Ehre, wem Ehre gebührt, bzw. praise where praise is due. Man darf die Medien auch mal loben. Seit einer Weile betreut Johanna Adorján als Nachfolgerin von Dr. Dr. Rainer Erlinger im SZ-Magazin "Die Gewissensfrage", die jetzt "Gute Frage" heißt, und ich finde, sie macht das viiiiel besser als ihr Vorgänger. Nicht nur kommt sie ohne Umschweife und angeberische Zitiererei zum Punkt und liefert verlässlich nachvollziehbare und alltagstaugliche Problemlösungen, auch scheinen mir die ausgewählten Fragen weniger unerträglich zu sein als früher. Oft sind sie regelrecht lebensnah, heute zum Beispiel:
Dieses Begrüßungsgeschlabber ist nach meinem Empfinden wirklich grenzüberschreitend. Dank Frau Adorján weiß ich nun, dass es legitim ist, derartige Übergriffe mit einer kleinen Geste oder notfalls mit einem erklärenden Statement abzuwehren. "Wer dies nicht versteht, hat Probleme, die Sie nicht lösen können." So einfach ist das (freilich nicht immer)! Weiter so.
Freitag, 29. November 2019
Mittwoch, 27. November 2019
Der Pate - Teil III
Eine neue Patenschaftsurkunde hat es an meine Bürowand geschafft. Oder sollte ich schreiben "PatenSCHAFtsurkunde" und "geSCHAFft"? Auf keinen Fall, denn es handelt sich um eine Ziege, die dank meiner lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt das Leben einer Familie in Afrika ein wenig besser macht.
Zuvor in diesem Blog: Wirbelloses Glück; Der Pate - Teil II
Zuvor in diesem Blog: Wirbelloses Glück; Der Pate - Teil II
Montag, 25. November 2019
Autsch, Garnitur!
Ein Wort, das ich seit jeher als "Erwachsenenwort" abgespeichert habe und selbst nie verwenden würde, ist Couchgarnitur. Warum reicht "Couch" oder "Sofa" nicht aus? Gewiss gibt es da Nuancen, vermutlich verweist das Glied -garnitur darauf, dass es sich um mehrere Komponenten handelt; die Couch wird wie ein Salat "angerichtet", indem um sie herum passende Möbelakzente gesetzt werden, die in der Regel aus einem oder zwei Sesseln bestehen. Man würde doch aber, kündigte man den Kauf einer "Couchgarnitur" an, eh dazu sagen, wenn man sich neben der Couch noch diverse Sessel ins Haus holte. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, dass man in Österreich jeden Stuhl standardmäßig "Sessel" nennt und im Südwesten Deutschlands ein Sofa "Chaiselongue" (bzw. "Schesslong").
Vielleicht ist das entscheidende Merkmal einer Couchgarnitur ja auch, dass sie ein Ecksofa ist. Da fällt mir ein: Als ich meine Eck- und Ausziehcouch geliefert bekam, baute der Servicemensch das Teil so auf, dass die geöffnete, an der Wand lehnende Wohnzimmertür hinter dem kürzeren Couchabschnitt geklemmt war und nicht mehr geschlossen werden konnte. Es fiel mir sehr schwer, freundlich zu bleiben, als ich um Behebung dieses Zustands bat.
Nachtrag: Putziger Zufall, dass im Zuge des Einbruchs in das Dresdner Grüne Gewölbe nun vermehrt von Juwelengarnituren zu lesen ist!
Vielleicht ist das entscheidende Merkmal einer Couchgarnitur ja auch, dass sie ein Ecksofa ist. Da fällt mir ein: Als ich meine Eck- und Ausziehcouch geliefert bekam, baute der Servicemensch das Teil so auf, dass die geöffnete, an der Wand lehnende Wohnzimmertür hinter dem kürzeren Couchabschnitt geklemmt war und nicht mehr geschlossen werden konnte. Es fiel mir sehr schwer, freundlich zu bleiben, als ich um Behebung dieses Zustands bat.
Nachtrag: Putziger Zufall, dass im Zuge des Einbruchs in das Dresdner Grüne Gewölbe nun vermehrt von Juwelengarnituren zu lesen ist!
Freitag, 22. November 2019
Wein auf Brot, das tut not
Eine Festtagstradition in meiner Familie war und ist ein Dessert namens Rotweinspeise. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um gelatinierten Rotwein, also eine Art Götterspeise mit Alkohol. Sogar als Kinder durften wir diesen Weihnachtsnachtisch essen; das Beste war immer die gezuckerte Kondensmilch, die wir in rauen Mengen darüber gossen.
