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Mittwoch, 2. September 2026

Serientagebuch 08/26

02.08. Leverage 3.14
04.08. House of the Dragon 3.06
05.08. Outer Range 2.05
06.08. Leverage 3.15
07.08. Outer Range 2.06
10.08. Leverage 3.16
Outer Range 2.07
11.08. 
House of the Dragon 3.07
House of the Dragon 3.08
12.08. Hijack 2.01
13.08. Everybody Loves Raymond 4.01 (RW)
Everybody Loves Raymond 4.02 (RW)
14.08. Hijack 2.02
15.08. Hijack 2.03
16.08. Der junge Inspektor Morse 7.01
19.08. 
Everybody Loves Raymond 4.03 (RW)
Everybody Loves Raymond 4.04 (RW)
20.08. Man vs. Baby 1.01
Man vs. Baby 1.02
22.08. Man vs. Baby 1.03
Man vs. Baby 1.04
23.08. Der junge Inspektor Morse 7.02
24.08. Hijack 2.04
26.08. 
Der junge Inspektor Morse 7.03
27.08. Everybody Loves Raymond 4.05 (RW)
28.08. Hijack 2.05
30.08. Station Eleven 1.01
Station Eleven 1.02

Staffel 3 von Leverage war wieder mal leicht konsumierbarer silly fun mit abwechslungsreichen Settings: Diesmal geht es u.a. in die Pharma-Industrie, ins Eishockey-Business, in ein Bergwerk, in die Country-Szene und in eine weihnachtliche Mall. Das Ensemble ist inzwischen bestens eingespielt, jede und jeder fühlt sich sichtlich wohl in ihrer/seiner Rolle. So kann's weitergehen.

Anfang 2023 schrieb ich: "Als Western-Soap funktioniert Outer Range [...] besser denn als Science-Fiction-Drama." Diese Einschätzung meines Vergangenheits-Ichs teile ich. Vergangenheits-Ichs spielen auch in der zweiten (und letzten) Staffel dieses teils verwirrenden "Familien-Epos light" eine Rolle, sie setzen aber nichts in Gang. Es kommt nicht zu Zeitreise-Paradoxa, Handlungen in der einen temporalen Ebene haben keine Auswirkungen auf andere. Im Übrigen habe ich das Gefühl, dass man bei den meisten Charakteren vergessen hat, ihnen eine irgend geartete Motivation zu verpassen. Konflikte kochen aus dem Nichts auf, ohne dass ein innerer Antrieb der daran Beteiligten erkennbar wäre. Richtige Spannung kommt so nie auf; Plots verästeln sich auf erratische Weise. Nee, das war nix.

An die dritte Staffel von House of the Dragon konnte ich im Gegensatz zu den Vorgängern nicht unvorbereitet und ahnungslos rangehen, hatte ich doch inzwischen die literarische Vorlage so weit gelesen, dass ich die für die neuesten acht Episoden umgesetzten Inhalte komplett kannte. (Ich habe von "Fire & Blood" jedoch immer noch gut ein Viertel vor mir.) Die eine oder andere Überraschung gab es dennoch, wie sich das TV-Team sowieso einige (sinnvolle) Freiheiten erlaubt, hier und da von der (ohnehin dank unzuverlässigem/-n Erzähler/n uneindeutigen Buchhandlung) abweicht oder sich für alternative Plotpfade entscheidet (bspw. war ich froh darüber, dass einige Details des einen Höhepunkt der Season darstellenden Massakers von Stoplerstadt abgemildert bzw. getilgt wurden). Das Tempo wurde deutlich reduziert, größere Zeitsprünge gibt es gar nicht mehr, dafür so viele verschiedene Schauplätze pro Folge wie nie zuvor – bei ständig wachsender Dramatis Personae. Und wenn die Dialogszenen so geschliffen ausfallen wie die Actionsequenzen bombastisch sind, erreicht HotD tatsächlich annähernd die Quailtät früher "Game of Thrones"-Staffeln. 

In der Fortsetzung zu "Man vs. Bee" sieht sich Rowan Atkinson alias Trevor Bingley in Man vs. Baby statt mit einer Biene mit einem, richtig geraten!, Baby konfrontiert, das ihm seinen Job als Housesitter erschwert. Weniger turbulent als beim Insektenkrieg von 2022 geht es diesmal zu, passend zum Weihnachtssetting setzt man auf familiengerechten Ulk mit reduziertem Chaosfaktor. Das ist charmant und lädt nicht zuletzt dank Atkinsons gekonnt wie eh eingesetztem Mienenspiel wo nicht zum Schenkelklopfen, so doch zum wohligen Grinsen ein.

Die siebte Staffel meine Lieblings-Brit-Krimireihe Der junge Inspektor Morse hat eine außergewöhnliche Struktur. Dem imdb-Kommentar zur Auftaktfolge: "In terms of narrative strategy, this is perhaps the most daring 'Endeavour' episode in the history of the series thus far", schließe ich mich an, erzählt sie doch einerseits wie gewohnt eine in sich geschlossene Geschichte, andererseits bildet sie den ersten Part eines Handlungsbogens, der mit Episode 7.3 wieder aufgegriffen und geschlossen wird (und möglicherweise in Staffel 8 seine Extension findet, sehen wir doch zu Beginn ominöse Szenen aus der Zukunft); lediglich die mittlere Episode konzentriert sich auf einen "Fall der Woche", welcher sich aber ebenfalls dem großen Ganzen unterzuordnen hat (wodurch er substanziell ein wenig abfällt) – kurzum: Man ist gut beraten, sich die drei Folgen in nicht allzu kurzen Abständen hintereinander anzusehen. Sie bilden eine narrative und in allen Sinnen des Wortes dramatische Einheit, die von allerlei Spannungen zwischen den Figuren aufgewühlt wird.

Samstag, 1. August 2026

Serientagebuch 07/26

01.07. Company Retreat 1.03
Company Retreat 1.04
02.07. Widow's Bay 1.06
Widow's Bay 1.07
03.07. Leverage 3.10
06.07. The Simpsons 37.17
Company Retreat 1.05
08.07. Company Retreat 1.06
09.07. Leverage 3.11
Widow's Bay 1.08
Widow's Bay 1.09
10.07. Leverage 3.12
11.07. Widow's Bay 1.10
14.07. Company Retreat 1.07
15.07. Company Retreat 1.08
19.07. Outer Range 2.01
21.07. Outer Range 2.02
24.07. House of the Dragon 3.01
House of the Dragon 3.02
25.07. House of the Dragon 3.03
House of the Dragon 3.04
26.07. Outer Range 2.03
27.07. Leverage 3.13
28.07. House of the Dragon 3.05
29.07. Outer Range 2.04

(Übernatürlichen) Horror mit Humor zu verbinden, ist ein heikles Unterfangen. In der ersten Staffel von "Shining Vale" hat es noch leidlich funktioniert, in der zweiten gar nicht mehr (ich berichtete). Umso erleichterter bin ich, dem Apple-Zehnteiler Widow's Bay bescheinigen zu können, dass ihm dieses Kunststück gelingt. Denn gefreut hatte ich mich schon beim Lesen der Inhaltsangabe: Eine abgeschiedene Insel als Schauplatz, ein uralter Fluch, Stephen Root und Episodenlängen von kaum mehr als 30 Minuten, das sind Zutaten für ein Unterhaltungspaket nach meinem Gusto!
Nicht nur ich bin voll des Lobes, auch alle drei deutschsprachigen Kritiken, denen ich begegnete, hielten große Stücke auf "Widow's Bay", das inzwischen um eine weitere Staffel verlängert wurde. Fürwahr: Der Grusel ist richtig gruselig, während mich die komischen Szenen laut auflachen ließen. Beides steht dabei für sich, hier wird nichts auf Teufel (!) komm raus vermischt. Die Figuren (für mich eine Entdeckung: Matthew Rhys! Er erinnert bisweilen an Steve Carell) sind verschroben, aber liebenswert, darin dem Ensemble von "Parks and Recreation" nicht unähnlich, was kaum verwundert, gehörte Serienschöpferin Katie Dippold doch zum Autorenpool jener Sitcom. (Btw bin ich gerade noch mal die Episodenliste von "Parks & Rec" durchgegangen: Wow, da wirkte ja wirklich die Crème de la Crème der Comedy-writing-Szene mit!)

Apropos: Ebenso quirky und spinnert wie jenes von "Widow's Bay" kommt das Figurenpanoptikum bei Company Retreat daher. Solche Charaktere gibt's nur im Fernsehen ... bzw. eben nicht!? Womöglich liegt es daran, dass heutzutage dank Social-Media-Selbstdarstellung jeder/jede Erik/-a Mustermann eine unverwechselbare persona mit Ecken und Kanten kultiviert, dass wir Kunstfiguren nicht mehr als solche zu erkennen vermögen. Als Stellvertreter für "uns" steht in "Company Retreat" ein durchschnittlicher, nicht mal übermäßig naiver, dafür sehr zugewandter und selbstloser Bursche namens Anthony, der sich als Zeitarbeiter in einer Dokumentarreihe über ein Familienunternehmen wiederfindet, die in Wahrheit eine Mockumentary ist, oder präziser: eine Workplace-Comedy, in der alle Beteiligten Schauspieler sind außer er selbst. Das klingt wie die Prämisse des erfreulichen Formats "Jury Duty"? Es ist ja auch dieselbe! Tatsächlich trägt "Company Retreat" den Obertitel "Jury Duty Presents", und das kreative Team hinter der innovativen Pseudo-Gerichtsshow hat für diese quasi zweite Staffel den Aufwand mächtig aufgebläht, um das angebliche Firmenevent eines fiktiven Würzsoßenherstellers so kurzweilig und abenteuerlich wie möglich und dabei glaubwürdig zu gestalten (Tipp: Unbedingt das Making-of und das sonstige Bonusmaterial auf Amazon Prime schauen!); nach dem Motto: Das ist so wahnwitzig, das kann man sich nicht ausdenken!

Donnerstag, 2. Juli 2026

Serientagebuch 06/26

03.06. The Legend of Vox Machina 3.01
05.06.
The Legend of Vox Machina 3.02
The Legend of Vox Machina 3.03
06.06. Grace 6.03
07.06. Grace 6.04
08.06. The Legend of Vox Machina 3.04
09.06. Leverage 3.05
10.06. Leverage 3.06
11.06. The Legend of Vox Machina 3.05
12.06. Leverage 3.07
14.06. The Legend of Vox Machina 3.06
16.06.
The Legend of Vox Machina 3.07
17.06. Leverage 3.08
Widow's Bay 1.01
Widow's Bay 1.02
19.06. The Simpsons 37.16
Widow's Bay 1.03
21.06. The Legend of Vox Machina 3.08
The Legend of Vox Machina 3.09
22.06. Widow's Bay 1.04
Widow's Bay 1.05
24.06. The Legend of Vox Machina 3.10
25.06. The Legend of Vox Machina 3.11
The Legend of Vox Machina 3.12
Company Retreat 1.01
26.06. Company Retreat 1.02
30.06. Leverage 3.09

Heute gibt es nur wenige Worte über nur zwei Serien zu verlieren.

