Mann zum dörflichen Äquivalent, nämlich dem Jeanshemd mit Kordeln und Lederbesatz (Beweisstück A).
Aber halt! Ich bin eigentlich kein Mensch, der auch nur das Geringste von "Stil" versteht oder anderen vorschreibt, wie sie sich kleiden "sollen", und schon gar nicht möchte ich als Bauernfeind in die Annalen eingehen, schließlich ist mein Name nicht Bauerfeind (wie der von Katrin Bauerfeind), ich mache lediglich treffende soziologische Beobachtungen. Dazu zählt auch die Beobachtung, dass der Schal den Weg vom Kälteschutz zum Modeaccessoire gegangen ist. Seit ungefähr sieben, vielleicht auch acht Jahren sieht man immer mehr Männer, die sich den Schal nicht, wie es Sinn und Verstand diktieren, eng und wärmend um den Hals schlingen, sondern das Teil leger geknotet über der Jacke / dem Mantel hängen haben – wie eine lose Krawatte. Man achte z.B. auf die aktuellen Ströbele- und Hoeneß-Fotos! Angefangen hat damit allerdings Franz Müntefering, zumindest ist es mir bei dem zuerst aufgefallen. 
Es gibt auch Leute, die bei 10° C (plus!) eine Wollmütze tragen, aber darüber hüllen wir lieber den Anorak des Schweigens.
Beweisstück A

Dienstag, 10. September 2013

Karl Lagerfeld

Ich schreibe ja mangels Interesse nie über "Promis", aber weil der Modedesigner Karl Lagerfeld heute einen möglicherweise runden Geburtstag feiert (Wikipedia: "* 10. September zwischen 1933 und 1938"), möchte ich wenigstens eine winzige Notiz zu diesem Herrn abliefern.


Die Grenze zwischen sympathischer Schrulligkeit und allzu offenkundig aufgesetzter Koketterie ist eine dünne Linie. Lagerfeld hat diese Linie vor langer Zeit weggeschnupft.

(Interview: Süddeutsche Zeitung)

Dienstag, 30. Oktober 2012

Mythos Bommel

Den Satz "Andere Mütter haben auch schöne Töchter" kennt man ja. Neu war mir aber die Redewendung "Andere Mützenformen haben auch eigene Artikel", die ich auf einer Wikipedia-Diskussionsseite fand. Darin ging es um die große Frage, ob man den Artikel "Bommelmütze" als eigenständigen Eintrag ausbauen oder in den Artikel "Bommel (Textilien)" integrieren sollte. 
Auf der Diskussionsseite "Pudelmütze" wiederum streitet man sich u.a. darüber, ob es korrekt "der" oder "die Bommel" heiße und ob der oder die Bommel lediglich funktionsloses Schmuckwerk sei oder als wollener Knauf dazu diene, die Mütze leichter vom Kopf zu ziehen. Alex74 hat jedenfalls eine festgefahrene Meinung: "Qualitativ schlechte Pudelmützen bei denen der Bommel abreißt sind kein Argument gegen eine eindeutige und einleuchtende Funktion. Mit der Zunahme des Verkaufs von Wollmützen ohne Bommel und anderen Wintermützen ging lediglich seit etwa 20 Jahren das Wissen um die Funktion des Bommels zurück, der daraufhin in der heutigen Zeit zumr Deko degenerierte und daher oft mangelhafte Qualität besitzt wie ich aus eigener Erfahrung leider selbst weiß." [alles sic!] 
Die Seite wurde leider "zuletzt am 8. Februar 2006 um 21:29 Uhr geändert"; die Hoffnung auf eine zeitnahe Schlichtung im Bommelstreit darf damit wohl vorerst aufgegeben werden. Wer eine (längst fällige!) Kulturgeschichte der Bommel verfassen möchte, muss sich eine andere Anlaufstelle als die Wikipedia suchen. 
Bei mir sind Bommeln übrigens weiblich.

Samstag, 15. September 2012

Neuer Trend? 1000 Fragen an die Mode

In der aktuellen Neon gibt es einen großen Sonderteil: "99 Fragen, die man sich mindestens einmal im Leben stellen sollte". So weit, so neontypisch. Dieser Sonderteil ist allerdings nicht rein redaktionell, sondern in Zusammenarbeit mit diversen Kleidungsherstellern entstanden. Man klicke und schaue:


Zu den 99 Fragen hat man ein paar Models irgendwie in Szene gesetzt, diesen ein paar Anziehsachen angezogen und dazu – mal mehr, mal weniger auffällig – geschrieben, wer diese Anziehsachen gemacht hat.


Das Ganze ist auch total "wertig" gestaltet; zum Teil wird einer einzigen der schlauen Fragen eine ganze Heftseite eingeräumt.


'Was für ein Käse', dachte ich. Ich reagiere auf Modebeiträge in ansonsten modefernen Publikationen genervt bis gereizt und schlage jedes Mal die Hände über dem Kopf zusammen, wenn das SZ- oder das Zeit-Magazin so etwas macht. Am vergangenen Donnerstag dann greife ich zu ebenjenem Zeit-Magazin, und was erwartet mich dort? Nicht weniger als "111 Fragen an den Mann von heute", eingebettet in – ein Modespezial!


Im Gegensatz (in beabsichtigter Abgrenzung?) zu Neon sind die Fragen nicht an "dich", sondern an "euch" gerichtet. "Wann wart ihr das letzte Mal mutig?", heißt es dort etwa in teils abenteuerlichem Schriftsatz. Darunter: "Jacke und Hemd von Canali, Hose von Stone Island, Stiefel von Salvatore Ferragamo". Daneben: ein Schmock mit Jacke und Hemd von Canali, Hose von Stone Island und Stiefeln von Salvatore Ferragamo, auf einer Hundehütte sitzend.


Und so geht das unerträglich lange weiter und weiter, und manchen Leser scheint's anzusprechen, erhielt die Zeit-Redaktion doch laut Facebook-Auskunft mindestens eine eMail mit den dazugehörigen 111 Antworten.

Ist das also ein Top-Trend im Journalismus?
Dann möchte ich nicht hintanstehen!

200 Fragen an das innere Ich


1. Na?
2. Was machst du auf diesem Dachboden?
3. Geht's dir gut?
4. Erinnerst du dich noch an diesen einen Ort, da, wo alles anfing, wo das Schicksal seinen Lauf nahm, wo die Götter würfelten, an jenem Tag, da sich die Pforte zur Anderwelt einen Spalt breit öffnete?
5. Wie spät ist es?
6. Was, so spät schon?

(wird nicht fortgesetzt)

T-Shirt geschenkt bekommen, Brille Fielmann