Eine Abwandlung des ohnehin schon sehr sinnvollen (keine Ironie!) Konzepts Weinspeise hat sich ein Berliner Startup namens Hannah und Paula's ausgedacht: Die zwei Frühstücksfreundinnen versetzen verschiedene Weinsorten (Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Grigio, Chardonnay und Rosé) mit Zucker und Pektin und vertreiben diese in Gläsern unter dem Namen Cheers online sowie in diversen Lädern in ganz Berlin (einen eigenen physischen Hannah-und-Paula's-Shop gibt es nicht). Die 200 Gramm sind mit 6,99 € nicht billig, enthalten aber ganze 77 % Wein. Aufmerksam auf diesen wirklich originellen, handgerührten Brotaufstrich bin ich durch die letzte Gourmet-Spezialstrecke im Stern geworden. 7/10
Eine Abwandlung des ohnehin schon sehr sinnvollen (keine Ironie!) Konzepts Weinspeise hat sich ein Berliner Startup namens Hannah und Paula's ausgedacht: Die zwei Frühstücksfreundinnen versetzen verschiedene Weinsorten (Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Grigio, Chardonnay und Rosé) mit Zucker und Pektin und vertreiben diese in Gläsern unter dem Namen Cheers online sowie in diversen Lädern in ganz Berlin (einen eigenen physischen Hannah-und-Paula's-Shop gibt es nicht). Die 200 Gramm sind mit 6,99 € nicht billig, enthalten aber ganze 77 % Wein. Aufmerksam auf diesen wirklich originellen, handgerührten Brotaufstrich bin ich durch die letzte Gourmet-Spezialstrecke im Stern geworden. 7/10
Es ist kein Day-drinking, wenn man den Alk isst statt trinkt!
Mittwoch, 20. November 2019
Fragen, die ich mir selbst stelle
Immer wieder hört oder liest man von sog. Klopfzeichen, derer sich beispielsweise Gefängnisinsassen bedienen, um heimlich zu kommunizieren. Wenn dabei das Morsealphabet verwendet wird, wie unterscheidet man dann kurze von langen Zeichen? Man kann doch nicht "langsamer" klopfen.
Antwort: Man verfährt entweder wie beim Klopfmorsen, wobei zwei kurz aufeinanderfolgende Knackimpulse für einen Punkt und länger auseinanderliegende Knackimpulse für einen Strich stehen, oder man greift auf einen Klopfcode zurück. Letzterer funktioniert mit einer Matrix von 5x5 Feldern, in die alle Buchstaben des Alphabets eingetragen werden, wobei man zwangsläufig einem Feld zwei Buchstaben zuordnen muss (etwa C+K oder I+J):
Ein Buchstabe wird mit zwei Zahlen übermittelt: Die erste bestimmt die Zeile, die zweite die Spalte. Das M wird also als 3 (3. Zeile von oben) und 2 (2. Spalte von links) codiert, nämlich indem man erst dreimal hintereinander und dann, nach kurzer Pause, zweimal klopft. Zugrunde liegt mithin eine einfache Polybios-Chiffre, eines der ältesten Verschlüsselungssysteme der Welt.
Antwort: Man verfährt entweder wie beim Klopfmorsen, wobei zwei kurz aufeinanderfolgende Knackimpulse für einen Punkt und länger auseinanderliegende Knackimpulse für einen Strich stehen, oder man greift auf einen Klopfcode zurück. Letzterer funktioniert mit einer Matrix von 5x5 Feldern, in die alle Buchstaben des Alphabets eingetragen werden, wobei man zwangsläufig einem Feld zwei Buchstaben zuordnen muss (etwa C+K oder I+J):
Ein Buchstabe wird mit zwei Zahlen übermittelt: Die erste bestimmt die Zeile, die zweite die Spalte. Das M wird also als 3 (3. Zeile von oben) und 2 (2. Spalte von links) codiert, nämlich indem man erst dreimal hintereinander und dann, nach kurzer Pause, zweimal klopft. Zugrunde liegt mithin eine einfache Polybios-Chiffre, eines der ältesten Verschlüsselungssysteme der Welt.
Montag, 18. November 2019
The Bart of Writing
Ich habe eine Theorie die Handlungen moderner "Simpsons"-Episoden betreffend: Hin und wieder scheinen den Autoren auf Wortspielen basierende Folgentitel einzufallen, aufgrund derer bzw. um die herum sie dann erst eine Geschichte spinnen. Beispiel: In "Three Gays of the Condo" (14x17) – natürlich eine Anspielung auf "Three Days of the Condor" ("Die drei Tage des Condor") – zieht Homer vorübergehend mit zwei homosexuellen Männern (gays) in eine Eigentumswohnung (condo). Man kann mir doch nicht erzählen, dass das Schreibteam die Story entwickelt hat, bevor es auf den Trichter kam, dass es zufällig einen Filmtitel gibt, der sich so umformen lässt, dass er zum Inhalt passt.
Ein ähnlicher Fall: Episode 22x07 heißt "How Munched is that Birdie in the Window?", eine Abwandlung des Oldies "How Much is that Doggie in the Window?", und es geht darum, dass eine in Barts Obhut stehende Brieftaube (ein Vögelchen, a birdie) vom Familienhund gefressen / zerkaut (munched) wird. Noch einmal: Ich bin mir sicher, dass zuerst jemandem der Wortwitz in den Sinn gekommen ist, und als zweiter Schritt begann das eigentliche Erzählen.