Mit vier neuen Grace-Episoden wurden wir beschenkt, und alle waren der phänomenalen fünften Staffel mindestens ebenbürtig. Ob es noch eine siebte geben wird, möchte ich all jenen zuliebe, die noch nicht so weit sind, offenlassen. Verraten kann ich jedoch, dass ich kurz vorm Ende der letzten Folge bei mir dachte: Hach, das ist doch ein würdiger Abschluss für eine hochwertige Ermittler-Saga ...

Die dritte Staffel von The Legend of Vox Machina (die vierte und offiziell vorletzte läuft zurzeit) hat mir bisher am besten gefallen. Sie ist erwachsener, fokussierter, narrativ gediegener, ohne dabei die diesem Animationsabenteuer ureigenen Tugenden aufzugeben. Der eine krasse überraschende Plotpoint hat mich tatsächlich kalt erwischt und mir regelrechte "Game of Thrones"-Flashbacks beschert.

Dienstag, 2. Juni 2026

Serientagebuch 05/26

04.05. The Capture 3.04
05.05. Family Guy 24.13
06.05. Fallout 2.05
07.05. Leverage 3.03
09.05. Leverage 3.04
The Capture 3.05
The Capture 3.06
11.05. Fallout 2.06
12.05. Family Guy 24.14
26.05. Grace 6.01
27.05. Family Guy 24.15
Fallout 2.07
28.05. Fallout 2.08
29.05. Grace 6.02

Über die zweite Staffel von The Capture schrieb ich im August 2023: "In Sachen Spannung und vor allem Aktualität wurde eine gehörige Schippe draufgelegt. Sagenhaft packend und beängstigend ist dieser Sechsteiler, in dem es abermals um Deep-Fakes und den allgegenwärtigen Big Brother geht. Ich bin gespannt, ob noch eine dritte Staffel folgen wird, und wenn ja, ob darin die jüngsten Auswüchse Künstlicher Intelligenz behandelt werden." Nach der dritten und gewiss nicht letzten Staffel kann ich festhalten: Eine Schippe Spannung wurde abermals draufgelegt (ich ward wiederholt an "24" erinnert), und dass sich die Macher fast drei Jahre Zeit mit einer Fortsetzung gelassen haben, kam der Aktualität erneut zugute. Wie schaffen die es nur jedes Mal, den Finger derart fest an den Puls der Cybergegenwart zu pressen? Die erzählerische Dichte und die stetige Brisanzverschärfung sind umso erstaunlicher, als alle bisherigen Drehbücher von nur einer Person, dem vor "The Capture" kaum in Erscheinung getretenen Serienerfinder Ben Chanan, verfasst worden sind.

Ächz, zu Family Guy fallen mir nach all den Jahren nur die immergleichen Phrasen ein, die ich hier alljährlich auch zu den "Simpsons" fallen lasse: "... ist wieder etwas bissiger geworden ...", "... konnte das Niveau halten ...", "... weniger komisch als die Season davor ..." Ich werde es fürderhin wie folgt halten: Sollten einzelne Episoden oder erkennbare Trends hervorstechen, werde ich sie kommentieren, andernfalls belasse ich es bei einem Kurzfazit. Im Fall der 24. Staffel von "Family Guy" ist zu konstatieren, dass diese mir im Vergleich zur vorhergehenden qualitativ abgefallen zu sein schien, über lange Strecken hinweg aber solide Schmunzelunterhaltung bot. Selbst die obligatorische Multi-segment-Folge (die üblicherweise zu den schwächsten gehören) war heuer erträglich.

Ach, Fallout, was soll ich nur mit dir machen? Dranbleiben? Aufgeben? Unbestreitbar ist, dass diese Amazon/Bethesda-Produktion unter den Videospielverfilmungen in punkto Optik, Anmutung und Vorlagentreue der Goldstandard bleibt. Tief in der Lore steckende Enthusiasten werden hier mit Hintergrundgeschichte(n), Worldbuilding und Easter Eggs erfreut, dass es eine Art hat. Auch der Soundtrack ist formidabel, die Besetzung geglückt. Doch erkenne ich hier dieselben Makel, die mir die letzten zwei Staffeln von "Westworld" (an dessen Produktion große Teile des "Fallout"-Teams beteiligt waren) verlitten haben. Nun gut, der auffälligste Unterschied ist, dass die Figuren im Gegensatz zu denen in "Westworld" weitgehend sympathisch gezeichnet sind. Aaaber ... ach, warum lasse ich nicht stellvertretend das Something-Awful-Forum zu Wort kommen? 

I'd say too many loose plot threads, excessive cliffhangers and a general sense that they don't have their overarching plot fleshed out is what ruined Westworld in particular. Fallout just generally delivers on the fan service so it's less noticeable (except for the super mutant stuff, it was an incredibly hamfisted and underwhelming way of introducing them to the show's universe but but Rob Perlman!!! ). After the whole season I still have no idea what the big evil [spoiler] plan is, and I don't understand how the [spoiler] works at all.

Well, ideally the showrunners for fallout dont have their heards up their asses like westworld did. Westworlds plot swung wildly because the showrunners got mad at the internet for guessing the big twists so early in the show and the eventual plot points of season 2, so they rewrote it.

Nun ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich dranbleiben. Sie sollen aber bitte die Gags besser platzieren und, wo möglich, auf "GIF-ability" (auch dieses Schlagwort habe ich dem S.A.-Forum entnommen) verzichten.

P.S.: Dass ich im Mai gleich zwei Serien geschaut habe, in denen Ron Perlman mitspielt, ist ein kurioser Zufall bzw. überhaupt kein Zufall; der Mann steht halt in Lohn und Brot, good for him!

Samstag, 2. Mai 2026

Serientagebuch 04/26

01.04. Get a Life 1.19
Waco 2.03
03.04. Run Away 1.05
Run Away 1.06
05.04. Run Away 1.07
Run Away 1.08
08.04. Fallout 2.01
Reboot 1.01
Reboot 1.02
09.04. Waco 2.04
Reboot 1.03
10.04. Get a Life 1.20
11.04. Waco 2.05
14.04. Family Guy 24.10
Reboot 1.04
Fallout 2.02
15.04. Get a Life 1.21
16.04. Family Guy 24.11
Reboot 1.05
17.04. Fallout 2.03
19.04. Reboot 1.06
20.04. Get a Life 1.22
22.04. Reboot 1.07
Reboot 1.08
24.04. The Capture 3.01
The Capture 3.02
25.04. Fallout 2.04
26.04. Leverage 3.01
28.04. The Capture 3.03
29.04. Family Guy 24.12
30.04. Leverage 3.02

Fand ich die red herrings in "Safe" noch einigermaßen gewitzt und dem Thrill dienlich, erschienen mir die falschen Fährten und im Nichts verpuffenden Nebenstränge in Run Away aufgesetzt und öde. Beispielsweise bekommen wir Szenen aus der Vergangenheit einer Privatdetektivin serviert, die absolut nichts bedeuten, ja nicht einmal bewirken, dass nämliche Figur mehr Profil bekommt. Sechs Episoden statt acht hätten hier locker ausgereicht. Wie für Harlan Coben, von dessen Romanen es mittlerweile TV-Umsetzungen wie Sand am Meer gibt, typisch, ist auch der Plot von "Suche mich nicht" (so der deutsche Titel) tüchtig verschachtelt; und hier zahlt sich das in vielen Artikeln diskutierte dumbing-down, das Netflix seit einiger Zeit betreibt, um Second-screen-abhängige Jugendliche nicht zu verlieren, aus: Die zahlreichen Rückblenden, Wiederholungen, Infodumps und verbalen Expositionen haben mir wirklich geholfen, der vielschichtigen Handlung zu folgen. Die übrigens – das möchte ich festhalten, falls meine bisherigen Ausführungen zu negativ klangen – wieder recht mitreißend war. Den Cast in dieser in Manchester spielenden britischen Produktion fand ich eher zweckmäßig. Der prominenteste Name ist einer Schauspielerin vorbehalten (Minnie Driver), deren Rolle die meiste Zeit, nun ja, reichlich passiv ist.

Die Fortsetzung der soliden Miniserie Waco (2018) wurde gar nicht als zweite Staffel vermarktet, sondern als einen für sich stehenden Epilog namens "Waco: The Aftermath". Da ich diesen Titel jedoch nicht fünfmal ins Tagebuch tippen wollte, habe ich diesen Mehrteiler der Einfachheit halber als "2.XX" durchnummeriert. Einige Schauspieler des Vorgängers sind wieder an Bord, darunter Shea Whigham und Michael Shannon, neu sind u.a. Giovanni Ribisi und Sasheer Zamata in einer seltenen nicht-komischen Rolle.
In "The Aftermath" geht es, man kann sich's denken, um die strafrechtliche Aufarbeitung des Waco-Desasters einerseits, andererseits um die indirekten Einflüsse der "Branch Davidians" auf andere durchgeknallte Radikalinskis, mündend in den Bombenanschlag von Oklahoma City 1995. Die Metamorphose des selbsternannten Propheten David Koresh, in Flashbacks präsentiert, hätte ich nicht gebraucht, ansonsten ist die Showtime-Show von 2023 aber flott inszeniert und aufschlussreich.

Endlich, endlich hatte ich Gelegenheit, die amerikanische Serie Get a Life zu schauen – allerdings noch nicht komplett: Die etwas kürzere zweite Staffel steht noch aus. Dafür, dass diese Sitcom 1990 (!) das Licht der Welt erblickte (auf Fox), wirkt sie wie ihrer Zeit weit voraus, für eine klassische Sitcom ist sie nämlich viel zu surreal, abgedreht, avantgardistisch. Was sich 08/15-Familien-Comedyserien einmal im Jahr, meist zu Halloween, trauten, nämlich gewohnte Pfade zu verlassen und etwas Spinnertes mit übernatürlichen oder zumindest cartoonhaften Elementen abzuliefern, ist bei "Get a Life" gang und gäbe. In einer Folge wird Titelheld Chris, der mit 30 Jahren noch bei seinen Eltern lebt und als Zeitungsjunge arbeitet, von einem Roboter namens "Paperboy 2000" ersetzt, in der nächsten Woche wird er Opfer eines indianischen Fluchs, ein ander Mal taucht er mit einem U-Boot, einer Jahrzehnte verspätet zugestellten Comicheftprämie, in seine Badewanne.
Die wunderbare Absurdität verdankt sich der kreativen Mitwirkung von Hauptdarsteller Chris Elliott (vgl. "Eagleheart"; ich empfehle auch seine irren, in sonder Zahl auf Youtube zu findenden Letterman-Auftritte). Als ein weiterer von drei Showrunnern fungierte David Mirkin, der zunächst für die "Simpsons" angefragt worden war (wo er später doch noch als Ausführender Produzent hinzustoßen sollte), aber zugunsten dieses nicht-animierten Klamauks ablehnte: ein Segen! Als Glücksgriff erwies sich auch, dass Chris Elliotts leibhaftiger Vater, der Komiker Bob Elliott, den Serienvater verkörpert. Und von R.E.M.s "Stand", dem Introlied, habe ich seit Wochen einen Ohrwurm.

