Posts mit dem Label schwedisch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label schwedisch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 11. Oktober 2014

Buchmesse (II)

Die berühmten steinernen Schildis von Helsinki. In den Holzhallen hinten links (nur teilweise im Bild) konnte man Bären- und Elchfleisch in Dosen kaufen.

Ach ja, Finnland: In dessen Hauptstadt hat es mich auch einmal verschlagen. Ein Freund und ich waren dort, um zum Jahreswechsel 2007/08 insgesamt vier Metalkonzerte anzugucken und -zuhören. Wir wohnten bei einem sympathischen Pärchen, das sich trotz Arbeitslosigkeit eine übertrieben große Wohnung leisten konnte; aber was heißt hier "trotz"? Im Wohlfahrtsstaat Finnland wird man, sobald man kein regelmäßiges Einkommen bezieht, solange mit Geld überschüttet, bis man sich aus Anstand und Scham wieder dem Arbeitsmarkt andient. Sogar für jedes Haustier (s. unten) kriegt man noch mal 600 Euro pro Monat oder so.
Helsinki ist eine ausnehmend öde Stadt, vor allem wenn es bereits 15 Uhr zu dämmern beginnt. Die berüchtigte finnische Lethargie spürten wir besonders am Silvesterabend, als wir von Konzert #4 in die Wohnung zurückkamen und dort etwa 20 geladene Partygäste im Halbschlaf auf dem Fußboden liegend vorfanden. Da war es gerade kurz nach eins. Immerhin lernten wir dort den schon völlig besoffenen Regisseur der finnischen Version  von "Big Brother" kennen ("One phone call and I can get you in the container!"). 
Alles ist in Finnland zweisprachig: Jeder Haltestellenname, jeder öffentliche Hinweis steht zusätzlich in Schwedisch da, obwohl der Anteil der Schwedischsprachigen nur rund 6% beträgt. Ausländische Kinofilme werden im Originalton mit finnischen und schwedischen Untertiteln gezeigt.

Nachts haben sich die Katzen immer an meine Beine gekuschelt. Das war schön.

Mittwoch, 29. August 2012

Huckleberry FinnCrisp und die Hexe

FinnCrisp esse ich gerne. Ich habe sogar einmal eine StudiVZ-Gruppe (kennt das noch wer?) zu FinnCrisp gegründet. Heute habe ich mir die Packung des Kultknäckebrotes einmal genauer angesehen. Ich bilde mir ein, dass sich das Design irgendwann in den letzten Jahren geändert hat, kann mich aber auch irren. Ansprechend ist es allemal.

Wenn man nach "FinnCrisp" + "Packung" googelt, findet man allerdings auch Unerfreuliches:
"Mehrere unserer Leser waren richtig enttäuscht, als sie für eine herzhafte Pause das Knäckebrot Finn Crisp Multigrain auspackten. In der Packung waren nicht wie früher 200 Gramm, sondern nur noch 175. Der Preis von 1,20 Euro und die Verpackungsgröße aber waren gleich geblieben", monierte die Stiftung Warentest 2010. Ich will nicht meckern, denn ich finde, man bekommt immer noch viel geboten für das Geld.

 
Wirft man einen Blick auf die Packungsrückseite, sieht man Serviervorschläge, die gar nicht so abwegig sind, wie man es ansonsten gewohnt ist, wobei mir unklar ist, wie man die nicht eben weichen Scheiben rollen soll (2. Bild v.l.). Stutzig macht einen auch der unter dem Logo angebrachte Slogan: "Bursting with Goodness" heißt er auf Englisch, so ähnlich auch auf Schwedisch. Der deutsche Spruch hingegen lautet nicht "Berstend vor Gutheit", sondern "Natürlich genießen". Schwamm drüber.

Beim Nachdenken über das Thema Knusprigkeit ist mir einer der bizarrsten Reime der deutschen Sprache eingefallen: "Knusper, knusper, Knäuschen, wer knabbert an mei'm Häuschen?" Das fragt die Hexe die beiden Kinder Hänsel und Gretel in dem Märchen "Hänsel und Gretel". Knäuschen - das haben die Grimms doch nur erfunden, damit man etwas hat, das sich auf "Häuschen" reimt. ... hab' ich gedacht! Im Grimmschen Wörterbuch findet man aber des Rätsels Lösung, i.e. die Bedeutung von Knaus, dessen Verkleinerungsform Knäuschen offensichtlich ist:

m. ein alem. wort, das weitere s. unter knaust.
1) schwäb. knopfichter ansatz am brotlaibe, da wo er angeschnitten wird, der anschnitt. Schmid 319, Schm. 2, 376, schon bei Frischlin nom. c. 127 pusula, knausz (am brote). dem. knäusle, s. Meier kinderr. s. 25. 78. ebenso vielleicht in einem hessischen märchen kneischen (: häuschen) kinderm. nr. 15 (s. u. knupern).

Knaus ist also nur eines der ca. 10 Millionen deutschen Wörter für den Brotkanten (in meiner Herkunftsgegend sagt man "Ränftel"). Insofern ist der Hexenreim einigermaßen sinnvoll, auch wenn die eigenwillige Behausung aus Pfefferkuchen besteht und nicht aus Brot. Geschweige denn aus FinnCrisp. Und jetzt lasst uns alle diskutieren, wie ihr das Randstück vom Brotlaib nennt!