Weitere Beispiele gefällig? In "Jaws Wired Shut" (13x09) – vgl. den Filmtitel "Eyes Wide Shut" – muss Homers Kiefer (jaws) nach einem Unfall mit Drähten zusammengehalten werden (wired shut). Es geht noch konstruierter: Aus dem Kinderreim "Eeny Meeny Miny Moe" wurde der Titel von Episode 20x16, "Eeny Teeny Maya Moe", in welcher Barkeeper Moe (!) eine Kleinwüchsige (!) namens Maya (!) datet. Man denke auch an 29x20, "Throw Grampa from the Dane" (eine Referenz an "Throw Momma from the Train", zu deutsch "Schmeiß' die Mama aus dem Zug!"), worin es die Sippe wegen Grampa nach Dänemark verschlägt. Oder an "The Old Blue Mayor She Ain't What She Used to Be" (29x06): Hier kandidiert Marge (auf deren Haarfarbe sich "blue" bezieht) als Bürgermeisterin (mayor). Inspiration ist das Traditional von der alten grauen Stute, "The Old Gray Mare", das überhaupt erst dank den "Simpsons" einer größeren nicht-englischsprachigen Öffentlichkeit bekannt geworden sein dürfte (04x22). Ein Grenzfall scheint mir "Don't Fear the Roofer" (16x16) zu sein, wo ein von Ray Romano gesprochener Dachdecker (roofer) in Homers Leben tritt, der sich als imaginärer Freund entpuppt. Hier hat man sich womöglich erst nach dem Plotting an den Song "Don't Fear the Reaper" erinnert.
Ich möchte die Kreativität dieser Methodik keineswegs in Abrede stellen. Nach so vielen Jahren muss man halt neue Wege der Ideenfindung gehen.
Ein ähnlicher Fall: Episode 22x07 heißt "How Munched is that Birdie in the Window?", eine Abwandlung des Oldies "How Much is that Doggie in the Window?", und es geht darum, dass eine in Barts Obhut stehende Brieftaube (ein Vögelchen, a birdie) vom Familienhund gefressen / zerkaut (munched) wird. Noch einmal: Ich bin mir sicher, dass zuerst jemandem der Wortwitz in den Sinn gekommen ist, und als zweiter Schritt begann das eigentliche Erzählen.
Weitere Beispiele gefällig? In "Jaws Wired Shut" (13x09) – vgl. den Filmtitel "Eyes Wide Shut" – muss Homers Kiefer (jaws) nach einem Unfall mit Drähten zusammengehalten werden (wired shut). Es geht noch konstruierter: Aus dem Kinderreim "Eeny Meeny Miny Moe" wurde der Titel von Episode 20x16, "Eeny Teeny Maya Moe", in welcher Barkeeper Moe (!) eine Kleinwüchsige (!) namens Maya (!) datet. Man denke auch an 29x20, "Throw Grampa from the Dane" (eine Referenz an "Throw Momma from the Train", zu deutsch "Schmeiß' die Mama aus dem Zug!"), worin es die Sippe wegen Grampa nach Dänemark verschlägt. Oder an "The Old Blue Mayor She Ain't What She Used to Be" (29x06): Hier kandidiert Marge (auf deren Haarfarbe sich "blue" bezieht) als Bürgermeisterin (mayor). Inspiration ist das Traditional von der alten grauen Stute, "The Old Gray Mare", das überhaupt erst dank den "Simpsons" einer größeren nicht-englischsprachigen Öffentlichkeit bekannt geworden sein dürfte (04x22). Ein Grenzfall scheint mir "Don't Fear the Roofer" (16x16) zu sein, wo ein von Ray Romano gesprochener Dachdecker (roofer) in Homers Leben tritt, der sich als imaginärer Freund entpuppt. Hier hat man sich womöglich erst nach dem Plotting an den Song "Don't Fear the Reaper" erinnert.
Ich möchte die Kreativität dieser Methodik keineswegs in Abrede stellen. Nach so vielen Jahren muss man halt neue Wege der Ideenfindung gehen.
Samstag, 16. November 2019
Donnerstag, 14. November 2019
Warum ist es am Rhein so grau? (Ausflugsbericht)
Ich wollte unbedingt mal wieder einen Klettersteig bezwingen. Wenn man in Frankfurt wohnt und nicht mehr als drei Stunden Anfahrtszeit erübrigen kann oder mag, muss man nehmen, was man kriegt, und das ist nicht viel. Im Rhein-Lahn-Kreis immerhin lockt der als "Steig mit alpinem Charakter" beworbene Rabenacksteig bei Sankt Goarshausen, den ich am Montag in der Früh ansteuerte. Der Klettersteig selbst ist (gewiss nicht nur für mich, der ich jahrelang durch die Sächsische Schweiz verwöhnt worden bin) recht unspektakulär und, obschon "nur für geübte Wanderer" empfohlen, rasch erledigt. Das Spannendste war, als ich einmal vom Weg abgekommen war und über einen Elektrozaun springen musste. Von oben hat man dann einen netten Blick auf den Fluss, wegen des Wetters an diesem Tag allerdings wenig pittoresk. Doch soll man stets das Positive an ungünstigen Umständen sehen: 1. So trüb und wolkenverhangen kannte ich den Rheingau bisher nicht, und ein eigentümlicher Reiz war ihm bei dieser Herbststimmung nicht abzusprechen. 2. Weil es obendrein kalt und windig war, hatte ich die ganze Gegend praktisch für mich allein; lediglich ein Wanderspaar kam mir entgegen.
Nach dem Rabenack-Abenteuer ging es weiter den Rheinsteig entlang. Ich orientierte mich an einer Tour, die einst in der FAZ-Rubrik "Ausflug am Wochenende" vorgestellt wurde. Sie führte über Feld und Flur an der Burg Maus vorbei, inkludierte den Bergbau- und Landschaftspfad Wellmich-Prath-Ehrental und endete im Zentrum des Loreleystädtchens. Die Strecke hätte für meinen Geschmack ruhig mehr Waldabschnitte beinhalten können. Dafür waren Schutzhütten und andere Ausruhmöglichkeiten dicht gesät.