Um eine "klassische Sitcom", wie ich sie eben meinte, geht es in Reboot. Die an "Alle unter einem Dach" & Co. erinnernde fiktive Sitcom "Step Right Up" aus den frühen 2000ern soll neu aufgelegt werden. Die Verantwortung dafür trägt eine junge Autorin, die nun mit den Darstellern von früher, die alle ihren eigenen Spleen entwickelt haben, sowie dem Schöpfer der Serie, ihrem entfremdeten Vater, zusammenarbeiten muss. Dazu gesellt sich ein schrulliger Writers' Room unterschiedlicher Generationen. Die Charaktere sind trefflich ausgearbeitet und prima besetzt (Keegan-Michael Key, Judy Greer, Johnny Knoxville und, meine Favoritin, Rose Abdoo). Mit seinen Insiderwitzen über das Fernsehgeschäft und den galligen Seitenhieben auf Hollywood erinnert "Reboot" gelegentlich an einen (versexteren) Cousin von "30 Rock", auch wenn es nie dessen Gagdichte und Tempo erreicht. Eine Verlängerung war dem Hulu-Vehikel leider nicht vergönnt, was besonders schade ist, weil im Staffelfinale mehrere dramatische Fässer aufgemacht werden, die nach einer Fortsetzung schreien. Jenun, vielleicht gibt es ja irgendwann ein Reboot.

Mittwoch, 1. April 2026

Serientagebuch 03/26

03.03. Family Guy 24.03
Family Guy 24.04
04.03. Pluribus 1.06
05.03. Get a Life 1.14
06.03. The Woman in the Wall 1.04
07.03. Lost 2.23 (RW)
Lost 2.24 (RW)
08.03. Family Guy 24.05
Run Away 1.01
10.03. Run Away 1.02
11.03. The Woman in the Wall 1.05
Pluribus 1.07
Family Guy 24.06
Family Guy 24.07
12.03. Get a Life 1.15
17.03.
The Woman in the Wall 1.06
19.03. Pluribus 1.08
Get a Life 1.16
Family Guy 24.08
20.03. Pluribus 1.09
21.03. Run Away 1.03
22.03. Family Guy 24.09
24.03. Get a Life 1.17
Run Away 1.04
27.03. Waco 2.01
30.03. Waco 2.02
31.03. Get a Life 1.18

Reichlich Schweiß und Tränen flossen beim Rewatch der zweiten Staffel von Lost. (Voraussichtlich doppelt so viel wird bei der dritten fließen.) Allerdings wurde meine Erinnerung an diverse wiederkehrende Probleme der Serie bestätigt, will sagen: Was uns (also mich und meine damals Mitwatchenden) beim ersten Durchlauf gestört hatte, hat mich erneut gestört, beispielsweise der nicht nachvollziehbare Spleen der Autoren, ihre Figuren nicht miteinander über das Erlebte reden zu lassen. Herrschaftszeiten, Kommunikation ist doch das A und O in einer solchen Ausnahmesituation (i.e. auf einer offenkundig jeglicher Realität entrückten Insel gestrandet zu sein)! Auch kommen einzelne Charaktere deutlich unsympathischer als in der Auftaktstaffel rüber und treffen teils haarsträubende Entscheidungen (nun gut, hier weiß ich, dass sich das Meiste späterhin in Wohlgefallen auflösen wird, Stichwort redemption).
Nun bin ich schon ganz hibbelig, denn wie Season 3 startet, ist mir noch genauestens erinnerlich ...

Nicht gerade gute Laune macht einem die BBC-Serie The Woman in the Wall von 2023. Das sechsteilige Thriller-Drama spielt in Irland und basiert auf dem wahren, bis in die Gegenwart strahlenden Skandal um die sog. Magdalen Laundries. Äußerst bedrückend, aber auch spannungsreich inszeniert, wobei es den Kniff, dass die Protagonistin Schlafwandlerin ist, m.M.n. nicht gebraucht hätte. Bonuspunkt für die Musikauswahl.

Ohne vorher irgendwas über den Inhalt zu wissen (obwohl ich den Trailer gesehen hatte, was sehr für diesen spricht), bin ich an Pluribus herangegangen. Dass Vince Gilligan so wie mehrere seiner früheren Kollaborationspartner dahinterstecken und "Better Call Saul"-Co-Star Rhea Seehorn die Hauptrolle übernehmen würde (das macht sie sensationell!), wusste ich natürlich. Meine Erwartungen waren hoch und wurden fast erfüllt. In seiner Skurrilität und Mindfuck-Lust erinnerte mich "Pluribus" öfter an jüngere Damon-Lindelof-Werke. Ausladende, langgezogene, aber nie langweilig werdende, lichtbetonte Szenen tragen dann wieder Gilligans Handschrift, item die Kameraarbeit und die Situationskomik. Denkt man ein wenig intensiver über die Konsequenzen der fantastischen Prämisse nach (ich halte mich bewusst mit einer Inhaltsbeschreibung zurück), fallen einem etliche Logiklöcher und Ungereimtheiten auf. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Episoden auf diese eingehen werden. Der Schluss der Finalfolge verspricht so oder so noch jede Menge Spaß.

Montag, 2. März 2026

Serientagebuch 02/26

02.02. Boss 2.10
04.02. What Remains 1.01
05.02. What Remains 1.02
06.02. Get a Life 1.07
08.02. What Remains 1.03
What Remains 1.04
09.02. Get a Life 1.08
A Knight of the Seven Kingdoms 1.03
A Knight of the Seven Kingdoms 1.04
10.02. Get a Life 1.09
12.02. Get a Life 1.10
13.02. Get a Life 1.11
16.02. Lost 2.20 (RW)
17.02. The Simpsons 37.14
Family Guy 24.01
Pluribus 1.01
Pluribus 1.02
18.02. The Simpsons 37.15
19.02. The Woman in the Wall 1.01
Pluribus 1.03
Get a Life 1.12
20.02. The Woman in the Wall 1.02
A Knight of the Seven Kingdoms 1.05
23.02. Pluribus 1.04
24.02.
A Knight of the Seven Kingdoms 1.06
25.02. The Woman in the Wall 1.03
26.02. Family Guy 24.02
Get a Life 1.13
Pluribus 1.05
28.02. Lost 2.21 (RW)
Lost 2.22 (RW)

Wie erhofft, konnte die zweite Staffel des formidablen Politdramas Boss das Niveau der ersten durchweg halten. Hätte es noch weitergehen dürfen? Ich hätte das abwechselnde Scheitern und Triumphieren der Charaktere in diesem verkommenen Chicago einer (benachbarten) Parallelwelt gewiss noch eine Weile freiwillig weiterverfolgt, doch so, wie sich am Ende alles fügte, war es gut. Im Grunde war die Geschichte des mit Kelsey Grammer perfekt besetzten Antihelden eh auserzählt: sein Aufstieg, sein Fall, sein neuerlicher Aufstieg. Alles, was noch hätte passieren können, hätte die Todesgeweihtheit des schmutzigen Bürgermeisters nur unglaubwürdig gemacht. Und eventuell unerträglich. Denn wenn das Trope "Being Good Sucks" konsequent durchgezogen wird, macht's auf Dauer keinen Spaß, auch wenn man den Machern speziell dieser Starz-Serie dafür Respekt zollen muss.

Das Motiv, (fast) sämtliche Protagonisten als Soziopathen anzulegen, zelebriert auch die düstere Miniserie What Remains (2013) aus der Feder von Tony Basgallop ("Servant"). Dargestellt werden sie von talentierten Mimen, denen man gerne beim Unausstehlichsein zusieht (herrlich: Indira Varma). Das Kriminaldrama um die im Dachboden eines typisch britischen Mehrparteienhauses aufgefundenen Überreste (remains) einer jungen Frau (Jessica Gunning aus "Baby Reindeer") fesselt bis zum fiesen Endtwist und beleuchtet dabei auch bis heute relevante gesellschaftliche Missstände wie Machtmissbrauch und Vereinsamung.

Zur 37. Staffel der Simpsons möchte ich nicht viele Worte verlieren. Zu goutieren wusste ich, dass man sich sichtlich bemüht hat, sehr "klassische" Storylines zu spinnen. Auch das Witzniveau war größtenteils ordentlich; es gab eine Handvoll Episoden, die ich als überdurchschnittlich bewerten würde, was umso beachtlicher ist, als diese Season erneut lediglich 15 Episoden umfasste, zumindest auf Fox (darunter die 800. [!], "Irrational Treasure"); es sollen, wie es schon im letzten Jahr verwirrenderweise geschah, noch zwei Disney+-eklusive Folgen veröffentlicht werden, die ich aber nicht separat zu besprechen plane.

A Knight of the Seven Kingdoms wollte ich ursprünglich gar nicht gucken. Die Novellen um den jungen Heckenritter Dunk und seinen Knappen Egg sind, sosehr ich sie auch mag, für GRRM-Verhältnisse umfangmäßig derart bescheiden, ja dürftig, dass ich mir nie und nimmer eine Verfilmung mit genug "Fleisch" für mehr als vier Episödchen vorstellen mochte. Aber ich beugte mich dem Gruppenzwang, und was soll ich sagen? Es funktioniert! Wenn man sich von den epischen Maßstäben der anderen beiden Serien aus dem ASoIaF-Universum verabschiedet und sich stattdessen auf bodenständige Geschichten aus dem unglamourösen Westeros der kleinen Leute einlässt (wobei es dennoch immer wieder um Konflikte, Ranküne und Machtverschiebungen geht), hat man eine Menge Spaß. Außerdem sind's ja nur sechs Folgen von je etwas über dreißig knackigen Minuten geworden. Das Casting ist wie gewohnt exzellent, Kostüme und Kulissen wurden mit viel Liebe zum Detail gefertigt, und es darf, ungewohnt genug, hie und da herzhaft gelacht werden.