Hier ein paar Impressionen.
Nach dem Rabenack-Abenteuer ging es weiter den Rheinsteig entlang. Ich orientierte mich an einer Tour, die einst in der FAZ-Rubrik "Ausflug am Wochenende" vorgestellt wurde. Sie führte über Feld und Flur an der Burg Maus vorbei, inkludierte den Bergbau- und Landschaftspfad Wellmich-Prath-Ehrental und endete im Zentrum des Loreleystädtchens. Die Strecke hätte für meinen Geschmack ruhig mehr Waldabschnitte beinhalten können. Dafür waren Schutzhütten und andere Ausruhmöglichkeiten dicht gesät.
Hier ein paar Impressionen.
Wohin?
Vater Rhing
Hinauf ...
... hinab
Hier hätte ich Platz nehmen können.
Anzeichen von Leben
"Loreleyblick. Ein schöner Platz für alle"
Schön ist auch dieser Zugang ...
... zur Maus (leider an diesem Tag geschlossen), ...
... die man hier von schräg oben sieht ...
... und deren Gegenpart, die "Katz", über St. Goarshausen (ca. 1300 Ew.) thront.
Verhungern hätte ich nicht müssen.
Die Rheinsteighütte Nochern, eingeweiht im Juni 2006. Im Wanderbuch fanden sich sogar zwei Einträge vom Vortag.
Als ich eintrat, hörte ich gruselige Geräusche, da war meines Bleibens nicht länger.
Montankundliche Erklärtafeln säumten seinen Weg.
Dienstag, 12. November 2019
Der Frankfurter Coupon-Skandal 2019
Am vergangenen Samstag entnahm ich meinem Briefkasten das allseits bekannte, leider immer noch in Plastikfolie ausgelieferte Wochenend-Werbeprospektpaket und fand darin zu meiner Freude neue Bäcker-Eifler-Coupons vor, u.a. für sensationelle Deals wie "8 Brötchen für 2 Euro", "3 Laugenbrezeln für 1,50 €" oder "1 Kaffee Creme für 1 Euro". Am selben Tag stattete ich dem Büro, in dem ich arbeite, einen Besuch ab, wo das Werbebündel ebenfalls angekommen war. Auch darin waren Bäckerei-Coupons, die ich, weil sich niemand sonst dafür interessierte, einsteckte. Wieder daheim, erblickte ich auf den untersten Stufen im Treppenhaus einen weiteren Prospektepacken; den hatte wohl ein Mieter abgelegt, der nichts damit anzufangen wusste. Keine Frage, dass ich auch dieses Bündel einsackte. In meiner Wohnung öffnete ich die Umverpackung ... und die Eifler-Gutscheine fehlten!!! Offenbar liegen die wertvollen Märkchen nicht jeder Lieferung bei. Wer weiß, wie viele mir in der Vergangenheit schon durch die Lappen gegangen sind, weil ich einfach Pech gehabt hatte. Dies nur zur Information.
Sonntag, 10. November 2019
Nicht mehr und nicht weniger als 26 obskure Kreuzworträtsel-Lösungen
- Garnspule: Bobine
- Mitarbeiterstab beim Film: Cast*
- Lottodoppeltreffer: Ambe**
- drei Richtige im Lotto: Terne
- ungefälliger Geschmack: Herbe
- heimisches Wiesengras: Trespe
- Ader im Gestein: Flaser
- Stoffrückseite: Abseite
- Blutwurz, Heilpflanze: Tormentill
- Gabelhirsch: Gabler
- Markierung in flachem Gewässer: Pricke
- musikalischer Taktteil: Arsis
- Bauernpachtgut in Frankreich: Ferme
- Feinsand: Silt
- Klaffmuschel: Mya
- Bienenkasten: Beute***
- venezianische Truhe: Arca
- Volkstrachtenschultertuch: Fichu
- tiefe Rinne, Abzugsgraben: Rigole
- Spitzenmasche: Picot
- Brautwerbung: Freite
- von Tier bewegte Antriebswelle: Göpel
- Pferdedressurübung: Levade
- australisches Wildpferd: Brumby
- Traufrinne antiker Tempel: Sima****
- südslawische Kniegeige: Gusla
** auch: Lösungswort für "Verbindung zweier Größen"
*** davon abgeleitet das Wort für "Bienenzüchter", vgl. 16.09.2014
**** auch: Lösungswort für "Teil der Erdkruste", vgl. 25.04.2014
Freitag, 8. November 2019
Albernes zum Wochenschluss
Neue Eselsbrücken zum Merken von Zahlenfolgen:
5 7 2 – Rom schlüpft aus dem Ei
3 3 3 – bei Essos Keilerei
1 1 1 1 – Heinrich V. sagt "Meins!"
Aans vier neun zwaa – Kolumbus sieht Amerika
1 6 1 8 – Dreißig Jahre, gute Nacht
4 – Tiberius ist hier!
1 1 2 ... ist nicht die Polizei
1 1 5: Die Feuerwehr trägt Strümpf'
1 1 0 – Hallo, ist da ein Bull'?
5 7 2 – Rom schlüpft aus dem Ei
3 3 3 – bei Essos Keilerei
1 1 1 1 – Heinrich V. sagt "Meins!"