Sonntag, 1. Februar 2026

Serientagebuch 01/26

01.01. Der junge Inspektor Morse 6.04
02.01. Boss 2.03
03.01. Sneaky Pete 3.08
05.01. The Simpsons 37.12
06.01. Boss 2.04
07.01. Sneaky Pete 3.09
09.01. Boss 2.05
10.01. The Simpsons 37.13
Lost 2.16 (RW)
Lost 2.17 (RW)
13.01. Sneaky Pete 3.10
16.01. Boss 2.06
17.01. The Paper 1.09
The Paper 1.10
18.01. Get a Life 1.01
22.01. Get a Life 1.02
A Knight of the Seven Kingdoms 1.01
23.01. Boss 2.07
Get a Life 1.03
24.01. Lost 2.18 (RW)
25.01. Boss 2.08
27.01. A Knight of the Seven Kingdoms 1.02
28.01. Get a Life 1.04
29.01. Get a Life 1.05
30.01. Boss 2.09
31.01. Lost 2.19 (RW)
Get a Life 1.06

In der sechsten Staffel erreicht Der junge Inspektor Morse wieder das Niveau der Staffeln 2 und 3. Großartige Einzelfälle und ein packender season arc, der auf befriedigende Weise vertraute Strukturen wiederherstellt, ergeben sechs Stunden superber Fernsehunterhaltung (also drei weniger als in der vorangegangenen Season, was aber keinen Minuspunkt darstellt). Dass die Folge "Apollo" mit 7,9 imdb-Punkten die am niedrigsten bewertete ist, spricht für sich; und selbst diesen Fall, der sich um Raumfahrt, Puppenspiel und Swingerpartys dreht, fand ich auf irre Weise einnehmend.

Im Vergleich zur vorherigen Staffel 2 ist die dritte und finale Staffel von Sneaky Pete nicht ganz so mitreißend, die Situationen, in die der titelgebende Gauner gerät und aus denen er sich mit Chuzpe und Einfallsreichtum herauswieselt, sind weniger dramatisch. Der Mangel an atemlosen Heist- und Spontanbetrugsszenen wird ausgeglichen durch eine feinere Ausarbeitung der Figuren. Dass der Wechsel zwischen Komik und Ernst nicht immer smooth verläuft: geschenkt. Dieser (Anti-)Heldenreise folgt man gern bis zum – angenehm runden – Schluss.

The Paper, die zehnteilige Peacock/NBC-Workplace-Comedy von Michael Koman ("Late Night with Conan O'Brien") und Greg Daniels, muss sich natürlich an ihrem spirituellen und im selben Universum angesiedelten Vorgänger "The Office" (US) messen lassen. Doch das ist unfair, denn betrachtet man die Zeitungs-Mockumentary als für sich stehend, macht sie sehr viel Spaß. Eine Kollegin von mir, die "The Paper" gar vorzeitig abgebrochen hat, bekrittelte die Harmonie zwischen den ihrer Meinung nach langweiligen Charakteren. Och. Für mich persönlich muss es nicht immer konfliktreich und asozial zugehen, und farblos sind die Protagonisten keineswegs. Man könnte sich höchstens daran stören, dass sie anders als in der Mutterserie von Anfang an ausdefiniert sind: Jede und jeder hat einen eigenen quirk, eine sofort erkennbare und leicht zu benennende Eigenheit.
Ich finde den Cast super, die Entwicklungen am Ende vielversprechend, und ich heiße es gut, dass etliche an "The Office" kreativ beteiligt Gewesenen bei "The Paper" mitmischen.

Freitag, 2. Januar 2026

Serientagebuch 12/25

01.12. South Park 28.04
Sneaky Pete 3.01
02.12. Family Guy "23.20"
03.12. The Chair Company 1.08
04.12. Sneaky Pete 3.02
05.12. The Simpsons 37.08
06.12.
The Simpsons 37.09
The Paper 1.07
07.12. Sneaky Pete 3.03
09.12. Der junge Inspektor Morse 6.01
10.12. The Simpsons 37.10
11.12. South Park 28.05
Sneaky Pete 3.04
16.12. The Paper 1.08
17.12.
Der junge Inspektor Morse 6.02
18.12. Sneaky Pete 3.05
20.12. The Simpsons 37.11
Lost 2.14 (RW)
Lost 2.15 (RW)
23.12. Sneaky Pete 3.06
26.12. Boss 2.01
28.12. Boss 2.02
29.12.
Der junge Inspektor Morse 6.03
31.12. Sneaky Pete 3.07

Tim Robinson und Zach Kanin, die mir mit "I Think You Should Leave" die Hoffnung zurückgegeben haben, dass Sketch-Comedy doch nicht tot ist, legen mit The Chair Company eine, nun ja, Verschwörungs-Serie vor, die zum einen mit einer durchaus mitreißenden Mystery-Story um einen dubiosen Stuhlhersteller aufwartet, zum anderen mit einem Humor besticht, der seinesgleichen sucht – und gewiss nicht jedermanns Sache ist. Die Welt von "The Chair Company" ist eine bizarre; sie unterscheidet sich von der wirklichen in Nuancen, alles ist slightly off, jeder Charakter ist auf die eine oder andere Art verschroben, in allen zwischenmenschlichen Dynamiken knarzt es, immer wieder fallen Sätze oder werden Gedanken geäußert, die einen befremden. Wenn etwa bei der Pressekonferent zum Bau einer Mall gefragt wird, ob "there will be football", dies verneint wird und das eine Welle der Empörung hervorruft und einen erwachsenen Mann zu öffentlichem Tränenvergießen bringt, dann schwanke ich zwischen Lachkrämpfen und Verblüffung. Und diesen "What the – hahaha! – hell?!"-Effekt, der sich bei mir mindestens einmal pro Folge eingestellt hat ("Wazey Waynes"! Der Detektivhut! Der Schokoladen-King-Kong!), kann derzeit keine andere Serie bieten.
Staffel 2 ist bereits bestellt. Danke, HBO!

Der Sinn hinter dem Aufspalten der letzten zehn South Park-Episoden in zwei kurz hintereinander folgende Staffeln erschließt sich mir immer noch nicht, aber Season 28 bringt den Story-Arc um D. Trump, Satan, Peter Thiel, Jesus & Co. zu einem würdigen, nämlich die aufs Korn genommenen Drecksäcke entwürdigenden Abschluss. Schön, dass "South Park" neben dem Verhandeln der aktuellen US-Politik auch Zeit gefunden hat, andere relevante Trends satirisch in den Fokus zu rücken: Saudi-Arabien, Revenge Porn, Meme-Coins ... Und am Ende gab es mit den "Woodland Critters" das unerwartetste In-universe-Wiedersehen.

Montag, 1. Dezember 2025

Serientagebuch 11/25

03.11. The Simpsons 37.03
South Park 28.01
05.11. Family Guy 24.00 ("23.19")
06.11. South Park 28.02
Futurama 10.05
08.11. The Simpsons 37.04
Lost 2.10 (RW)
09.11. The Paper 1.06
11.11. The Chair Company 1.01
The Chair Company 1.02
Futurama 10.06
13.11. The Chair Company 1.03
Man vs. Bee 1.01
Man vs. Bee 1.02
Man vs. Bee 1.03
Man vs. Bee 1.04
Man vs. Bee 1.05
14.11. Man vs. Bee 1.06
Man vs. Bee 1.07
Man vs. Bee 1.08
Man vs. Bee 1.09
16.11. Lost 2.11 (RW)
17.11. The Simpsons 37.05
18.11. The Chair Company 1.04
South Park 28.03
20.11. Futurama 10.07
21.11. The Simpsons 37.06
Futurama 10.08
24.11. The Chair Company 1.05
26.11. The Chair Company 1.06
The Simpsons 37.07
27.11. The Chair Company 1.07
28.11. Lost 2.12 (RW)
Lost 2.13 (RW)
30.11. Futurama 10.09
Futurama 10.10

Bereits Mitte 2022 erschien mit Man vs. Bee Netflix-exklusiv und wie aus dem Nichts ein neuer, familientauglicher, actionreicher Spaß von und mit Rowan Atkinson, der sich, wie man sieht, in zwei Sitzungen, locker auch in einer einzigen, wegbingen lässt. Was ich nun endlich getan habe, rechtzeitig vor dem jüngst angekündigten Fortsetzer "Man vs. Baby". Auch wenn Atkinsons Figur hier Trevor Bingley heißt: Das ist Mr. Bean in Reinform. Klar, Trevor spricht ein wenig mehr, sein Grimassenrepertoire ist eingeschränkt, er hat ein Familienleben sowie Ziele und Wünsche, aber wie er als Housesitter von einem Unglück zum nächsten taumelt, das ist schon sehr "beanig". Auslöser für eine Verkettung von Pannen und Fehltritten, die in einem millionenschweren Chaos mündet, ist eine Biene bzw. exakter eine Hummel. Mehr gibt's zur Story (die sich mit einem gefälligen Twist auflöst) nicht zu sagen. Ich habe mich sehr amüsiert.

Die mittlerweise dritte "Hulurama"-Staffel, also die je nach Zählung 10. oder 13. Staffel von Futurama, konnte ihr Niveau halten, hat mir also zuverlässig Schmunzler entlockt; die letzten beiden Folgen würde ich sogar als herausragend bewerten. Auffällig war, dass diese neuen zehn Episoden satirischer waren als jene davor. Es werden nicht einfach nur pokulturelle Phänomene, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung en vogue waren, ins 31. Jahrhundert transferiert, sondern auf ziemlich kluge, bissige Weise Sachen wie Handysucht, Klimawandelleugnung oder "Pizza Gate" verhandelt. Der ein oder andere "Nerdservice" hatte freilich auch wieder seinen Platz ("The Numberland Gap"!). Season 11 folgt nächstes Jahr.

Dienstag, 4. November 2025

Serientagebuch 10/25

01.10. Futurama 10.01
02.10. Alien: Earth 1.05
03.10. 19-2 2.01
Futurama 10.02
04.10. How Are You? It's Alan (Partridge) 1.01
05.10. How Are You? It's Alan (Partridge) 1.02
19-2 2.02
06.10. Futurama 10.03
07.10. The Simpsons 37.02
08.10. Alien: Earth 1.06
09.10. How Are You? It's Alan (Partridge) 1.03
11.10. Lost 2.09 (RW)
13.10. The Paper 1.05
Alien: Earth 1.07
How Are You? It's Alan (Partridge) 1.04
14.10. Futurama 10.04
How Are You? It's Alan (Partridge) 1.05
15.10. Alien: Earth 1.08
16.10. 
How Are You? It's Alan (Partridge) 1.06
19.10. 
19-2 2.03
21.10. 
19-2 2.04
23.10. 
19-2 2.05
25.10. 
19-2 2.06
26.10. 19-2 2.07
19-2 2.08
28.10. 
19-2 2.09
29.10. 19-2 2.10

Obwohl ich im Oktober keine einzige Folge South Park gesehen habe, muss ich die 27. Staffel hier und jetzt rezensieren, da kurzfristig entschieden wurde, diese nach der gerade mal fünften Episode enden zu lassen und nicht mal einen Monat später mit der 28. Staffel zu beginnen. Das verstehe, wer will.
Wie für viele andere stellte Season 27 für mich eine absolute Glanzleistung dar: Die Serie hat wieder zu sich gefunden, ist so ätzend, geschmacklos und caustic, wie es die Umstände nötig machen. Den derzeitigen Präsidenten kann und sollte man kein Deut respektvoller behandeln und darstellen, als wie es hier getan wird; die krudesten satirischen Mittel sind gerade angemessen, und Trump als South-Park-Hussein 2.0 reinkarnieren zu lassen, ist nachgerade genial. Der Story-Arc um Trump, Vance, Satan & Co. ist denn auch das Beste an dieser Mini-Staffel und entschädigt für einzelne schwächere Subplots (wer wird sich in einem Jahr noch an Labubus erinnern?). So kann es weitergehen! Und geht es auch, sofern der gestern von mir gesehene Auftakt von Season 28 aussagekräftig ist.