Aans vier neun zwaa – Kolumbus sieht Amerika
1 6 1 8 – Dreißig Jahre, gute Nacht
4 – Tiberius ist hier!
1 1 2 ... ist nicht die Polizei
1 1 5: Die Feuerwehr trägt Strümpf'
1 1 0 – Hallo, ist da ein Bull'?
Mittwoch, 6. November 2019
Fragen, die ich mir selbst stelle
Heute: Was ist das Besondere an griechischem Joghurt?
Googelt man "griechischer joghurt", verweisen die ersten Treffer auf Artikel von Fit for Fun, InStyle, Men's Health u.ä. und beinhalten Schlagwörter wie "gesund", "Schlankmacher", "gute Fette" oder "kalorienarm". Wann griechischer Joghurt in Deutschland anfing zu trenden, weiß ich nicht mehr, ich schätze, vor etwa fünf Jahren (Skyr: gefühlt vor zwei Jahren). Was genau einen griechischen Joghurt ausmacht, kann ich ebenfalls nicht sagen, weswegen ich es jetzt recherchiere.
Also: Die traditionell griechische Art der Joghurtherstellung besteht darin, dass man die Molke sehr lange abtropfen lässt. Das Produkt hat am Ende des Prozesses drei Viertel seiner Ursprungsmasse verloren und eine extra cremige Konsistenz erlangt. Griechischer Joghurt enthält mehr Eiweiß als gewöhnlicher, sein Fettgehalt liegt bei 10 %. Innerhalb der EU darf Joghurt mit dieser Bezeichnung nur verkauft werden, wenn er wirklich aus Griechenland stammt, anders als in den USA, wo auch künstlich angedickter Joghurt "greek yogurt" heißen darf.
Googelt man "griechischer joghurt", verweisen die ersten Treffer auf Artikel von Fit for Fun, InStyle, Men's Health u.ä. und beinhalten Schlagwörter wie "gesund", "Schlankmacher", "gute Fette" oder "kalorienarm". Wann griechischer Joghurt in Deutschland anfing zu trenden, weiß ich nicht mehr, ich schätze, vor etwa fünf Jahren (Skyr: gefühlt vor zwei Jahren). Was genau einen griechischen Joghurt ausmacht, kann ich ebenfalls nicht sagen, weswegen ich es jetzt recherchiere.
Also: Die traditionell griechische Art der Joghurtherstellung besteht darin, dass man die Molke sehr lange abtropfen lässt. Das Produkt hat am Ende des Prozesses drei Viertel seiner Ursprungsmasse verloren und eine extra cremige Konsistenz erlangt. Griechischer Joghurt enthält mehr Eiweiß als gewöhnlicher, sein Fettgehalt liegt bei 10 %. Innerhalb der EU darf Joghurt mit dieser Bezeichnung nur verkauft werden, wenn er wirklich aus Griechenland stammt, anders als in den USA, wo auch künstlich angedickter Joghurt "greek yogurt" heißen darf.
Montag, 4. November 2019
ß
Wissenswert: Das "Eszett" ist Bestandteil der französischen Druckschrift, wenigstens muss es das noch im 18. Jahrhundert gewesen sein. Ich stieß darauf an mehreren Stellen in Denis Diderots 1773 fertig gestellter Enzyklopädie:
Ich hatte bisher gedacht, es handele sich beim ß um ein ausschließlich in deutschen Texten verwendetes Graphem, weil es ja eine deutsche Erfindung ist. Doch wurde es beizeiten exportiert und gelangte unter anderem auch in italienischsprachige Bücher, wo es stets ein Doppel-s ersetzt – wie auch im Französischen, zumindest ist mir bei Diderot kein Fall untergekommen, wo das ß eine Ligatur aus s und z darstellt. Warum "dessein" nicht ebenfalls mit ß geschrieben wird, leuchtet mir nicht ein. (Deutsche Beispiele für "Deßein" aus demselben Zeitraum lassen sich durchaus ergoogeln.)
Ich hatte bisher gedacht, es handele sich beim ß um ein ausschließlich in deutschen Texten verwendetes Graphem, weil es ja eine deutsche Erfindung ist. Doch wurde es beizeiten exportiert und gelangte unter anderem auch in italienischsprachige Bücher, wo es stets ein Doppel-s ersetzt – wie auch im Französischen, zumindest ist mir bei Diderot kein Fall untergekommen, wo das ß eine Ligatur aus s und z darstellt. Warum "dessein" nicht ebenfalls mit ß geschrieben wird, leuchtet mir nicht ein. (Deutsche Beispiele für "Deßein" aus demselben Zeitraum lassen sich durchaus ergoogeln.)
Samstag, 2. November 2019
What a jerk!
Bei Rewe entdeckt: eine "vegane Alternative zu Trockenfleisch auf Basis von Sojaproteinen" namens Soy Jerky.
Es gibt drei Sorten, ich habe Teriyaki mitgenommen. Da ich noch nie Beef Jerky gegessen habe, kann ich nicht beurteilen, wie nah die Soja-Version dem Original kommt. Von der Textur und dem Geschmack her trifft sie zumindest das, was ich mir darunter vorstelle (wobei ich vermute, echtes Jerky neigt härtemäßig mehr in Richtung Hundefutter). Neben Zuckerrohrsirup, Kokos- und Sesamöl, Karamellpulver und Salz sind dem Geschnetzel noch andere Gewürze, die nur als "Gewürze" aufgeführt sind, beigemischt. Die 70 Gramm kann man gut in zwei bis drei Sitzungen wegsnacken. Hergestellt in Malaysia. 7/10
Es gibt drei Sorten, ich habe Teriyaki mitgenommen. Da ich noch nie Beef Jerky gegessen habe, kann ich nicht beurteilen, wie nah die Soja-Version dem Original kommt. Von der Textur und dem Geschmack her trifft sie zumindest das, was ich mir darunter vorstelle (wobei ich vermute, echtes Jerky neigt härtemäßig mehr in Richtung Hundefutter). Neben Zuckerrohrsirup, Kokos- und Sesamöl, Karamellpulver und Salz sind dem Geschnetzel noch andere Gewürze, die nur als "Gewürze" aufgeführt sind, beigemischt. Die 70 Gramm kann man gut in zwei bis drei Sitzungen wegsnacken. Hergestellt in Malaysia. 7/10
Das Produkt befindet sich, vakuumiert, in einer zusätzlichen Plastikhülle in der Umverpackung.
Donnerstag, 31. Oktober 2019
Meine 20 zuletzt gesehenen Filme (2/2)
A Cure for Wellness
Ein interessanter, unvorhersehbarer, unkonventioneller Mystery-Thriller mit einigen unangenehmen Momenten, aber ansprechender Optik (Regie: Gore Verbinski). Je weniger man über die in einer unheimlichen Hochgebirgs-Heilanstalt spielende Story weiß, desto besser.
Vice
Das Biopic über den "zweiten Mann" (so der deutsche Untertitel) Dick Cheney, der, das wird noch einmal klar herausgearbeitet, über Jahrzehnte hinweg die US-Politik geprägt hat und vor allem im post-9/11-Bush-Amerika nicht weniger als der erste Mann im Staate war, überzeugt noch mehr als Adam McKays letzte gesellschaftspolitische Satire, das oscar-prämierte Wirtschafts-Comedy-Drama "The Big Short". Ich habe mich zu gleichen Maßen echauffiert und amüsiert. So bedauerlich es ist, dass McKay seit diesem Jahr nicht mehr für Gaga-Komödien aus dem von ihm mitbegründeten Hause Gary Sanchez Productions (s.u.: "Casa de mi Padre") verantwortlich zeichnet, so sehr begrüße ich den Schwerpunktwechsel auf politische Themen. So großartig wie das Drehbuch ist auch Christian Bale als nicht totzukriegender Vizepräsident.
Der Diktator
Sacha Baron Cohens Filme habe ich seltsamerweise erst sehr spät begonnen "abzuarbeiten". 2016 (also bevor ich anfing, meine gesehenen Filme hier festzuhalten) sah ich dann "The Brothers Grimsby" und war begeistert von der kindlichen Freude an Albernheit und Grenzüberschreitung. Bei "Borat" sowie bei Cohens entlarvender TV-Reihe "Who is America?" ist mir dann sogar mehrmals vor Lachen die Luft weggeblieben. Während "The Dictator" sind bei mir zwar nicht die Tränen geflossen, doch gefiel mir abermals das Zelebrieren von Geschmacklosigkeit und die überzeichnete Figur, die Sacha Baron Cohen hier verkörpert. Wie schon bei "Grimsby" wurden zudem mehrere Rollen mit namhaften Charakterdarstellern besetzt, was die Lächerlichkeit ihres Spiels und die Läppischkeit der Handlung wunderbar verstärkt.
Falls Cohen nach "The Spy" vorhat, dauerhaft ins ernste Fach zu wechseln, bleiben mir immer noch "Brüno" und "Ali G in da House", die ich nämlich auch noch nicht gesehen habe!
Der große Trip – Wild
Wer glaubt, Reese Witherspoons Selbstfindungstrip von 2014 sei nur die weibliche Version von "Into the Wild" (2007) oder so etwas wie "127 Hours light", tut dieser von Nick Hornby adaptierten Romanverfilmung Unrecht. Die Motivation der Heldin ist nicht wie bei Jon Krakauer der Trieb, Naturgewalten zu "bezwingen" oder menschliche Grenzen auszuloten, Cheryl Strayed ist auch keine trotzige, zivilisationsmüde First-World-Aussteigerin, sondern eine schicksalsgebeutelte junge Frau, die auf den 1000 Meilen des Pacific Crest Trail (wieder) zu sich kommen und ihre Vergangenheit verarbeiten will. Bildgewaltig, packend und ergreifend.
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten
Kaum erinnerungswürdiger Verschwörungs-Horror, den lediglich Timothy Olyphant sowie einige nett klaustrophobische Augenblicke über das Niveau einer "Akte X"-Episode heben.
El Camino: A Breaking Bad Movie
War dieser zweistündige Epilog zu einer der besten Fernsehserien aller Zeiten wirklich nötig? Nein. Habe ich mich trotzdem unterhalten und nostalgisch gefühlt? Ja. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, außer dass man sich vorher vielleicht noch einmal ein "Was bisher geschah"-Video anschauen oder sich mit einem Rewatch auf den letzten Stand bringen sollte, denn "El Camino" knüpft wirklich nahtlos an das Finale von "Breaking Bad" an und ist mit teils weit zurückreichenden Verweisen und Anspielungen gespickt.