Die Prequel-Serie Alien: Earth gehört, und auch mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da, zum Großartigsten, was dieses Jahr im Bereich High-Prestige-Drama vorgelegt wurde (und so viel gibt es davon zwischen all der mittelmäßigen Stangenware gar nicht mehr, oder?). Schon die erste halbe Stunde zieht einen direkt in den vertrauten und geschätzten Kosmos des Originalspielfilms hinein, fängt dessen Atmosphäre, den Look & Feel perfekt ein. Noah Hawley kann's anscheinend doch noch! (Er schreibt übrigens auch Bücher; seinen Thriller "Vor dem Fall" habe ich letztes Jahr gelesen und fand ihn so lala.) Dass die Hauptprotagonisten Kinder in Erwachsenen- bzw. Teenagerkörpern sind ("Hybriden"), mag bisweilen verstören, aber die eigentlichen Stars sind ohnehin die grauslichen Kreaturen. Wer befürchtet, dass man zu lange warten muss, bevor man einen klassischen Xenomorph zu Gesicht bekommt (vgl. "Prometheus"), wird beizeiten eines Besseren belehrt. Überraschend war, dass das "Wunderkind" Boy Kavalier (die Namen sind mitunter leicht doof) mich nicht so sehr nervte, wie die von dem Timothée Chalamet für Arme verkörperte Figur es drauf anlegte.

And suddenly ... eine neue Alan-Partridge-Serie! How Are You? It's Alan (Partridge) ist abermals etwas völlig Anderes als die vorangegangenen Produktionen um Steve Coogans Kultfigur (Mockumentary, Fake-Talkshow, Podcast etc.), nämlich eine Dokureihe mit dem vorgeblichen Ziel, die seelische Gesundheit Großbritanniens zu beleuchten. Natürlich geht es nur am Rande um mental health, denn Partridge legt seine Erkundungen so an, dass sie sich letztlich nur um Partridge drehen. Die üblichen Verdächtigen tauchen in Nebenrollen auf, es gibt zahlreiche Verweise auf frühere Geschehnisse sowie diverse Nebenstränge aus dem Privatleben des gefallenen Entertainers, die wie üblich zum Schießen resp. zum Fremdschämen sind, u.a. um Alans Lebensgefährtin. Superb!

Dass ich im letzten Drittel des Monats ausschließlich die zweite Staffel von 19-2 geschaut habe, lag daran, dass Amazon Prime entschieden hat, diese kanadische Polizeiserie, deren erste Staffel ich vor beinahe zehn Jahren sah, aus seinem Programm zu entfernen. Ich musste mich also ranhalten. Schade, dass ich die Staffeln 3 und 4 nun so bald nicht werde konsumieren können, aber eine unbestimmt lange Pause tut nach den letzten zehn Folgen ohnehin gut, denn das war ganz schön harter Stoff. Allein die Premiere, welche in Deutschland eine FSK-18-Freigabe erhalten hat, setzte mir mit ihrer drastischen Schilderung eines Schulmassakers gehörig zu, und auch am Ende wird es ziemlich unangenehm. Womöglich ist "19-2" zu realistisch, was andererseits ihre große Stärke ist. An "Line of Duty" kommt sie freilich nicht ran, aber mehr als ein handelsübliches Procedural oder gar plumpe "Copaganda" ist sie allemal. Erfreulich war, dass den einnehmend gespielten Nebencharakteren weit mehr Platz eingeräumt wurde als in Season 1.

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Serientagebuch 09/25

01.09. Hostage 1.03
02.09. Eagleheart 3.01
Eagleheart 3.02
03.09. Andor 2.09
Andor 2.10
04.09. Hostage 1.04
Eagleheart 3.03
South Park 27.04
05.09. Hostage 1.05
The Paper 1.01
06.09. Lost 2.05 (RW)
Lost 2.06 (RW)
07.09. The Paper 1.01
08.09. Gotham 5.08
09.09. Eagleheart 3.04
Eagleheart 3.05
Andor 2.11
11.09. Andor 2.12
13.09. The Guest 1.01
The Guest 1.02
Eagleheart 3.06
Lost 2.07 (RW)
14.09. The Paper 1.03
15.09. Gotham 5.09
16.09. Eagleheart 3.07
19.09. The Guest 1.03
Lost 2.08 (RW)
23.09. Eagleheart 3.08
Eagleheart 3.09
The Guest 1.04
24.09. Gotham 5.10
25.09. South Park 27.05
Alien: Earth 1.01
Eagleheart 3.10
26.09. Alien: Earth 1.02
Alien: Earth 1.03
27.09. Alien: Earth 1.04
29.09. Gotham 5.11
Gotham 5.12
30.09. The Paper 1.04
The Simpsons 37.01

Es gibt moderne Serien, die greifen eine Trope auf, die man schon gefühlte hundert Mal verhandelt sah, schaffen es aber durch handwerkliche Virtuosität und das Hinzufügen kleiner Variationen und Subversionen, sie frisch und überraschend wirken zu lassen. "Hijack" war so ein Beispiel: Aus der Thriller-Prämisse Flugzeugentführung noch etwas Neues herauszukitzeln und damit eine der spannendsten Serien der letzten Jahre vorzulegen – Kudos!
Ein weiterer Fall ist Hostage, bei der es um Folgendes geht: Der Mann der britischen Premierministerin wird, gemeinsam mit seinen Kollegen von Ärzte ohne Grenzen, in Französisch-Guyana als Geisel genommen. Wenn seine Frau nicht von ihrem Amt zurücktritt, stirbt er. Ausgerechnet jetzt, wo die Premierministerin vor einem Treffen mit der französischen Präsidentin steht, welches die Spannungen zwischen den beiden Nationen wenigstens teilweise lösen soll! Doch auch sie wird auf pikante Weise erpresst ... Gähn? Keineswegs! Der Fünfteiler kommt verlässlich mit schockierenden Enthüllungen um die Ecke, stellt Dinge infrage und auf den Kopf und erinnert mitunter an die besten Momente von "24". Wie bei "Hijack" steckt auch hier Domestic Terrorism hinter allem, und natürlich – insoweit wird dann doch wieder ein Klischee bedient – gibt es auch den ein oder anderen Maulwurf.
Insgesamt ein Tip-top-TV-Event ohne Hänger und Abschweifungen, in dem die nie enttäuschende Suranne Jones die Hauptrolle übernimmt. Und Julie Delpy, das war mir vorher nicht bewusst, ist schon eine verdammt coole Socke.

Durchaus einige Längen hat dagegen die zweite Staffel Andor. In ihrem Anspruch, den Charakteren viel Raum für Entwicklungen zu geben, Fallhöhe aufzubauen und die Tiefen aller Nebenplots auszuloten, schießt die Vorgeschichte von "Rogue One" gelegentlich übers Ziel hinaus und dehnt einzelne Akte ins Unnötige. "Ja ja, wir haben's verstanden!", will man da rufen. "Andor" weiß, dass es das von der Kritik geliebte Prestige-Drama im Star-Wars-Universum ist, eine wohltuende Kur nach bzw. zwischen zuletzt hingerotzt erscheinenden Abenteuern wie "Ahsoka" und "The Acolyte" (beide habe ich nicht gesehen, werde es aber nachholen und bin mir sicher, dass ich trotzdem kaum über die Maßen enttäuscht sein werde, haha).
Wie dem auch sei: "Andor" ist erwachsen, tut bisweilen weh, traut sich was, ist, kurzum, toll.

The Guest ist ein BBC-Vierteiler mit einem unverbrauchten, aber fähigen Cast. Im Fokus steht eine junge arbeitslose Frau, die von einer reichen Unternehmerin zufällig (?) aufgegabelt und als Reinigungskraft angestellt wird und bald in das luxuriöse Eigenheim einziehen darf. Dort ist nichts, wie es scheint (aber nicht in einem übernatürlichen Sinne) ... Ein packender Thriller mit zahlreichen Twists, psychologischem Horror und einer Prise Gesellschaftskritik.

Zu Eagleheart fällt mir kaum noch etwas ein, das ich nicht schon in meiner Kurzrezension der zweiten Staffel geschrieben hätte. Der Humor mag nicht jedermanns Sache sein, aber für mich war das rasend übergeschnappte "Eagleheart", das kann ich mit einigem Abstand festhalten, eine der komischsten Serien, die je produziert wurden.

Und nun habe ich Gotham geschafft! Auch hier fallen mir kaum Punkte ein, die ich nicht schon in Bezug auf die vorangegangenen Staffeln losgeworden bin. Auch Season 5 war ein einziges Up & Down. Richtiggehend geärgert habe ich mich über einzelne Episoden, nur um aus der jeweils nächsten wieder mit einem befriedigten Grinsen rauszugehen. Am blödesten fand ich zuletzt, dass die stakes zwar immer wieder hoch sind, aber praktisch keine Bedeutung haben. Mit viel Tamtam und Tschingtarassabumm wird alle naslang auf eine Klimax zugesteuert, die jedoch nichts in den Zuschauenden auslöst, weil sie entweder nichts Singuläres ist (wie oft das GCPD belagert wird, kann man am Ende kaum mehr zählen) oder ohne Konsequenzen bleibt. [Spoiler] Wayne Manor explodiert – na und?, wird halt wiederaufgebaut. Das Wayne-Enterprises-Hauptquartier wird zerstört – was soll's, ist doch nur vorübergehend. Eine Figur stirbt? Pff, die kommt wieder (was wir allein schon daher wissen, dass sie in Batmans Erwachsenenalter eine Rolle spielen wird)! Dass regelmäßig besonders nervige Antagonisten aus dem "Jenseits" zurückkehrten oder sonstwie reaktiviert wurden, habe ich, glaub ich, schon in der Vergangenheit moniert: Das schreckliche "Joker"-Stand-in (die Serie verfügte nicht an den Rechten an dem Charakter) hat einen Zwillingsbruder; just shoot me!
Beklatschen muss ich allerdings das Ende. Die letzte Folge ist mehr Epilog denn Schlusskapitel, sie versetzt uns zehn Jahre in die Zukunft (wobei sich die Masken-Abteilung keinerlei Mühe gegeben hat, die handelnden Personen irgendwie altern zu lassen) und leitet subtil, hoffnungsvoll und gänsehauterzeugend in die Ära des Dunklen Ritters über. So muss ein gelungenes Serienfinale aussehen.

Montag, 1. September 2025

Serientagebuch 08/25

01.08. South Park 27.01
02.08. Andor 2.06
03.08. Lost 1.23 (RW)
Lost 1.24 (RW)
Lost 1.25 (RW)
04.08. The Power of Parker 2.05
05.08. Digman 2.01
07.08. Digman 2.02
The Power of Parker 2.06
11.08. South Park 27.02
13.08. Gotham 5.05
Digman 2.03
16.08. Andor 2.07
17.08. Lost 2.01 (RW)
Lost 2.02 (RW)
18.08. The Escape Artist 1.01
19.08. Gotham 5.06
21.08. Digman 2.04
South Park 27.03
The Escape Artist 1.02
The Escape Artist 1.03
22.08. Andor 2.08
23.08. Hostage 1.01
24.08. Lost 2.03 (RW)
Lost 2.04 (RW)
25.08. Digman 2.05
26.08. Hostage 1.02
27.08. Digman 2.06
28.08. Gotham 5.07
29.08. Digman 2.07
31.08. Digman 2.08

Jaaaaaa, (etwas verspätet) zum 20. Jubiläum machen wir einen Lost-Rewatch, wobei ich die zweifelhafte Ehre habe, den Part des Eingeweihten zu übernehmen. Die Reaktionen einer Person, die rein gar nichts über "Lost" weiß, zu erleben, ist zum Teil spaßig, andererseits kommt bei mir regelmäßig der unerfüllbare Wunsch auf, mein Gedächtnis löschen zu können und diesen einmaligen Trip noch mal frisch und unvorbereitet zu machen. Dennoch habe ich verständlicherweise das ein oder andere vergessen. Vor allem war mir nicht mehr bewusst, wie dicht und spannend die erste Staffel bereits war. In meiner Erinnerung lag der Fokus in den ersten Folgen noch mehr auf Abenteuer denn auf Mystery, aber beides wird auf höchstem Niveau kultiviert, dazu kommen die menschlichen Dramen, aber auch ruhigere Momente sowie gelegentlicher Humor. Kein Wunder, dass ich damals beizeiten angefixt war. Es wird sich zeigen, inwieweit diese bis heute von mir als beste Serie aller Zeiten verteidigte Show dem Zahn der Zeit widerstanden hat. Fakt ist: Look and feel sind nach wie vor sauber, modern, überhaupt nicht angestaubt. Das einzig Altmodische ist die mittlerweile unvorstellbar hohe Zahl an Episoden pro Staffel.

Über die erste Staffel von The Power of Parker schrieb ich, dass es sich bei der Haupt- und Titelfigur um "einen der unsympathischsten Antihelden aller Zeiten" handele, dem man "genüsslich" dabei zusehe, "wie ihm der Teppich unter den Füßen weggezogen wird". Das muss man in den neuen Folgen etwas relativieren: Gedemütigt, geerdet und partiell geläutert, zieht Martin Parker hin und wieder unser Mitgefühl und sogar so etwas wie Sympathie auf sich. Freilich sind es nunmehr seine Ex-Frau und seine Geliebte, mit denen wir mitfiebern; wie alle drei aufgrund eines "tödlichen" Missgeschicks zu einer Schicksalsgemeinschaft formiert werden, ist köstlich. Die dritte Staffel, die ausweislich der finalen Szene unvermeidbar ist, dürfte noch turbulenter werden.

Der BBC-Dreiteiler The Escape Artist von 2013 hätte m.M.n. als Fernsehfilm mit der Hälfte der Laufzeit besser funktioniert. Etliches wirkt langgezogen, mehere Szenen mit unbedeutenden Nebenfiguren hätte man bedenkenlos streichen können. Der Justiz-Thriller vermag nichtsdestotrotz zu packen, nicht zuletzt mit einem schockierenden (und moralisch herausfordernden) Endtwist. Die Darstellungen der Gerichtsprozesse sind intensiv, obendrein lehrreich (Schon gewusst? Im schottischen Strafrecht bestehen Jurys aus 15 statt zwölf Geschworenen, und es gibt neben "guilty" und "not guilty" das Verdikt "not proven"), und David Tennant ist, apropos Darstellungen, über jeden Zweifel erhaben. Nicht minder einnehmend ist der junge Toby Kebbell ("Servant") in der beängstigenden Co-Hauptrolle.

Schade, dass auch die neue Season von Digman wieder nur zwölf Episoden umfasste. Die Pointen in dieser extrem tight geschriebenen Erwachsenen-Animationsserie reichten allerdings für 24. Ich wünschte, "Family Guy" und Konsorten wären noch zu so viel Spritzigkeit und Einfallsreichtum fähig. Dass der "Comedy Central"-Spaß mit Andy Samberg obendrein abwechslungsreiche (wenn auch enorm bekloppte) Geschichten zu bieten hat, hebt ihn sogar noch über den erwähnten Seth-MacFarlane-Dauerbrenner.

Samstag, 2. August 2025

Serientagebuch 07/25

01.07. Gotham 5.01
02.07. Scrubs 5.20
Scrubs 5.21
04.07. Eagleheart 2.01
Eagleheart 2.02
Eagleheart 2.03
Family Guy 23.18
06.07. Lost 1.19 (RW)
Lost 1.20 (RW)
07.07. Gotham 5.02
09.07. Eagleheart 2.04
Eagleheart 2.05
Eagleheart 2.06
10.07. Eagleheart 2.07
Eagleheart 2.08
11.07. Gotham 5.03
Eagleheart 2.09
12.07. Family Guy 23.19
13.07. Eagleheart 2.10
14.07. Scrubs 5.22
Andor 2.01
Andor 2.01
15.07. Andor 2.03
Eagleheart 2.11
Eagleheart 2.12
The Power of Parker 2.01
16.07. Scrubs 5.23
Andor 2.04
17.07. The Power of Parker 2.02
Scrubs 5.24
18.07. Andor 2.05
Family Guy 23.20
25.07. Lost 1.21 (RW)
Lost 1.22 (RW)
27.07. Family Guy 23.11
28.07. The Power of Parker 2.03
29.07. The Power of Parker 2.04
30.07. Family Guy 23.16
31.07. Gotham 5.04

Nach vier Jahren habe ich endlich den "Adult Swim"-Irrsinn Eagleheart fortgesetzt, und da wurde direkt noch eine Schippe draufgelegt: Noch surrealer sind die Handlungsstränge, noch überzeichneter die Charaktere, noch exzessiver die Gewalt ... aber auch noch liebevoller ist die Produktion gelungen, etwa wenn altmodische Public Service Announcements oder old-timey Hollywoodschinken parodiert werden. Ein unvergleichliches Comedy-Juwel.

Durchweg rund fand ich die fünfte Staffel von Scrubs, welche wohlgemerkt exakt die mittlere ist, was bedeuten kann, dass es von nun an bergab geht. Sei's drum, der Reveal am Ende verspricht spannende Entwicklungen, und solange der mir inzwischen ans Herz gewachsene Cast nicht ausgewechselt ist (was in der finalen oder vielmehr "nachgeschobenen" Season 9 wohl der Fall sein wird) und die Gagfrequenz nicht nachlässt, bin ich weiterhin an Bord.

Ächz, von Family Guy hatte ich tatsächlich zwei Episoden verpasst, nämlich die am 27. und 30. des Monats gesehenen, die, wie alle anderen, im Übrigen nach meinem eigenen System (nach)nummeriert wurden (wie bei den "Simpsons" gab es zwei Episoden außer der Reihe ohne Nummer; aber ich musste sie halt irgendwie durchzählen). Nun ja, das ist alles recht langweilig; von mehr Belang ist gewiss, was ich von der 23. Staffel halte. Ich würde ihr die Schulnote 3 geben: Einiges war heiter, manches fad, weniges doof (sehr bemüht waren etwa die Versuche, der "anti-woken" Zuschauerschaft augenzwinkernd das Wort zu reden, vgl. insbesondere die letzten zwei Folgen). Erstaunlich war, wie schlüpfrig die Plots zum Teil waren.

Mittwoch, 2. Juli 2025

Serientagebuch 06/25

02.06. Scrubs 5.13
Person of Interest 3.23
04.06. Scrubs 5.14
11.06. Family Guy 23.17
Doctor Who 15.08
13.06. The Simpsons 00.75
19.06. Grace 5.03
21.06. Lost 1.16 (RW)
24.06. Scrubs 5.15
Scrubs 5.16
25.06. Grace 5.04
27.06. Scrubs 5.17
Scrubs 5.18
29.06. Lost 1.17 (RW)
Lost 1.18 (RW)
30.06. Scrubs 5.19

Zur Großartigkeit von Person of Interest hatte ich mich ja vor einer Weile schon en passant geäußert. Das hohe Niveau der vorherigen Staffeln konnte die dritte konstant halten. Mittendrin wurde man von dem Ausscheiden einer Hauptfigur schockiert, gegen Ende hin gab es eine schöne Eskalation, und nach dem Finale liegen die Karten neu gemischt auf dem Tisch und warten darauf, in einer vierten Staffel – die dann aber hoffentlich wieder mehr Stand-alone-Folgen enthalten wird – ausgespielt zu werden.

Ganz ehrlich: Die zweite "New New Who"-Staffel war viel zu kurz, um ein prägnantes Bild in meinem popkulturellen Gedächtnis zu formen; ich könnte nicht sagen, was charakteristisch für die vergangenen Doctor Who-Episoden war. Dabei war sie genau so lang wie die vierzehnte. Nun gut, es gab das Götterthema, es gab das Comeback der ... Aber ach, ich will Leuten, die das Ganze noch sehen wollen, nicht die Spannung verderben, weswegen ich auch nicht auf die für mich sehr überraschende letzte Szene von "The Reality War" (wovon ich immerhin circa 85 Prozent verstanden habe) eingehen möchte. Vom 15. Doktor hätte ich gerne noch mehr gesehen. Wann, wenn überhaupt, es nun mit "Doctor Who" weitergeht, hängt, soweit ich das sehe, von der Gnade Disneys ab, oder?

Der Drang zur "Verthrillerung", den ich in der vierten Staffel von Grace (kritisch) wahrgenommen hatte, hat sich mit der nunmehr fünften Staffel wieder ausgeschlichen. Sehr klassisch geht es in den vier neuen (und zum Glück nicht letzten!) Episoden zu. Aufmerksam wie eine Raubkatze muss man freilich sein, um den Faden der dichten Kriminalstorys nicht zu verlieren, einzig die vierte Folge, anhebend wie ein Gerichtsdrama, variiert das Tempo, verläuft angenehm linear, geradlinig und beinahe behäbig, zumindest bis zur Hälfte, ab der dann erneut und beherzt der Turbo eingelegt wird. Sehr packend und unterhaltsam, das alles. Schade bloß, dass Craig Parkinson nicht mehr dabei ist.