Colonia Dignidad
Auch hier ist zusätzliches Lesen angeraten. Entweder vor oder nach dem Schauen der deutschen Co-Produktion sollte man den Wikipedia-Artikel zu der 1961 gegründeten Sektensiedlung in Chile lesen. Ich habe es nach dem Ende des Films getan und wurde direkt doppelt so wütend, wie ich bereits war. Ein unfassbares Kapitel der Nachkriegsgeschichte!
Ein Mann namens Ove
In typisch skandinavischer Tradition gehen bei dieser schwedischen Bestseller-Verfilmung Tragik und Komik Hand in Hand – wobei das Komische von mir aus gern hätte überwiegen können. Skurril, makaber, rührend, aber kein Must-see.
Casa de mi Padre
Endlich wieder Will Ferrell! Diesmal spricht er durchgängig (und überraschend gut) spanisch als Held in einer Parodie auf mexikanische Western und Telenovelas. Wie auch die "Funny or Die"-Miniserien "The Spoils of Babylon" und "The Spoils Before Dying" ist diese Persiflage vollgepackt mit Stylistic sucks und Special effects failures: Es gibt gemalte Kulissen, recycelte Dauerschleifen-Hintergrundvideos, animatronische Tierpuppen (z.T. immerhin aus dem Hause Henson!), Anschluss- und Schnittfehler, schlechte Stuntdoubles und Plastikgesäße (!). Darüber hinaus kommt ordentlich Kunstblut zum Einsatz, denn mit comichafter Gewalt hält sich "Casa de mi Padre" nicht zurück.
So gefällig dieser Mix aus Persiflage und Hommage stellenweise ist, wirkt er unterm Strich doch wie ein allzu ausgewalzter Wegwerfgag. Der auf Wikipedia zitierten Einschätzung des Hollywood Reporter möchte ich mich daher anschließen: "It makes sense that this Spanish-lingo farce plays very much like an SNL sketch. The only problem is that it packs about as many laughs into its 85 minutes as a good skit does in eight or 10."
The Bay
Kurz vor Halloween dann noch ein so kurzer wie kurzweiliger Pseudo-Doku-Schocker, den ich seit Jahren auf der Watchlist hatte. Es geht um Umweltkatastrophen, Wasserverschmutzung, Atommüll, Erderwärmung – was den Film noch aktueller macht als im Erscheinungsjahr 2012 – und die Auswirkungen auf die Küstenfauna eines Örtchens in Maryland. Mit einer originell gewählten Killer-Spezies, die hier nicht verraten werden soll, ist "The Bay" zwar ein Creature-Feature, aber vor allem ein beklemmendes Bedrohungs-Szenario, das dem Found-Footage-Genre insofern etwas hinzufügt, als es nicht nur ein (vorgebliches) Privatvideo abspult, sondern zusätzlich Polizeistreifen-Mitschnitte, News-Übertragungen, wissenschaftliche Bewegtbildprotokolle, Überwachungskamera-Material usw. aneinanderreiht, was nebenbei gut zeigt, wie lückenlos man im digitalen Zeitalter ein Ereignis, das (wie hier) vertuscht werden soll, mit Hilfe der permanent anfallenden "Live"-Daten rekonstruieren kann.
Die niedrigen 5,6 Punkte auf imdb sind definitiv unverdient.
Ein interessanter, unvorhersehbarer, unkonventioneller Mystery-Thriller mit einigen unangenehmen Momenten, aber ansprechender Optik (Regie: Gore Verbinski). Je weniger man über die in einer unheimlichen Hochgebirgs-Heilanstalt spielende Story weiß, desto besser.
Vice
Das Biopic über den "zweiten Mann" (so der deutsche Untertitel) Dick Cheney, der, das wird noch einmal klar herausgearbeitet, über Jahrzehnte hinweg die US-Politik geprägt hat und vor allem im post-9/11-Bush-Amerika nicht weniger als der erste Mann im Staate war, überzeugt noch mehr als Adam McKays letzte gesellschaftspolitische Satire, das oscar-prämierte Wirtschafts-Comedy-Drama "The Big Short". Ich habe mich zu gleichen Maßen echauffiert und amüsiert. So bedauerlich es ist, dass McKay seit diesem Jahr nicht mehr für Gaga-Komödien aus dem von ihm mitbegründeten Hause Gary Sanchez Productions (s.u.: "Casa de mi Padre") verantwortlich zeichnet, so sehr begrüße ich den Schwerpunktwechsel auf politische Themen. So großartig wie das Drehbuch ist auch Christian Bale als nicht totzukriegender Vizepräsident.
Der Diktator
Sacha Baron Cohens Filme habe ich seltsamerweise erst sehr spät begonnen "abzuarbeiten". 2016 (also bevor ich anfing, meine gesehenen Filme hier festzuhalten) sah ich dann "The Brothers Grimsby" und war begeistert von der kindlichen Freude an Albernheit und Grenzüberschreitung. Bei "Borat" sowie bei Cohens entlarvender TV-Reihe "Who is America?" ist mir dann sogar mehrmals vor Lachen die Luft weggeblieben. Während "The Dictator" sind bei mir zwar nicht die Tränen geflossen, doch gefiel mir abermals das Zelebrieren von Geschmacklosigkeit und die überzeichnete Figur, die Sacha Baron Cohen hier verkörpert. Wie schon bei "Grimsby" wurden zudem mehrere Rollen mit namhaften Charakterdarstellern besetzt, was die Lächerlichkeit ihres Spiels und die Läppischkeit der Handlung wunderbar verstärkt.