Montag, 2. Juni 2025

Serientagebuch 05/25

02.05. Common Side Effects 1.06
Jack Ryan 1.04
04.05. Doctor Who 15.04
05.05. Common Side Effetcs 1.07
The Simpsons 00.76*
07.05. Common Side Effects 1.08
08.05. Family Guy 23.13
Jack Ryan 1.05
09.05. Common Side Effects 1.09
12.05. The Simpsons 36.16
13.05. Common Side Effects 1.10
Doctor Who 15.05
14.05. Scrubs 5.01
Scrubs 5.02
Person of Interest 3.20
16.05. Family Guy 23.14
Scrubs 5.03
Jack Ryan 1.06
17.05. The Simpsons 36.17
Squid Game 2.06
19.05. The Simpsons 37.18
20.05. Jack Ryan 1.07
Jack Ryan 1.08
Doctor Who 15.06
21.05. Scrubs 5.04
Scrubs 5.05
Grace 5.01
22.05. Family Guy 23.15
23.05. Scrubs 5.06
Scrubs 5.07
Person of Interest 3.21
24.05. Lost 1.15 (RW)
26.06. Grace 5.02
27.06. Scrubs 5.08
Doctor Who 15.07
29.05. Scrubs 5.09
Scrubs 5.10
Person of Interest 3.22
31.05. Scrubs 5.11
Scrubs 5.12
Squid Game 2.07

* Hierbei handelte es sich um die zwischen 36.14 und 36.15 ausgestrahlte Spezialfolge "Yellow Planet". Warum diese Episode nicht der offiziellen Zählung unterworfen wurde (sie hat schließlich einen regulären Produktionscode erhalten), weiß ich nicht. Die Nummerierung 00.76 ist die auf den einschlägigen Release-Seiten zu findende. Die bisher veröffentlichten Disney-Shorts habe ich übrigens, schon allein aufgrund der Länge von jeweils nur wenigen Minuten, nicht in mein Serientagebuch aufgenommen und werde das auch künftig nicht tun. Halt! Ich lese gerade, dass es eine weitere unnummerierte Disney+-exklusive Full-length-Folge gab: "The Past and the Furious". Die ist mir irgendwie durch die Lappen gegangen; ich werde sie alsbald nachholen.
Summa summarum hatte die 36. Staffel der Simpsons also 20-ish Folgen – von denen wie immer einige zu amüsieren wussten, andere nur aus Gewohnheit pflichtschuldig runtergewatcht wurden.

Eine Animationsserie der etwas anderen Art ist Common Side Effects. Irgendwo im Netz las ich, man müsse sich diesen Adult-Swim-Zehnteiler vorstellen wie eine Mischung aus "Akira", Moebius-Comics und "King of the Hill". Der Verweis auf Letzteres ergibt sich freilich daraus, dass "KotH"-Schöpfer Mike Judge (der auch als Sprecher mitwirkt) zu den Ausführenden Produzenten gehört – ebenso wie Greg Daniels, weswegen man allerdings nicht, wie ich im Vorfeld, davon ausgehen sollte, man habe es mit einer Comedy zu tun. Sehr wohl gibt es den ein oder anderen Gag, zuvörderst ist "Common Side Effects" aber ein Thriller-Drama, eine brillant temperierte Pharmazie-Verschwörungs-Erzählung für Erwachsene mit feinsinnig ausgearbeiteten Charakteren und visuell überwältigenden Traumsequenzen, die für Fans der genannten japanischen und französischen Kunstwerke ein Fest sein dürften. Eine zweite Staffel ist bereits angekündigt worden.

Amazon Primes Serie um Tom Clancys wohl berühmeteste Romanfigur Jack Ryan startete bereits 2018. Ich hatte mal wieder Bock auf eine launige Actionserie und schwankte zwischen "Reacher", "The Terminal List" und "Jack Ryan". Von kundiger Seite wurde mir dann versichert, "Jack Ryan" habe den höchsten Production Value und den aufregendsten Location-Mix. In der Tat kann der von Michael Bay mitproduzierte und von Carlton Cuse miterfundene Politthriller mit feinen Schauwerten überzeugen und hat hin und wieder wuchtige Schockmomente in petto, mehrmals fühlte ich mich an "24" erinnert, vor allem in jenen Szenen, in denen wir nicht nur die Arbeit des titelgebenden CIA-Analysten (John Krasinski) verfolgen, sondern auch Einblicke in die Lebenswelt der Terroristen bekommen, die dadurch Profil erhalten und mehr sind als gesichstlose, im Schatten agierende Reißbrettbösewichte.
Gelegentlich verliert sich die Geschichte in Nebensträngen, etwa um einen psychisch angeknacksten Drohnenpiloten, die dann aber mehr oder weniger handlungsirrelevant verpuffen. Warnen möchte ich auch davor, dass man als Zuschauer sehr viel zu lesen hat: Eine Episode besteht fast ausschließlich aus Dialogen in fremden Sprachen (Französisch, Arabisch), was zwar der Authentizität zuträglich ist, auf Dauer aber anstrengen kann.

Zur zweiten Staffel von Squid Game kann man gar nicht viel schreiben. Am liebsten würde ich mir ein abschließendes Urteil für das Ende der finalen dritten Staffel aufheben, die wohl eher eine "Staffel 2.5" werden wird (und schon diesen Monat startet). Die zweite endet nämlich, da verrate ich nicht zu viel, direkt nach einer Klimax, und es wirkt fast, als hätten sich die Showrunner nach dem fieberhaften Hochschrauben der Eskalationsspirale in eine dramaturgische Sackgasse manövriert: Was soll da jetzt noch kommen?! Bisher jedenfalls kam zu viel vom Gleichen. Der Überraschungsfaktor der ersten Staffel fehlte oft, man war weniger perplex und entsetzt. Warum etwa wird das "Rotes Licht, grünes Licht"-Spiel noch einmal in voller Länge wiederholt, ohne kreative Abweichungen, ohne Twists und Brechungen? Nun ja, ich will mich nicht beschweren – ausreichend weird, exotisch und misanthropisch ist das koreanische Netflix-Juwel immer noch.

Freitag, 2. Mai 2025

Serientagebuch 04/25

01.04. Family Guy 23.08
The Simpsons 36.12
02.04. The Walk-In 1.01
The Walk-In 1.02
04.04. Severance 2.08
Severance 2.09
05.04. Family Guy 23.09
07.04. The Simpsons 36.13
The Walk-In 1.03
The Walk-In 1.04
09.04. Person of Interest 3.17
Severance 2.10
The Walk-In 1.06
11.04. Family Guy 23.10
13.04. Squid Game 2.05
14.04. After the Party 1.01
The Simpsons 36.14
15.04. Doctor Who 15.01
After the Party 1.02
18.04. Person of Interest 3.18
19.04. Jack Ryan 1.01
20.04. After the Party 1.03
Doctor Who 15.02
21.04. After the Party 1.04
22.04. Jack Ryan 1.02
24.04. Common Side Effects 1.01
Common Side Effects 1.02
After the Party 1.05
After the Party 1.06
26.04. Lost 1.14 (RW)
28.04. Common Side Effects 1.03
Common Side Effects 1.04
Person of Interest 3.19
29.04. Family Guy 23.12
Jack Ryan 1.03
30.04. Common Side Effects 1.05
Doctor Who 15.03
The Simpsons 36.15

Ich hatte mir nach der langen Pause, die der ersten Staffel von Severance folgte, noch einmal ein Review-Video zu jener angeschaut und war erstaunt darüber, wie viel da bereits passiert! Und auch in der famosen zweiten Season geht es ereignisreich, vertrackt, mysteriös und mind-blowing weiter. Eine ganz, ganz besondere Serie, mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Apple übertrifft sich ständig selbst.
Halt, eins hätte ich dann doch noch (kritisch) anzumerken: Die Staffel hätte mehr Kuhglocken, Quatsch; mehr Christopher Walken vertragen können!

Die ganze Welt redet seit Wochen über "Adolescence", und auch ich werde mir dieses (buchstäbliche) Pflichtprogramm irgendwann, wenn der Hype verflogen ist, zu Gemüte führen. Zuvor wollte ich allerdings eine andere Miniserie mit Stephen Graham – der ja immer ein Garant für Hochkarätiges ist – nachholen: The Walk-In von 2022. In dieser auf realen Ereignissen um die rechtsterroristische Organisation National Action beruhenden ITV-Produktion spielt Graham einen Neonazi-Aussteiger, dem sich ein Mitglied genannter Gruppierung anvertraut, als diese einen Mord an einer Politikerin plant.
"The Walk-In" (mir ist immer noch keine adäquate Übersetzung dieses Substantivs eingefallen) ist angemessen spannend, gut gespielt und verzichtet sowohl auf moralische Gemeinplätze als auch auf ein sozialromantisches Dénouement.
Geschrieben hat den Fünfteiler der oscar-nominierte Brite Jeff Pope, der in der Vergangenheit Drehbücher wie das für "A Confession" oder auch für mehrere Steve-Coogan-Filme (zuletzt "The Penguin Lessons") verfasst hat.

Harter Tobak ist After the Party, ein neuseeländisches Thriller-Drama, bei dem man bis zur letzten Folge nicht weiß, was die Wahrheit ist und auf wessen Seite man als Zuschauer sein "soll". Starker Cast.

Mittwoch, 2. April 2025

Serientagebuch 03/25

02.03. Lost 1.10 (RW)
Lost 1.11 (RW)
03.03. The Hot Zone 2.06
American Rust 2.06
04.03. Family Guy 23.05
05.03. Phone Shop 1.01
06.03. American Rust 2.07
07.03. Phone Shop 1.02
Severance 2.01
Severance 2.02
09.03. Lost 1.12 (RW)
Lost 1.13 (RW)
10.03. Phone Shop 1.03
Severance 2.03
Sverance 2.04
11.03. Family Guy 23.06
American Rust 2.08
13.03. Person of Interest 3.15
24.03. American Rust 2.09
American Rust 2.10
25.03. Severance 2.05
26.03. Family Guy 23.07
Person of Interest 3.16
27.03. Phone Shop 1.04
28.03. Phone Shop 1.05
Phone Shop 1.06
29.03. Severance 2.06
Severance 2.07

Die erste Staffel der National-Geographic-Produktion The Hot Zone lief bereits 2019. Die auf dem gleichnamigen Sachbuch basierende Geschichte um einen Beinahe-Ausbruch von Ebola auf US-amerikanischem Boden lehrte mich damals gehörig das Fürchten. Die zweite Staffel befasst sich, gemäß dem Anthologie-Prinzip, mit einem ganz anderen, aber ebenfalls realen Fall: der Milzbrand-Panik von 2001. Obwohl ich die Entwicklungen und Ereignisse nach dem 11. September live und recht intensiv verfolgt habe, konnte ich mich an viele Details nicht mehr erinnern. "The Hot Zone: Anthrax" ist weniger Medizin-Thriller denn Forensik- und Crime-Thriller à la "CSI", aber deshalb nicht weniger packend. Die charismatische Hauptrolle hat Daniel Dae Kim inne, den ich zurzeit dank "Lost"-Rewatch wieder öfter sehe (dazu mehr, wenn es so weit ist). Dass der mittlerweile 87-jährige Ridley Scott zum Produktionsteam von "The Hot Zone" gehört, hatte ich auch schon wieder vergessen.