Falls Cohen nach "The Spy" vorhat, dauerhaft ins ernste Fach zu wechseln, bleiben mir immer noch "Brüno" und "Ali G in da House", die ich nämlich auch noch nicht gesehen habe!
Der große Trip – Wild
Wer glaubt, Reese Witherspoons Selbstfindungstrip von 2014 sei nur die weibliche Version von "Into the Wild" (2007) oder so etwas wie "127 Hours light", tut dieser von Nick Hornby adaptierten Romanverfilmung Unrecht. Die Motivation der Heldin ist nicht wie bei Jon Krakauer der Trieb, Naturgewalten zu "bezwingen" oder menschliche Grenzen auszuloten, Cheryl Strayed ist auch keine trotzige, zivilisationsmüde First-World-Aussteigerin, sondern eine schicksalsgebeutelte junge Frau, die auf den 1000 Meilen des Pacific Crest Trail (wieder) zu sich kommen und ihre Vergangenheit verarbeiten will. Bildgewaltig, packend und ergreifend.
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten
Kaum erinnerungswürdiger Verschwörungs-Horror, den lediglich Timothy Olyphant sowie einige nett klaustrophobische Augenblicke über das Niveau einer "Akte X"-Episode heben.
El Camino: A Breaking Bad Movie
War dieser zweistündige Epilog zu einer der besten Fernsehserien aller Zeiten wirklich nötig? Nein. Habe ich mich trotzdem unterhalten und nostalgisch gefühlt? Ja. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, außer dass man sich vorher vielleicht noch einmal ein "Was bisher geschah"-Video anschauen oder sich mit einem Rewatch auf den letzten Stand bringen sollte, denn "El Camino" knüpft wirklich nahtlos an das Finale von "Breaking Bad" an und ist mit teils weit zurückreichenden Verweisen und Anspielungen gespickt.
Colonia Dignidad
Auch hier ist zusätzliches Lesen angeraten. Entweder vor oder nach dem Schauen der deutschen Co-Produktion sollte man den Wikipedia-Artikel zu der 1961 gegründeten Sektensiedlung in Chile lesen. Ich habe es nach dem Ende des Films getan und wurde direkt doppelt so wütend, wie ich bereits war. Ein unfassbares Kapitel der Nachkriegsgeschichte!
Ein Mann namens Ove
In typisch skandinavischer Tradition gehen bei dieser schwedischen Bestseller-Verfilmung Tragik und Komik Hand in Hand – wobei das Komische von mir aus gern hätte überwiegen können. Skurril, makaber, rührend, aber kein Must-see.
Casa de mi Padre
Endlich wieder Will Ferrell! Diesmal spricht er durchgängig (und überraschend gut) spanisch als Held in einer Parodie auf mexikanische Western und Telenovelas. Wie auch die "Funny or Die"-Miniserien "The Spoils of Babylon" und "The Spoils Before Dying" ist diese Persiflage vollgepackt mit Stylistic sucks und Special effects failures: Es gibt gemalte Kulissen, recycelte Dauerschleifen-Hintergrundvideos, animatronische Tierpuppen (z.T. immerhin aus dem Hause Henson!), Anschluss- und Schnittfehler, schlechte Stuntdoubles und Plastikgesäße (!). Darüber hinaus kommt ordentlich Kunstblut zum Einsatz, denn mit comichafter Gewalt hält sich "Casa de mi Padre" nicht zurück.
So gefällig dieser Mix aus Persiflage und Hommage stellenweise ist, wirkt er unterm Strich doch wie ein allzu ausgewalzter Wegwerfgag. Der auf Wikipedia zitierten Einschätzung des Hollywood Reporter möchte ich mich daher anschließen: "It makes sense that this Spanish-lingo farce plays very much like an SNL sketch. The only problem is that it packs about as many laughs into its 85 minutes as a good skit does in eight or 10."
The Bay
Kurz vor Halloween dann noch ein so kurzer wie kurzweiliger Pseudo-Doku-Schocker, den ich seit Jahren auf der Watchlist hatte. Es geht um Umweltkatastrophen, Wasserverschmutzung, Atommüll, Erderwärmung – was den Film noch aktueller macht als im Erscheinungsjahr 2012 – und die Auswirkungen auf die Küstenfauna eines Örtchens in Maryland. Mit einer originell gewählten Killer-Spezies, die hier nicht verraten werden soll, ist "The Bay" zwar ein Creature-Feature, aber vor allem ein beklemmendes Bedrohungs-Szenario, das dem Found-Footage-Genre insofern etwas hinzufügt, als es nicht nur ein (vorgebliches) Privatvideo abspult, sondern zusätzlich Polizeistreifen-Mitschnitte, News-Übertragungen, wissenschaftliche Bewegtbildprotokolle, Überwachungskamera-Material usw. aneinanderreiht, was nebenbei gut zeigt, wie lückenlos man im digitalen Zeitalter ein Ereignis, das (wie hier) vertuscht werden soll, mit Hilfe der permanent anfallenden "Live"-Daten rekonstruieren kann.
Die niedrigen 5,6 Punkte auf imdb sind definitiv unverdient.
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