Die zweite und leider letzte Season der von Showtime zu Amazon gewanderten Romanumsetzung American Rust wirkte etwas unfokussiert: Mehrere Handlungsstränge mit gleicher Gewichtung liefen nebeneinander her, ohne zu einem befriedigenden Ende zusammenzufinden. Zudem legten mindestens zwei Figuren des umfangreichen Personalkabinetts unpassende und unglaubwürdige Verhaltensweisen an den Tag. Streckenweise wurde es mir auch zu kompliziert. Diesmal stehen Fracking, Rache, ein Gefängnistrauma, ein Undercover-Einsatz und eigenhändige Ermittlungen im Zentrum; uff.
An den schauspielerischen Leistungen gibt's abermals nix zu mäkeln, und die Rust-Belt-Stimmung transportiert sich nach wie vor überzeugend.

Die britische Workplace-Comedy Phone Shop von 2009 ist manchmal etwas "drüber": hysterisch, geschmacklos, pubertär. In ihren besten Momenten ist die erste Staffel, der bis 2013 noch zwei weitere folgten, jedoch unverschämt lustig und clever geschrieben. Ort des Geschehens ist ein Handyladen auf einer Londonder High Street. Es ist die große Ära der SMS, der Klingeltöne und des Tarifkampfes, Smartphones erscheinen zwar schon am Horizont, spielen im Alltag aber noch keine Rolle. Insofern ist "Phone Shop" eine kuriose Zeitkapsel; die meisten Gags würden aber auch in jedem anderen Setting funktionieren.

Samstag, 1. März 2025

Serientagebuch 02/25

02.02. Bosch 2.06
03.02. This Country 1.01
06.02. This Country 1.02
Bosch 2.07
Twelve Monkeys 2.12
08.02. This Country 1.03
09.02. Lost 1.09 (RW)
10.02. This Country 1.04
Twelve Monkeys 2.13
11.02. The Hot Zone 2.01
Bosch 2.08
Bosch 2.09
12.02. The Hot Zone 2.02
Bosch 2.10
13.02. The Hot Zone 2.03
American Rust 2.01
Person of Interest 3.13
17.02. American Rust 2.02
American Rust 2.03
18.02. Family Guy 23.03
19.02. The Hot Zone 2.04
20.02. This Country 1.05
This Country 1.06
Person of Interest 3.14
21.02. American Rust 2.04
22.02. Squid Game 2.03
Squid Game 2.04
25.02. Family Guy 23.04
27.02. The Hot Zone 2.05
American Rust 2.05

Mit einer Pause von zweieinhalb Jahren, nachdem Twelve Monkeys einfach so aus der Prime-Videothek genommen worden war, konnte ich nun endlich die zweite Staffel zu Ende schauen. Zur Weihnachtszeit schenkte mir Amazon nämlich ein Guthaben in Höhe von 5,- €, und davon (sowie einer kleinen Zuzahlung) kaufte ich mir die restliche Season. Die komplexe Zeitreise-Story fordert nach wie vor den Verstand heraus und duldet keinen Moment der Unaufmerksamkeit. Dennoch konnte ich dem Plot einigermaßen folgen, denn er wird fokussiert und mit geordneten Strukturen erzählt. Jede Episode ist insoweit in sich abgeschlossen, als sie sich eine narrative Teilstrecke vornimmt: So, heute wird das abgehandelt, und am Ende leiten wir hierzu über. Zwangsläufig gibt es immer wieder Rückverweise und Anknüpfungspunkte, aber die versteht man in der Regel, dank zuschauerfreundlich rekapitulierender, aber nie aufgesetzt wirkender Dialoge sowie hilfreicher "Was bisher geschah"-Montagen zu Beginn jeder Folge. Der Look der verschiedenen Epochen, insbesondere der postapokalyptischen Zukunft, gefällt mir gut; man merkt zwar, dass die Syfy-Produktion kein riesiges Budget hatte, aber aus den zur Verfügung stehenden Mitteln wurde das Maximum herausgeholt.

Nach noch längerer (allerdings freiwilliger) Pause habe ich auch Bosch fortgesetzt. In dessen zweiter Staffel wird eine zusammenhängende Geschichte um einen ermordeten Erwachsenenfilmproduzenten, korrupte Cops und die armenische Mafia erzählt, die im Wesentlichen auf dem fünften Bosch-Roman basiert, den ich nicht gelesen habe. (Tatsächlich bin ich mit Michael Connellys Krimireihe überhaupt nicht vertraut. Sollte ich das mal ändern?) Ich hatte völlig vergessen, wie viele Nebenfiguren es im Bosch-Universum gibt. Allesamt sind mit Liebe zum Detail geschrieben, wirken geerdet und glaubhaft.
Kurzum: Kann man gucken. Gefreut hat mich vor allem, die ewig faszinierende Stadt der Engel mal nicht in Flammen zu sehen ...

Zum Schluss eine Britcom, die von 2017 bis 2020 in drei Staffeln lief. In der Mockumentary This Country begleiten wir das heranwachsende Cousin-Cousine-Gespann Kerry und Kurtan, das in einem namenlosen Dorf in den Cotswolds in den Tag hineinlebt. Es ist ein bestürzend inhaltsleeres und langweiliges Leben, das die beiden abgehängten, weder bauern- noch sonstwie schlauen Youngsters führen. Den BBC Studios ist das Kunststück gelungen, den einzigen Flecken des ruralen Englands aufgespürt zu haben, in den man sich nicht sofort verliebt. (Zumindest stelle ich mir die gesamte britische countryside pittoresk und charmant bis zum Zuckerschock vor.) Hauptdarstellerin Daisy May Cooper, die zusammen mit ihrem Serien-Cousin und Real-Life-Bruder Charlie Cooper für die Idee und sämtliche Drehbücher der vielfach ausgezeichneten Reihe verantwortlich zeichnet, sagte hinsichtlich des location scouting: "All the material is based around stuff that happens in Cirencester, but when we went to the channel they thought that Cirencester was a bit too big and Northleach [das letztlich der Drehort wurde] is a smaller village, and sort of isolates the characters a bit more. Makes them more claustrophobic."
Bei aller deprimierenden Grundstimmung gibt es doch reichlich zu lachen.

Samstag, 1. Februar 2025

Serientagebuch 01/25

01.01. Lost 1.03 (RW)
Lost 1.04 (RW)
02.01. The Simpsons 36.13
Twelve Monkeys 2.05
Twelve Monkeys 2.06
03.01. Boss 1.05
Boss 1.06
06.01. Person of Interest 3.10
Twelve Monkeys 2.07
08.01. Boss 1.07
10.01. Boss 1.08
11.01. The Shrink Next Door 1.01
Bosch 2.01
Twelve Monkeys 2.08
12.01. The Shrink Next Door 1.02
Lost 1.05 (RW)
14.01. The Shrink Next Door 1.03
15.01. Squid Game 2.01
Lost 1.06 (RW)
Lost 1.07 (RW)
16.01. Bosch 2.02
17.01. Twelve Monkeys 2.09
20.01. Person of Interest 3.11
The Shrink Next Door 1.04
Bosch 2.03
21.01. Twelve Monkeys 2.10
22.01. The Shrink Next Door 1.05
Bosch 2.04
24.01. The Shrink Next Door 1.06
Person of Interest 3.12
26.01. Squid Game 2.02
Lost 1.08 (RW)
27.01. The Shrink Next Door 1.07
Bosch 2.05
30.01. Twelve Monkeys 2.11
31.01. The Shrink Next Door 1.08

Hui, diesen Monat habe ich so einiges weggeglotzt, es fühlt sich an wie zu Beginn des Serientagebuchprojekts! Abgeschlossen habe ich aber nur zwei Serienstaffeln.

Das Politdrama Boss ist ein an mir vorbeigegangenes Juwel aus der Hochphase des Prestige (Pay) TV und ein typisches Kind seiner Zeit: Es werden Ränke geschmiedet und Intrigen gesponnen, es wird geflucht, praktisch jede weibliche Figur ist mindestens einmal nackt zu sehen, unter den männlichen gibt es keinen einzigen Sympathieträger, und die Folgen haben eine Länge von fast einer Stunde. Man kennt solche "Game of Thrones in der realen Welt"-Variationen heute zur Genüge, doch befanden mir bekannte Serienjunkies, dass "Boss" für sie das bessere "House of Cards" gewesen sei (was ich nie gesehen habe). Auch ich hatte bei dieser Starz-Produktion von 2011 jede Menge, nun ja, Spaß. Ich konnte mich den gnadenlosen, bisweilen allzu maskulinen Machtspielchen nicht entziehen, fand Kelsey Grammer als unheilbar kranken Bürgermeister von Chicago sensationell (Golden Globe!) und bin gespannt auf die zweite und leider letzte Staffel.

Auf einem Podcast über einen wahren Fall basierend, erzählt der Achtteiler The Shrink Next Door eine Geschichte von jahrelangem Therapeuten-Patientenmissbrauch, Betrug, Nudging bis Gaslighting und den unschönen Konsequenzen für alle Beteiligten. Mit anzusehen, wie ein armes Würstchen mit Panikattacken und geringer Selbstachtung von seinem shrink dazu gebracht wird, Unmengen von Kapital an diesen abzutreten, sich von Familienmitgliedern zu entfremden und Partnerschaften scheitern zu lassen, ist schmerzhaft. Inhaltlich ist "The Shrink Next Door" also eher dramatisch und traurig, tonal wird die Genrebindung jedoch immer wieder gelöst, indem komische Szenen eingebaut werden. Diese Diffusion ins Locker-Launige würde sogar prima funktionieren, wenn die Serie nicht einen entscheidenden Fehler begangen hätte: im Casting. Prota- und Antagonist werden nämlich verkörpert von Will Ferrell resp. Paul Rudd, zwei Schauspielern, die mir in der Vergangenheit unzählige Stunden Fun und gute Laune beschert haben. Versteht mich nicht falsch: Beide sind glänzend in ihren Rollen, beweisen, dass sie durchaus im ernsten Fach brillieren können, insbesondere den dackeläugigen, hilflosen und herzensguten Marty nehme ich Will Ferrell ohne Weiteres ab. Doch muss ich leider zwangsläufig selig grinsen, wenn ich diesen Mann irgendwo sehe, auch in mehr oder weniger tragischen Parts (seine Nebenrolle in "Winter Passing" ging okay). Und vor allem Paul Rudd kommt, obwohl er einen ojektiv schlechten Menschen mimt, immer noch viel zu oft viel zu liebenswürdig rüber. Ach ja, die begnadete Kathryn Hahn hilft auch nicht gerade, die Stimmung zu justieren. Ohne die (meist erzwungen wirkenden) Dialogwitze und situationskomischen Momente wäre das Ganze womöglich deutlich runder geworden. Trotzdem: Ich mochte diese Miniserie und würde sie weiterempfehlen. Man muss sich darauf gefasst machen, wütend zu werden, wird aber am Ende befriedigt zurückgelassen.